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Deutsche Sprichwörter
Über 18.000 deutsche Sprichwörter
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Rab auf dem Dach, Fuchs vor der Tür, hüt' sich Mann und Ross dafür.

Raben baden sich alle Tage und bleiben doch schwarz.

Raben baden und Huren beichten sind Dinge von Nichten.
(Das bedeutet, es sind nutzlose Dinge, es ist vergebene Mühe.)

Raben sind Bileams Esel und pflügenden Ochsen oder treuer Prediger Feind, aber den Füchsen sind sie geneigt.
(Raben werden von alters her negativ gesehen, Bileams Esel wie Esel überhaupt kommen in der Bibel mehrfach im positiven Zusammenhang vor. Bileam (auch Balaam), der Sohn des Beor, war ein biblischer Prophet. Trotz Gottes Missfallen wollte er die Israeliten auf Anweisung von Balak, dem König der Moabiter, für Geld in Gottes Namen verfluchen. Der Fluch sollte den Vormarsch Israels aus Ägypten stoppen. Auf dem Weg mit seinem Esel stellte sich ihnen ein Engel mit Schwert in den Weg. Bileam konnte ihn nicht sehen, der Esel jedoch sah ihn und wollte ihm ausweichen, was mehrmals misslang. Darauf schlug Bileam den Esel aus Ärger mit einem Stock. Darauf ließ Jehova den Esel sprechen, er fragt: „Was hab ich dir denn getan, dass du mich schlägst?“ Darauf sah auch Bileam den Engel mit dem Schwert, der sagt: „Ich habe dir den Weg versperrt, damit du Israel nichts Schlechtes wünschst. Wenn dein Esel nicht ausgewichen wäre, hätte ich dich getötet“ Die bösen Wünsche wandelte Jehova drei Mal in einen Segen um. (4. Buch Mose) Bileam ist die einzige prophetische Person in der Bibel, die durch archäologische Funde belegt ist (Bileaminschrift von Tell Dēr) Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bileam)

Raben sind und bleiben Raben, man koche und brate sie, wie man will.

Raben und Huren lassen sich nicht weiß waschen.

Raben zeugen keine Tauben, Dornen bringen keine Trauben.

Rache bleibt nicht lange ungerächt.

Rache bleibt nicht ungerochen.

Räche dich nicht, der Zorn sei denn erst vorüber.

Räche die Untreue mit vergessen.

Rache Gott allein gebührt, der alles sieht und spürt.

Rache ist neues Unrecht.

Rache ist süßer dem Leben.

Rache macht allzeit ein unruhig bös Gewissen.

Rache macht ein kleines Recht zu großem Unrecht.

Rachgier gibt bösen Lohn.

Rappelige Räder laufen am längsten.

Rasches Pferd kam oft krank nach (zu) Hause.

Rast gibt Mast.

Rast ich, so rost ich, sagt der Schlüssel.

Rate mir gut, aber rate mir nicht ab, sagte die Braut.

Rate niemand ungebeten.

Raten ist leichter denn helfen.

Raten ist nicht zwingen.

Raten ist oft besser denn fechten.

Raten ist wie Scheibenschießen.

Raten und laufen geht nicht gleich zu.

Raten und Überreden stehen nicht gut beieinander.

Raten zum Fried macht Freud.

Ratet mir gut, aber ratet mir nicht ab, sagt die Braut.

Ratgeber bezahlen nicht.

Rat geht vor der Tat.

Rat im Haus ist der beste Vorteil.

Rat ist besser denn Glück.

Rat mit Verstand regiert glücklich in allem Land.

Rat nach der Tat kommt zu spat.

Ratsamer ist gedenken an Demut, denn an Schätze dieser Welt.

Ratsleute sollen ihren Herrn einreden, wo es Not ist.

Ratsleute sollen treu und verschwiegen sein.

Rat soll vor der Tat gehen.

Rat und Ehre gehören zusammen.

Rat und Gericht sollen keinen Freund haben.

Rauben gibt genug, weil einer lebt.

Räuber Gut gedeiht nicht.

Räuber, Schälke und Diebe, halten mit frommen keine Liebe.

Räuber unter dem Dach machen das größte Ungemach.

Raub und Brand vergilt Gott mit der Hand.

Raubvögel singen nicht.

Rauch, bös Weib und übel Dach sind drei große Ungemach.


Rauch geht vor dem Feuer her.
Erst Rauch, dann Feuer.
Der Rauch und Dampf geht vorher, wenn ein Feuer brennen will.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Lutherbibel 2017; Jesus Sirach 22, 24: „Rauch und Qualm im Ofen gehen dem Feuer voraus; so kommt vor dem Blutvergießen das Schmähen.“ älter; Andachtsbibel 1845; Jesus Sirach 22, 30: „Der Rauch und Dampf geht vorher, wenn ein Feuer brennen will; also kommt es vom Schmähen zum Blutvergießen.)

Rauch genug, aber keine Wärme.

Rauch ist Rauch und wenn er von Weihrauch kommt.


Rauch, schlimm Dach und böse Weiber können den Mann aus dem Hause treiben.


Rauch, Stank und böse Weiber, sind die den Mann aus dem Hause treiben.
Rauch und eine böse Frau vertreiben den Mann aus Haus und Gau.

Rauch und Wanzen machen die Leut' im Hause tanzen.

Rauch vertreibt die Bienen, Sünde die Engel.


Rauer Montag, glatte Woche.

Rebellen sind unruhige Gesellen.

Reben können einen Bauer ausziehen, aber auch wieder an.

Reben lassen einen fallen bis an den Rhein, aber nie ganz hinein.

Rechnung leicht aus, wer fromm ist, wer aber ein Schalck ist, dem klare Rechnung schwer ist.

Recht beten, halbe Arbeit.

Recht bleibt allzeit recht.
Recht bleibt Recht, aber man verdreht's gern.

Recht bleibt und lässt sich nicht verdrücken, ihm weicht Bosheit mit allen Tücken.

Recht blieb wohl recht, wenn's arme Leute werden möcht.

Rechte Beter sind auch gute Danker.

Recht edel werden ist viel mehr, denn edel sein von Eltern her.

Rechte Eheleute sollen nicht gute Tage haben, es muss Unglück und Mühe da sein, oder es ist nicht recht für Gott.
(Ein altes Sprichwort aus dem 16. Jahrhundert, das man nicht teilen kann. Man kann auch ein gutes gottgefälliges Leben führen, ohne Unglück oder große Mühen. Das Problem ist nur, meist neiden es einem die anderen und sorgen mit Mühe für Unglück und Probleme.)

Rechte Liebe überträgt viel.

Rechte Liebe verlöscht nicht bald oder wendet sich nicht leicht.
(So steht es als ein Sprichwort 1605 in der Sprichwörtersammlung „Der Teutschen Weissheit“ von Friedrich Peters (Petri). Wander macht daraus gleich zwei, die erste Hälfte unter Liebe Nr. 666 und die zweite Hälfte unter Liebe Nr. 667.)

Rechte Liebe wird vergnügt, wenn sie ihresgleichen kriegt.
(Das bedeutet, die Ehe bleibt nicht Kinderlos.)

Rechte Maß halt mit dem Glas, es zerbricht sonst und macht nass.

Rechten Adel spürt man an adeligen Tugenden, nicht an Kleidern oder Ketten.

Rechten ist bös, wo Gewalt Richter ist.

Rechten ist fechten.

Rechten ist kriegen: von beiden weiß Gott das Ende.

Rechten ist recht, aber unfreundlich.

Rechten kostet Geld.

Rechten macht Sorge und Kosten lang.

Rechten Reichtum stiehlt kein Dieb.

Rechten, Spielen und Bauen, Bürger werden und trauen, Bulen und naschen, macht gemeiniglich ledige Taschen.

Rechten und borgen macht Kummer und Sorgen.

Rechter Krieger Messer steckt hart, müssen sie es zücken, so kommt's nicht ohne Blut wieder in die Scheide.

Rechter Mann hilft, wo er kann.

Rechter Richter richte recht: Gott ist Richter, du bist Knecht.

Rechte Schulkunst ist so hoch, dass sie mit keinen Geld bezahlt werden kann.
(Ein Sprichwort 1605 in der Sprichwörtersammlung „Der Teutschen Weissheit“ von Friedrich Peters (Petri). Wenn man den Zustand der Schulen im allgemeinen und den der Gebäude oder der Schulabgänger im Besonderen ansieht, dann könnte man es für wahr halten und alle haben es schon immer gewusst.)

Rechtes leidet nichts Schlechtes.

Rechte Zeit halten ist ehrlich.

Recht fasten heißt Sünde meiden.

Recht findet allzeit seinen Knecht.

Recht findet sich.

Recht gestorben ist besser, denn böslich gelebt.

Recht getan ist viel (wohl-) getan.

Recht haben und recht bekommen sind zwei paar Schuhe.

Recht hast du, aber schweigen musst du.

Recht im Gericht tu jedermann, sieh die Person des Mannes nicht an, setz Gott und sein Wort nicht hinten an.

Recht ist über hübsch.

Recht ist wahr.

Recht ist Wahrheit, Wahrheit ist Recht.

Rechtmäßiger Ernst ist keine Tyrannei.

Recht muss doch Recht bleiben.
Recht muss doch recht bleiben, und dem fallen alle frommen Herzen zu.

Recht muss Recht finden.

Recht ohne Gnade ist Tyrannei.

Recht richten ist recht.

Recht scheidet, Vergleich sühnt.

Recht scheidet wohl, aber es freundet nicht.

Recht schimmert doch den Leuten in die Augen, wenn man's gleich verdunkeln wollte.

Recht tun hat guten Namen zum Gefährten.

Recht tun hat mich betrogen, ich tat recht und ward verlogen.

Recht tun ist das Beste.

Recht tun ist keine Sünde.

Recht tun ist schwer dem, der's nicht gewohnt ist.

Recht tun lässt sanft ruhn.

Recht tun verliegt sich nicht.

Recht tut, wer tut, was Lohnes wert, und doch des Lohnes nicht begehrt.

Recht und gleich ist allen Haders*14 Ende.

Recht und gleich wird mit Gottes Segen reich.

Recht und schlecht, das ziert den Mann.

Recht zerreißt das Gedinge.
(Gedinge = Vertragliche Vereinbarung. „Manchmal hindert Recht und Gesetz das Entstehen einer Schuld, indem manche Verträge aus den verschiedensten Gründen überhaupt verboten oder doch unter Umständen für rechtlich nicht verfolgbar erklärt sind“ Quelle: „Deutsche Rechtssprichwörter von E. Graf und M. Dietherr, 1864, Seite 232“)

Red allezeit das Beste zu einem Ding, es bedarf dennoch Glücks, das es gerate.

Red deinem Freund nicht übel, das dich's nicht gereut.

Rede, dass ich dich sehe.

Red einer dir zu nahe, er hat dir drum keine Beulen geschlagen.

Rede ist das Auge des Gemüts.

Rede nach der Tat ist zu spat.

Reden bringt Ehr.

Reden bringt Schand.

Reden hat manchen gereut.

Reden hat seine Zeit, Schweigen hat seine Zeit auch.

Rede nicht mit dir selber, sonst möchte (könnte) man sagen, dein Zuhörer war' (sei) ein Narr.

Rede nicht, wo kein Ohr ist.

Reden ist leichter als Tun und Versprechen leichter als Halten.

Reden ist oft nicht gut, Schweigen selten Schaden tut.

Reden ist Silber, schweigen ist Gold.
(Ein altes und vielfach zitiertes Sprichwort in Deutschland und vielen andern Teilen der Welt. Aber stimmt es immer? Viele Leute schweigen, wo lautes Reden, und Widersprechen oberstes Gebot wäre, wo öffentlich Hasse und Verleumdung (wie im Internet an vielen Stellen) verbreitet wird. Wo scheinbar andersartige Menschen diffamiert oder angegriffen werden und deren lautstarke Verteidigung oberstes christliches Gebot wäre, schweigt die Mehrheit und schaut weg. Wo Hilfe ein christliches Gebot wäre, auch für andersgläubige, wird sie lautstark von vielen mit Hinweis auf die christliche Tradition verweigert. Eine Straftat, die einem Ausländer oder Flüchtling, der in Deutschland Asyl und Hilfe gegen Verfolgung suchte, und oft nur Anfeindung erfuhr, wird pauschal tausendfach überall vermeldet. Über sechs ausländerfeindliche Straftaten aus dem rechten Lager zur gleichen Zeit, sogar im steigenden Maße täglich wiederholt immer wieder ereignen, schweigt die Presse und der größte Teil im Internet. Warum? Weil Straftaten von Ausländern und Asyl suchenden mehr Auflage, Öffentlichkeit, Einnahmen, Umsatz und mehr Profit bringen?)

Reden kommt von Natur, Schweigen vom Verstande.

Reden muss man leiden, aber Übeltat muss man strafen.

Reden ohne Bedenken ist Schießen ohne Zielen.

Reden schadet oft mal, Schweigen nicht überall.

Reden steht einem Jungen wohl an, schweigen mehr.

Reden unbedacht, hat bald Schaden gebracht.

Reden und Halten ist zweierlei.

Reden und Sitten verachten das Land.

Reden und Tun ist zweierlei.

Rede, so lernst du reden.

Redet Geld, so schweigt die Welt.

Rede vorsichtig, es liegt ein Brand im Feuer.

Rede wenig, denke mehr, vieles Schwätzen bringt nicht Ehr.

Rede wenig, höre viel.

Rede wenig mit anderen, aber viel mit dir selbst.

Rede wenig, rede wahr - zehre wenig, zahle bar.


Redliche freie Leute und getreue Freunde sagen einem unter Augen und straffen ihn ins Angesicht.

Redliche Kriegsleut fürchten ihren Hauptmann mehr, denn den Feind.

Redliche Leute sollen wenig zusagen und viel halten.

Redliche Taten sind lobwürdig.

Redlichkeit erhält Land und Leute.

Redlichkeit lobt jedermann, jedoch lässt man sie betteln gahn.

Redlich sein ist das beste Einkommen.

Red nicht gegen die Sonnen.

Red nicht zu viel und sei nicht frech, sitzt du bei Leuten in der zech.

Red und schweig, wenn's Zeit ist.

Red vorsichtig, es liegt ein Brand im Feuer.

Red, wenn's die Zeit und Not erzwingt, als denn dir reden Wohlfahrt bringt.

Regenbogen am Morgen
macht dem Schäfer Sorgen;
Regenbogen am Abend
ist dem Schäfer labend.

Regen lässt das Gras wachsen, Wein das Gespräch.

Regenten und Wächter müssen wenig schlafen.

Regen und Segen kommen vom Herrn.

Regieren freundlich und mit Willen, tut viel Hass und Hader*14 stillen.

Regieren ist eine leichte Kunst, denn jeder Klügling meint, er könne sie gar wohl.

Regiment kann man leicht ändern, aber schwerlich bessern.

Regiment lehrt regieren.

Regnet es nicht, so tropft es doch.

Regnet's am Ostertag, so regnet's alle Sonntag.

Regnet's am Sonntag vor der Miß, regnet's die ganze Woch gewiss.
(Mit Miß ist die Messe gemeint, der Sonntägliche Gottesdienst. Ob das Wetter, das die Wochentage nicht kennt und somit der Sonntag egal ist, an einem Vormittag über die ganze Woche bestimmen kann, ist fraglich. Wahrscheinlicher ist vielmehr, wenn es die ganze Woche regnet, wird es auch am Sonntag Vormittag regnen.)
Reiche Diebe hängt man in goldne Ketten, arme in Eisen.
Reiche Diebe hängt man in goldne Ketten, arme in Eisen.

Reiche essen, wann sie wollen, Arme, wann sie was haben.

Reiche lässt man gehen, Arme müssen an Galgen.

Reiche leihen nicht gern; Arme zahlen nicht gern,
ist eins so gut und recht als das andere.


Reiche Leute haben das meiste Geld.

Reiche Leute haben fette Katzen.

Reiche Leute haben viele Freunde.

Reiche Leute machen arme; arme machen reiche.

Reiche Leute müssen sich immer fürchten vor Dieben und Verrätern.

Reiche Leute sind überall daheim.

Reiche Leute verziehen ihre Hunde, arme Leute ihre Kinder.

Reichen gibt man, Armen nimmt man.

Reichen Leuten ist jedermann geneigt.

Reichen Leuten will jedermann angehören.

Reicher Demut meinet Gott, Armer Hoffart ist ein Spott.

Reicher ist, der Reichtum verachtet, denn der Reichtum besitzt.

Reicher Leute Kinder geraten selten wohl.
(Andere Varianten: Großer Leute, Weiser Leute . . )

Reicher Leute Kinder und armer Leute Pferde werden bald groß.

Reicher Leute Kinder und Bettelhütten werden schnell (gemeiniglich geschwind) alt.

Reicher Leute Krankheiten und armer Leute Braten riecht man weit.

Reicher Leute Töchter und armer Leute Kälber kommen bald an Mann.
Reicher Leute Töchter und armer Leute Kälber werden bald reif.

Reicher Leute Wort muss Salomos Weisheit sein, was ein Armer sagt, wird verlacht.

Reiche sollen den Armen helfen und ihnen tröstlich sein.

Reiche Spieler und alte Trompeter sind selten.

Reiche steckt man in die Tasche, Arme setzt man in die Asche.

Reiche Weiber machen arme Kinder.

Reich genug, wer sich genügen lässt.

Reich ist, wem dient sein Geld, arm ist, wer dient dem Geld.

Reich ist, wer einen gnädigen Gott hat.

Reich ist, wer mit der Armut eins ist.

Reich sein und gerecht reimt sich wie krumm und schlecht.

Reicht der Busch dem Reiter an die Sporen, so hat der Bauer sein Recht verloren.

Reichtum dient dem Christentum: Geld will wuchern oder prangen.

Reichtum dringt herfür; Weisheit steht hinter der Tür.

Reichtum ehret wohl seinen Herrn, es ist aber auch bisweilen ein schöner Teppich, der faule Wände bedeckt.

Reichtum fährt in Pracht, Armut wird verlacht.

Reichtum hat Adlers Federn, bleibt an keinem Ort.

Reichtum hat Adlers Flügel und Hasenherz.

Reichtum hat manches Reich zerstört, und viel Seelen verdammt.

Reichtum ist allein fromm.

Reichtum ist insgemein (allzeit) eine Stiefmutter der Tugend.

Reichtum ist entweder nicht fromm oder eines solchen Erbe.

Reichtum ist wohl gut, wenn man's ohne Sünd gebrauchen tut.

Reichtum kommt nicht von geuden, sondern von kargen Leuten.
(geuden = altdeutsches Wort von dessen Bedeutungen vergeudung geblieben ist, vergeuden, nutzlos vertun, verschwenden, ein Vermögen durchbringen.)

Reichtum macht dumm.

Reichtum macht nur Mut, wenn man's gebraucht wie hinterlegt Gut.

Reichtum mag Torheit wohl leiden.

Reichtum reizt zu vielem Bösen.

Reichtum sei wie Bäckers Schurz, nicht zu lang und nicht zu kurz.

Reichtum stiftet Torheit.

Reichtum und Armut liegen nicht am Gut, sondern am Mut.

Reichtum und Schnuppen fallen meist auf die Schwachen.

Reichtum vergeht, Kunst besteht.

Reichtum wird wenig, wo man vergeudet.

Reich und fromm sein ist ein guter Ruhm.

Reich von Adel, arm von Gut.

Reich werden ist keine Kunst, aber fromm bleiben.
Reich werden ist keine Kunst: Aber fromm werden ist eine sehr große Kunst.

Reich werden kostet Mühe: Reich bleiben kostet Furcht und sorg und ist Kunst.

Reich werden mit andrer Leute Schaden ist wider Gott und die Natur.

Reich werden mit andrer Leute Schaden, tut gemeinen Fluch auf sich laden.

Reich werden und dazu gerecht, das reimt sich gleich als krumm und schlecht.

Reife Erdbeeren um Pfingsten bringen ein gutes Weinjahr.

Reif und Regen begegnen sich auf den Stegen.

Reihet euch, sagte der Bauer: da hatt' er eine Kuh im Stall.

Reim dich, Bundschuh.

Reim dich oder ich fress dich.

Reimschmiede genug, aber wenig Dichter.

Reiner Mund und treue Hand gehen wohl durchs ganze Land.

Reines Herz und froher Mut stehn zu allen Kleidern gut.

Reine Wäsch und Höflichkeit zieren einen allezeit.

Reinlichkeit ist halbes Futter.

Reinlichkeit ist keine Hoffart.

Reinlichkeit und Wohlgestalt hat ihren Lob und nutz.

Reinlichkeit, verlass mich nicht.

Rein, sauber, keusch und frei dein Herz und wandel sei.

Rein und ganz gibt dem schlechten Kleide Glanz.

Rein und ganz gibt dem schlechtesten Tuche Glanz.

Rein und ganz ist des Armen Glanz.

Reisende soll man nicht aufhalten.

Reisen wechselt das Gestirn, aber weder Kopf noch Hirn.

Reist eine Katze (nach Frankreich), so kommt ein Mäusefänger wieder.

Reiten und rauben ist keine Schande, es tun's die Edelsten im Lande.

Reiterzehrung schadet nicht, wenn man zu Fuße geht.

Reitet der Teufel die Pfaffen, so reitet er sie rechtschaffen.

Retter sind oft Verräter.

Reu, des Herzens Arznei.

Reue ist ein fauler Schelm.

Reue ist ein hinkender Bote, sie kommt langsam, aber gewiss.

Reue kommt langsam, aber gewiss.

Reuling wird dich beißen.

Reu und guter Rat sind unnütz nach geschehner Tat.

Rheinleute, Weinleute.

Richt deine Gedanken, Wort und Tat nach weiser Leute Lehr und Rat.

Richt dich an deinesgleichen.

Richt dich nach der Zeit.

Richte dich nach den Leuten, sie werden sich nicht nach dir richten.

Richte erst, wenn du beide gehört.

Richter sollen große Ohren und kleine Hände haben.

Richter sollen zwei gleiche Ohren haben.

Richter, steh dem Rechte bei, denk, dass ein Richter ob dir sei.

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel: Neues Testament, Evangelium nach Matthäus 7.1.)

Richtige Rechnung macht gute Freundschaft.

Richtiges Zahlen bringt williges Borgen, fördert den Handel und verscheucht die Sorgen.


Richtig hindurch ist der aller sicherste Weg.

Richtig, nach Adam Riese.

Richt nicht mich und die meinen, siehe vor an dich und die deinen.

Richt's, so geschieht's.

Riech in deinen eignen Busen.

Rindfleisch geräuchert ist der Reichen Kost, Hühnerfleisch ist armer Leut essen, das können sie vergelten.

Rindfleisch und Lammfleisch kochen nicht wohl zusammen.

Ringe nicht nach Gewalt.

Ringen um Tugend ist recht gefochten.

Rinken sind krumm, man bleibt oft daran hangen.
(Rinken, Kesselrinken = alte Bezeichnung für einen Kesselring. Ein Griff am Kessel, der lose und beweglich oben am Kessel befestigt ist, um heiße Kessel gefahrlos greifen und transportieren zu können.)

Rips, raps, in meinen Sack, der andre habe, was er mag!

Ritterschaft ist keine Sünde.

Ritterschaft will Arbeit haben.

Rittersweib hat Rittersrecht.

Röche Hoffart wohl, so wär' er lauter Bisam.

Roggen gilt allermeist, wenn man bittet, um den Heil'gen Geist.

Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.


Rom ward wohl in einem Jahr gestiftet, aber nicht in einem Jahr gebaut.

Rosen auf den Wangen und Dornen im Gewissen

Rosen kann nicht jedermann brechen.

Rosen und Jungfern sind bald verblättert.

Rosen wachsen unter Dornen, das Gute unter dem Bösen.

Rosse, die immer ziehen, holt der Schinder.

Rosse, die stets auf der Straße stehen, verlahmen.

Rost frisst Eisen, Motten fressen die Kleider.

Rost frisst Eisen, Sorge den Weisen.

Rotbart, Schelmenart.

Rote Äpfel sind auch faul.

Rote Butter am Spunde, ist nicht allzeit gut auf dem Grunde.

Roter Bart, nie gut ward.
(Rote Bärte und Haare waren wegen Aberglaubens seit alters her ein Grund für Vorurteile und Verurteilung anderer. Wer rote Haare oder Bärte hatte, wurde schnell als Hexe oder Zauberer verurteilt und für jeden erdenklichen Schaden oder Unglück verantwortlich gemacht. Noch heute haben viele unter Vorurteilen von dummen oder verblendeten Mitmenschen zu leiden. Es wird keiner mehr auf einem Scheiterhaufen verbrannt, dafür gibt es das Internet mit den sozialen Netzwerken und andere Wege, seine unliebsamen Mitmenschen, über die man sich irgendwie geärgert hat, an den Pranger zu stellen.)

Roter Bart und Erlenbogen geraten selten, ist nicht erlogen.

Roter Bart, untreue Art.
(Gegen rote Haare und Bärte gab es schon immer unbegründete Vorurteile. Im Zweifel oder bei unbekannter Ursache waren immer andere Schuld, oder anders aussehende. Viele Menschen versuchen auch heute noch andere für eigenes Versagen oder Unvermögen haftbar zu machen, auch wenn es nur die Aufdeckung eigener Täuschungsversuche sind.)

Roter und brauner Morgen ist des Wandrers Wunsch und Sorgen.
(Einmal steht das Sprichwort bei Wilhelm Körte. Im Sprichwörter Lexikon von Wander findet es sich fast Wortgleich gleich dreimal, immer ohne Quellenangabe: Unter Abend Nr. 37, Morgen (Subst.) Nr. 18 und Morgen (Subst.) Nr. 57)

Rote Schuh helfen nicht fürs Zipperlein.

Rot geboren hat das Fegfeuer schon auf der Welt.

Rot Haar, bös Haar! Es verrät den Vater.

Rot Haar ist entweder gar fromm oder gar bös.

Rot Haar, Schalck in der Art.

Rot ist die Farbe der Liebe, sagte der Buhler zu seinem fuchsfarbenen Schatz.

Rotkopf zündet eine Lunte an.
(Bei den ersten Schusswaffen oder bei Sprengungen mussten die Ladungen mit einer Zündschnur, der Lunte, gezündet werden. Rote Haare werden bei diesem Sprichwort mit dem Glimmen der Zündschnur, der Lunte, verglichen. Es bedeutet, wenn Gefahr droht oder etwas schief geht, hatte früher der Rothaarige Schuld. Manchmal werden auch heute noch unbegründete und falsche Verdächtigungen gegen andere geäußert, die anders aussehen oder sich anders verhalten als die meisten, nur um für etwas einen Sündenbock zu haben. In großen Boulevardzeitungen ist das beispielsweise ein beliebtes Mittel, mit Schlagzeilen die Auflage zu erhöhen, oder in der Politik können populistische Parteien so Gegner mit erfundenen Behauptungen verunglimpfen.)

Rüben in die Bauern, Heu in die Ochsen.

Rüben nach Christtag, Äpfel nach Ostern und Mädchen über dreißig Jahr haben den besten Geschmack verloren.

Rücke nicht, wenn du wohl sitzest.

Rufe nicht Fisch, du habest ihn denn bei den Kiefern.
Ruf nicht hole Fisch, du habest sie denn in der Kiepen.

Rufe nicht Hase!, er liege denn im Garne (Netz).

Rufe nicht Juch!, bis du über dem Graben bist.

Rufen muss Wort haben.

Ruf nicht den Teufel in dein Haus, er weicht nicht gerne wieder draus.

Rufst du gut gelaunt ins Holz, so hast du gut gelaunt wieder heraus.

Ruft der Wolf wohl aus dem Holz, so ruft man ihn wohl wieder hinein.

Ruhe erzwingt, was sonst nicht gelingt.

Ruhe nicht, bis du Gewissensruhe gefunden hast.

Ruhe und Mäßigkeit heilen (kurieren) das Fieber.

Ruh ist der Arbeit Tagelohn.

Ruh kommt aus Unruh, und wieder Unruh aus Ruh.

Rühme den Markt nicht, bevor er gehalten ist.

Rühme dich nicht auf Morgentag, du weist nicht, was heut werden mag.

Rühme dich nicht deiner Bosheit und singe nicht dein eigen Vrgicht (Geständnis).

Rühme dich nicht, Räuplein, dein Vater war ein Kohlwurm.
Rühme dich Räuplein, dein Vater war ein Kohlwurm. (auch: Schmücke dich, Räuplein)
Rühm dich nicht, Räuplein! Sagte der Maikäfer zur Raupe, dein Vater war ein Kohlwurm.
Rühme dich, Räuplein, dein Vater war ein Kohlwurm, deine Mutter eine Maikäferin, dein Vetter ein Molkendieb.
(Das bedeutet, man soll nicht prahlerisch und ruhmrätig sein (sich selbst über Gebühr grundlos rühmen). Die Raupe ist selbst unscheinbar und bedeutungslos, ihre Familie von niederer und zweifelhafter Herkunft, ungeachtet dessen rühmt sie sich offensichtlich unbegründet. Dieses Verhalten kann nur zum eigenen Schaden zu Hohn und Spott führen.)

Rühmen, was lobenswert, und mit Wahrheit, das wehrt am längsten.

Rühmer sind selten gute Fechter.

Ruhm ist verführerischer als Gold.

Rühmt man dich, so halte dich danach.


Rühr den Ais (das Geschwür) nicht an, man tut dir sonst den deinen auf.

Ruh und Rast ist halbe Mast.

Rute macht die Kinder gut.
(Kommentare von früher: Hans Sachs (1494-1576): „Der ruten schmertz treibt Thorheit auss des Kindes Hertz.“ Johann Georg Wachter, Gelehrter (1663-1757): „Die bircke rut zeucht die lieb des kinds.“)

Ruten und Schläge bringen bei der Jugend viel Gutes zuwege.


Rut und Strafe gibt Weisheit.