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Deutsche Sprichwörter
Über 17.000 deutsche Sprichwörter
Ein o bis En
Ein Ochse verlässt sich auf seine Hörner.

Ein Ochse wollte gern ein Pferd, ein Pferd gern ein Ochse sein.

Ein Ochs kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn.

Ein offnes Ohr kann jeder haben.

Ein Paar, dass man an allen Orten finden kann, ist eine schöne Frau und ein gehörnter Mann.

Ein paar gute Ohren ermüden hundert Zungen.

Ein Pfaff im Harnisch, ein Esel in Ehren und ein blinder Leiter sind drei lächerliche Dinge.
(Bei Wander steht dieses Sprichwort als zwei Sprichwörter: Einmal wie oben in Band 3, Spalte 1228 unter Pfaffe Nr. 103 gleichlautend wie die angegebenen Quellen und ein weiteres Mal in Band 1, Spalte 631 unter Ding Nr. 688 umgestellt mit „Drei lächerliche Ding“ am Anfang, mit demselben Quellenhinweis wie beim anderen. So werden aus einem schnell zwei oder manchmal mehr Sprichwörter.)

Ein Pfeiffer lobt den andern Reigen nicht.

Ein Pfeiffer macht dem andern wohl einen Tanz umsonst.

Ein Pfeil dringt auch wohl durch einen Harnisch.

Ein Pfennig allein macht nicht reich.

Ein Pfennig, der einem treuen Arbeiter abgezwackt wird, schreit Zeter über den geizigen Herrn.

Ein Pfennig errettet oft hundert.

Ein Pfennig gespart ist auch gewonnen.

Ein Pfennig in der Büchse macht ein größeres Geräusch, als wenn sie voll ist.
Ein Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre.

Ein Pfennig klingt allein nicht viel.
Ein Pfennig klingt nicht.

Ein Pfennig lässt sich eher verzehren als (er)werben.

Ein Pfennig lockt oder (er)wirbt den andern.

Ein Pfennig weist den andern nicht aus.

Ein Pferd, das zu viel Futter kriegt, schupft seinen Herrn.
(schupfen = stoßen, anstoßen: Jemanden von hinten stoßen.)

Ein Pferd ist nicht älter, denn sein Schwanz, ein Mensch nicht älter denn sein kleinster Finger.

Ein Pferd kennt seinen Mann.

Ein Pferd schont den Menschen gern und ist des Menschen Freund.

Ein Pferd setzt oft einen mutwilligen Reiter aus dem Sattel.

Ein Pferd versteht die Füße im Stall.

Ein Pferd vertritt sich, ein Mensch verspricht sich.

Ein Pflugeisen arbeitet wohl in der Erde und wird endlich verzehrt, bleibt aber fein rein und blank: Arbeitet es nicht so verrostet es.

Ein Pfund Federn wiegt so viel als ein Pfund Blei.

Ein Pfund Mutterverstand ist besser als ein Stein Buchweisheit.

Ein Pfund Sorgen zahlt kein Lot Borgen.

Ein Politicus (Politiker) ist ein Mann, der eine Lüge in Folio kann in 24 einbinden, an dem Schnitt vergolden und mit seidenen Bändern zieren.

Ein Punkt ist einem wohl verziehen, aber nicht vergessen.

Ein Quäntchen Gunst gilt mehr als ein Scheffel*29 Recht.

Ein Quäntchen Gunst tut mehr denn ein Pfund Gerechtigkeit.
Ein Quäntlein Gunst wiegt mehr denn ein Zentner Recht.

Ein Quäntchen Mutterwitz ist besser als ein Zentner Schulwitz.

Ein Quäntlein Glück ist besser als ein Pfund Weisheit.

Ein Quäntlein Goldes wohl bereit überwiegt ein Zentner Gerechtigkeit.
Ein Quäntlein Gold wiegt mehr als ein Zentner Recht.

Ein Quäntlein Kunst in einer guten Sach wiegt mehr denn ein Zentner in böser Sach.

Ein Quäntlein Wein vertreibt im Leib viel Pein.

Ein Rab heckt kein Taube aus.

Ein Rauch, ein bös Weib und ein Regen sind einem Haus überlegen.

Ein räudiges Kamel trägt vieler Esel Bürde.

Ein räudiges Schaf steckt die ganze Herde an.
Ein räudiges Schaf verdirbt die ganze Herde.

Ein räudig Ross leidet nicht lang, dass man's hart striegelt.

Ein rechter Bergman fährt nicht ein ohne Licht, Feuerzeug und Kompass.

Ein rechter Hausvater ist der Erste auf, der Letzte nieder.

Ein rechter Held ein treuer Schatz.

Ein rechter Tappinsmus!
Er ist ein Hans Tapps ins Mus. (Es ist ein Hans Dapp ins Mus.) (Ein Tapp ins Mus.)
Ein Platz in Brei. (Es ist ein Platzinbrei.)
(Gemeint ist jemand, der ungeschickt und plump ist und in wichtigen Dingen unüberlegt handelt. Es ist aber nicht mehr das Mus, in das man hineintappt, heute stehen überall die Fettnäpfchen, in die man hineintappen kann.)

Ein redlicher Kriegsmann ist Ehren wert.

Ein redlicher Richter sieht weder Gabe noch Bitte an.

Ein Regen kommt wohl, wenn es dürre ist.

Ein Regent soll fromm und grade sein.

Ein reicher Bauer kennt seine Verwandtschaft nicht.

Ein reicher Geizhals hat weder Freunde noch Verwandte.

Ein Reicher ist ein Schelm oder eines Schelmen Erbe.
Ein Reicher ist ungerecht, oder eines ungerechten Erben.

Ein reicher Kaufmann wird wohl arm, ein Armer wird wohl reich.

Ein Reicher muss klug sein, wenn er schon ein Narr ist.

Ein Reicher sieht, wie er seinem Schaden nachkomme, der Arme muss sich leiden.

Ein Reicher soll sich nicht vermessen.

Ein Reicher und Geiziger ist Salomons Esel.

Ein reifer Unflat und weiter Leib sind wohl zu scheiden.

Ein reines Ferkel wird selten fett und eine saubere Hand fährt allezeit in mageren Beutel.

Ein reines Herz, wahrer Mund und heilig Sinn gesellt Gott besser, denn Gold und Opfer.

Ein Reiter rühmt und redt von seinem Pferde.

Ein Richter, dem mit Geiz ist eil, ist ärger als ein Krokodeil.

Ein Richter nicht soll schließen bald, obgleich der Kläger fast anhalt. Die Sach sei denn erwogen wohl, des über die man sprechen soll.

Ein Richter soll sprechen nach dem, das vorgebracht und beweiset ist.

Ein Riss in die Ehr heilt nimmermehr.

Ein Ross bleibt selten gut, wenn man's übertreibt.

Ein Ross ohn Zaum, ein Junger ohn Ruth, die beiden täten nie kein gut.

Ein roter Bart und ehren Bogen, wenn sie geraten, sind sie zu loben.

Ein Roter traut dem andern nicht.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Da rote Haare und Bärte im Vergleich zu anderen Haarfarben eine Minderheit sind (nur ca. 2 %), war und ist es einfach, ihnen für alles Unglück oder Schlechte die Schuld zu geben. Gegen Vorurteile helfen die besten Beweise nichts, sieh heute in der Politik und den Parteien! Meist schreien diejenigen „Lügenpresse“, die selbst die größten Unwahrheiten verbreiten. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche ist.)

Ein rotköpfiger Mann ist Weibern ein lieber Nachtkumpan.

Ein Sack voll Flöhe ist leichter zu hüten als ein Weib.
Es ist leichter eine Herde Flöhe, denn eine Frau zu hüten.
Es ist leichter eine Wanne mit Flöhe hüten, denn ein Weib, das nicht will fromm sein.
Leichter einer Wanne Flöhe hüten als eines Weibes.

Ein salziger Brunnen kann nicht süße Wasser geben.

Einsamkeit bringt Traurigkeit.

Einsamkeit ist eine Schule der Weisheit.
Die Einsamkeit ist die Schule der Weisheit.

Einsamkeit ist eine schwere Last, wenn du Gott nicht bei dir hast.

Einsammeln mit Schöffeln und ausgeben mit Löffeln.


Ein Sammler will einen Verschwender haben.

Ein sanfter Mut gewinnt seinen Feind.

Ein Saukoch ist ein verdrießlich Ding im Haus.

Ein Saumross macht seine Gewohnheit groß.

Ein schabicht Füllen wird oft das beste Pferd.
(schabicht = alter Ausdruck für: voller Schaben, mit Schaben behaftet oder anders unrein oder schlecht; heute = schäbig, unrein)


Ein schäbig Pferd leidet keinen Striegel.

Ein Schaden bringt den andern und wächst aus dem andern.

Ein Schädlein klein lass frei betrachten, verbergt's, so tut man's größer achten.

Ein Schaf folgt dem andern.

Ein Schaf gedeiht auf dem trockenen, Schweine auf dem nassen.

Ein Schaf hat einen gülden Fuß, es düngt wohl, wo es hergeht.

Ein Schaf ist ein frommes Tier, aber doch streitig.

Ein Schaf ist wohl fromm, es graset aber genau.
(Wo Schafe hingekommen sind, da findet das Rindvieh nichts mehr.)

Ein Schaf lässt sich schelten und gibt nicht desto weniger Wolle und Milch und lebt sein Leben mit Geduld.

Ein Schalk besagt oder verrät den andern nicht.

Ein Schalk betrügt oft den andern.

Ein Schalk denkt immer, andere sind auch Schälke.

Ein Schalk lässt seine Tücke nicht.

Ein Schalk macht (heckt) den andern.

Ein Schalk tut allenthalben wie ein Schalk.

Ein Schalk verrät oft den andern.

Ein Schalk war gestern so fromm als jetzt.

Ein Schalk weiß, wie's dem andern ums Herz ist; oder wo es dem andern liegt.

Ein Schandbrocken ist bald gegessen.

Ein scharf Messer und ein Filzhut gehören zusammen.

Ein schartig Beil verdirbt alles, was man damit haut.

Ein Schelm darf seiner Schelmerei nicht allzeit gebrauchen.

Ein Schelm gibt mehr, als er hat.

Ein Schelm lobt den andern.

Ein schelmischer Abt macht schurkische Mönche.

Ein Schelm macht's besser, als er kann.

Ein Schiff auf dem Rhein ist ein Nachen zur See.

Ein schlechter Fuhrmann, der nicht auf allen Straßen umkehren kann.

Ein schlechter Handel, wo niemand gewinnt!

Ein schlechter Hering gibt einen guten Bücking.

Ein schlechter Korporal, der nicht denkt, General zu werden.

Ein schlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen kann.

Ein schlechter Schütze, der keine Ausrede weiß.

Ein schlechter Wirt, der nicht eine Zeche borgen kann.

Ein schlechtes Ei verdirbt den gesamten Pudding.

Ein schlechtes Fass zerbricht nicht leicht.


Ein schlechtes Handwerk, das seinen Meister nicht ernährt.


Ein schlechtes Schaf, das mit dem Wolf spazieren geht.

Ein schlecht Pferd, das sein Futter nicht verdient.

Ein schlimmer Vertrag kann nicht bestehen.
(„Manchmal hindert Recht und Gesetz das Entstehen einer Schuld, indem manche Verträge aus den verschiedensten Gründen überhaupt verboten oder doch unter Umständen für rechtlich nicht verfolgbar erklärt sind“ Quelle: „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864, Seite 232“)

Ein schmeichelndes Kalb saugt zwei Mütter aus.

Ein Schmeichler - ein Heuchler.

Ein schöner Rock ziert den Stock.

Ein schöner Wintertag macht keinen lustigen Vogel.

Ein schönes Angesicht verkauft oft einen faulen Hintern.
(Sprichwort 1685 in der Sprichwörtersammlung von Paul Winkler. Bei Wander wird 1867 ohne eine Quellenangabe daraus: Ein schönes Gesicht verkauft oft ein räudig Gesäß.)

Ein schön Weib ist nur ein Bubenspiegel.

Ein Schreiber ohne Feder,

ein Schuster ohne Leder,
ein Landsknecht ohne Schwert
sind keinen Heller wert.

Ein Schuh ist nicht jedermann (jedem) gerecht.

Ein Schuster, der schlechte Stiefel macht, kommt in die Hölle.

Ein Schwager und ein fahles Pferd, wenn sie bestehn, ist's lobenswert.

Ein Schwert wetzt das andere.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 27, 17: „Ein Messer wetzt das andre und ein Mann den andern..“)

Ein sehendes Aug und hörendes Ohr kommt beides von Gott dem Herrn.

Ein Sehen ist besser denn zehn Hören.

Ein sehr überladenes Pferd kann nicht aufstehen, wenn's fällt.

Ein seidenes Kleid speist übel.

Ein selbst gewachsener Lehrer ist wie ein selbst gewachsener Baum.

Ein seltener Genuss erhöht das Vergnügen.

Eins folgt aus dem andern wie das Kalb aus der Kuh.

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.

Einsiedler sind nicht alle so fromm, als sie sich stellen.

Eins ist besser denn uneins.

Ein Skorpion ist gut für Skorpionsstiche.

Eins macht keins.
(Genau wie das Sprichwort: „Einmal ist keinmal.“ ist es falsch und bleibt es auch. Eins und Einmal sind eben Eins und bei mehreren Einzelnen kommt immer etwas zusammen. Und auch wenn es nur Eins ist, etwas ist besser, als nichts zu haben.)

Eins macht keins, was sich aber paart, das dreit sich gern.

Eins nach dem andern, so isst der Bauer seine Wurst.

Eins nach dem andern, so wird man kahl.

Ein solcher Löffel gehört in solch Futteral.

Ein Sprichwort, ein Wahrwort.

Ein Stahl bricht den andern.

Ein Stein ist auch fromm, doch stößt man sich übel daran.

Ein Stich ist bald geschehen in einen nackenden Menschen.

Ein Stich, so nicht blutet, wird mit drei Hellern vergutet.

Ein stinkend Fellchen gibt klinkend Geldchen.

Ein Stoß ans Schienbein macht lautre Augen.

Ein Stottrer versteht einen Stammler.

Ein Streich macht den Stockfisch nicht weich.

Ein Stück Brot in der Tasche ist besser als eine Feder auf dem Hut.

Ein stumpf Messer ist keiner samtnen Scheide wert.

Eins ums andre, nichts umsonst.

Ein Tag ist des andern Lehrmeister.

Ein Tag ist des andern Schulknabe.

Ein Tag kann bringen, was ein Jahr nicht bringen mag.

Ein Tag lehrt den andern.

Ein Tag vergeht nach dem andern, bis der Letzte kommt.

Ein Tag verleiht, was das ganze Jahr weigert.

Ein toller Hund läuft sieben Jahr.

Ein Topf hat den andern zerbrochen.

Eintracht bringt Macht.

Eintracht das Kleine mehrt, Zwietracht das Große verheert.

Eintracht ernährt, Zwietracht verzehrt.

Eintracht hat große Macht.

Eintracht trägt ein.

Ein Traum gewährt, was man wachend begehrt.

Ein Traum ist ein Dreck; wer dran glaubt, ist ein Geck.


Ein Traum ist ein halber Prophet.


Ein Traum ist ein Trug, aber was man ins Bette macht, das findet man wieder.

Ein trauriger Geist verdorrt Mark und Bein.

Ein treuer Freund, drei starke Brücken, in Freud, in Leid und hinterm Rücken.

Ein trocknes Jahr gibt zwei nassen zu essen.
(Wenn man sich Trockenheit und Klima 2018 in Nordeuropa ansieht, glaubt man, das die Menschen früher, die dieses Sprichwort machten, woanders gelebt haben müssen. Das stimmt sogar, sie lebten in einer Zeit vor dem Klimawandel!)

Ein Tropfen Honig macht das Meer nicht süß.

Ein Tropfen macht das Meer nicht voller.


Ein Tropfen Wasser verdirbt eine Flasche Wein nicht.


Ein Tropfen Wermut macht süßen Trank bitter.


Ein tröstliches Wort ist Arznei dem Trauernden.

Ein tröstlich Wort ist des Gemütes Speise.

Ein Trunk auf einen Salat
schadet dem Doktor einen Dukat;
ein Trunk auf ein Ei
schadet ihm zwei.

Ein Trunk fordert den andern.

Ein Tuch ins Grab, damit schabab.

Ein Übel, das man kennt, ist halb geheilt.

Ein Übel, das man nicht kennt, kann man nicht heilen.

Ein Übel, von dem der Nachbar nichts weiß, ist vom Himmel gekommen.

Ein übler Trost, im Unglück nicht allein zu sein.

Ein unbedachter Augenblick zerstört oft unser ganzes Glück.

Ein Undankbarer schadet zehn Armen.


Ein unerfahrener Mann ist ein ungesalzenes Kraut.

Ein ungerechter Heller*17 frisst einen Taler*33.

Ein ungerechter Pfennig frisst zehn andre.

Ein ungeziert Weib ist die beste Hausfrau.

Ein Unglück, kein Unglück.

Ein Unglück kommt selten allein.

Ein Unglück öffnet insgemein dem anderen die Tür.

Ein Unglück tritt dem andern auf die Fersen.

Ein unsteter Mensch kommt zu nichts.

Ein unverdienter Fluch trifft nicht.

Ein unverständiges Herz ist keinem gut, sondern gleich dem Feuer, das auch den verbrennt, der Weihrauch darein streut, wenn er ihm zu nahe kommt.

Ein unzüchtig Herz ist des Teufels Wannenbad.

Ein Vater ernährt eher zehn Kinder, als zehn Kinder einen Vater.

Ein verbrannter Hund fürchtet sich auch vor kaltem Wasser.
(Vergleichbares Sprichwort auch mit Katzen: Gebrühte Katze scheut auch das kalte Wasser.)

Ein verdorbener Bauer gibt einen guten Hof- und Schirrmeister ab.

Ein Verehrer gibt gute Worte.

Ein verheirateter Mann ist ein Vogel im Käfig.

Ein verkehrter Mensch richtet Hader*14 an und ein Verleumder macht Fürsten uneins.
(Erklärung von Johannes Agricola 1548 (Zusammenfassung): Die Liebe bedeckt die Menge der Sünde und sie lehrt uns, das wir anderen tun, wie wir gerne von anderen hätten. Wer das nicht tut, der ist ein verkehrter Mensch, der macht Hader, Zank und Uneinigkeit, daraus dann folgt Mord, Krieg und Verderben des Landes und der Leute.)

Ein Verleumder hat einen starken Rücken, er kam viel Leute zugleich eine Stiege hinan tragen.

Ein Verleumder ist ärger denn einer Schlange und schädlicher denn ein Dieb.

Ein Verleumder mit falschem Mund den Nächsten hart verwund.

Ein vermessen Mensch macht sich selbst viel Unglück.

Ein vernünftiger Mann behält den Glimpf*12; ein stürmender Neidhammel und Grunzer ist selbst bös und gibt Ursach zu viel Bösem.

Ein vernünftiger Mensch wird einer Hoffnung, die ins Wasser fiel, nie nachspringen.

Ein vernünftiger Mund ist ein edel Kleinod*20.

Ein vernünftiges Aufmerken ist niemand verboten.

Ein vernünftig Weib kann wohl aus einem Löwen ein Lamm machen.

Ein verrücktes Weib ist ein rechtes Fegefeuer.

Ein verschmähter Freund, ein hungriger Hund gehn traurig schlafen zu mancher Stund.

Ein Verständiger entgeht oft vielem Unglück.

Ein Vielfraß wird nicht geboren, sondern erzogen.
Fresser werden nicht geboren, sondern erzogen.

Ein Vielleicht sind anderthalb Lügen.

Ein Vogel den andern isst,
Ein Tier das andre frisst,
Ein Fisch den andern schlindet,
Ein Mensch den andern schindet.
(schlindet = schlucken, verschlingen)

Ein wacker Herz und ernster Mut hat Gottesfurcht in guter (rechte) Hut.

Ein wankelmütig(es) Herz ist ein Taubenhaus, ein Ding fliegt ein, das andre aus.

Ein Weib den Edelknaben küsst, dass sie nicht ihres Manns vergisst.

Ein Weib, ein Esel und eine Nuss, diese drei man klopfen muss.

Ein Weibermarkt ist fünf Schilling wert.

Ein Weiberschoppen ist neun Halbe.

Ein Weib hat nicht alle Schlüssel anhängen.

Ein Weib kann nicht Brot backen ohne Mehl.

Ein Weib soll weder geben noch nehmen.

Ein Weib verschweigt, was sie nicht weiß.

Ein Weib vertraut dem Mann beid` Gut und Haut.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet und sich ihm hingibt, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Ein weiser Mann ward nie genannt, an dem sich keine Torheit fand.

Ein wenig ausgehen könntest du, sagte die Frau, als ihr Mann sie fragte, was er zu ihrer Zerstreuung tun könne, weil sie sich langweile.

Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Trog.

Ein wenig Schande wärmt und macht schöne Farbe.

Ein wenig Verwandtschaft hält gute Freundschaft.

Ein wenig Vorteils bringt den Mann aus den Kleidern.

Ein wenig Weigerns steht wohl.

Ein wenig zu spät ist viel zu spät.

Ein Wetzstein schneidet das Eisen nicht, er macht es nur scharf.

Ein wildes Tier ein Verleumder ist, ein Schmeichler wie ein zahmes beißt, doch beider Biss gleich giftig ist.

Ein Williger ist besser als viele Gezwungene.

Ein Williger ist gut zu bereden.

Ein williges Pferd bedarf des Spornens nicht.

Ein willig Pferd soll (muss) man nicht zu viel reiten.

Ein Witwer eine Witwe nahm, der Teufel zu seiner Großmutter kam.

Ein Witwer ist ein Stecken ohne Rebe.

Ein Wolf beschreit den andern nicht.

Ein Wolf im Schlaf fing nie ein Schaf.

Ein Wolf kennt den andern wohl.

Ein Wolf und eine Hure bessern nicht.

Ein Wort dringt so tief als sieben Briefe.

Ein Wort ein Wort, ein Mann ein Mann.

Ein Wort gibt das andere.
Ein Wort holt das andere.

Ein Wort ist ein Hauch, ein Hauch ist Wind.

Ein Wort ist ein Wind, wer's sehet, ist ein Kind.

Ein Wort ist genug für den, der's merken mag.

Ein Wort ist kein Pfeil.

Ein Wort oft kann, Zorn richten an.

Ein Wort ohne Galle ist ein Ei ohne Salz.

Ein Wort wohl ein Ansehen hat, wenn drauf erfolgt die Tat.

Ein wunderlich Mann stirbt nicht ehe er werde denn erst fromm vor seinem Ende.

Ein wüster Regent (König) verderbt Land und Leute.

Ein wütiger Hund läuft nur neun Tage.

Ein Zager legt nimmermehr Ehr ein.

Ein Zänker will immer das letzte Wort haben.

Ein zänkischer Mensch richtet nur Unglück an.

Ein Zank kommt aus dem andern.

Ein Zaun dazwischen mag die Lieb erfrischen.

Ein Zaun währt drei Jahre,
ein Hund überwährt drei Zäune,
ein Pferd drei Hunde,
ein Mensch drei Pferde.

Ein zerbrochenes Schiff hat allezeit Gegenwind.

Ein Zeuge ist einäugig.

Ein Zeuge, kein Zeuge.

(Nicht nur einer, auch 10 Zeugen können falsch aussagen. Durch wiederholte Experimente und Tests ist bewiesen worden, dass Zeugen nur selektiv beobachten und nur Einzelteile von komplexen Vorgängen beobachten oder wiedergeben können, und teilweise nicht einmal das. Bei der Vorgabe, bestimmte Aktionen einer von zwei gleichzeitig agierenden Gruppen sehr weniger und gut unterscheidbaren Menschen zu beobachten und hinterher wiederzugeben, zeigten sich die Mängel der Zeugen. Keiner der vorbereiteten Beobachter bemerkte in dem nur 2 Minuten langen Test, dass von der anderen Gruppe am Ende Personen fehlten. Ebenso hat keiner bemerkt, dass ein Mensch in Affenkostüm langsam durch beide Gruppen ging und den Beobachtern zuwinkte. Erst ein Videobeweis überzeugte hinterher auch die, die es vorher kategorisch ausschlossen. Wie sollen denn Zeugen im Alltag unvorbereitet Dinge Aussagen können, die vor einem Unfall oder anderen Ereignis passierten oder Menschen beschreiben, wenn es selbst mit Vorbereitung und Hinweisen, sich auch Nebensachen zu merken, keinem gelingt?)

Einziger Sohn, liebes Kind.

Einzig Kind, liebes Kind.

Ein zorniger Kopf ist leicht blutend zu machen.

Ein zwanzigjährig Kalb gibt keine geschickte Kuh mehr.

Eisener Hafen*15 und irdener Topf ist ungleiche Gesellschaft.

Eisen kalt und hart, im Feuer schmeidig ward.

Eisen wetzt Eisen.

Eisern Vieh stirbt nie (nicht).

Eis hat keine Balken.
(Ebenso das Wasser, aus dem das Eis besteht. Allzu oft wird es von denen bemerkt, die sich auf zu dünnes Eis wagen, aber wenn es aus Ermangelung der Balken bricht, ist es zu spät. Mancher hat seinen Leichtsinn mit Gesundheit und Leben bezahlt, besser sind Umwege und Vorsicht vorher.)

Eitel Honigrede ist nicht ohne Gift.

Eitelkeit ein schlimmes Kleid.

Eitle Ehre ertrinkt bald.

Eitle Ehre überlebt (erlebt) den dritten Tag nicht.

Eitle Ehr ist ein bös Geschwär.

Eitle Ehr ist fahrende Hab, heute lieb, morgen schabab.

Ei, wer wollte das nicht? sprach der Abt von Posen.

Ei, wie lausig geht's zu, sagte jener, als man ihn hängte.
Elendiglich ausgesehen ist genug gebeten.

Elend ist unbegrabener Tod.

Elternliebe ist oft Affenliebe.

Elternloses Gut mag weder wachsen noch schwinden.

Eltern sollen den Zaum, solange sie leben, nicht aus den Händen geben.

Eltern verachten ist ein Stück von einem gottlosen Menschen.

Ende gut, alles gut.
(Sprichwort mit der gleichen Bedeutung in Russland: Alles ist gut, was gut endet.)

Endlich bleibt nicht ewig aus.

Endlich ist nicht ewig.

Enge Schornsteine ziehen besser als weite.

England ist der Weiber Paradies, der Knechte Fegefeuer und der Pferde Hölle.

Eng Recht ist ein weit Unrecht.

Eng und wohl ist besser als weit und wehe.

Entbehr und genieße.

Entfloh`ner Augenblick kommt nie mehr zurück.

Entschuldigen sie, sagte der Teufel und gab einem einen Fußtritt.

Entweder, oder!

Entzwei und gebiete.