Logo Sprichworte der Welt
____________

Wetterkarte

Diese Internetseite wird mehrmals wöchentlich aktualisiert und ergänzt. Diese Internetseite erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit und alle Angaben sind ohne Gewähr.
Alle enthaltenen Informationen sind bestmöglich und so genau wie möglich wiedergegeben. Falls trotzdem Angaben ungenau sind oder nicht den Tatsachen entsprechen, bitte ich um eine Benachrichtigung.

____________



Deutsche Sprichwörter
Über 18.000 deutsche Sprichwörter
N
Nachbarn neiden gern.

Nachbarschaft ist halbe Verwandtschaft.

Nachbars Kuh ist eine herzensgute Kuh, gibt aber keine Milch.

Nachbar über den Zaun, Nachbar wieder herüber.

Nach böser Ernte säe.

Nach dem Beutel richte den Schnabel.

Nachdem ein Ding geschehen ist, sind alle Gräben voll Weisheit.

Nach dem ein Ding nutzt, darnach wird's geacht. Wo kein nutz zu hoffen, da hat die lieb ein end, was nicht nutzt, dazu hat man keine Lust.

Nachdem einer wohl tanzen will, so muss er vorher wohl zusehen, wen er bei der Hand hat.

Nach dem Essen ist gut Rat haben.

Nach dem Essen sollst du ruhn oder tausend Schritte tun.
Nach dem Essen (der Malzeit) sollst du stehen oder tausend Schritte gehen.

Nach dem Käswasser kommt selten was Besseres.

Nach dem Nürnberger Recht mus der die Prügel behalten, der sie bekommen hat.
Nach Nürnberger Recht behält der die Schläge, der sie hat.

Nach dem Rat greif zur Tat.

Nach dem Schaden, nach der Tat weiß jedermann guten Rat.

Nach dem Sparer kommt der Zehrer.

Nach dem Spiel will jeder wissen, wie man hätt' ausspielen müssen.

Nach dem Sturme Sonnenschein.

Nach dem Tod gilt das Geld nicht mehr.

Nach dem toten Mund muss der Kläger seine Klage wider die Erben beweisen.

Nach den Blättern fallen die Bäume.

Nach den Flitterwochen folgen die Zitterwochen.

Nachdenken mäßigt das Gemüt.

Nach der Fastnacht*10 immer die Fasten.

Nach der Hochzeit erkennt man des Weibes Bosheit (Schalkheit) oder Frömmigkeit.

Nach der Marterwoche kommt Ostertag.

Nach der Tat finden auch Narren Rat.

Nach der Tat kommt der Rat allzuspat.

Nach der Tat kommt Schweizerrat.

Nach der Tat versteht auch der Narr den Rat.

Nach der Tat weiß auch der Gimpel Rat.

Nach der Violine lässt sich gut tanzen, sagte der Bauer, da kriegt' er einen Schinken.

Nach Dreikönigen wachsen die Tage um einen Hahnenschritt.

Nach Fasten kommt Ostern.

Nach Faulheit folgt Krankheit.

Nach Fischen Nüss, nach Fleisch iss Käse.

Nach Freude folgt Leid.
(Nach der Bibel, Altes Testament, Die Sprüche Salomos 14, 13)

Nachgeben stillt den Krieg.

Nachgeben stillt viel Zorn (Unglück).

Nach gelben Birnen und braunen Nüssen fällt sich einer den Hals ab.

Nachgerade kommt Hans ins Wams.

Nach getaner Arbeit ist gut ruhen (feiern).

Nach großem Heger kommt ein großer Feger.

Nach großer Dürre großer Regen.

Nach großer Trocknis kommt großer Regen.

Nachher ist jeder klug.

Nach Karfreitag kommt Ostern.

Nach Krieg und Brand kommt Gottes Segen ins Land.

Nachlässige Eltern ziehen keine guten Kinder.

Nach Liebe Leid.

Nachrat gebrach noch niemand.

Nachrat, Narrenrat.

Nachrechnen hat immer das Spiel verloren.

Nachrede reift über Nacht.

Nachrede schläft nicht.

Nach Regen kommt Sonnenschein.

Nachreue, Weiberreue.

Nachreu wird alle Tage neu.

Nach Rom zog ein frommer Mann und kam nach Haus ein Nequam.
(Nequam = aus dem Lateinischen: nichtsnutzig, nachlässig, unordentlich, leichtsinnig, nichts wert, wertlos, Taugenichts, Nichtsnutz, Gauner, Schelm.)

Nach schwarzen Kirschen steigt man hoch.

Nachsprach und Hinterrede haben schon großen Schaden gemacht.

Nächst Gott sollst du gehorsam sein dem Vater und der Mutter dein.

Nächst Zucht und Keuschheit ist kein höher Schmuck an einem Weibsbild und jungen Menschen denn hören und schweigen können.

Nachtwerk schämt sich gern.

Nach und nach macht der Vogel sein Nest.

Nach Unglück braucht keiner viel (weit) zu gehen.

Nach verlornen Dingen soll man zu sehr nicht ringen.

Nach vielen Feiertagen kommt selten ein guter Werktag.

Nach Wolle ging schon mancher aus und kam geschoren selbst nach Haus.
Mancher geht nach Wolle aus, und kommt geschoren selbst nach Haus.

Nah beim Feuer schmilzt das Wachs.

Nahe beim Wein und weit vom Schuss.

Nähen und lügen, weinen und intrigieren, auch schweigen nicht, ist aller böser Weiber Sitte.

Naher Freund, naher Vormund.

Nahe schießen hilft nicht, das Treffen gilt.
(Standhaft und ausdauernd soll man ein Ziel verfolgen und nicht halbherzig, sondern ganz zu erreichen suchen.)

Nahrhand und Sparhand kauft andrer (fremd) Land.
Sparhand und Nahrhand (Sparmund und Nährhand) kaufen andrer Leute Land.
(Dieses Sprichwort hat nicht nur Wander doppelt in seinem Sprichwörter Lexikon, sondern auch in den Sammlungen seiner Quellen ist es jeweils doppelt, wie bei Wilhelm Körte 1837, Johann M. Braun 1840 und Karl Simrock 1846.)

Nährt das Weib den Mann, so muss er ihr Spielball (Spielmann) sein.

Nährt die Fidel ihren Mann, so nimmt sie ihn als Geiger an.

Nahrung ist kein Erbe.

Narren bauen Häuser, der Kluge kauft sie (und Weise kaufen sie).
Narren bauen, kluge Leute kaufen.
Kluge Leute kaufen Häuser, Narren bauen welche.

Narren bedürfen der Schellen nicht, man kennt sie an ihren Sitten.
Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Die neue Brücke der Güterumgehungsbahn über der Autobahn A7 in Stellingen, kaum neu gebaut und schon beschmiert.
Narren haben mehr Fug als andere Leute.

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.

Narrenhaut hält wohl Stich, lässt sich aber nicht flicken.

Narrenhaut lässt sich nicht flicken.

Narren lassen sich keine grauen Haare wachsen.

Narren laufen vom Regen in die Traufe.

Narren machen den Bock zum Gärtner.


Narrenreden, Narrentand.

Narren reden, was ihnen einfällt.

Narren reden, wie Narren pflegen.

Narren sagen auch etwan wahr.

Narren sagen, was die Klugen denken.

Narrenschellen klingen laut, tun aber den Ohren weh.

Narrenschiff fährt aller Enden an.

Narren sind auch Leute.

Narren soll man mit Kolben lausen.

Narren soll man nicht über Eier setzen.

Narrenspiel will Raum haben.

Narren spotten oftmals der Weisen, aber die Weisen niemals der Narren.

Narren und Affen alles begaffen.

Narren und Gecken reiten auf Schecken.

Narren und Kinder sind auch Leute und nicht zu schelten.

Narren und Kinder waschen allzeit mehr denn weise Leute.

Narren und Weibergeschirr machen die ganze Welt irr.

Narren wachsen unbegossen.

Narren, Weiber und Kinder lassen sich nicht lieben.
Narren, Weiber und Kinder lassen sich nicht umsonst lieben.
(Die Erklärung von 1837 dafür: Sie schlagen gleich über die Schnur; das bedeutet, sie übertreiben gleich und überschreiten gleich unbekümmert die üblichen Grenzen und schlagen über die Stränge.)

Narren werden bald zornig.

Narren werden nicht klug bis der Schad hernach schlug.

Narren wirft man bald aus der Wiege.

Narren wollen nicht Narren sein.

Narren wünschen ihnen oft ihren eigenen Schaden.

Narren zeigen gern Geld.
(Das ist möglicherweise die Erklärung dafür, das manche möglichst ein größeres Auto vor ihrer Tür stehen haben wollen als der Nachbar.)

Narretei ist Narretei, aber Feuer in der Hose ist keine Narretei.

Narrheit ist's, das Mehl gegen den Wind beuteln.

Narrheit will nicht verborgen sein.

Närrisch angefangen, närrisch gegangen.

Närrisch befohlen, närrisch ausgerichtet.

Närrische Frage, närrische Antwort.

Närrischer Mut hat närrischen Einfall.

Närrisch gewagt, närrisch gewonnen.

Narr, lass dich nicht zu weit an Laden.

Naschen leert Taschen.
Naschen macht leere Taschen.

Naschen will haben volle Taschen.

Näschige Katze macht achtsame Mägde.
Näschige Katze macht ehrliche (fleißige) Mägde.

Nascht die Maus einmal vom Speck, sie kommt wieder.

Nasse Häupter und staubige Schuh haben auch ihren Glimpf*12.

Nasse Jäger, trockne Fischer, schlecht Geschäft.

Nass im Topfe hat all sein Gut an die Wand gepisst.

Natur begehrt wenig, Wahn viel.

Natur bringt gutes Gold, die Kunst macht falsches.

Natur geht vor Lehre.
(Das bedeutet, die Natur ist stärker als jede Lehre und jeder Unterricht. Die Natur zeigt besser als alles andere, wie etwas geht. Wenn die Natur etwas biegt oder grade macht, kann es vom Menschen fast nicht geändert werden, alles schlägt in seine Art zurück. Das zeigt sich gerade im aktuellen Klimawandel. Die Natur reagiert auf ihre eigene Art, um so mehr Schadstoffe in die Luft geblasen werden, umso heftiger ist die Reaktion mit Unwettern und Erderwärmung, nichts bleibt ohne Folgen. Eine wichtige Erkenntnis schon vor Jahrhunderten, deswegen haben fast alle Sammler früherer Zeiten dieses Sprichwort auch in ihren Sammlungen aufgenommen.)

Natur hängt überall ihr Schild aus.

Natur ist mehr denn Gewohnheit.

Natur lässt nichts unbezeichnet.

Natürlich Malz, mäßiger Hopfen und Wassers die Fülle gibt gut dünn Bier.

Natur überwindet Gewohnheit.

Natur und Liebe lassen sich nicht bergen.

Natur weicht langer Übung.

(Die) Natur zieht stärker denn sieben (hundert) Pferde (Ochsen).

Neben dem Pferd gegangen ist nicht geritten.

Neben dem Ross ist gut gehen.

Neben dem Schiff ist gut schwimmen.

Neben dem Stock*32 ist gut springen.

Nebst Gottes Gnad ist Freiheit das Beste.

Nehmen ist das süßeste Handwerk.

Nehmen und verheißen ist adelig, geben und halten ist bäuerisch.

Nehmt für gut, wie man euch tut, ist ein altes Tafelrecht.

Sprichwörter, die nicht unter „Neid“ stehen, könnten auch unter „Der Neid“ stehen.

Neid bringt dem Neider Leid.
Neid macht Leid.

Neider sind Lichtputzen, die andern ihr Licht ausputzen.

Neider verfolgen Hochgesinde, hohe Berge überwehen Winde.

Neid, Feindschaft, Hass so bald vergehen, Treu, Lieb und Freundschaft lang bestehen.

Neid frisst nichts Schlechtes.

Neid gebiert ein verderblich Ende.

Neid geht aus einem untreuen Herzen.

Neidhart, Eigennutz, junger Rat, Jerusalem, Troja, Rom zerstört hat, Hochmut auch wohl dabei stand.

Neidhart gibt nur Hundshaare in Eintrag.

Neidhart hasst nur die Tagvögel.

Neidhart kann's nicht leiden, dass die Sonne ins Wasser scheint.

Neidhart sich selbst übel ward.

Neidhart zeucht nur bei großen Herren ein.

Neid hat scharfe Augen.

Neid hat zu Hof freie Tafel,

Neid, Hofart, Geiz und Zorn sind vier giftige Friedensfeinde.

Neid ist dem Menschen, was Rost dem Eisen.

Neid ist des Glücks Gefährte.

Neid ist des Narren Leid.

Neid ist des Teufels Kreid.
(Kreid bedeutet hier Zeichen, von Kreie (Krie) Losung, Feldgeschrei, verabredetes Signal, ein Zeichen für etwas, Zeichen zum Angriff in einer Schlacht, kreiden = Losung, Parole geben, in Anlehnung an kraien = schreien (ähnlich im engl. cry, crying). Zeichen, Abzeichen an der Kleidung, erst im Krieg, später allgemein. Öfter in christlichen Texten und daraus wahrscheinlich ins Sprichwort übernommen. Manchmal wird dieses Sprichwort auch falsch zitiert: Neid ist des Teufels Kleid. Das Wort „Kleid“ ist falsch und entstand wahrscheinlich aufgrund eines Schreibfehlers und der Unkenntnis der alten Bedeutung für das Wort „Kreid“. Ausführlich im Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm)

Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung.

Neid ist ein scharfes Augenwasser.

Neid ist Eiter in Beinen.

Neid ist seine eigene Geißel.

Neid ist (wird) zu Hof geboren, im Kloster erzogen und im Spital begraben.

Neid kommt aus Freud'.

Neid kriecht nicht in leere Scheunen.
Der Neid guckt nicht in leere Scheuern*31.

Neid neidet sich selbst,
Neid schlägt sich selbst.

Neid sucht böse Wege.

Neid tut niemand Herzeleid, als demselben, der ihn treibt.

Neid tut sich leid.

Neid tut sich selbst den größten Schaden.

Neid und Feindschaft macht Narren.

Neid und Hass verdammt Leib und Seel.

Neid und Zorn macht ungesunde Leut.

Neid wird ihm selbst leid.

Nenne das Kind, so kennt man das Kind.

Nesseln brennen Freund und Feinde.

Nessel brennt, der sie angreift.

Neue Amtleut und hohe leinene Wand hat selten einen langen Bestand.
Gar zu junge Eheleut und neue Amtleut haben einen bestand wie eine hohe leinene Wand.

Neue Besen kehren gut, aber die alten fegen die Ecken rein.
(Neue Besen kehren in vielen Ländern gut, deswegen gibt es dieses Sprichwort so oder ähnlich in vielen Ländern. Jemand neues kann möglicherweise ganz neue Ideen einbringen, aber die Alten haben die Erfahrung und Routine und können deswegen wahrscheinlich oft besser und schneller arbeiten. Leider wird das von vielen Arbeitgebern und Firmen vergessen. Die Folgen sind schlechtere Produkte, unzufriedene Kunden und sinkende Gewinne!)

Neue Besen kehren wohl, bis das sie werden Staubes voll.

Neue Ehe, neue Freud.

Neue Freundschaft wird selten alt.

Neue Funde kommen von armen Leuten.
(Das bedeutet, die Armut und arme Leute gelten als Erfinder von Neuem. Da sie nicht viel haben, müssen sie improvisieren und sich neue Möglichkeiten ausdenken, mit denen sie das bewerkstelligen, wofür ihr andere Mittel fehlen. Sebastian Franck erklärt in seiner Sammlung 1541, nur Armut allein ist tugendhaft und läuft in zerrissenen Kleidern, der Reichtum sei dumm und gebiert Narren.)

Neue Funde machen viel Törinnen.

Neue Fürsten, neue Gesetze.

Neue Gäste hält man gut.

Neue Gedanken bringen neuen Wandel.

Neue Geschäfte, neue Kräfte.

Neue Herren machen neue Wetten.

Neue Herren, neue Freunde oder neue Feinde.

Neue Herren, neue Fünde.

Neue Herren, neu Regiment.

Neue Herren, neuer Jammer.

Neue Herren und neue Schuh hat man lieber als die alten.

Neue Herrschaft, neue Lehrzeit.

Neue Kirchen und neue Wirtshäuser stehen selten leer.

Neue Kleider über alte Filzläuse.

Neue Knechte arbeiten wohl.

Neue Laster und Schand bringen allweg mit sich neue Krankheit.

Neue Lieder singt man gern.
Neue Liedlein singt man gern.

Neue Mär von alten Dingen hört man gern.

Neuem Betrug und neuen Finten, tut man neue Namen erfinden.

Neue Messer schneiden scharf.

Neuem Freund und altem Haus ist nicht viel zu trauen.
Neuen Freunden und altem Hass ist nicht wohl zu trauen.

Neuem Gesetz folgt neuer Betrug.
Neuen Gesetzen folgt auf der Ferse neuer Betrug.

Neuen Freunden und altem Fass ist nicht wohl zu trauen.

Neuer Arzt, neuer Kirchhof.

Neue Regenten können elf Kegel schieben.

Neuer Freund, neuer Wein.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach (neu 9, 10) alt 9, 15: „Ein neuer Freund ist ein neuer Wein; laß ihn alt werden, so wird er dir wohl schmecken. “)
Neuer Freund, neuer Wein: Lass ihn alt werden, so wird er wohl schmecken.
(Bei Petri 1606 steht noch die lange Form des Sprichworts entsprechend dem Bibelspruch. Später wurde er meist verkürzt wie oben bei Körte 1837 und Simrock 1846. Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Jesus Sirach 9, 10: „Gib einen alten Freund nicht auf; denn kein neuer kommt ihm gleich. Ein neuer Freund ist wie neuer Wein; lass ihn erst alt werden, so wird er dir gut schmecken.“)

Neuer Herr, neu Beschwer (neues Recht).

Neuer Jurist muss einen neuen Galgen haben.

Neuer König, neues Gesetz.

Neuer Landtag, gewisse Steuer.

Neuer Stand, neues Elend.

Neuer Theolog muss eine neue Hölle, neuer Jurist einen neuen Galgen, neuer Arzt einen neuen Kirchhof, neuer Philosoph eine neue Narrenkappe haben.

Neuerung ist nicht gut.

Neuerung macht Teuerung.

Neue Schuhe und neue Beamte liegen härter an als die alten.

Neue Schuh' und Fürsten hat man lieber denn alte.

Neues Geld, neuer Sinn und neue Plag.

Neues Weib, neue Sorge.

Neue Wagen knarren und kirren sehr.

Neue Zeitung hört man gern.

Neu Gesetz machen ist leicht, aber die Handhaben daran fehlen immer.

Neukommen ist willkommen.

Neunerlei Handwerk, achtzehnerlei Unglück.
Siebzehn Handwerk, achtzehn Unglück.
(Das bedeutet, wenn einer zu viele verschiedene Tätigkeiten und Handwerke ausübt, kann er keines richtig gut und macht viel schlecht und unvollkommen. Um die Kunden vor mangelhafter Ausführung und Ware zu schützen, war in früheren Zeiten nur ein anerkanntes Innungsmitglied oder Zunftmeister zu bestimmten Arbeiten berechtigt. Insgemein wurde aber auch gemutmaßt, sich auf diese Weise unliebsamer Konkurrenz zu erwehren.)

Neun Jahr im Siebenjährigen Krieg!

Neun Seelen können sitzen auf einer Nadelspitzen.

Neutral will auf Eiern gehen und keines zertreten.

Nicht alle Blumen taugen zum Sträußchen.


Nicht alle Droher fechten.

Nicht alle fliehen, so den Rücken wenden.

Nicht alle Gaben halten die Probe.

Nicht alle können dichten, doch wollen alle richten.

Nicht alle Kugeln treffen.


Nicht allen Bäumen ist eine Rinde gewachsen.

Nicht alles dient dem Magen, was angenehm dem Kragen.

Nicht alle sind Diebe, die der Hund anbellt.

Nicht alle Steine sind ohne Wert.

Nicht alle Wolken regnen.

Nicht auf jede Frage gehört eine Antwort.

Nicht aus jedem Holz kann man Pfeifen schneiden.

Nicht die Gabe, sondern der Brauch der Gabe ist gut.

Nicht die Geburt macht schlecht und gut, von Adel ist, wer edel tut.
(Zum Sprichwort gewordenes Zitat aus Reineke der Fuchs von Dietrich Wilhelm Soltau Ausgabe 1830, drittes Buch, zweiter Gesang, Vers 317 + 318. In anderen Ausgaben des Reineke Fuchs 1803 und 1852 im zweiten Buch, Achtes Kapitel, Vers 89 + 90 ein etwas anderer Text: „Nicht die Geburt macht gut und schlecht, sondern was unrecht ist, und recht.“)

Nicht die Mutung, sondern die Findung eines Ganges erlangt das Alter im Felde.
(Rechtssprichwort des früheren, gemeinen deutschen Bergrechts. Der Finder hat als Erster das Recht, das Eigentum an den von ihm gefundenen Mineralen zu beantragen (zu muten). Nach erteilter Mutung ist der Finder der Muter.)

Nicht einmal die Bäume des Waldes machte Gott gleich, wie viel weniger die Menschen.

Nicht gemalt hat er`s gesehn.

Nicht jede Kugel trifft.

Nicht jede Nase riecht den Braten.

Nicht jeder, der jagt, hat Weidmannsglück.

Nicht jeder ist auf die Hochzeit geladen.

Nicht jeder kann uns nützen, aber jeder kann uns schaden.

Nicht jedes Feld trägt jede Frucht.

Nicht jedes Holz gibt einen Bolz.
Nicht jedes Holz lässt sich zu Bolzen drehen.

Nicht jedes Land hat alles zur Hand.

Nicht jedes Licht kommt von der Sonne.

Nicht mehr tun ist die beste Abbitte.


Nicht nach den Meisten, sondern nach den Besten.

Nichts aufschieben, denn das früher Getane bringt früher und länger Zinsen.

Nichts braucht keine Schlupfwinkel.

Nichts für ungut.

Nichts gibt, wer langsam (zögernd) gibt.

Nichts gleicht einem rechtschaffenen Menschen mehr als ein Schelm.


Nichts haben ist ein ruhig Leben, aber etwas haben ist auch gut.

Nichts haben, Ruh haben.

Nichts haben sind zwei Teufel, ichts haben ein Teufel.
(ichtwas, abgekürzt ichts = veraltet für etwas)

Nichts ist gut für die Augen, aber nicht für den Magen.

Nichts ist nutz, es sei denn ehrlich.

Nichts ist schmerzlicher als in steter Furcht leben.

Nichts ist schöner als das Wahre.


Nicht ist so geckig, als mit Willen ein Geck.

Nichts ist so gut, es habe denn sein Aber.

Nichts ist so heilig, dass mit Geld nicht verunreinigt wird.
Nichts ist so hoch, dass man mit Geld nicht fällen kann.

Nichts ist so neu, als was in Vergessenheit geriet.
Nichts ist so neu, als, was längst vergessen ist.

Nichts ist so schlecht als ein schlechter Verlass.
(Verlaß - aus dem mittelhochdeutsch = Hinterlassenschaft, Untätigkeit; auf jemanden, etwas ist (kein) Verlass.)

Nichts ist so schlecht, es ist zu etwas gut.

Nichts ist so schlimm, es ist zu etwas gut.

Nichts ist teurer, als was man erbittet.

Nichts ist übel oder gut, wenn man's nicht so nennen tut.

Nichts ist ungesunder, als krank sein.

Nichts ist verloren, als was man nicht mehr findet.

Nichts kommt unter den Leuten mehr herum als alte Rosse und junge Weiber.

Nichts können ist keine Schande, aber nichts lernen.

Nichts kühner als des Müllers Hemd, das jeden Morgen einen Dieb beim Kragen nimmt.

Nichts lieber als Kindeskind.

Nichts liegen lassen, als glühend Eisen und Mühlensteine.
(Das soll bedeuten, das Stehlen nur dort sein lassen, wo es nicht möglich ist.)

Nichts macht arm und Nichts macht reich.

Nichts mit Hast – als Flöhe fangen.

Nichts nicht kommt von ungefähr, alles kommt doch von was her.

Nichts sieht einem gescheiten Manne ähnlicher als ein Narr, der das Maul hält.

Nichts taugt Ungeduld, noch weniger Reue; jene vermehrt die Schuld, diese schafft neue.

Nichts tun lehrt übel (Übles) tun.

Nichts übereile, gut Ding will Weile.

Nichts veraltet eh'r denn Lob und Ehr.

Nichts wiegt leichter als ein Versprechen.

Nicht um meinetwillen, sagt der Wolf, aber ein Schaf schmeckt doch gut.

Nicht viel wissen, sondern viel tun ist wohlgetan.

Nicht voll und satt, das macht dich matt; doch auch nicht hungrig, das macht dich lungrig.

Nicht von jedem Baume kann man Kirschen pflücken.

Nicht wer viel hat, ist reich, sondern wer wenig bedarf.

Nicht wer wenig hat, sondern wer wenig weiß, ist arm.

Nicht zu geben, findet der Geizige allweg Ursach.

Nicht zusehen, probieren macht den Koch.

Nicht zu starr und nicht zu zart ist so deutscher Schlag und Art.

Nieder und schwach findet allzeit Gemach.

Niemals nüchtern und niemals voll tut in Sterbensläuften wohl.
(Sterbenslauf = ähnlich wie beim Lebenslauf der Verlauf des Sterbens, der Krankengeschichte. Sterbensläuften oder -läufe bedeuten Zeiten erhöhter Sterblichkeit.)

Niemand hat ein so scharf Gesicht, dass er dem andern in den Beutel sieht.

Niemand hat sich übers Meer zu beklagen, der zum zweiten Mal Schiffbruch litt.

Niemand hilft dem andern seinen Schaden gelten.
(Das bedeutet, jeder muss seinen Schaden selber beim Schädiger geltend machen, ein anderer kann es nicht.)

Niemand hinkt an eines andern Fuß.

Niemand hinkt von fremdem Schaden.
(Fremdes Unglück geht nicht besonders zu Herzen, der Unglückliche wird meist allein gelassen.)


Niemand hütet des heiligen Grabes umsonst.

Niemand will das Heilige Grab umsonst hüten.
Niemand will umsonst sitzen bei dem heiligen Grab.

Niemand ist aller Heiligen Knecht.

Niemand ist gar gülden.

Niemand ist klug genug, sich selbst zu raten.

Niemand ist mit seinem Schicksal zufrieden.


Niemand ist ohne Schuld.

Niemand ist sich (ihm) weise genug.

Niemand ist so glücklich, dass ihm nicht etwas fehle.

Niemand ist unersetzlich.

Niemand kann dem Tod entlaufen.

Niemand kann des andern Gut verwirken.

Niemand kann frommer sein, als es ihm Gott hat zugemessen.

Niemand kann geben und behalten.

Niemand kann haspeln und spinnen zugleich.

Niemand kann seine Gabe widerrufen.

Niemand kann sich andres Recht erwerben, als ihm angeboren ist.

Niemand kann sich von seinem Versprechen (los)sagen.
(Das bedeutet, was man verspricht, muss man auch halten.)

Niemand kann weiter springen, als sein Springstock lang ist.

Niemand kann wohl Herr sein, er sei denn vorher Diener gewesen.

Niemand kann zugleich blasen und schlucken.

Niemand kann zwei Herren dienen.
Man kann nicht gleichzeitig zwei Herren dienen.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 6, 24: „Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“)

Niemand lebt nur sich selbst.

Niemand lebt ohne Mängel, wir sind Menschen, keine Engel.

Niemand lebt vom Überfluss.

Niemand mag auf lange Zeit große Ehre haben ohne Neid.

Niemand nimmt sich selbst was vor übel.

Niemand schändet sein eigen Gesicht.

Niemands Geselle komme nicht über deine Schwelle.

Niemand sieht gern in ein Essigfass.

Niemand sieht seine eigenen Fehler.

Niemand soll zwei Strafen zahlen von einer Sache.


Niemand speit in den eigenen Bart.

Niemand steckt einen Strauß aus um eines Gastes willen.

Niemand steigt in Gottes Kanzlei.

Niemand stirbt ohne Erben.

Niemand stirbt vor seinem Tage.

Niemand weiß, was der Morgen bringt.

Niemand will ein Sklave seiner Worte sein.

Niemand will gerne der Katze die Schelle anhenken.

Niemand wird zu dienen gedrungen, der zu sterben bereit ist.

Niemand zahlt Schulden nach seinem Tod weiter als sein Gut reicht.
(Ein altes Rechtssprichwort, das im Prinzip auch heute noch gilt. Voraussetzung ist, die gesetzlichen Erben schlagen das Erbe innerhalb einer gesetzten Frist rechtskräftig aus, andernfalls erben sie die Schulden mit und haften dann mit dem eigenen Vermögen für die ererbten Schulden.)

Niemand zieht eines andern Fuß aus dem Feuer, um den eigenen hineinzulegen.

Nifnaf konnt 's Loch nicht treffen.

Nimm das Kräutlein, so du kennest.

Nimm das Weib, so wirst du sie los.
Nimm ein Weib, so kommst ihr'r ab.

Nimm dich eines Dinges an, sonst ists halb getan.

Nimm die Augen in die Hand und die Katz aufs Knie, was du nicht siehst, das sieht sie.

Nimm die Welt, wie sie ist, nicht wie sie sein sollte.

Nimm ein Weib um das, was sie hat, einen Freund um das, was er tut, und eine Ware um das, was sie gilt.

Nimmer Geld, nimmer Gesell.

Nimmer nutz, nimmer lieb.

Nimmer Pfründ, nimmer Köchin.

Nimm für gut, wie's Glück dir tut.

Nimm's, die Haut ist dankenswert.

Nimm's in die Hand, so bringt ein Handgriff den andern.

Nimmst du einen Mann, um dein Glück ist's getan.

Nimmst du ein Weib, so kriegst du ein Teufel auf deinen Leib.

Nimm's zwiefach, wenn's (ist's) einfach zu lang ist.

Nimmt der Wein den Kopf dir ein, sind auch die Füße nicht mehr dein.

Nimmt Gewohnheit überhand, kommt sie über all das Land.

Nimmt man zu viel unter den Arm, so lässt man es fallen.

(Wer zu viel will oder unternimmt, pflegt alles zu verderben oder nicht fertig zu werden.)

Nimmt nicht die Jungfrau selbst sich in acht, umsonst ist alle Hut und Wacht.

(Eine Tugend, die bewacht werden muss, ist der Schildwache nicht wert.)

Nimm, was dir werden mag, das andere lass fahren.

Nirgends wirft man den Speck vor die Hunde, als nur da, wo Narren wohnen.

Non credo, sprach der Mönch, als ihm die Magd ein Kind brachte.

Nonnen decken sich gern mit fremder Kutte.

Nonnenf. . . . sind des Teufels Blasbälge.

Nonn oder Hur, Mönch oder Bub.

Nordwind, Aachener Kind, Lütticher Blut, tut selten gut.

Not an Mann, Mann voran!

Not bricht Eisen.

Not bricht Recht.

Not findet Brot.
(Dieses Sprichwort wird bei Wander und der Zeitung „Der Grenzbote“ (1862, S. 135) mit dem Hamburger Pastor der Hauptkirche St. Petri, Valentin Anton Noodt (13.5.1787 - 13.9.1861), in Verbindung gebracht. Bei Wander heißt es: „Als Noodt studirte, war er ein wilder Bursche und hatte mehrere Duelle zu bestehen; man sagte deshalb von ihm: «Noodt bricht Eisen.» Nach bestandenem Examen kannte er beim Genuss der Freuden des Lebens keine ängstlichen Rücksichten. Die böse Welt flüsterte hinter seinem Rücken: ›Noodt kennt kein Gebot.‹ Als er in Hamburg angestellt wurde, hiess es: ›Noodt findt Brot.‹ Er wurde dort ein tüchtiger Pastor.“ Das Sprichwort entstand aber wesentlich früher und stand schon 1685 in der Sammlung von Paul Winckler Fünftes Hundert Nr. 47.)

Not fördert den Willigen; den Unwilligen zieht sie beim Haar.

Not geht nie irre.

Not gewinnt Brot, aber nicht Gott.

Not hat keinen Feierabend (Feiertag).

Not hat keine Ordnung oder Gesetz.

Not hat (kennt) kein Gebot (Ärgernis).

Not hebt einen Wagen auf.

Not ist Meister.

Not lehrt auch den Lahmen tanzen.

Not lehrt beten (rufen).

Not lehrt den Affen geigen.

Not lehrt ein altes Weib traben.

Not lehrt einen Bären tanzen.

Not lehrt in saure Äpfel beißen.

Not lehrt Künste.

Not macht ein alt Weib trabend.

Not macht erfinderisch.

Not macht Füße.

Not macht viel Dieb', und raubt mir mein Lieb.

Not, Person und Zeit machen die Gesetze eng und weit.

Notsachen sind stärker als das Recht.

Not schwächt alle Gewalt.

Not stiftet Mord, oder bringt gute Wort'.

Not sucht Brot, wo sich's findet.

Not sucht ohne Scham Brot.

Not und Tod hat kein Gebot.

Not und Tod kommen zu Alten und Jungen.

Not und Zwang bricht Eid und Treue.

Not vereinigt Herzen.

Notwehr ist nicht (keinem) verboten.

Nüchtern gedacht, voll gesagt.

Nüchtern Leben, gutes Leben.

Nun ist Holland in Not.

Nun weiß ich meines Löffels keinen Stiel mehr.

Nur an den Galgen, eh er umfällt.

Nur die allergrößten Kälber wählen ihren Metzger selber.

Nur einer kann Kaiser sein.

Nur Erde füllt das gierige Auge.


Nur Mut, es wird schon schiefgehen.

Nürnberger Gebot währt drei Tage.

Nürnberger Witz und künstliche Hand findet Wege durch alle Land.

Nur nicht ängstlich, sagte der Hahn zum Regenwurm, da fraß er ihn auf.

Nur stet! Es treibt uns ja niemand.

Nur weiter im Text!

Nussbäume, Esel und Weiber wollen geschlagen sein.
Nussbäume und Weiber wollen geschlagen sein.

Nussbäumen und Narren sind Kolben die besten Salben.

Nutzbare Kunst gibt Brot und Gunst.

Nutzen ist der größte Reichtum.