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Deutsche Sprichwörter
Über 18.000 deutsche Sprichwörter
G - Gi
Flagge von Deutschland
Schon in früheren Jahrhunderten haben etliche Autoren deutsche Sprichwörter gesammelt und in gedruckten Büchern veröffentlicht. Einige davon sind:

Agricola von Issleben 1530, Sebastian Franck 1541, Andream Gartner 1574, M. Fridericum Petri 1605, Jan Gruter 1610, Georg Henisch 1616, Christoph Lehmann 1630, Andreas Sutor 1716, Joachim Christian Blum 1780, Samuel Christoph Wagener 1813, Georg von Gaal, 1830, Wilhelm Körte 1837, Karl Simrock 1846, Otto Freiherr von Reinsberg, Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld mehrere Bücher von 1863 bis 1872, Otto Sutermeister 1869, und das Deutsche Sprichwörterlexikon in 5 Bänden von Karl Friedrich Wilhelm Wander, veröffentlicht zwischen 1866 und 1880 und andere. Im 20. Jahrhundert haben weitere Autoren Sprichwörter meist aus älteren Sammlungen ausgewählt und anders zusammengestellt veröffentlicht.

Bis heute ist die Sprichwörtersammlung von Simrock die verbreitetste und das Sprichwörter Lexikon von Wander die Umfangreichste. Wenn man die Vorworte und Einleitungen der alten Bücher liest, haben sich etliche der Autoren gegenseitig kritisiert. Einige wegen zu vieler, andere wegen zu weniger Erklärungen, in anderen fehlte jede Erklärung, oder Quellen wurden angezweifelt. Andere wären angeblich gar keine Sprichwörter und Wander wurde vorgeworfen, Sprichwörter zu erfinden. Alle beanstandeten die Reihenfolge, Sortierung und Auswahl der anderen oder sprachen ihnen den Wert ab.

Auch diese Sammlung ist nicht perfekt. Da hier alles nach dem Alphabet sortiert ist, (auch Ä, Ö, Ü, ß sind gleichwertig unter die Buchstaben A, O, U und S einsortiert) sind Sprichwörter mit vergleichbaren Inhalten teilweise getrennt. So ist jedes nur einmal vorhanden, manches hätte sonst unter verschiedenen Stichworten sortiert werden können. Alle sind weitestgehend in neuer Rechtschreibung, was in den bisherigen Sammlungen nicht der Fall ist. Ausnahmen sind die Fälle mit Reimen, alten Wörtern, Kunstwörtern oder für bestimmte Sprichwörter typischen Ausdrücken. Auch die Grammatik wurde nicht verändert, die in Sprichwörtern vielfach nicht ganz den Regeln entspricht.

Von etlichen Sprichwörtern gibt es nach Jahrhunderten oft mehrere verschiedene Variationen mit einem anderen Wort (in Klammern eingefügt), oder ganzen Satzstellungen. In etlichen alten Sammlungen finden sich die gleichen Sprichwörter, nur in anderer Wortreihenfolge. Viele sind hier enthalten, alle zusammen meist unter dem Anfangsbuchstaben, welcher als Erster im Alphabet steht. Gleichlautende, fast gleiche und doppelte (bei Simrock über 100) stehen hier nur ein Mal. Sprichwörter aus dem Sprichwörter Lexikon von Wander stehen hier nicht, nur die aus seinen Quellen auffindbare im Wortlaut der Quelle, nicht in Wanders oft veränderter Form.

Es sind hier fast alle Sprichwörter von Simrock enthalten und viele aus etlichen anderen alten Sammlungen. Bei vielen veralteten oder heute unbekannten Ausdrücken steht eine Erklärung zur Bedeutung. Ebenso ist bei vielen Sprichwörtern die Bedeutung oder Herkunft erklärt, da sie wegen ihres Alters meist vergessen sind.

Wenn hier noch ein besonderes, wichtiges, häufiges oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Gaben, die ein Armer einem Reichen gibt, sind Bettelei.

Gaben, die einmal gegeben, soll man nicht wiederum fordern.


Gaben machen kein Christen, sondern der Glaube.


Gaben macht der Wille gut.

Gaben sollst du nicht allweg glauben.

Gaben verblenden weiser Leute Augen.

Gaben vom Feind sind selten gut gemeint.


Gabe oder Kauf wandelt nicht das Gut, sondern die Herrschaft.


Gäb' es keine Narren, so gäb' es keine Weisen.

Galgen und Orden werden oft auf demselben Wege erworben.


Galle bleibt Galle, wenn man sie auch mit Honig bestreicht.


Gämsen steigen hoch und werden doch gefangen.

Gänse und Weiber hören nicht auf zu schnattern und wenn man sie zu Tode füttert.

Ganz bekannt, halb gebüßt.

Ganze Beine sind besser als ein gemästeter Bauch.

Garaus macht böse Hosen.

Garaus, so wird ein voller Bruder draus.

Garn richten fängt nicht Vögel, aber zuziehen.
Garnstellen fängt nicht Vögel, sondern Zuziehen.
(Garn = Netz, Falle.)

Gar oft den Armut widerfährt, der sein Gut unnützlich verzehrt.

Garten muss man warten.

Gartenwerk, Wartenwerk.

Gar zu gut ist halb schlimm.

Gar zu höflich ist bäurisch.

Gar zu höflich sein ist auch eine Grobheit.

Gassenengel, Hausteufel!

Gäste, die nachmittags kommen, bleiben gern über Nacht.

Gast und Fisch bleiben kaum drei Tage frisch.


Gebare jung und tu als ein Alter.


Gegeben gut gehört sich viel.

Geben kann ein jeder, was (wie viel) er will, aber nehmen darf er nur nach Verdienst.

Geben ist seliger als Nehmen.
Geben ist seliger denn Nehmen.
(Der Ursprung dieses Sprichwortes liegt in der Bibel, Neues Testament: Die Apostelgeschichte des Lukas, 20, 35. Es ist eine Ermahnung, nicht zu egoistisch zu sein, sondern auch großzügig gegenüber anderen, die etwas nicht haben oder Unterstützung oder Hilfe brauchen.)

Geben und doch behalten gilt nichts.

Geben und Wiedergeben hält die Freundschaft zusammen.

Gebet ohne Inbrunst, Vogel ohne Flügel.

Gebetteltes Brot schmeckt süß.

Gebieten ohne Straf und Macht, macht Herren und Gebot veracht.

Geborgt Geld soll man lachend bezahlen.

Geborgt ist nicht geschenkt.

Geborstener Hafen*15 bricht zuletzt.

Gebot ohne Glauben lehren macht Heuchler.

Gebrannte Kinder scheuen das Feuer.
Gebranntes Kind scheut (fürchtet) das Feuer.

Gebrannt ist nicht gebraten.

Gebrauch der Welt, aber lass sie dich nicht gefangen nehmen.

Gebrauchter Pflug blinkt, stehend Wasser stinkt.

Gebrauchter Schlüssel ist immer blank.

Gebrauchte Rut wirft Gott in die Glut.

Gebrauch tut mehr als Meisterlehr (denn aller Meister Lehr).

Gebrühte Katze scheut auch das kalte Wasser.
(Vergleichbares Sprichwort auch mit Hunden: Ein verbrannter Hund fürchtet sich auch vor kaltem Wasser.)

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.
Gib dem Kaiser, was des Kaisers, und Gott, was Gottes ist.
(Eines der vielen Sprichwörter, deren Ursprung in der Bibel zu finden ist. Matthäus 22, 21)

Gebt der Frau Flügel, und sie ist entweder ein Engel oder eine Gans.

Geburt ist etwas, Bildung mehr.


Geburt macht nicht edel.

Geburt macht weder bös noch gut.

Gecken lassen sich leicht schrecken.

Gecken sind veränderlich, wie der Mond.

Gedächte der Dieb an Galgen, so ließe er sein Stehlen.

Gedächtnis des Todes sündigt nicht.

Gedanken, die zuerst gleißen, tun zuletzt die Leute beschmeißen.

Gedanken fliegen stets ein und aus, einer stößt die andern aus.

Gedanken kann man so wenig wehren, als den Vögeln, dass sie dir nicht übern Kopf auf der Straße fliegen.

Gedanken leiden keinen Zwang.

Gedanken machen oft großes Lärmen im Menschen.

Gedanken sind frei.
Gedanken sind zollfrei.

(„Die Gedanken sind frei“ ist auch der Titel eines deutschen Volkslieds vom Anfang des 19. Jahrhunderts, dessen Text um 1780 erstmals auf Flugblättern veröffentlicht wurde. Ausführlich bei Wikipedia.)

Gedanken sind geflügelt, aber wie fast alle der Hühnerart, fliegen nicht in die Höhe, sie bleiben aufm Boden.

Gedanken sind so viel wert, als die Materie darauf sie fallen.

Gedanken sind wie der Wind, den man wohl hört und nirgend find.

Gedanken sind wie Kugeln aufm Kegelplatz (Kegelbahn); sie laufen und fehlen, sie laufen und treffen.

Gedanken sind zollfrei, aber nicht höllenfrei.

Gedeiht einer, so gedeiht er seinem ganzen Geschlecht, verdirbt er, so verdirbt er selbst allein.

Gedenk allzeit, Gott sei dein Herr, der dir Gutes geb und dich ernähr.

Gedinge bricht Landrecht.

Gedingt Pferd macht kurze Meilen*23.

Gedräute Ohrfeigen schmerzen nicht.

Geduld behält das Feld.

Geduld bringt Huld, vergibt alle Schuld.

Geduld bringt Rosen.

Geduld die beste Arznei, in allem Leid und Unglück sei.

Gedulden, Schweigen, Lachen, hilft oft in schlimmen Sachen.

Geduld frisst den Teufel.

Geduldig alles wohl und weh, man leiden muss im Stand der Ehe.

Geduldiger Schafe gehen viel in einen Stall – ungeduldiger noch mehr.

Geduld ist das beste Kraut im Unglück.


Geduld ist das beste Pflaster für alle Schwären.

Geduld ist der allerbequemste beste Sieg im bitteren Felde.

Geduld ist der beste Harnisch des Lebens.
Geduld ist der beste Harnisch wider Gott, wider böse Leute und bös Gesinde.

Geduld ist der Seelen Schild.

Geduld ist die größte Tugend.

Geduld ist die Seelenspeis.

Geduld ist eine Arznei des Lebens.
Geduld ist eine Arznei wider alle Wunden.

Geduld ist ein edel Kraut, wächst aber nicht in allen Gärten.

Geduld ist eine Jungfrau, hätte sie sich verehelicht, man hätte ihr längst einen Scheidungsbrief gegeben.

Geduld ist ein Pflaster für alle Wunden.

Geduld ist stärker denn Diamant.

Geduld ist Zucker aller Trübsal und Beschwernis.

Geduld ladet Gewalt ins Haus.
Geduld lädt Gewalt zu Haus.

Geduld macht aus einem Feind oft einen Freund.

Geduld macht Leiden leicht.

Geduld siegt über alles Übel.
Geduld überwindet alles (Unglück).

Geduld überwindet Holzäpfel.

Geduld überwindet Schweinsbraten.

Geduld und Batzen*2 gehen viel in einen Sack.

Geduld und ein wenig schreien ist gut Pflaster auf den Schmerz.

Geduld und Heiterkeit siegen allezeit.

Geduld und Langmut obsiegen und behalten das Feld.

Geduld und Zeit lindern alle Traurigkeit.

Geduld verdauet alle Not und verschlingt zuletzt den Tod.


Geduld, Vernunft un Havergrüt, de sünd to allen Dingen nüt.

(Sprichwort aus Lübeck.)

Geduld wird alle Wege ebnen.
Gefällt der Henne der Hahn, so gefällt ihr auch der Hühnerhof.
Geduld, zu hoch gespannt, wird rasend.

Geehrt werden und kitzeln tut wohl.

Gefahr erhöht den Genuss.

Gefährliche Krankheit heißen einen den Arzt suchen.

Gefährliche Ratschläge kommen selten zum guten Ende.

Gefährlich wird es, wenn die Dummen fleißig werden.

Gefahr muss man mit Gefahr überwinden (vertreiben).


Gefährte munter kürzt die Meilen*23.
Kurzweiliger Gefährte kürzt die Meilen*23.

Gefahr wird nicht ohne Gefahr vertrieben.

Gefällt der Henne der Hahn, so gefällt ihr auch der Hühnerhof.


Gefällt es Gott, dass dein Haus in Brand steht, so trage es mit Geduld und wärme dich dabei.
(Ein abenteuerlicher Ratschlag, den dieses Sprichwort gibt und den tunlichst keiner befolgen sollte. Wahrscheinlich ist es den früheren fehlenden Möglichkeiten zum Löschen eines Brandes geschuldet, wo die Menschen meist nur machtlos zusehen konnten.)

Gefangen Mann, armer Mann.

Gefangen sein ist schwere Pein.

Gefängnis rauben Herz und Mut auch einem unverzagten Mann.

Gefärbte und verdeckte Essen sind ungesunde und verdächtige Essen.

Gefechte und Schildereien muss man von fern ansehen.

Geflickte Freundschaft wird selten wieder ganz.

Gefühl macht Glauben.
(Dies bewahrheitet sich heute immer mehr. Wer lange genug im Internet und den (un)sozialen Medien unterwegs ist und die Schreckensmeldungen in den Nachrichten hört, bekommt das Gefühl, dass gerade alles immer schlimmer wird und glaubt endlich daran. Die Tatsachen, anderslautende und wahre Meldungen werden nicht mehr wahrgenommen. Ein so verblendeter Mensch glaubt nur noch seinen Gefühlen, die ihn zu unlogischen und falschen Handlungen bewegen, die erst die Katastrophen und Unglücke auslösen.)

Gefundenes verholen ist so gut wie gestohlen.
(Das bedeutet, wer etwas von Wert findet, war verpflichtet, es bei Polizei oder Fundbüro abzugeben. Wer das nicht tat beging eine Unterschlagung und machte sich damit Strafbar.)

Gefunden, gefunden wiedergib, geschenktes Gut nimmer gib.

Gegen bös Gesinde ist die friedlichste Strafe, dass man sie mit der Tür und langen Ruten schlage.

Gegen den Backofen ist übel gähnen.

Gegen den Frost hilft kein Zittern.

Gegen den Geiz hilft weder Glück noch Unglück.

Gegen den Lügner gibt es keine Redlichkeit.

Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen.

Gegen den Wind beweist sich die Freundschaft.


Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

Gegen einen listigen Fuchs soll man listig sein.

Gegen Notwehr gibt es keine Notwehr.

Gegensätze ziehen sich an.

Gegenwehr ist erlaubt.

Gegenwehr ist nicht verboten.

Gegessen Brot ist bald vergessen.

Gegessen Brot soll man gedenken.
Gegessen oder gegeben Brot soll man lange gedenken.

Gegessen muss sein, und wenn jeder Baum ein Galgen wäre.

Geh die gemeine Landstraße, es kann nicht jeder auf dem Seile gehen.

Gehe dem Bach nach und du findest das Meer.

Geheim bleibt geheim.

Geheime Unzucht, offene Schande.

Gehe nicht zu deinem Fürst, wenn du nicht gerufen wirst.

Geh gemach hin und komm bald wieder.

Gehgemach und Lebelang sind Brüder.

Geh hin und werd ein Krämer, sagt der Henker zu seinem Knecht.

Geh ich weit aus, hab ich weit nach Haus.

Geh ins Beinhaus und lies eines Edelmanns Kopf heraus.

Geh lieber zum Schmied als zum Schmiedchen.

Geh nicht in Nachbars Haus, du trägst wenig Ehre heraus.

Geh nicht tiefer ins Wasser, als du schwimmen kannst.


Geh nicht zu armer Bursch zu Gast, so du dein Speis nicht bei dir hast.

Gehorchen ist leichter als Befehlen.

Gehorsam ist besser denn Opfer.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das erste Buch Samuel 15, 22: „Siehe, Gehorsam ist besser als Opfer und Aufmerken besser als das Fett von Widdern.“)

Gehorsam macht fromm.

Gehorsam und Geduld wachsen nicht im Frauengarten (Weibergarten).

Gehst du weit aus, so hast du weit nach Haus.

Gehst du weit um, so gehst du weit irre.

Geht der Handel nicht so, wie du willst, so geh, wie er will.

Geht der Wagen wohl, so hängt sich der Neid daran.

Geht es an die Steuer zum gemeinen Nutzen, so sucht jedermann den Bettelmantel hervor.

Geht Kunz hin, so kommt Hinz wieder.

Geht’s nicht grad, geht’s krumm.

Geht’s, so ist es gut, geht’s nicht, so ists auch gut.


Geige den Leuten, wie du willst, du geigst selten allen recht.

Geiger und Pfeifer sind keine Scherenschleifer.

Geißböck allfort stinken.

Geißböck stinken nicht alleweil; auch Bisamkatzen riechen nicht das ganze Jahr.

Geist ist gut, aber Verstand besser.

Geistlich um den Kopf, weltlich um den Bauch, war von alters her junger Nonnen Brauch.
Geistlich um den Kopf, weltlich um den Bauch war vor alters junger Nonnen Brauch.

Geizhalses Gut, des Teufels Opferherd (Opfergeld).

Geiz ist die größte Armut.

Geiz ist ein Haus-Unglück.

Geiz sucht seinen Himmel im Kot.

Geiz und Ehr treibt über Meer.

Geiz und Verstopfung gehen Hand in Hand.

Gekränkte Liebe hat einen Freund im Himmel.

Geladener Gast komme bald, ungeladener draußen halt.

Gelbe Butter am Spunde ist nicht immer gut auf dem Grunde.

Geld allein macht nicht glücklich.
Geld allein macht nicht glücklich, aber es beruhigt.
Geld macht nicht glücklich.
(Das Sprichwort bedeutet, Besitz von viel Geld ist kein Grund, um glücklich zu sein. Beim Zitieren wird oft noch anderes, was noch fehlen soll, angehängt. Die ältesten gefundenen Belege für dieses Sprichwort: Fliegende Blätter Nr. 1214 aus dem Jahr 1868, Seite 125 unter der Überschrift „Glücklich“: „Ich sag' Ihnen, Geld allein macht das Glück nit aus!“ unter dem Bild eines dicken Mannes auf einem Sofa mit mehreren Geldbeuteln neben sich. Auch im Deutsches Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander Band 1 von 1867: Unter dem Stichwort Geld die Nr. 202, 385 und 616 (202 mit allein, 385 und 616 ohne). Im 2. Band von 1870 steht unter Gut (Subst.) Nr. 277 „Viel Gut macht nicht glücklich.“ Alle 4 Stellen bei Wander ohne eine Quellenangabe.)

Geld behält das Feld, spielt den Meister in der Welt.

Geld bringt Gunst, aber nicht Kunst.

Geld, das stumm ist, macht recht, was krumm ist.

Geld, das tät's.

Geld erklärt den Text und die Glosse.

Geld fährt auf hohen Schlitten, Armut muss zu Fuße gehn.

Geld führt den Krieg.

Geld gehört der Welt.

Geld geht hin, wie her.

Geld genommen, um Freiheit gekommen.

Geld, Gewalt und Gunst, brechen Recht und Kunst.

Geld hat einen feigen Hals.

Geld hat keine Zipfel.

Geld hat manchen an den Galgen gebracht.

Geld heißt Junker.

Geld her, Geld her, klingen die Glocken, wenn gleich (wennschon) der Pfaff tot ist.

Geld hilft nicht für Armut.
Gut hilft nicht für Armut.

Geldhunger, wen machst du nicht zum Unger?

Geld im Beutel trutzt und duzt den Wirt.
Geld im Säckel duzt den Wirt.

Geld im Beutel vertreibt die Schwermut.

Geld ist der Adel, Geld ist ohne Tadel.

Geld ist der größte Held.

Geld ist der Mann, der`s kann.

Geld ist der Meister.

Geld ist der Nerv.

Geld ist des Krieges Stärke.

Geld ist die beste Ware, sie gilt Sommer und Winter.

Geld ist die Losung.

Geld ist die Welt und die Welt ist Geld.

Geld ist ein Pflaster für alle (Schäden).

Geld ist gern, wo man's hält in Ehr'n.

Geld ist Königin, Tugend und Kunst ihre Schüsselwascherinnen.

Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts.

Geld ist nicht dankenswert, wenn man den Brauch wehrt.

Geld jagt die Welt.

Geld kann den Teufel in ein Glas bannen.

Geld kann nicht Unrecht tun.

Geld kann Tugend nicht ersetzen.

Geld lässt sich nicht lieben, es will, man soll es üben.

Geld macht den Markt.

Geld macht nicht reich, es sei denn reich das Herz zugleich.

Geld macht Schälke.

Geld regiert die Welt.
Gold regiert die Welt.
Gewalt und Geld regiert die Welt.

Geld schließt auch die Hölle auf.
(Zusatz zu diesem Sprichwort 1837 bei Körte: „aber nicht auch den Himmel.“)

Geld schweigt nicht, wo es ist.

Geld stinkt nicht.
(Ein Sprichwort, das auf den römischen Kaiser Titus Flavius Vespasian (09 - 79 n. Chr., römischer Kaiser von 69 bis 79 ) zurückgehen soll. Um die Staatsfinanzen zu verbessern, führte er eine sogenante Latrinensteuer ein, für die er kritisiert wurde. Als Gegenargument soll er den Spruch gesagt haben.)

Geldsüchtig, Wassersüchtig.

Geld um Dienst ist nicht dankenswert.

Geld und Eisen wollen gute Fäuste haben.

Geld und Freundschaft trotzen der Gerechtigkeit.

Geld und Gut macht Mut.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 40, 26: „Geld und Gut machen Mut, aber mehr als beides die Furcht des Herrn.)

Geld verdirbt den Charakter.

Geld verdirbt die Welt.

Geld verloren, nichts verloren, Mut verloren, viel verloren, Ehre verloren, alles verloren.

Geld vor, Recht nach.

Geld will einen guten Vormund haben.

Geld wird nicht gehenkt (gehangen).

Gelegenheit hat vorn langes, hinten kurzes Haar.

Gelegenheit kommt nicht alle Tage.

Gelegenheit macht Diebe.

Gelegenheit macht Liebe.

Gelehrte Hasen fängt man im Schulgarn.

Gelehrte Leute sind auch oft große Narren.

Gelehrte Leute und Bienen müssen wohl in acht genommen werden.

Gelehrte Leute wissen's, tapfre tun's.

Gelehrte Narren, über alle Narren.

Gelehrten ist gut predigen.

Gelehrter Witz ist selten nütz.

Gelehrte sagen, ich hab's gelesen, Soldaten, ich hab's getan.

Geliehen Geld soll man lachend bezahlen.

Geliehen Gold wird Blei, wenn man's wiederfordert.

Gelinder Arzt bei faulem Schaden macht Übel ärger.

Gelindes Feuer gibt süßes Malz.

Gelinde Wundärzte machen faule Schäden.

Geloben ist adlig, halten bäurisch.

Geloben ist ehrlich, halten beschwerlich.

Gelübde bricht Landrecht.

Gemach fährt (man) den Berg hinauf.

Gemach geht auch weit.

Gemach geht Gottes Rach.

Gemach in die Kohlen geblasen, so fährt dir kein Staub (Asche) in die Nasen.

Gemach ins Dorf, die Bauern sind trunken!

Gemach ins Dorf, die Bauern sitzen über den Eiern.

Gemach, siehe, hinter wem du sitzt.

Gemach wird das Kleine groß, jählings das Große klein.

Gemach zur Rach.

Gemalte Blumen riechen nicht.
(Dies Sprichwort soll eine Warnung vor etwas Falschem sein. Dazu gehören falsche Versprechen, falsche Nachrichten (alternative Fakten = Fake News) und alles andere Falsche und Unechte. Ebenso sollen keine Gewltsblumen oder bunte Blumen riechen.)

Gemalte Rosen duften nicht.

Gemalte Vögel sind gut schießen, aber nicht gut genießen.

Gemeinde-Gebet und Gemeinde-Fluch vermag viel.

Gemeinde Gut (Rat) geht meist verloren.

Gemeine Gefahr macht die Leute einig.
(Eine allgemeine Gefahr, die für alle gefährlich ist und alle die gleichen Interessen haben kann alle einigen. Wie sich bei mancher Gelegenheit gezeigt hat, versuchen manche aber, einen eigenen Vorteil daraus zu ziehen, was aber alle schwächt und in Gefahr bringt, auch den Verursacher.)


Gemeine Hand baut das Land.

Gemeinen Weg kann niemand verbieten.

Gemeiner Nutz geht vor sonderlichem Nutz.

Gemeines Gut geht zumeist (gemeiniglich) verloren.
(Für gemeinschaftliches Gut oder Besitz fühlt sich keiner persönlich verantwortlich. Jeder meint, der andere könnte genauso darauf achten, warum gerade ich? Dadurch geht viel verloren und man selbst genauso den Schaden wie die anderen, warum sollte man nicht gerade deswegen auch selbst darauf achtgeben? Das gilt heute genauso wie vor 500 Jahren, als dieses Sprichwort entstand.)

Gemeines Unglück ist leicht verschmerzt.

Gemeine Verzeihung hat keine Kraft.

Gemein Gebet und gemeiner Fluch vermögen viel.

Gemein Geplärr ist nie ganz leer.

Gemeiniglich, wenn man unter die Hunde wirft, so trifft man einen.

Gemein ist selten ein: Allein mein, oder lass gar sein.
(Das gilt für machen Partner oder Liebhaber.)

Gemein ist unrein.
Das Gemein, das Unrein.
Das Gemein ward nie rein.
(Gemeinschaftliches wird meist nie ordentlich ausgeführt, jeder meint, der andere könnte es auch machen.)

Gemeinsam sind wir stark.

Gemeinsam Unglück rüstet wohl.


Gemietet Ross und eigne Sporen machen kurze Meilen.
Eigene Sporen und fremde Pferde machen kurze Meilen.
(Das bedeutet, auf fremdes Eigentum wird gewöhnlich nicht viel Rücksicht genommen, es ist später ja nicht der eigene Schaden.)

Genäsch will Streiche (haben).

Genau gedingt und gleich bezahlt, macht den besten Kauf.
Genau gedungen und richtig bezahlt.

Genau untersuchen kommt von armen Leuten.

Genau Zehrgeld lehrt wohl sparen.

General oder gar Korporal.

Genieße deine Kraft, man lebt nur, wenn man schafft.

Genug geht viel in einen Sack.

Genug haben ist mehr als viel haben.

Genug ist besser als zu viel.

Genug ist genug, hat der Geiger gegeigt.

Genug ist über einen Sack voll.

Genug macht Unruhe.

Gerade durch, das hält den Stich.

Gerade hat viel Ungerade.

Geradeheraus ist Meister.

Geradeweg, wie der Teufel die Bauern holt.

Gerade - wie grün Holz hinter dem Ofen getrocknet.

Geradezu gibt guten Renner.

Geradezu gibt gute Schützen.

Geradezu ist der nächste Weg.

Gerät der erste Wurf nicht, so fällt die Birne beim zweiten.

Gerechte tun das Rechte recht.
(Mit dem rechten Recht ist nicht das Recht der Gesetze gemeint, da die für manche ungerecht sind. Der Kommentar von Wilhelm Körte 1837 dazu: Das rechte Recht ist, wenn das Zünglein der Gerechtigkeitswaage in der Mitte steht. Es geht hierüber ein altes Gerücht, dass, sobald das Zünglein ins Gleiche komme, die Welt untergehen werde. – Es hat den Anschein, dass wir der Welt Untergang und des rechten Rechts Aufgang wohl nicht erleben werden!)

Gered't ist gered't, man kann's mit keinem Schwamm auswischen.

Gerhaber (Vormünder) sind Gernhaber.

Geringer Leute Zorn ist nicht wert ein Haferkorn.

Gern gesehn kommt ungebeten.

Gerste mit gutem Aufgang wird selten lang.

Gerüchte ist der Klage Anfang.

Gerücht, Glaub' und Augen zum Scherze nicht taugen.

Gesamt Gut, verdammt Gut.

Gesang und Gespräch erleichtern die Arbeit.

Geschäftig wie eine Katze, die sieben Töpfe zugleich zu lecken hat.

Geschehene Dinge haben keine Umkehr.

Geschehene Dinge leiden keinen Rat.

Geschehenes zum Besten wende, dass Schaden sich mit Nutzen ende.

Geschehen ist geschehen.

Gescheite Hähne frisst der Fuchs auch.

Gescheite Hündlein tragen die Wölfe auch zu Holze.
Gescheite Hündlein trägt der Wolf ins Holz.

Gescheite Leute müssen keine Narren sein.

Geschenke bringen Ränke.

Geschenke haben ihre Schwänke.

Geschenke halten die Freundschaft warm.

Geschenke machen dem Wort Gelenke.

Geschenke machen zu eigen.
Geschenk macht leibeigen.

Geschenke müssen sich gleich bleiben oder wachsen.

Geschenktem Gaul sieh nicht ins Maul: nimm's, die Haut ist dankenswert.

Geschenkter Essig ist besser als gekaufter Honig.

Geschenkt Gut ist ehrlich Gut.

Geschenkt ist geschenkt, wiederholen ist gestohlen.

Geschenkt und wieder genommen ist gestohlen.

Geschenkt und wieder genommen ist schlimmer als gestohlen.

Geschieht's, man sieht's.
(Das bedeutet, wenn etwas unglaubliches angekündigt oder vorhergesagt wird, wird man es sehen, wenn es soweit ist. Man glaubt Unwahrscheinliches erst, wenn man es sieht.)

Geschleck will Streiche haben.

Geschlossener Mund fängt keine Fliegen.

Gescholtene Kräuter isst man am liebsten.

Geschrei hat oft betrogen, nicht immer gelogen.
Geschrei hat oft betrogen und oft hat's nicht gelogen.
Geschrei hat oft gelogen, nicht immer betrogen.
(Die oberen beiden Sprichwortvariationen stehen in etlichen Sammlungen: Lehmann 1630, Körte 1837, Braun 1840, Binder 1861 und andere. Nur 1846 steht einmal das 3. bei Simrock. Wahrscheinlich hat Simrock es falsch von anderen abgeschrieben.)

Geschrei macht den Wolf größer, als er ist.
(Seitdem es wieder Wölfe in einigen deutschen Wäldern gibt, kann man das wieder vielerorts erkennen.)

Geschriebenes Recht ist ein breites, dünnes Netz, die Mücken bleiben drin hängen, die Hummeln brechen hindurch.

Geschriebenes Recht ist eine große Glocke: wenn nur der Schwengel nicht so leicht herunterfiele.

Geschwätziger Feind ist schlimmer, denn der da schweigt.

Geschwätzigkeit bringt Herzeleid.

Geschwind! eh die Katz ein Ei legt und die Bücklinge lammen.

Geschwinde zum Hut und langsam zum Beutel.

Geschwind genug, was gut genug.

Geschwindigkeit ist keine Hexerei.
(Das bedeute, wenn einer schneller als der andere es sehen oder begreifen konnte, Taschenspielertricks vorführte, glaubte das normale Volk an Hexerei. Erst in späteren Jahrhunderten erkannte man die Fingerfertigkeit und den Betrug und wusste es zu entlarven.)

Geschwind wie der Wind, wer nicht sieht, der ist blind.

Geschwister vertragen sich gern, sind sie einige Meilen*23 fern.

Gesellensitten und Räuden erben.

Gesellentreue nicht besteht, Eheweibs Treu über alles geht. Brüder und Mütter lieben sehr, aber ein Eheweib noch viel mehr.

Gesellentreue selten besteht, Ehweibstreu über alles geht.

Gesellschaft malt einen am besten.

Gesetze macht man nicht wie Karnickel.

Gesetz muss Gesetz brechen.

Gesetz ohne Strafe, Glocke ohne Klöppel.

Gesetz weicht der Gnade.

Gesinde soll weder finden noch verlieren.
Gesinde soll weder viel verlieren noch finden.

Gesottenem Fisch hilft das Wasser nichts.

Gespalten Geschirr klappert.

Gespalten Holz fängt leicht (gerne) Feuer.

Gespaltne Glocke hat bösen Laut.

Gespenster wolle nicht zitieren, willst du nicht selber dich verirren.
Gespenster musst du nicht zitieren, du wollest dich denn selbst vexieren.
(vexieren - vom lat. vexare = stark bewegen, schütteln, plagen, quälen, alter Ausdruck für: irreführen; ärgern; quälen; necken.)

Gespött zerreißt dir kein Bett.

Gestochen ist nicht gehauen.

Gestohlen Brot schmeckt wohl.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 9, 17: „Gestohlenes Wasser ist süß, und heimliches Brot schmeckt fein.“)

Gestohlener Pfennig gilt nicht weniger als ein andrer.
(nur daß er nicht gedeihet, meint Wilhelm Körte 1837)

Gestohlen(es) Gut liegt hart im Magen.

Gestohlen Wasser ist Malvasier.
(Malvasier = nach dem italienischen Namen Malvasia für die griechischen Stadt Monemvassia für einen likörartig süßen und schwerer Weißwein, der von dort kommt.  Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 9, 17: „Gestohlenes Wasser ist süß, und heimliches Brot schmeckt fein.“)


Gestohlne Katzen mausen gern.

Gestrenge Herren regieren nicht lange.
(Dieses Sprichwort geht zurück auf die Tragödie Medea von Seneca. Im Stück heißt es: Ungerechte Gewaltherrschaft ist nicht von ewiger Dauer.)

Gesucht wie der Pelz im Sommer.

Gesunde Beine bedürfen keiner Krücke.

Gesunder Zahn kaut Brot zu Marzipan.


Gesundheit ist der größte Reichtum.

Gesundheit ist leichter verloren als wiedergewonnen.

Gesundheit schätzt man erst, wenn man krank wird.


Gesundheit und Geld durchstreifen die Welt.

Gesund und arbeitsam verzehrt das Seine nimmermehr.

Getauscht ist getauscht.

Geteilte Freude ist doppelte Freude.

Geteiltes Leid ist halbes Leid.
(Ursprung der beiden vorangegangenen Sprichwörter sind die Fragmente aus Christoph August Tiedges (1752 - 1841) Urania. Liebe und Freundschaft erscheinen als Gesandte des Himmels. Im Original: Sei hochbeseligt oder leide: Das Herz bedarf ein zweites Herz. Geteilte Freud' ist doppelt Freude, geteilter Schmerz ist halber Schmerz.)

Geteiltes Feuer währt nicht lang.

Getreuen Diener findet man nicht auf dem Trödelmarkt.

Getreuen Dienst lohnt Gott.

Getreuer Diener ist ein verborgener Schatz.

Getreuer Herr, getreuer Knecht.

Getroffene Hunde bellen.

Gevatter übern Zaun, Gevatter wieder herüber.

Gewährsmann haben hilft nicht.

Gewalt-Blumen riechen nicht.

Gewalt bricht Eisen.

Gewalt führt die Kuh nicht in den Stall.

Gewalt geht vor Recht.
(Das klagt manch armer Knecht).

Gewalt, Geld und Gunst, schwächt Ehre, Recht und Kunst.

Gewalt ist kein Recht.

Gewalt kann man mit Gewalt vertreiben.

Gewalt, Kunst und Geld regieren die ganze Welt, die drei gehen vor Recht, das klagt ein jeder armer Knecht.

Gewalt macht schnellen Vertrag.
(„Fehlt es an der Freiheit oder Ernstlichkeit des Willens, so liegt ein Vertrag überhaupt nicht vor: ein wie immer bestärktes Versprechen, welches lediglich geschah, um Leib und Leben zu schützen, ist ungültig.“ Quelle: „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864, Seite 231“)

Gewalt mag man wohl mit Gewalt, Macht mit Macht wenden.

Gewalt muss Gewalt vertreiben.

Gewalt schafft Gewalt.

Gewalt soll gütig sein.

Gewalt und Gunst bricht Recht.

Gewalt und Lügen nicht lange trügen.

Gewalt und Zorn vereint ist der Tod.

Gewalt wird leicht vermessen.

Gewalt wird nicht alt.

Gewärmte Essen munden nicht.

Gewarnter Mann, gegen zwei sich wehren kann.

Gewarnter Mann ist halb gerettet.

Gewinn, der bösen Namen macht, für Schaden billig wird geacht't.

Gewinnen fängt an mit Beginnen.

Gewinnen ist der Abend vom Verlieren.
Gewinnen ist der Abend vor Verlieren.
(Oben ein Sprichwort in zwei Varianten, die auf den ersten Blick unterschiedliches Aussagen und trotzdem beide authentisch und richtig sind. Sie stammen nur aus verschiedenen Zeiten mit jeweils anderem Verständnis der Zeit. Das obere Sprichwort stammt von Paul Winckler 1685 und Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781), das untere von Karl Simrock 1846 und aus dem 1. Band des Deutschen Sprichwörter Lexikon von Karl Friedrich Wilhelm Wander 1867.
Nach den Altdeutschen im frühen Deutschland vor dem 18. Jahrhundert wurde der bürgerliche Tag von Abend zu Abend gerechnet. Der Abend war also der Anfang des nächsten Tages. Erst danach veraltete diese Denkweise und der Anfang des Tages wurde auf den Morgen verschoben. Heute mit der künstlichen Beleuchtung geht der Tag von 0:00 Uhr 24:00 Uhr, von Mitternacht bis Mitternacht.
Aus dem abendlichen Tagesbeginn und aus der Zeit der Sprichwörtersammlungen ergibt sich derselbe Sinn des unterschiedlichen Wortlauts des Sprichworts: Im 1. Sprichwort beginnt der Tag mit Gewinnen am Abend. Im weiteren Verlauf des Tages, also der Nacht und dem folgenden Tag, musste man mit dem Verlieren rechnen, da sich Gewinne nicht unentwegt fortsetzen. Im 2. Sprichwort sind die Gewinne des Abends Vorboten für Verluste des nächsten Tages. Das zeigt, wie sich die Zeiten, das Verständnis der Menschen zu ihren Lebensumständen und mit ihnen die Sprichwörter verändern.)

Gewinn geht über Scham.

Gewinn hat guten Geruch.

Gewinn ich nichts, so verlier ich nichts.

Gewinn ist nicht Gewinn, er sei denn gerecht.

Gewinn riecht gut, und wenn er aus dem Abtritt käme.

Gewinn schmeckt fein, so klein er mag sein.

Gewinn wagt alles.

Gewinn will Beine haben.

Gewissen ist die Gewissheit, dass man sich später für gewisse Taten schämen würde.

Gewiss geht vor Ungewiss.

Gewohnheit entschuldigt nicht, sondern erschwert.

Gewohnheit hat leichte Bürde.

Gewohnheit ist die andere Natur.

Gewohnheit ist König über den Verstand.

Gewohnheit ist wie ein eisern Hemd.


Gewohnheit lindert alle Dinge.
Gewohnheit lindert alles.

Gewohnheit wächst mit den Jahren.

Gewohnheit will Recht haben (werden).

Gewohn's, so kommt's dich nicht hart an.

Gewonnen mit Schand', verschwind' in der Hand; gewonnen mit Ehr', des wird inner mehr.

Gewonnen, wo Geld steht!

Gezwungen Ding besteht nicht.

Gezwungene Ehe des (bringt) Herzens Wehe.

Gezwungene Liebe und gefärbte Schönheit halten nicht Farbe.
Gezwungene Liebe und gemalte Wangen dauern nicht.

Gezwungener Dienst hat keine Kraft.

Gezwungener Eid ist Gott leid.

Gezwungener Eid ist von keinem Wert.

Gezwungener Wille ist Unwille.

Gezwungen trägt der Esel Säcke, ledig tät` er keinen Schritt.

Gib ab ab, gib ab ab, klappert's in der Mühle.

Gib acht, es sind Schindeln auf dem Dache!

Gib acht ist mehr als Reue.


Gib Arsch, nimm Arsch.

Gib bald, nicht halt, so wird deine Gabe mannigfalt.

Gib bald, so wird der Dank alt.

Gib blind, nimm sehend.

Gib, dass du ein Besseres für ein Böses tauschst.

Gib deinem Jungen einen Dreier und tu's selber.
Gib dem Buben einen Dreier und tu es selbst.

Gib dem Kinde was es will und dem Hunde, so oft er mit dem Schwanze wedelt, so wirst du einen guten Hund und ein böses Kind haben.

Gib den Armen bei deinem Leben, nach deinem Tod hast nichts mehr zu geben.

Gib den kleinen Finger, und man nimmt die ganze Hand.


Gib einem Buben eine Frau und einem Kind einen Vogel, es ist beider Schade (so ist beider Untergang vor der Tür).

Gib einer Frau zehn gute Ratschläge; sie befolgt einen elften.

Gib lieber der Katze als der Maus, so bist du deiner Sorgen los.


Gibmir hat's Genick gebrochen.

Gib nie das Fell, wo du mit der Wolle zahlen kannst.

Gibst du deinem Vieh, so gibt es dir wieder.

Gibst du dem Nachbar eine Maulschelle, so geb ich dir sie wieder.

Gibst du dem Narren einen Finger, so will er die ganze Hand haben.

Gibst du mir Geld, spricht der Schuster, so geb ich dir Schuh.

Gibst du mir, so geb' ich dir.

Gibst du mir, so geh ich mit dir.

Gibst du mir, so halt ichs mit dir.

Gibt der Bauer, so sieht er sauer.

Gibt Gott Häschen, so gibt er auch Gräschen.
Beschert Gott den Hasen, beschert er auch den Rasen.
(Ein Sprichwort, das früher so wohl richtig war. Heute versuchen die Menschen, es mit allen Mitteln außer Kraft zu setzen! Durch für Hasen ungenießbare Neuzüchtungen und sogenannte Pflanzenschutzmittel sind die Hasen heute fast gänzlich aus Deutschland vertrieben und ausgerottet worden. Es gibt ihn nur noch vereinzelt und er steht überall auf der Roten Liste, der vom Aussterben bedrohten Tiere! Da es noch nicht ganz gelungen ist, wurde des Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat durch illegale Tricks um mindestens weitere 5 Jahre europaweit zugelassen. Welche Tricks? Nur die Bewertungen des Herstellers, die eine Unbedenklichkeit attestieren, wurden bei der Bewertung der EU-Komission zugelassen. Alle negativen Studien von unabhängigen Institutionen wurden vom Hersteller, und so auch von der EU, als irrelevant abgetan und nicht berücksichtigt! Damit auch wirklich nichts dazwischenkommt, wurden fast alle vom Hersteller vorgeschriebenen Texte fast wörtlich in den EU-Prüfbericht übernommen. Auch wenn die Menschen noch nicht nachweislich an Glyphosat gestorben sind (Im Körper aller EU-Bürger ist Glyphosat inzwischen in bedenklichen Konzentration nachweisbar!), die meisten Beipflanzen in der Landwirtschaft (sogenanntes Unkraut) sind es schon, und mit ihnen 2/3 aller Insekten und fast alle auf die nicht mehr vorhandenen Futterpflanzen angewiesenen Wildtiere ebenfalls!)

Gibt man dem Teufel den kleinen Finger, so will er die ganze Hand.

Gibt man ihm viel Holz, so macht er viel Späne.

Gib und lass jedem das Seine.

Gib wie du willst nehmen, und nimm, wie du willst geben.

Gierigkeit betrügt die Weisheit.

Gießen ist ein Schleifstein.

Gift findet man nicht in armer Leute Küchen.

Giftig Verleumder tut frommen Herzen wehe und geht durch Mark und Bein.

Gift wirkt nicht in Gift.

Gilt die Bosheit etwas, so ist ein Weib teurer als zehn (hundert) Männer.

Gissen ist missen.
(gissen = schätzen, missen= verwechseln, verfehlen. Das bedeutet, wer schätzt, der verwechselt oder verfehlt.)