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Deutsche Sprichworte
Über 17.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
B bis C
Flagge von Deutschland
Karl Friedrich Wilhelm Wander
und das „Deutsches Sprichwörter Lexikon“


Karl Friedrich Wilhelm Wander hat zwischen den Jahren 1867 und 1880 sein fünfbändiges „Deutsches Sprichwörter Lexikon“ veröffentlicht. Über 30 Jahre hat er dafür Sprichwörter gesammelt. Im Deutsches Sprichwörter Lexikon sind ca. 225.000 deutsche Sprichwörter und Redensarten und ca. 60.000 Sprichwörter aus verschiedensten Fremdsprachen. Eine Arbeit eines Einzelnen, ohne die heute möglichen Hilfsmittel, eine einmalige und unvergleichbare Leistung, die man nicht überschätzen kann.

Wer aber meint, ein deutsches Sprichwort zu haben, weil es auch bei Wander im Lexikon steht, hat trotzdem nicht sicher eins, es kann auch falsch sein. Wander selbst schreibt im Vorwort zum 1. Band des Deutsches Sprichwörter Lexikon, das es auch Fehler enthält oder Quellenangaben verloren gingen. Die Quellenangaben sind tatsächlich teilweise falsch oder fehlen vielfach ganz. Erst wenn man ein Sprichwort in den Quellen Wanders wiedergefunden hat, kann man sich über Herkunft und Nationalität sicher sein.

Ein Freund Wanders wurde wegen angeblicher kommunistischer Umtriebe verhaftet und in Wanders Wohnung fand 1845 wegen angenommener Unterstützung eine Hausdurchsuchung statt. 1853 fand eine weitere Haussuchung bei ihm statt. Seine Vergehen: Er war Lehrer und hatte eine Lehrervereinigung gegründet. Er forderte mehr Selbstbestimmung für die Lehrer, er hatte mehrfach kritische Aufsätze und Bücher über die Schule veröffentlicht und er forderte die staatliche Aufsicht über die Schulen mit Abschaffung der Kirchlichen, unter der das Schulwesen stand. Er befürwortete nicht den Schulmeister alter Prägung, der nur notwendiges Wissen beibrachte und gehorsame Untertanen produzierte, er forderte einen neuen Lehrer, der freie und mitdenkende Bürger mit Selbstverantwortung erzog. Alles zusammen für Kirche und herrschende Obrigkeit revolutionär und unhaltbar für einen Lehrer. Deswegen wurde er 1849 endgültig aus dem Schuldienst entlassen. Durch die Haussuchungen und Umzüge verlor er ein Heft mit Quellenangaben, was zu fehlenden Quellen im Sprichwörterlexikon führte.

Außerdem hatte er 1831/32 unter dem Titel Scheidemünze neue Sprichwörter herausgegeben, das heißt, von ihm erdachte und Sprichwörtern nachempfunden Sprüche. Auch diese fanden Eingang ins Sprichwörterlexikon. Das brachte ihm den Vorwurf, sich die Sprichwörter teilweise auszudenken. Andere Sprichwörter habe er selbst vernommen oder sie wurden ihm als solche übergeben, teilweise ohne Quellen oder Herkunftsangabe. Etliche stammen aus der Literatur, die er an Form und Gepräge des Ausspruchs erkannt haben will, was nicht jedermanns Sache ist, wie er meint. Dazu gehört die erforderliche Aufmerksamkeit und ein für diesen Zweck gebildetes Sprachgefühl, das sogenannte Sprichwörterohr, das er seinen Angaben nach besitzt, viele andere aber nicht. Wenn sein Sprichwörter-Instinkt etwas zum Sprichwort erklärt hatte, war eine weitere Überprüfung nicht notwendig. Der im Lexikon vorhandene Quellennachweis war für ihn ausreichend.

Quellen: Vorrede im 1. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.
            Nachwort im 5. Band des „Deutschen Sprichwörter Lexikons“.

Beispiele für Fehler im Deutschen Sprichwörter Lexikon:

Als Quelle für die Ägyptischen Sprichwörter benutzte Wander das Buch „Arabische Sprüchwörter oder die Sitten und Gebräuche der neueren Aegyptier erklärt aus den zu Kairo umlaufenden Sprüchwörtern übersetzt und erläutert von Johann Ludwig Burckhardt“ aus dem Jahr 1834. In diesem Buch sind 782 Ägyptische Sprichwörter enthalten. Bei Wander findet man aber nur 696 Mal die Quellenangabe Burckhardt und nur 155 Mal den Hinweis auf Ägypten. Die übrigen Ägyptischen Sprichwörter scheinen bei ihm fälschlicherweise „deutsche Sprichwörter“ zu sein. Ähnliches gilt auch für andere Quellen Wanders aus anderen Ländern.

Bei über 4000 Sprichwörtern gibt Wander z. B. Dr. Phil. Julius Altmann an, der 1853-1855 in einigen Zeitschriften Sprichwörter aus Russland, Bulgarien und von den Tataren veröffentlichte, die er dort auf Reisen sammelte. Auch sie sind in Wanders Sprichwörterlexikon enthalten, aber oft ohne den Hinweis auf Russland oder Bulgarien. Wer später von Wander abgeschrieben hat, machte möglicherweise fälschlicherweise aus Mangel am Hinweis aus einem fremden, ein deutsches Sprichwort.

Etliche fremde Sprichwörter erhielten schon ohne vergleichbares deutsches Sprichwort eigene Nummern. Es sollten spätere deutsche Funde eingefügt werden, was aber unterblieb. Aus Ermangelung entsprechender deutscher Sprichwörter und verlorener Quellen wurde daraus später ein deutsches Sprichwort ohne Quellenangabe.

Mehrfach stehen Sprichwörter in Mundart mit Hinweis auf die hochdeutschen Varianten, oder umgekehrt, oder beide oder mehrere verschiedene Mundarten als verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon.
Dass ein Sprichwort von einem Bayern, Hessen, Sachsen oder anderem Deutschen in seiner ihm eigenen Mundart ausgesprochen wird, macht aus einem Sprichwort auch heute noch kein weiteres neues Sprichwort. Ebenso das Umstellen einzelner Wörter, falsches Abschreiben, übersetzen oder weglassen oder verlieren von Quellen. Schon nach Druck der ersten zwei Bände gab es deswegen begründete Kritik eines anderen Sprichwörtersammlers, Otto Freiherr von Reinsberg, der auch auf einen Kommentar im Vorwort der Sammlung von Wilhelm Körte (1837) hinwies. Wanders Antwort darauf steht im Vorwort des 3. Bandes des Sprichwörter Lexikons. Leider waren die gegenseitigen Kritiken von Otto Freiherr von Reinsberg und K. F. W. Wander in deren Veröffentlichungen vorwiegend persönlicher Natur und brachten auf keiner Seite eine Verbesserung ihrer Arbeiten. Im Internet nachzulesen in den Vorworten von Wanders Sprichwörter Lexikon und: http://brema.suub.uni-bremen.de/ . . Reinsberg

Beispiel:

„Schreib a X fer a U, su kimmste der Rechnung zu.“ steht als Schlesisches Sprichwort im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.4 mit dem Hinweis der hochdeutschen Version bei Simrock Nr.11951. Die hochdeutsche Version wie bei Simrock: „Schreib ein X für ein U, so kommst du mit der Rechnung zu.“ steht im 4. Band in Spalte 335 unter Schreiben (Verb.), Nr.21 ohne Quellenangabe. So werden aus einem zwei Sprichwörter und wird einem bei Wander ein X für ein U vorgemacht.
Wenn dann fast wortgleich Wer ein X schreibt für ein V, kompt in der Welt am besten zu.“ im 5. Band in Spalte 477 unter X, Nr.5 (Quelle bei Petri im anderen Teil) und „Wen der wirth schreibt ein X vor ein V, so kombt er seiner rechnung zu.“ im 5. Band in Spalte 283 unter Wirth, Nr.124 (Quelle bei Lehmann Seite 923, Nr.22) dazukommen gibt es immer mehr Varianten, die als einzelne Sprichwörter aufgeführt werden.

Weitere Beispiele auf einigen Seiten im Text. Aus diesem Grund ist das Deutsche Sprichwörter Lexikon als primäre Quelle oder Beweis für ein deutsches Sprichwort nur bedingt geeignet - vielmehr hat es einen unschätzbaren Wert als Hinweisgeber für die weitere Suche nach der wirklichen Quelle.

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Bacchus der Vater, Venus die Mutter, Ira (Zorn) die Hebamm erzeugen das Podagram.
(Podagra = akuter Gichtanfall am Grundgelenk der großen Zehe. Auch akuten Gichtanfall an anderen Gelenken werden manchmal als Podagra bezeichnet.)

Backen und Brauen gerät nicht allzeit wohl (immer).

Baden wendet nicht allen Schaden.

Bad, Wein und Weiber erquicken unsre Leiber. Bad, Wein und Weiber verderben unsre Leiber.

Bald angerannt ist halb gefochten.

Bald aufgezuckt, bald hingeworfen.

Bald geben ist doppelt geben.

Bald getan ist viel getan.

Bald ist angenehm.

Bald reich, bald arm, bald gar nichts.

Bange machen gilt nicht.

Bär bleibt Bär, schickt man ihn auch übers Meer.

Bar Geld ist gute Ware.

Bar Geld kauft.

Bar Geld kauft wohlfeil.

Bar Geld lacht.

Barmherzige Mütter ziehen lausige (grindige) Töchter.

Barmherzigkeit macht viele Freunde.

Bartel weiß schon, wo er den Most holt.


Bärte schlagen die Leute nicht.


Bär und Büffel können keinen Fuchs fangen.


Bauchknecht ist ein groß Geschlecht.

Bauen ist eine Lust, nur kostet es Geld.

Bauen kann nur Habich, nicht Hättich.

Bauen macht den Beutel schlapp.

Bauen und viel Leute speiſen, tut dich zu großer Armut weisen.
Bauen und viel Mäuler speisen tut zu großer Armut reißen.

Bauern brauchen ihr Recht nicht zu wissen.

Bauerndienst, Bauernlohn, Herrendienst, Herrenlohn.

Bauern hätten gut Leben, wenn sie`s wüssten.

Bauern machen Fürsten.

Bauern sagen auch etwas wahr.

Bauern und Schweine haben immer etwas zu grunzen.

Bäume sind allweg in's zukünftige Jahr reich.

Bäume wachsen nicht in den Himmel.

Bäurisch gefahren ist besser als herrisch gelaufen.


Baust du ein Haus, so bau es vollends aus.

Baust du ein Haus, so guckt ein andrer zum Fenster hinaus.

Bedarf man eines Diebes, so nehme man ihn vom Galgen; hat man ihn gebraucht, so henke man ihn wieder dran.


Bedenk das Ende, so wirst du nimmermehr Böses tun.


Bedenke, warum du hier bist.

Bedingen bricht Landrecht.
Bedingt Recht bricht Landrecht.

Bedrohter Mann lebt dreißig Jahr.

Begabung verpflichtet.

Begehre des Rocks, es wird dir dennoch kaum das Hemde.

Begib dich nicht in die Höhle des Löwen.

Begierde ist Kaiser.

Begierde setzt Sporen in die Haut.

Begierde wird nie satt.


Beginne nicht mit einem großen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat.


Beginnen ist halb gewinnen.


Begossen Gras wächst am besten.

Begossne Hunde fürchten das Wasser.

Begrabner Schatz, verborgner Sinn, bringen niemand Gewinn.

Begrabner Schatz, verborgner Sinn ist Verlust ohne Gewinn.

Behalte dir ein gut Blatt auf die Letzt.
Behalt eine Karte auf den letzten Stich.

Behalte dir etwas auf die Nachhut.

Behalt etwas auf den letzten Stich.

Behändigkeit ist keine Hexerei.

Beharrlichkeit führt zum Ziel.

Beharrlichkeit trägt den Sieg davon.

Beharrlichkeit überwindet alles.


Behaupten ist nicht beweisen.


Beherzt geredet ist halb gefochten.

Behüte mich Gott vor meinen Freunden, mit den Feinden will ich schon fertig werden.

Behüt` euch Gott vor drei Gabelstichen, sie machen neun Löcher.

Behüt' uns Gott vor großem Glück, gnädigem Herrn und gesunder Speis.

Bei Alten wird man gut gehalten.
(Das Sprichwort soll jüngere Menschen beruhigen, wenn sie einen älteren heiraten wollen oder einen als Vorgesetzten haben.)

Bei Bösen wird man böse.

Beichte ohne Reu', Freundschaft ohne Treu, Geben nur zum Schein: Gar faule Werke sein!
Beichte sonder Reu, Freundschaft sonder Treu, Gebet ohne Innigkeit, ist verlorene Arbeit.

Beicht macht leicht.

Bei dem Freunde halte still, der dich nur, nicht das Deine will.


Bei dem Versuch, sich das Leben leichter zu machen, hat der Mensch es sich nur schwerer gemacht.

Bei dem Wasser darf sich keiner über durst beklagen.

Bei den Alten wird man gut gehalten.

Bei den Armen will sich jeder eine Kappe kaufen.


Bei den Frommen ist man daheim.

Bei drei Dingen lernt man einen Menschen am besten kennen: In der Liebe, beim Spiel und beim Wein.

Bei einem Narren richtet man nichts aus, weder mit Bitten noch mit Dräuen.


Bei frommen Leuten verliert man nichts.

Bei Geld ist gut wohnen.

Bei Gott gilt der Bauer so viel als der Junker.

Bei Gott ist kein Ding unmöglich.

Bei Gott ist Rat und Tat.

Bei großem Gewinn ist großer Betrug.

Bei großen Herren kann man sich wohl wärmen, aber auch verbrennen.

Bei großen Herren muss man fünf gerade sein lassen.

Bei großen Sachen soll man wenig Worte machen.

Bei großer Gewalt ist große Narrheit.


Bei gutem Wetter kann jeder Steuermann sein.


Bei (Mit) gutem Winde ist gut segeln.

Bei guten Tagen und Wein Will das Podagra sein.
(Podagra = akuter Gichtanfall am Grundgelenk der großen Zehe. Auch akuten Gichtanfall an anderen Gelenken werden manchmal als Podagra bezeichnet.)

Bei Hofe gibt man keine Beine.

Bei Hof gibt man viel Hände, aber wenig Herzen.

Bei Hof ist Gunst im Maul, Misstrauen im Herzen.


Bei jeder Geburt wird eine Leiche angesagt.


Bei Krämern lernt man kaufen,
Bei Säufern lernt man saufen,
Bei Lahmen lernt man hinken,
Bei Trinkern lernt man trinken.

Bei Lahmen lernt man hinken, bei Säufern lernt man trinken.

Beileibe trau keinem Weibe, obgleich sie tot ist.
Glaub keinem Weibe, wenn sie auch tot ist.

Beim Abschied vom Markte lernt man die Kaufleute kennen.

Bei Mägdlein von achtzehn Jahren
mit schwarzen Augen und gelben Haaren,
mit weißen Händen und schmalen Lenden
mag einer wohl sein Leben enden.

Beim Auskehren find’t sich's, was in der Stube gestunken hat.

Beim Auskehren wird sich's finden, wer in der Stube hofiert hat.

Beim Bettlerhandwerk verdirbt niemand.

Beim Bier gibt`s viel tapfere Leut`.

Beim Brauen gesungen, gerät das Bier.

Beim Geld hört die Freundschaft auf.

Beim heutigen Kopfschmerz denkt man nicht mehr an den gestrigen.

Beim Loch ist die Kuh fett.

Beim Reden kommen die Leute zusammen.

Beim Reichen ist alles Gold, was glänzt.

Beim Scherzen ist keine Ehrerbietung.

Beim Spiel gilt alles.

Beim Tanz zettelt man an, was hernach ausgewoben wird.

Beim Tauschen lass niemand lauschen.

Beim Trinken und Essen wird der Kummer vergessen.

Beim Trunk lernt man seine Leute kennen.

Beim Trunk und im Zorn erkennt man den Tor'n.

Beim Trunk werden Heiraten gemacht.

Beim Unglück ist feiern das Beste.

Beim Wein geht die Zunge auf Stelzen.


Beim Wein wird mancher Freund gemacht, beim Weinen auf die Prob gebracht.

Beim Wirt muss man für das Lachen bezahlen.

Bei Nacht sind alle Katzen grau.
Nachts sind alle Katzen grau.

Bei Nacht sind alle Kühe schwarz.

Beinahe bringt keine Mücke um.


Beinahe ist noch lange nicht halb.


Beine, die ermatten, fallen über den eigenen Schatten.

Beine gibt man nicht zu Hofe.

Bei offener Kiste mag auch der Fromme ein Schalk werden.

Bei Ratsversammlungen haben die Wände Ohren.

Bei schönem Wetter nimm den Mantel mit; regnet es, so halt es, wie du willst.

Beiß nicht in die Hand, die dich füttert.
Man beißt nicht die Hand, die einen füttert.

Beispiele tun oft mehr als Wort und Lehr.

Bei Spiel und Trank wird einem die Zeit nicht lang.


Bei Statzlern lernt man gatzen.
(Statzler = Stotterer, Stammler; gatzen = gackern, schnattern, schwätzen, stottern, stockend sprechen.)

Beißt die Maus einmal am Käse, so kommt sie wieder.

Bei stillem Wind ist gut Hafer säen.

Bei Tage darf man kein Licht aufstecken.

Bei Tisch soll Freude den Vorsitz führen.

Bei Tisch soll man keines Haders*13 gedenken

Bei Tisch und im Bette soll man nicht blöde sein.

Bei vielen bekommt der Bettler viel.

Bei Vollen lernt man saufen, bei Krämern lernt man kaufen.

Bei Wasser und Brot stirbt niemand Hungers.

Bei Wasser und Brot wird man nicht tot.

Bei Weibern ist des Schwatzens hohe Schule.

Bei Weisheit muss eine Torheit sein.

Beiwohnung macht Freundschaft.
Beiwohnung macht Kundschaft.
Mit Beiwohnung ist in diesem Sprichwort nicht die Pflicht des Beiwohnens in der Ehe gemeint. Es wird vielmehr die Anwesenheit bei öffentlichen Veranstaltungen, Festen oder Sitzungen beschrieben. Wenn man den Zusammenkünften von Kaufleuten beiwohnt, das heißt, an ihnen beteiligt ist, konnte man in früheren Zeiten wie heute auf Verkaufsmessen, neue Kunden werben. Auf Festen und gesellschaftlichen Veranstaltungen konnte man Kontakte knüpfen oder neue Freundschaften finden. Kontakte zwischen Männern und Frauen waren früher ungern gesehen, um keine Möglichkeiten zur außereheliche Beiwohnung zu geben. Möglicherweise meinte Sebastian Frank 1541(Sprichwörter, Schöne, Weise, Herrliche Clugreden, Seite 35b) etwas ähnliches, da bei ihm das Sprichwort etwas länger ist:
Beiwohnung macht Kundschaft, so brennt leicht Stroh und Feuer beisammen.

Beiwohnung tut viel; und ein Kloster, das ein Jahr offen ist, wird selten gut.

Bei Wölfen und Eulen lernt man heulen.

Beizeiten auf die Zäune, so trocknen die Windeln.

Beize mit Eulen, wenn du keinen Schuhu hast.

Bekannte Bahn und alte Freunde sind die besten.

Bekannt ist halb gebüßt.

Bekennen bricht den Hals.

Bekommt der Arme ein Stück Brot, so reißt es ihm der Hund aus der Hand.

Bekümmerter Mann ersieht selten seinen Vorteil.

Bekümmert Herz treibt selten Scherz.

Bellende Hunde beißen nicht.
(Hunde, die bellen, beißen nicht.)

Bellet ein Hund, so klaffen sie alle.

Beneide deinen Nächsten nicht um seine Sachen; was nützt dir's? Wird wohl der Neid dich reicher machen?

Beneide niemals den ersten, denn er hat es immer am schwersten.

Bequem dich, Gast, sonst bist zur Last.

Beredter Gefährte ist so gut wie ein Wagen.

Bereite Hand lobt alles Land.

Bereitet man den Hühnern nicht beizeiten ein Bett, so legen sie in die Nesseln.

Bergab leite mich, bergauf schone mich, in der Ebene brauche mich, sagt das (fleißige) Pferd.

Bergauf sachte, bergab achte, gradeaus trachte.

Berg und Tal begegnen sich nicht, wohl aber Menschen.
Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber Menschen.

Beschaffen Glück ist unversäumt.

Bescheidene Frauen haben an den Ohren noch Augen.

Bescheidenheit, Bescheidenheit, verlass mich nicht bei Tische und hilf, dass ich zu jeder Zeit das größte Stück erwische.

Bescheidenheit, das schönste Kleid.

Bescheidenheit ist die höchste Form der Arroganz.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch reicher wirst du nur mit Gier.

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.

Beschert Gott den Hasen, beschert er auch den Rasen.
(Ein Sprichwort, das früher so wohl richtig war. Heute versuchen die Menschen, es mit allen Mitteln außer Kraft zu setzen! Durch für Hasen ungenießbare Neuzüchtungen und sogenannte Pflanzenschutzmittel sind die Hasen heute fast gänzlich aus Deutschland vertrieben und ausgerottet worden. Es gibt ihn nur noch vereinzelt und er steht überall auf der Roten Liste, der vom Aussterben bedrohten Tiere! Da es noch nicht ganz gelungen ist, wurde des Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat durch illegale Tricks 2017 um mindestens weitere 5 Jahre europaweit zugelassen. Welche Tricks? Nur die Bewertungen des Herstellers, die eine Unbedenklichkeit attestieren, wurden bei der Bewertung der EU-Komission zugelassen. Alle negativen Studien von unabhängigen Institutionen wurden vom Hersteller, und so auch von der EU, als irrelevant abgetan und nicht berücksichtigt! Damit auch wirklich nichts dazwischenkommt, wurden fast alle vom Hersteller vorgeschriebenen Texte fast wörtlich in den EU-Prüfbericht übernommen. Auch wenn die Menschen noch nicht nachweislich vom Glyphosat gestorben sind (Im Körper aller EU-Bürger ist Glyphosat inzwischen in bedenklichen Konzentrationen nachweisbar!), die meisten Beipflanzen in der Landwirtschaft (sogenanntes Unkraut) sind es schon, und mit ihnen 2/3 aller Insekten und fast alle auf die nicht mehr vorhandenen Futterpflanzen angewiesenen Wildtiere ebenfalls!)

Beschert ist unverwehrt.

Besinnen bringt ersinnen.

Besinnen ist das Beste am Menschen.

Besoffene Frau ist ein Engel im Bett.

Besser Acht als Hacht.
Besser in der Acht, denn in der Hacht.
(Besser verbannt als verhaftet (Hacht = Haft), oder: es ist besser, auf sein Tun genau zu achten, als wegen Übertretung der Gesetze verhaftet zu werden. Die Hacht war ein erzbischöfliches Gericht und Gefängnis auf der heutigen Domplatte in Köln. Ihr Name leitete sich durch Lautwandel von „Haft“ ab. Durch die Aussprache wurde aus „ft“ ein „cht“. 1165 erbaute Erzbischof Reinald von Dassel das Hachttor. Es war die südliche des Bischofsbezirks mit dem Dom. Das Hachtgebäude entstand durch die Verbindung des Hachttores mit einigen benachbarten Bauten zwischen 1205 bis 1208 unter Erzbischof Bruno IV. von Sayn. Die Hacht brannte 1404 ab, ihr Grundstück wurde im Jahre 1809 verkauft. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Hacht_(Gefängnis))

Besser albern und fest als schön und kraus.

Besser allein als in böser Gemein.

Besser allein, denn in schlechter Gesellschaft.

Besser alte Schuld denn alte Fehde.

Besser am Dreck gewinnen als am Weihrauch verlieren.

Besser arm dran als Arm ab.


Besser arm geruht, als arm gearbeitet.

(Bevor man umsonst arbeitet ohne einen Gewinn erwarten zu können sollte man lieber ruhen und seine Kräfte aufsparen, für andere, gewinnträchtige arbeiten.)


Besser arm in Ehren als reich mit Schanden.


Besser arm, jung und weise, als reich, alt und ein Narr.


Besser arm und dabei gut und recht als reich und – schlecht.


Besser arm und frei, denn ein voller Kragen und eine goldene Kette am Hals.

Besser arm und ohne Schulden als ein Fürst ohne Gulden*12.

Besser Armut leiden als Ehrbarkeit verlassen.


Besser auf dem Lande arm als auf dem Meere reich.

Besser aus der Ferne dingen, als in der Nähe ringen.

Besser bedient werden als dienen.

Besser bei einer Eule gesessen als mit Falken geflogen.

Besser beim Wirt als beim Wirtlein.

Besser beneidet als beklagt.

Besser beneidet als bemitleidet.

Besser blind an den Augen als blind am Gemüt.

Besser da läuft er, als da hängt er.
Besser da läuft er, als da liegt er.

Besser, dass der Mann Leib und Gut wehrt, als dass er danach klagt.

Besser dem Bäcker als dem Doktor.

Besser demütig gefahren, als stolz zu Fuß gegangen.


Besser den Arm brechen als den Hals.

Besser den Bauch zersprengt, als dem Wirt 'n Tropfen geschenkt.

Besser den Hut ziehen als den Beutel.


Besser den (einen) Spatz in der Hand als die (eine) Taube auf dem Dach.
Besser ein Sperling in der Hand als ein Kranich auf dem Dach (über Land).
Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.
(Siehe auch Sprichwort weiter unten. Ähnliche Sprichworte mit gleichem Sinn gibt es in vielen anderen Ländern. Das Sprichwort bedeutet, man sollte mit dem wenigen, das man sicher hat und dem man auskommt zufrieden sein und sich nicht mehr und Besseres wünschen, was aber unerreichbar ist.)

Besser der erste Verdruss als der letzte.

Besser des Tapfern Blick als des Feigen Schwert.

Besser die Hand in einem Kuhfladen denn in fremdem Gelde.

Besser durch Schaden klug als durch Vorteil unklug.

Besser ehrlich fliehen, als schändlich fechten.
Besser ehrlich geflohen, denn schändlich gefochten.
Es ist besser ehrlich gewichen, als schändlich gefochten.
Es ist besser ehrlich geflohen, denn schändlich gefochten.
(Verschiedene Varianten des gleichen Sprichworts. Streitigkeiten und Schlägereien können möglicherweise einen gefährlichen Ausgang haben. Bevor man nur Schaden davonträgt sollte man auf eine bessere Gelegenheit zum Beilegen von Problemen oder Differenzen warten. Bei Wander stehen drei Varianten als verschiedene Sprichwörter im 1. Band des Sprichwörter Lexikons: Besser Nr. 115, Ehrlich (Adj.) Nr. 2 und Fliehen Nr. 10.)

Besser ehrlich gestorben als schändlich verdorben (gelebt).

Besser eigenes Brot als fremden Braten.

Besser ein alter Schinken denn unreif Kalbfleisch.

Besser einäugig als blind.

Besser ein bäuerlicher Frieden als ein bürgerlicher Krieg.

Besser ein Bauernfünfer, als ein X für ein U.
(Das X für ein U stammt von den alten römischen Zahlen, die auch heute teilweise noch verwendet werden und der alten Schreibweise mit nur Großbuchstaben, bei der das „U“ und das „V“ beide als „V“ geschrieben wurden.(So schreibt Wander dieses Sprichwort mit „U“ und gibt Eiselein als Quelle an, wo das Sprichwort auf Seite 62 mit „V“ geschrieben wird.) Die römische Zahl X bedeutet 10 und die römische Zahl V bedeutet 5. Wenn das V etwas nach unten verlängert wurde, entstand daraus ein X, eine Verdoppelung. Bei Rechnungen oder Schuldscheinen konnte so in betrügerischer Absicht die Summe nachträglich unerkannt erhöht werden. So konnte beispielsweise ein Wirt ein V auf dem Kerbholz leicht in ein X ändern und der Gast musste 10 Getränke bezahlen, obwohl nur 5 getrunken wurden. Daraus entstanden die Sprichwörter und Redewendungen, wenn jemand andere täuschen, irreführen, hinters Licht führen, betrügen oder übers Ohr hauen wollte.)

Besser ein Bein brechen als den Hals.

Besser ein bös' Weib als ein faules.


Besser ein dürrer Habich als ein fetter Hättich.
Ein dürrer Habich ist besser als ein fetter Hättich.

Besser eine Grundel auf dem Tisch als im Teich ein großer Fisch.

Besser ein Ei im Frieden als ein Ochs im Kriege.

Besser eine Kerze vor als zwo (zwei) nach.

Besser eine kleine Zehent als eine große Zent.

Besser eine Laus im Kraut als gar kein Fleisch.

Besser einen Bitterling gefangen, als still gesessen.
(Der Bitterling (Rhodeus amarus) ist ein kleiner Karpfenfisch (Cyprinidae), der nur 6 bis 9 cm lang wird.)
Besser Spierlinge gefangen als still gesessen.
(Spierling ist die Bezeichnung für verschiedene kleine Fische. Es kann allgemein ein Kleinfisch gemeint sein oder je nach Ort auch Stint, Elritze, Sandaal oder andere. Beide Male sind sehr kleine Fische gemeint, bei Wilhelm Körte ein Bitterling, bei Karl Simrock der Spierling, ein Sprichwort, bei dem jeder die kleinsten Fische einsetzt, die er kennt. Das bedeutet, etwas kleines ist immer noch besser als nichts. Laut Wander im Sprichwörter Lexikon werden Spierlinge (Cyprinus aphya L.), gehört zur Familie der Weißfische und Spieringe (Salmo eperlanus L.), Stinte und gehört zu den Salmen oder Forellen oft verwechselt. Quelle: Deutsches Sprichwörter Lexikon Band 4, Spalte 712, Spiering Nr. 1.)

Besser ein Ende mit Schrecken, als Schrecken ohne Ende.

Besser einen Dotter als die eitle Schale.

Besser eine schiefe Nase als gar keine.

Besser eine Stunde zu früh als eine Minute zu spät.

Besser eine Warze auf dem Rücken als eine Sommersprosse im Gesicht.

Besser ein fauler Dieb als ein fauler Knecht.
Ein fauler Dieb ist besser, denn ein fauler Knecht.

Besser ein Fenster aus als ein Haus ein.

Besser ein Flick als ein Loch.

Besser ein Flick denn ein Fleck.

Besser ein freier Vogel als ein gefangener König.

Besser ein Freund in der Ferne, als einen Feind in der Nähe.

Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochs mit Hass.
Besser ein Gericht Kraut mit Ruhe als ein gemästeter Ochse mit Unruhe.

Besser ein geschwinder Batzen*2 als ein langsamer Sechser.

Besser ein gesunder Bauer denn ein kranker Kaiser.

Besser ein halbes Ei als gar keins.

Besser ein kleiner Fisch als gar nichts auf dem Tisch.

Besser ein kleiner Zorn denn ein großer Schaden.

Besser ein Lappen denn ein Loch.

Besser ein lebender Hund als ein toter Löwe.

Besser ein lebendiges Wort als hundert tote.

Besser ein Mahl geteilt, als ein Mahl verfehlt.

Besser ein Mann ohne Geld als Geld ohne Mann.

Besser ein Mensch sterbe, als das ganze Volk verderbe.

Besser ein Rausch denn ein Fieber.

Besser ein reicher Bauer denn ein armer Edelmann.

Besser ein sauersehender Freund als ein süß lächelnder Feind.

Besser ein Schädel als ein Schaden.

Besser ein Spatz im Hafen*14 als gar kein Fleisch.

Besser ein Trunk Wasser zur Zeit, als ein Kelch voll Malvasier zur Unzeit.
(Malvasier = nach dem italienischen Namen Malvasia für die griechischen Stadt Monemvassia für einen likörartig süßen und schwerer Weißwein, der von dort kommt.)

Besser ein Übel als zwei.

Besser ein Vogel im Netz als zehn in der Weite.
Besser ein Vogel in der Hand als zehn am Strand.
Ein Vogel in der Schüssel ist besser als zehn in der Luft.
(Auch andere deutsche Sprichwörter mit gleicher Bedeutung:  Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. und andere. Ähnliche Sprichworte mit gleichem Sinn gibt es in vielen anderen Ländern. Das Sprichwort bedeutet, man sollte mit dem wenigen, das man sicher hat und dem man auskommt zufrieden sein und sich nicht mehr und Besseres wünschen, was aber unerreichbar ist.)

Besser ein Vorsorger denn ein Nachsorger.

Besser ein wenig schelten als viel Herzeleid.

Besser eng und wohl, denn weit und weh.

Besser erhalten als vorbehalten.

Besser Esel treiben als selber Säcke tragen.

Besser, es fresse mich ein Wolf als ein Schaf.

Besser Fliegen gefangen als müßiggegangen.

Besser frei in der Fremde als Knecht daheim.

Besser Freund in der Ferne als Feind in der Nähe.

Besser freundlich versagen als unwillig gewähren.

Besser Frieden bei Brot und Salz, als Streit bei Braten und Schmalz.

Besser gar nicht Arzneien, als sich damit kasteien.

Besser geleiert als gar gefeiert.

Besser genährt als gelehrt.

Besser gerannt als verbrannt.

Besser geschwiegen, als übel gesprochen.

Besser geschworen als verloren.

Besser gesunde Beine als vergoldete Krücken.

Besser gewahrt als geklagt.

Besser gewisser Frieden als ungewisser Sieg.

Besser gutlos denn ehrlos.

Besser haben als hoffen.

Besser halb Ei als eitel Schale.

Besser hart geblasen als den Mund verbrannt.

Besser heimlicher Schaden als offene Schande.

Besser heiß gepustet als das Maul verbrannt.

Besser heute als morgen.

Besser heute ein Ei als morgen ein Küchlein.

Besser ichts denn gar nichts.
(ichtwas, abgekürzt ichts = veraltet für etwas)

Besser im Vogelgesang als (denn) im Eisengeklang.
(Vögel singen in der Natur in Freiheit, wenn man aber Eisen klingen hört, waren es meist die Waffen der Kriegsknechte oder man lag im Kerker in Eisen, beides keine guten Umstände.)

Besser in Armut erzogen, als wenn der Reichtum im Alter verflogen.

Besser in deinen Topf als in des Nachbars Kropf.


Besser in den Reisern als in den Eisern.

Besser in der Tasche kein Geld als ohne Freund in dieser Welt.

Besser in der weiten Welt als im engen Bauch.

Besser in die Faust als ins Gesicht lachen.

Besser in die weite Welt, wie in den engen Bauch.

Besser in Dorn und Disteln baden, als mit falschen Zungen sein beladen.

Besser in Häusern als in den Reisern.

Besser ist besser.

Besser ist ein offener Feind als ein schmeichlerischer Freund.

Besser Kampf als den Hals entzwei.

Besser karg als arg.

Besser kaufen als betteln.

Besser kleiner Herr als großer Knecht.

Besser klein Unrecht gelitten als vor Gericht gestritten.

Besser kommt selten nach.

Besser Krieg versucht denn Hals ab.

Besser machen, die beste Buße.

Besser mit den Füßen gestrauchelt als mit der Zunge.

Besser mit einem Wolf streiten, denn mit einem gebarteten bösen Weibe.

Besser mit Schaden als mit Schanden klug werden.

Besser Mittel als Titel.

Besser müßiggegangen, als übel gewerkelt.

Besser müßiggehen als nicht arbeiten.

Besser Nachbar an der Wand als Freund und Bruder über Land.

Besser nachgeben, als zu Schaden kommen.

Besser Neider als Mitleider.
Lieber Neid, denn Mitleid.
Neider sind besser als Mitleider.

Besser nicht anfangen denn erliegen.

Besser nichts denn gar nichts.

Besser nichts geben als geraubtes Almosen.


Bessern ist oft bösern.


Bessern und bösern steht in gleicher Waage.

Besser offener Krieg als vermummter Friede.

Besser ohne Abendessen zu Bette gehen, als mit Schulden aufstehen.

Besser recht Nichts denn unrecht Was.

Besser redlicher Krieg denn elender Friede.

Besser sauersehender Freund, denn lachender Feind.

Besser scheel*27 denn blind.

Besser Scheu denn Reu.

Besser schielen als blind sein.

Besser schlichten als richten.

Besser schnell gestorben als langsam verdorben.


Besser sparsam leben als im Elend verderben.


Besser spät als gar nicht.
Besser spät als nie.

Besser stolz am irdnen Topfe als demütig am goldnen Tisch.

Besser stumm als dumm.

Besser tot denn friedlos.

Besser totgefressen als totgefochten.

Besser tun, was man nicht will, als tun, was man nicht soll.

Besser über eine Eselsbrücke, als gar nicht weiter kommen.
(Da Esel sich oft weigern auch kleine seichte Bäche zu überqueren, baute man ihnen sogenannte Eselsbrücken, die dem Esel den Eindruck von Sicherheit vermittelten. Ob sie sicher, zuverlässig oder dauerhaft waren, war unerheblich, nur der äußere Eindruck war wichtig. Durch Ausbau der Verkehrswege und Rückgang von Eseln als Transportmittel sind solche Eselsbrücken nicht mehr notwendig. Eselsbrücken sind heute Merksprüche zum Einprägen von Informationen, die man sonst vergessen würde.)

Besser umkehren als irregehen.
Besser umkehren denn fehlgehen.

Besser unbegonnen, als unvollendet.

Besser ungelehrt und verständig, als hochgelehrt und unverständig.

Besserung ist niemand verboten.

Besser Unrecht leiden, als Unrecht tun.

Besser unter dem Galgen gebeichtet, als gar nicht Busse getan.

Besser verwahrt als beklagt.

Besser viel wissen, denn viel reden.

Besser Vogelfangen als ganz stille sitzen.

Besser weichen als die Schlacht verlieren.

Besser wenig Gebratenes, als viel Rauch.

Besser wenig mit Liebe als viel mit Fäusten.
(Dieses Sprichwort könnte missverstanden werden! Es bedeutet nicht, dass man auf die Liebe verzichten sollte und sich alles lieber mit der Gewalt der Fäuste nehmen sollte. Richtig ist vielmehr, man sollte mit dem, was man mit Liebe bekommen kann, vorlieb nehmen, auch wenn es etwas weniger sein sollte, als sich mit Gewalt mehr zu verschaffen. Am Ende wird man von dem Wenigen mit Liebe mehr haben als von allem, was man mit Gewalt und Fäusten zusammengerafft hat.)

Besser wohl hinter sich, als übel vor sich.

Besser zehn Neider, denn ein Mitleider.

Besser zehn Schuldige lossprechen als einen Unschuldigen verdammen.

Besser zu früh als zu spät.

Besser zweimal fragen, als einmal irregehen.


Besser zweimal messen als einmal (das Beste) vergessen.

Beständigkeit bricht Glückes Neid.

Besuch ist wie Fisch: Am dritten Tage stinkt er.


Bete, als hülfe kein Arbeiten, arbeite, als hülfe kein Beten.


Beten gehört für die Pfarrer.

Beten ist kein Katzengeschrei.

Beten lernt man in Nöten.

Beten ohne Andacht, heißt dem Teufel ein Opfer gebracht.

Beten ohne Innigkeit ist verlorene Arbeit.

Beten und düngen ist kein Aberglaube.

Bete und arbeite.
(Dieses Sprichwort ist der Ordensgrundsatz der Benediktiner. Er stammt erst aus dem Spätmittelalter und ist in der von Benedikt verfassten Regula Benedicti nicht vorhanden. Quelle: Q: https://de.wikiquote.org/wiki/Benedikt_von_Nursia)

Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Und wenn sie keine haben, dann reibe die dunkle, bis sie glänzt.

Betrug betrügt sich selbst.


Betrügen ist ehrlicher als stehlen.

Betrug hat Jacobs Stimme und Essaus Hand.

Betrug ist der Krämer Acker und Pflug.
Betrug ist der Krämer Wagen und Pflug.

Betrügliche Hand macht arm.


Betrug und Hinterlist hilft nicht.

Betrug und List haben kurze Flügel.

Betrug unter Brüdern gilt nimmer.

Betrug währt nicht länger als der Soldaten Hoffart und der Witwen Andacht.

Bettelbrot, (ein) teuer Brot.
(Das bedeutet, das Bettelbrot kostet Scham, Schimpf und Schande.)

Bettel hat langen Zettel: man trägt aller Welt Garn darin.

Betteln heißt Armut verzetteln.

Betteln ist besser als stehlen.

Betteln ist ein Orden, darin viel zu Herrn sind worden.

Betteln und Brotheischen geht in einen Sack.

Betteln viele in einen Sack, so wird er bald voll.

Bettelsack hat ein gähnend Maul.

Bettelsack ist bodenlos.

Bettelsack sagt, ich habe nie genug.
Bettelsack ward nie voll.

Bettelsack steht allzeit leer.

Bettel und Geiz kann niemand erfüllen.

Bettest du dir gut, so liegst du gut.

Bettler fasten selten.

Bettler sagen nie: Es ist zu viel.

Bettler sind Freiherrn.

Bettler und Krämer sind nie vom Wege ab.

Beulen und blaue Mal helfen oft für Unfall.

Beutelschneiderei ist die beste Kunst.

Beute soll man nicht vor dem Siege teilen.

Bevor die Mädchen flügge, sind sie voller Tücke.

Bevor du weißt, was Leben heißt, ist die Hälfte zumeist weg.

Bewaffnete Not muss man mit Waffen vertreiben.

Bewahre dich vor der Gelegenheit, so wird dich Gott vor der Sünde bewahren.

Bewahren ist so gut wie erwerben.

Bewährter Freund, versuchtes Schwert, die sind in Nöten Goldes wert.

Bewegung, Mäßigkeit und Ruh` schließt dem Arzt die Türen zu.

Beweist der Kläger nicht, so ist der Beklagte frei.


Bezahlen wir die Musik, so wollen wir auch tanzen.
Biedermanns Erbe liegt in allen Landen.
(Biedermann = allgemein ein ehrenwerter und rechtschaffener Mann. Das Sprichwort meint, wer ehrlich, aufrichtig und fleißig ist, ist sich selbst und anderen zu nutzen und überall willkommen. Manch gestrige Menschen mit niedrigem Horizont sind trotzdem gegen alle Fremden und Fremdartigen und übersehen zum eigenen Schaden den möglichen Nutzen, den zusätzliche Impulse bringen können. Stillstand ist hier meist Rückschritt.
Von manchen wird der Biedermann auch als Spießbürger oder Spießer bezeichnet, die eine Abneigung gegen Veränderungen des gewohnten Lebens haben, andere nennen es konservativ. Spießbürger gibt es seit dem Mittelalter. Es waren Bürger, die ihre Heimatstädte mit Spießen als städtischen Fußtruppen verteidigen konnten. Ein Spieß oder Picke war einfach herzustellen und gleichzeitig eine effiziente Waffe, auch gegen berittene Soldaten. Deswegen wurden „Spießbürger“ früher positiv gesehen, da sie entscheidend zur Verteidigung der Heimatstadt beitrugen. Warum wird Verlässlichkeit, Rechtschaffenheit oder Bewahrung von guten Werten heute immer mehr als schlecht und unwert bekämpft und zu hohe neue unbekannte Risiken den Vorzug gegeben? Bankenkrise, Wirtschaftschaos und Kriegsgefahr sind nur einige Folgen.)

Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir.

Bierchen, das schlägt an`s Nierchen.

Bier und Wein folgt dem Zapfen.

Bieten und Widerbieten macht den Kauf.

Bildstock*3 weist andern den Weg und geht ihn selbst nicht.

Billigkeit ist größer als das Recht.

Billigkeit muss das Recht meistern.

Billig und gut sind selten beisammen.

Bims bringt selten Wasser.

Bischof oder Bader*1.
Bischof oder Bader*1, General oder Corporal, Minister oder Küster.

Bis dahin läuft noch viel Wasser den Rhein hinunter.

Bis ein deutscher Schuster sein Werkzeug beisammen hat, hat ein Welscher*33 ein Paar Schuhe gemacht.

Bissige Hunde haben zerbissene Ohren, böse Hunde zerbissen Fell.

Bist du besessen, so lasse dich bannen.

Bist du ein Geier, so warte aufs Aas.

Bist du ein Narr, so lass dir eine Kappe machen.

Bist du einsam, so besuche einen, der noch einsamer ist als du.

Bist du kahl, so bocke mit keinem Widder.

Bist du leer im Beutel, so ist alles eitel.

Bist du mit einem Narren besessen, so lass dich beschwören.

Bist du nicht hübsch, so tu hübsch.

Bist du schüchtern, so wirst du keine Kinder haben.

Bist du schuldig, sei geduldig!

Bist du übel zu Fuß, so brich zuerst auf.

Bist du voll, so leg dich nieder, nach dem Schlafen saufe wieder: So vertreibt ein Schwein das ander, spricht der König Alexander.

Bist du vom Lande, so geh nicht aufs Meer.

Bist gescheit, so leid, nicht schilt, das sein muss.

Bis Weihnacht gibt es Speck und Brot, nachher kommt Kält' und Not.

Bis zum Grabe gibt's kein gutes Weib.


Bitte die Braut, so schreit sie laut.

Bitt ein Weib, du verlierst nichts daran.

Bitten ist lang, befehlen kurz.

Bitten ist unwert, aber es macht nicht arm.

Bittens und Wünschens geht viel in einen Sack.

Bittere Pillen vergoldet man.

Bitter im Mund ist dem Herzen gesund.


Bittet man den Bauern, so schwillt ihm der Bauch.

Bittkauf, teurer Kauf.

Bitt', und nimm.

Blasen und schlucken zumal ist schwer.

Blaue Augen, Himmelsaugen, braune Augen, Liebesaugen, schwarze Augen, Diebesaugen.
(Wer sich auf dieses Sprichwort verlässt, der ist meist von allen guten Geistern verlassen.)

Blauer Montag, volle Kröpfe, leere Beutel, tolle Köpfe.

Blaue Tauben hecken blaue Jungen.
(Das bedeutet, so, wie die Eltern sind, sind auch die Kinder. Wenn es blaue Tauben geben würde, wären deren Kinder natürlich ebenfalls blau.)

Bleib daheim bei deiner Kuh, willst du haben Fried und Ruh.

Bleiben lassen, ist gut dafür.

Bleib im Gleise, so fährst du nicht irre.

Bleib im Lande und nähre dich redlich.

Bleibt ein jeder bei seinem Fach, fällt kein Schneider vom Dach.

Bleib, wo du bist und überwind, was in dir ist, so werden dir alle Orte recht und alle Menschen angenehm sein.


Blei und Eisen muss den Kupferschmied speisen.

Blick erst auf dich, dann richte mich.

Bliebe der Wolf im Walde, so würd' er nicht beschrien.

Blinder Eifer schadet nur.

Blinder Gaul geht grade zu.

Blinder Mann, ein armer Mann, hätt` er auch Seid und Sammet an.

Blinder Mann, ein armer Mann; noch ist das ein ärmrer Mann, der sein Weib nicht zwingen kann.

Blöde Augen können die Sonne und Wahrheit nicht leiden.
(Unter Blöde sind hier die bösen Augen gemeint, die das Sonnenlicht scheuen, welches die Wahrheit ans Licht bringt.)

Blödes Herz buhlt keine schöne Frau.

Blödigkeit ist dem Armen wenig nütz.

Blut fordert Blut.

Blutige Hand nimmt kein Erbe.
Blutige Hand mag kein Erbegut empfangen.
(Altes Rechtssprichwort, das bedeutet, wenn jemand einen anderen umbringt oder anders zu Tode bringt, darf er nichts vom Erbe erhalten.)

Blut ist dicker als Wasser.

Blut kriecht, worin es nicht gehen kann.

Blut rinnt zusammen, hat der Geißbock gesagt.

Borchhard ist Lehnhards Knecht.

Borgen macht (bringt) Sorgen.
(Zu diesem Sprichwort der Kommentar von Wilhelm Körte 1837: Borgen hat eine Stiefmutter, die heißt: „Verkauf dein Gut“; die hat eine Tochter, die heißt: „Gieb's wohlfeil“; die hat einen Bruder, der heißt: „Zum Tor hinaus“.)

Borgen macht Sorgen, wiedergeben macht Sauersehen.

Borgen tut nur einmal wohl.

Borgen und Jucken tut nur eine Weile wohl.

Borghard ist Lehnhard's Knecht.

Böse Art verliert sich nicht.

Böse Augen sehen nichts Gutes.
(Böse Menschen legen alles böse und schlimm aus und trauen anderen nur unlautere Beweggründe für deren Handlungen zu. Sie schließen von sich auf andere.)

Böse Eltern machen fromme Kinder.


Böse Frauen machen die besten Käse.

Böse Gedanken klopfen immer an; tue zu, so gehen sie davon.

Böse Geschwätze verderben gute Sitten.

Böse Gesellschaft verdirbt gute Sitten. Guter Umgang verbessert schlechte Sitten.

Böse Gewohnheiten machen kein Recht.

Böse Gewohnheit macht kein Ding gut.

Böse Gewohnheit macht unrecht Leben.

Böse Hunde sind gute Wächter, sagte ein Bauer von seinem bösen Weibe.

Bös Ei, bös Küchlein.

Böse Kinder machen den Vater fromm.

Bösem Aste scharfe Axt.
Bösem Ast gehört eine scharfe Axt.

Bösem Weibe kann niemand steuern.

Bösen Ast muss man leiden um des Baumes willen.

Bösen Beinen und frommen Weibern dient am besten, zu Hause bleiben.

Bösen Gedanken wehre, weil sie noch bloß sind; sind sie flügge, so suchen sie Nester.

Böse Pferde muss man allein stellen.

Böser Anfang, böses Ende.
Böser Heller, so einen Gulden schadet.
Böser Brunnen, in den man das Wasser tragen muss.
Es ist ein schlechter Brunnen, in den man Wasser trägt.

Böser Gewinn fährt bald hin.

Böser Gewinn faselt nicht.

Böser Gewinn ist Schaden.

Böser Heller*16, so (der) einen Gulden*12 schadet.

Böser Leute Fahrt währt nicht lange, denn Gott ist nicht beim Fuhrwerk.

Böser Leute Fluch ist eitel Vaterunser und Segen über die Frommen.

Böser Leute Rat am meisten schad, dem, der ihn gegeben hat.

Böser Leute Rat ist gemeiniglich auf Eigennutz gerichtet.

Böser Leute Uneinigkeit ist der Guten Sicherheit.

Böser Nachbar, ewiger Krieg.

Böser Nachbar, täglich Unglück.

Bösern ist nicht bessern.

Böser Pfennig kommt allzeit wieder.

Böser Pfennig, zugesagt und nicht bezahlt, schadet zwei.

Böser Vogel, böser Gesang.

Böser Vogel, böses Ei.

Böse Saat trägt böse Früchte.

Böses Beispiel verdirbt gute Sitten.


Böses bleibt nicht ungestraft.

Böse Schäfer machen fette Wölfe.

Böse Schuldner kriechen den Weibern unter den Pelz.

Böse Schuldner muss man oft mahnen.

Böses erfährt man zeitig genug.

Böses Fass zerbricht nicht leicht.

Böses Fleisch gibt schwerlich gute Suppen.

Böses Gewerbe bringt bösen Lohn.

Böses Gewissen verraten die Augen.


Böses Gewissen versieht sich immer des Ärgsten.

Böses hört man immer mehr als Gutes.

Böses ist eher verrichtet, denn geschlichtet.

Böse Sitten machen gute Gesetze.

Böses kommt geritten, geht aber weg mit Schritten.

Böses lässt sich leicht verrichten, aber nicht leicht wieder schlichten.

Böses lehren, schad't mehr, denn Böses tun.

Böses muss man mit Bösem überbösen.

Böses muss man mit Bösem vertreiben.

Böse Sprünge geraten selten.

Böse Tat hat keinen Rat.

Böse Tat trägt böse Frucht.

Böse Ware muss man aufschwatzen.

Böse Worte verwunden mehr als ein scharfes Schwert.

Böse Wurzel, schlechter Baum.

Böse Zimmerleute machen viel Späne.
Die ungeschicktesten Zimmerleute machen am meisten Späne.

Böse Zunge, böse Taten.

Böse Zunge, bös Gewehr.

Böse Zunge und böses Ohr sind beide des Teufels.

Böse Zungen schneiden schärfer als Schwerter.

Böse Zungen soll man mit dem Tode stillen.

Bös`Gerücht nimmt immer zu, gut Gerücht kommt bald zur Ruh`.

Bös Geschwätz verderbt gute Sitten.

Bös Gewissen, böser Gast, weder Ruhe noch Rast.

Boshafte Hände nehmen ein schändliches Ende.

Bosheit hat einen bösen Nachdruck.

Bosheit ist bald gelernt.

Bosheit mästet den Bösen.

Bosheit tut sich selbst den größten Schaden.

Bös ist, was nicht zu bessern ist.

Bös und Bös vergleicht sich gern.

Botmäßigkeit ist nicht flugs Gerichtsbarkeit.

Branntwein ist morgens Blei, mittags Silber, abends Gold.
(Das Sprichwort gilt nur, wenn der Branntwein schluckweise als Medizin genommen wird und nicht in Mengen als Trunk.)

Brätst du mir die Wurst, so lösch ich dir den Durst (sagt der Kellner zum Koch).
Der Koch dem Kellner gibt eine Wurst, der Kellner löscht dem Koch den Durst.

Bratwürste muss man nicht im Hundsstalle suchen.

Brauch einen Esel, wenn du kein Pferd hast.

Brauche, was du willst, und gewarte, was Gott will.

Braune Äcker die Besten.

Braune Augen sind gefährlich, aber in der Liebe ehrlich.

Braune Eicheln die besten.

Braune Nüsse, süße Kerne.

Braunschweig, wärst du wasserreich, käm' (wär') nicht leicht ein Land dir gleich.

Brautleute sind vor Gott schon Eheleute.
(Das bedeutet, früher durften Mann und Frau unter Strafe vor der Hochzeit nicht beisammen sein. Als Ausweg galt vor der Kirche das Eheversprechen, das aber eingehalten werden musste, als Vergebung der Sünde. Ebenso wurden die vor der Hochzeit geborenen, eigentlich unehelichen Kinder derselben Eltern, für ehelich erklärt und den nachfolgenden Kindern gleichgestellt.)

Brauwerk ist keine Kaufmannschaft.

Brave Hausfrau bleibt daheim.

Brennte Falschheit wie Feuer, so wäre das Holz nicht halb so teuer.

Bricht ein Ring, so bricht die ganze Kette.

Briefe sind besser denn Zeugen.

Bring eine Katze nach England, sie wird miauen.

Brocke nicht mehr, als du essen magst.

Brot backt man nicht ohne Mehl.

Brot und Wein gibt auch eine Suppe.

Brot unter Spänen erkenn' ich an' Wähnen.

Brüder haben ein Geblüte, aber selten ein Gemüte.

Brüder lieben einander wie Messerspitzen.

Bruderzorn, Höllenzorn.

Bruderzwist gar heftig ist.

Brunst, Flut und Weibertücke gehn über alle Stücke.
Brunst, Meeresflut und Weibertücke sind über alle Stücke.

Brunze (uriniere) nicht gegen den Wind.

Bücher fressen und nicht kauen ist ungesund.

Bücher geben keine Handgriffe.

Bücke dich lieber dreimal zu viel, als einmal zu wenig.

Bücken muss man sich, wenn man durch die Welt will.

Buhlen gehört nicht in Schulen.

Buhlen verderbt die Schulen.

Buhler bauen selten große Häuser.

Buhlerbriefe sind mit Butter versiegelt.

Buhler geben schlechte Krieger.

Buhlersäckel ist mit Lauchblättern zugebunden.

Buhler zählen die Zeit wohl.

Buhler-Zorn, der Buhlschaft Sporn und Dorn.

Buhlschaft ist mit Galle behaft.

Buhlschaft leidet keine Gesellschaft.

Buhlschaft schlägt zu den Augen heraus.

Bündnis macht die Schwachen stark.

Bunte Blumen riechen nicht.

Buntes Pferd verkauft man gern.

Bürgen soll man würgen.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos 17, 18: „Ein Tor ist, wer in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.“ und Jesus Sirach 8, 16: „Werde nicht Bürge über dein Vermögen; wirst du aber Bürge, so denke, daß du bezahlest.“ Ein Bürge haftet mit seinem Vermögen für die Schuld eines anderen, wenn der seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Zeitweise nicht nur mit Geld, sondern auch persönlich, wenn der Straftäter selbst nicht habhaft gemacht werden konnte. Dazu eine Untersuchung zur Bedeutung und Herkunft des Rechtssprichworts und seine heutige Relevanz: www.ruhr-uni-bochum.de/ . /Buergen_soll_man_wuergen.pdf)

Burgen und Fürsten haben keinen Frieden.

Bürgermeister ohne Witz, ein Schweinespieß ohne Spitz, und ein Ofen ohne Hitz', diese drei Dinge, sind nicht viel nütz.

Bürger und Bauer scheidet nichts denn die Mauer.

Büsche haben Ohren und Felder Augen.

Buße gehört auf die Sünd, wie die Laus in den Grind.

Butter bei die Fische!

Butter ist morgens Gold, mittags Silber, abends Blei.

Butter verdirbt keine Kost.

Bylbrief*7 geht vor Bodmereibrief*4.

Caute, caute, ihr Gesellen, der Wirt versteht auch Latein.

Caute! Die Bauern verstehen auch Latein.

Christen haben keine Nachbarn.

Christen haben keine Planeten, sondern Gott zum Propheten.

Christen sind dünn gesät.

Christentum ein ewiger Feiertag.

Christentum vererbt sich nicht.

Christen und Könige sollen wissen, was sie glauben.

Christus hat viele Diener, aber wenig Nachfolger.

Christus ist unser Fleisch und wir sein Gebein.

Christus lässt wohl sinken, aber nicht ertrinken.

Christus wird noch täglich gekreuzigt.

Concilium hin, Concilium her, ist`s Menschenlehr, so gilt`s nicht mehr.

Courage schützt vor Blamage.

Cras, cras ist der Raben Sang.