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Deutsche Sprichwörter
Über 17.000 deutsche Sprichwörter
Besser N bis C
Besser Nachbar an der Wand als Freund und Bruder über Land.
Guter Nachbar an der Wand ist besser wie Bruder (Freund, Vetter) über Land.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 27, 10: „Ein Nachbar in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.“)

Besser nachgeben, als zu Schaden kommen.

Besser Neider als Mitleider.
Lieber Neid, denn Mitleid.
Neider sind besser als Mitleider.

Besser nicht anfangen denn erliegen.

Besser nichts denn gar nichts.

Besser nichts geben als geraubtes Almosen.


Bessern ist oft bösern.


Bessern und bösern steht in gleicher Waage.

Besser offener Krieg als vermummter Friede.

Besser ohne Abendessen zu Bette gehen, als mit Schulden aufstehen.

Besser recht Nichts denn unrecht Was.

Besser redlicher Krieg denn elender Friede.

Besser sauersehender Freund, denn lachender Feind.

Besser scheel*28 denn blind.

Besser Scheu denn Reu.

Besser schielen als blind sein.

Besser schlichten als richten.

Besser schnell gestorben als langsam verdorben.


Besser sparsam leben als im Elend verderben.


Besser spät als gar nicht.
Besser spät als nie.

Besser stolz am irdnen Topfe als demütig am goldnen Tisch.

Besser stumm als dumm.

Besser tot denn friedlos.

Besser totgefressen als totgefochten.

Besser tun, was man nicht will, als tun, was man nicht soll.

Besser über eine Eselsbrücke, als gar nicht weiter kommen.
(Da Esel sich oft weigern auch kleine seichte Bäche zu überqueren, baute man ihnen sogenannte Eselsbrücken, die dem Esel den Eindruck von Sicherheit vermittelten. Ob sie sicher, zuverlässig oder dauerhaft waren, war unerheblich, nur der äußere Eindruck war wichtig. Durch Ausbau der Verkehrswege und Rückgang von Eseln als Transportmittel sind solche Eselsbrücken nicht mehr notwendig. Eselsbrücken sind heute Merksprüche zum Einprägen von Informationen, die man sonst vergessen würde.)

Besser umkehren als irregehen.
Besser umkehren denn fehlgehen.

Besser unbegonnen, als unvollendet.

Besser ungelehrt und verständig, als hochgelehrt und unverständig.

Besserung ist niemand verboten.

Besser Unrecht leiden, als Unrecht tun.

Besser unter dem Galgen gebeichtet, als gar nicht Busse getan.

Besser verwahrt als beklagt.

Besser viel wissen, denn viel reden.

Besser Vogelfangen als ganz stille sitzen.

Besser weichen als die Schlacht verlieren.

Besser wenig Gebratenes, als viel Rauch.

Besser wenig mit Liebe als viel mit Fäusten.
(Dieses Sprichwort könnte missverstanden werden! Es bedeutet nicht, dass man auf die Liebe verzichten sollte und sich alles lieber mit der Gewalt der Fäuste nehmen sollte. Richtig ist vielmehr, man sollte mit dem, was man mit Liebe bekommen kann, vorlieb nehmen, auch wenn es etwas weniger sein sollte, als sich mit Gewalt mehr zu verschaffen. Am Ende wird man von dem Wenigen mit Liebe mehr haben als von allem, was man mit Gewalt und Fäusten zusammengerafft hat.)

Besser wohl hinter sich, als übel vor sich.

Besser zehn Neider, denn ein Mitleider.

Besser zehn Schuldige lossprechen als einen Unschuldigen verdammen.

Besser zu früh als zu spät.

Besser zweimal fragen, als einmal irregehen.


Besser zweimal messen als einmal (das Beste) vergessen.

Beständigkeit bricht Glückes Neid.

Besuch ist wie Fisch: Am dritten Tage stinkt er.


Bete, als hülfe kein Arbeiten, arbeite, als hülfe kein Beten.


Beten gehört für die Pfarrer.

Beten ist kein Katzengeschrei.

Beten lernt man in Nöten.

Beten ohne Andacht, heißt dem Teufel ein Opfer gebracht.

Beten ohne Innigkeit ist verlorene Arbeit.

Beten und düngen ist kein Aberglaube.

Bete und arbeite.
(Dieses Sprichwort ist der Ordensgrundsatz der Benediktiner. Er stammt erst aus dem Spätmittelalter und ist in der von Benedikt verfassten Regula Benedicti nicht vorhanden. Quelle: Q: https://de.wikiquote.org/wiki/Benedikt_von_Nursia)

Betrachte immer die helle Seite der Dinge! Und wenn sie keine haben, dann reibe die dunkle, bis sie glänzt.

Betrug betrügt sich selbst.


Betrügen ist ehrlicher als stehlen.

Betrug hat Jacobs Stimme und Essaus Hand.

Betrug ist der Krämer Acker und Pflug.
Betrug ist der Krämer Wagen und Pflug.

Betrügliche Hand macht arm.


Betrug und Hinterlist hilft nicht.

Betrug und List haben kurze Flügel.

Betrug unter Brüdern gilt nimmer.

Betrug währt nicht länger als der Soldaten Hoffart und der Witwen Andacht.

Bettelbrot, (ein) teuer Brot.
(Das bedeutet, das Bettelbrot kostet Scham, Schimpf und Schande.)

Bettel hat langen Zettel: man trägt aller Welt Garn darin.

Betteln heißt Armut verzetteln.

Betteln ist besser als stehlen.

Betteln ist ein Orden, darin viel zu Herrn sind worden.

Betteln und Brotheischen geht in einen Sack.

Betteln viele in einen Sack, so wird er bald voll.

Bettelsack hat ein gähnend Maul.

Bettelsack ist bodenlos.

Bettelsack sagt, ich habe nie genug.
Bettelsack ward nie voll.

Bettelsack steht allzeit leer.

Bettel und Geiz kann niemand erfüllen.

Bettest du dir gut, so liegst du gut.

Bettler fasten selten.

Bettler sagen nie: Es ist zu viel.

Bettler sind Freiherrn.

Bettler und Krämer sind nie vom Wege ab.

Beulen und blaue Mal helfen oft für Unfall.

Beutelschneiderei ist die beste Kunst.

Beute soll man nicht vor dem Siege teilen.

Bevor die Mädchen flügge, sind sie voller Tücke.

Bevor du weißt, was Leben heißt, ist die Hälfte zumeist weg.

Bewaffnete Not muss man mit Waffen vertreiben.

Bewahre dich vor der Gelegenheit, so wird dich Gott vor der Sünde bewahren.

Bewahren ist so gut wie erwerben.

Bewährter Freund, versuchtes Schwert, die sind in Nöten Goldes wert.

Bewegung, Mäßigkeit und Ruh` schließt dem Arzt die Türen zu.

Beweist der Kläger nicht, so ist der Beklagte frei.


Bezahlen wir die Musik, so wollen wir auch tanzen.
Biedermanns Erbe liegt in allen Landen.
(Biedermann = allgemein ein ehrenwerter und rechtschaffener Mann. Das Sprichwort meint, wer ehrlich, aufrichtig und fleißig ist, ist sich selbst und anderen zu nutzen und überall willkommen. Manch gestrige Menschen mit niedrigem Horizont sind trotzdem gegen alle Fremden und Fremdartigen und übersehen zum eigenen Schaden den möglichen Nutzen, den zusätzliche Impulse bringen können. Stillstand ist hier meist Rückschritt.
Von manchen wird der Biedermann auch als Spießbürger oder Spießer bezeichnet, die eine Abneigung gegen Veränderungen des gewohnten Lebens haben, andere nennen es konservativ. Spießbürger gibt es seit dem Mittelalter. Es waren Bürger, die ihre Heimatstädte mit Spießen als städtischen Fußtruppen verteidigen konnten. Ein Spieß oder Picke war einfach herzustellen und gleichzeitig eine effiziente Waffe, auch gegen berittene Soldaten. Deswegen wurden „Spießbürger“ früher positiv gesehen, da sie entscheidend zur Verteidigung der Heimatstadt beitrugen. Warum wird Verlässlichkeit, Rechtschaffenheit oder Bewahrung von guten Werten heute immer mehr als schlecht und unwert bekämpft und zu hohe neue unbekannte Risiken den Vorzug gegeben? Bankenkrise, Wirtschaftschaos und Kriegsgefahr sind nur einige Folgen.)

Bier auf Wein, das lass sein; Wein auf Bier, das rat ich dir.

Bierchen, das schlägt an`s Nierchen.

Bier und Wein folgt dem Zapfen.

Bieten und Widerbieten macht den Kauf.

Bildstock*3 weist andern den Weg und geht ihn selbst nicht.

Billigkeit ist größer als das Recht.

Billigkeit muss das Recht meistern.

Billig und gut sind selten beisammen.

Bims bringt selten Wasser.

Bischof oder Bader*1.
Bischof oder Bader*1, General oder Corporal, Minister oder Küster.

Bis dahin läuft noch viel Wasser den Rhein hinunter.

Bis ein deutscher Schuster sein Werkzeug beisammen hat, hat ein Welscher*34 ein Paar Schuhe gemacht.

Bissige Hunde haben zerbissene Ohren, böse Hunde zerbissen Fell.

Bist du besessen, so lasse dich bannen.

Bist du ein Geier, so warte aufs Aas.

Bist du ein Narr, so lass dir eine Kappe machen.

Bist du einsam, so besuche einen, der noch einsamer ist als du.

Bist du gescheit, so leid und meid.
(Das Übel muss man leiden und das Böse soll man meiden.)

Bist du in Gott, fürchte keine Not.

Bist du kahl, so bocke mit keinem Widder.

Bist du leer im Beutel, so ist alles eitel.

Bist du mit einem Narren besessen, so lass dich beschwören.

Bist du nicht hübsch, so tu hübsch.

Bist du schüchtern, so wirst du keine Kinder haben.

Bist du schuldig, sei geduldig!

Bist du übel zu Fuß, mach dich zuerst auf den Weg.
Bist du übel zu Fuß, so brich zuerst auf.

Bist du voll, so leg dich nieder, nach dem Schlafen saufe wieder: So vertreibt ein Schwein das ander, spricht der König Alexander.

Bist du vom Lande, so geh nicht aufs Meer.

Bist gescheit, so leid, nicht schilt, das sein muss.

Bis Weihnacht gibt es Speck und Brot, nachher kommt Kält' und Not.

Bis zum Grabe gibt's kein gutes Weib.


Bitte die Braut, so schreit sie laut.

Bitt ein Weib, du verlierst nichts daran.

Bitten ist lang, befehlen kurz.

Bitten ist unwert, aber es macht nicht arm.

Bittens und Wünschens geht viel in einen Sack.

Bittere Pillen vergoldet man.

Bitter im Mund ist dem Herzen gesund.


Bittet man den Bauern, so schwillt ihm der Bauch.

Bittkauf, teurer Kauf.

Bitt', und nimm.

Blasen und schlucken zumal ist schwer.

Blaue Augen, Himmelsaugen, braune Augen, Liebesaugen, schwarze Augen, Diebesaugen.
(Wer sich auf dieses Sprichwort verlässt, der ist meist von allen guten Geistern verlassen.)

Blauer Montag, volle Kröpfe, leere Beutel, tolle Köpfe.

Blaue Tauben hecken blaue Jungen.
(Das bedeutet, so, wie die Eltern sind, sind auch die Kinder. Wenn es blaue Tauben geben würde, wären deren Kinder natürlich ebenfalls blau.)

Bleib daheim bei deiner Kuh, willst du haben Fried und Ruh.

Bleiben lassen, ist gut dafür.

Bleib im Gleise, so fährst (gehst) du nicht irre.

Bleib im Lande und nähre dich redlich.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Psalm 37, 3: „Hoffe auf den Herrn und tu Gutes, bleibe im Lande und nähre dich redlich.“)

Bleibt ein jeder bei seinem Fach, fällt kein Schneider vom Dach.

Bleib, wo du bist und überwind, was in dir ist, so werden dir alle Orte recht und alle Menschen angenehm sein.


Blei und Eisen muss den Kupferschmied speisen.

Blick erst auf dich, dann richte mich.

Bliebe der Wolf im Walde, so würd' er nicht beschrien.

Blinder Eifer schadet nur.

Blinder Gaul geht grade zu.

Blinder Mann, ein armer Mann, hätt` er auch Seid und Sammet an.

Blinder Mann, ein armer Mann; noch ist das ein ärmrer Mann, der sein Weib nicht zwingen kann.

Blöde Augen können die Sonne und Wahrheit nicht leiden.
(Unter Blöde sind hier die bösen Augen gemeint, die das Sonnenlicht scheuen, welches die Wahrheit ans Licht bringt.)

Blödes Herz buhlt keine schöne Frau.

Blödigkeit ist dem Armen wenig nütz.

Blut fordert Blut.

Blutige Hand nimmt kein Erbe.
Blutige Hand mag kein Erbegut empfangen.
(Altes Rechtssprichwort, das bedeutet, wenn jemand einen anderen umbringt oder anders zu Tode bringt, darf er nichts vom Erbe erhalten.)

Blut ist dicker als Wasser.

Blut kriecht, worin es nicht gehen kann.

Blut rinnt zusammen, hat der Geißbock gesagt.

Borchhard ist Lehnhards Knecht.

Borgen macht (bringt) Sorgen.
(Zu diesem Sprichwort der Kommentar von Wilhelm Körte 1837: Borgen hat eine Stiefmutter, die heißt: „Verkauf dein Gut“; die hat eine Tochter, die heißt: „Gieb's wohlfeil“; die hat einen Bruder, der heißt: „Zum Tor hinaus“.)

Borgen macht Sorgen, wiedergeben macht Sauersehen.

Borgen tut nur einmal wohl.

Borgen und Jucken tut nur eine Weile wohl.

Borghard ist Lehnhard's Knecht.

Böse Art verliert sich nicht.

Böse Augen sehen nichts Gutes.
(Böse Menschen legen alles böse und schlimm aus und trauen anderen nur unlautere Beweggründe für deren Handlungen zu. Sie schließen von sich auf andere.)

Böse (Schlimme) Botschaft bringt man bald.

Böse Eltern machen fromme Kinder.

Böse Frauen machen die besten Käse.

Böse Gedanken klopfen immer an; tue zu, so gehen sie davon.

Böse Geschwätze verderben gute Sitten.
Bös Geschwätz verdirbt gute Sitten.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther 15,33 „Lasset euch nicht verführen! Böse Geschwätze verderben gute Sitten.“)

Böse Gesellschaft bringt manchen an den Galgen.

Böse Gesellschaft verdirbt gute Sitten. Guter Umgang verbessert schlechte Sitten.

Böse Gewohnheiten machen kein Recht.

Böse Gewohnheit macht kein Ding gut.

Böse Gewohnheit macht unrecht Leben.

Böse Hunde sind gute Wächter, sagte ein Bauer von seinem bösen Weibe.

Bös Ei, bös Küchlein.

Böse Kinder machen den Vater fromm.

Bösem Aste scharfe Axt.
Bösem Ast gehört eine scharfe Axt.

Bösem Hund gehört ein Knüppel.
Zu einem bösen Hunde gehört ein Knüppel.

Bösem Weibe kann niemand steuern.

Bösen Ast muss man leiden um des Baumes willen.

Bösen Beinen und frommen Weibern dient am besten, zu Hause bleiben.

Bösen Gedanken wehre, weil sie noch bloß sind; sind sie flügge, so suchen sie Nester.

Böse Pferde muss man allein stellen.

Böser Anfang, böses Ende.
Böser Heller, so einen Gulden schadet.
Böser Brunnen, in den man das Wasser tragen muss.
Es ist ein schlechter Brunnen, in den man Wasser trägt.

Böser Gewinn fährt bald hin.

Böser Gewinn faselt nicht.

Böser Gewinn ist Schaden.

Böser Heller*17, so (der) einen Gulden*13 schadet.

Böser Leute Fahrt währt nicht lange, denn Gott ist nicht beim Fuhrwerk.

Böser Leute Fluch ist eitel Vaterunser und Segen über die Frommen.

Böser Leute Rat am meisten schad, dem, der ihn gegeben hat.

Böser Leute Rat ist gemeiniglich auf Eigennutz gerichtet.

Böser Leute Uneinigkeit ist der Guten Sicherheit.

Böser Nachbar, ewiger Krieg.

Böser Nachbar, täglich Unglück.

Bösern ist nicht bessern.

Böser Pfennig kommt allzeit wieder.

Böser Pfennig, zugesagt und nicht bezahlt, schadet zwei.

Böser Vogel, böser Gesang.

Böser Vogel, böses Ei.

Böse Saat trägt böse Früchte.

Böses Beispiel verdirbt gute Sitten.


Böses bleibt nicht ungestraft.

Böse Schäfer machen fette Wölfe.

Böse Schuldner kriechen den Weibern unter den Pelz.

Böse Schuldner muss man oft mahnen.

Böses erfährt man zeitig genug.

Böses Fass zerbricht nicht leicht.

Böses Fleisch gibt schwerlich gute Suppen.

Böses Gewerbe bringt bösen Lohn.

Böses Gewissen verraten die Augen.


Böses Gewissen versieht sich immer des Ärgsten.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Weisheit Salomos 17, 11: „und ein erschrockenes Gewissen versieht sich immerdar des Ärgsten.“)

Böses hört man immer mehr als Gutes.

Böses ist eher verrichtet, denn geschlichtet.

Böse Sitten machen gute Gesetze.

Böses kommt geritten, geht aber weg mit Schritten.

Böses lässt sich leicht verrichten, aber nicht leicht wieder schlichten.

Böses lehren, schad't mehr, denn Böses tun.

Böses muss man mit Bösem überbösen.

Böses muss man mit Bösem vertreiben.

Böse Sprünge geraten selten.

Böse Tat hat keinen Rat.

Böse Tat trägt böse Frucht.

Böse Ware muss man aufschwatzen.

Böse Worte verwunden mehr als ein scharfes Schwert.

Böse Wurzel, schlechter Baum.

Böse Zimmerleute machen viel Späne.
Die ungeschicktesten Zimmerleute machen am meisten Späne.

Böse Zunge, böse Taten.

Böse Zunge, bös Gewehr.

Böse Zunge und böses Ohr sind beide des Teufels.

Böse Zungen schneiden schärfer als Schwerter.

Böse Zungen soll man mit dem Tode stillen.

Bös`Gerücht nimmt immer zu, gut Gerücht kommt bald zur Ruh`.

Bös Geschwätz verderbt gute Sitten.

Bös Gewissen, böser Gast, weder Ruhe noch Rast.

Boshafte Hände nehmen ein schändliches Ende.

Bosheit hat einen bösen Nachdruck.

Bosheit ist bald gelernt.

Bosheit mästet den Bösen.

Bosheit tut sich selbst den größten Schaden.

Bös ist, was nicht zu bessern ist.

Bös und Bös vergleicht sich gern.

Botmäßigkeit ist nicht flugs Gerichtsbarkeit.

Branntwein ist morgens Blei, mittags Silber, abends Gold.
(Das Sprichwort gilt nur, wenn der Branntwein schluckweise als Medizin genommen wird und nicht in Mengen als Trunk.)

Brätst du mir die Wurst, so lösch ich dir den Durst (sagt der Kellner zum Koch).
Der Koch dem Kellner gibt eine Wurst, der Kellner löscht dem Koch den Durst.

Bratwürste muss man nicht im Hundsstalle suchen.

Brauch einen Esel, wenn du kein Pferd hast.

Brauche, was du willst, und gewarte, was Gott will.

Braune Äcker die Besten.

Braune Augen sind gefährlich, aber in der Liebe ehrlich.

Braune Eicheln die besten.

Braune Nüsse, süße Kerne.

Braunschweig, wärst du wasserreich, käm' (wär') nicht leicht ein Land dir gleich.

Brautleute sind vor Gott schon Eheleute.
(Das bedeutet, früher durften Mann und Frau unter Strafe vor der Hochzeit nicht beisammen sein. Als Ausweg galt vor der Kirche das Eheversprechen, das aber eingehalten werden musste, als Vergebung der Sünde. Ebenso wurden die vor der Hochzeit geborenen, eigentlich unehelichen Kinder derselben Eltern, für ehelich erklärt und den nachfolgenden Kindern gleichgestellt.)

Brauwerk ist keine Kaufmannschaft.

Brave Hausfrau bleibt daheim.

Brennte Falschheit wie Feuer, so wäre das Holz nicht halb so teuer.

Bricht ein Ring, so bricht die ganze Kette.

Briefe sind besser denn Zeugen.

Bring eine Katze nach England, sie wird miauen.

Brocke nicht mehr, als du essen magst.

Brot backt man nicht ohne Mehl.

Brot und Wein gibt auch eine Suppe.

Brot unter Spänen erkenn' ich an' Wähnen.

Brüder haben ein Geblüte, aber selten ein Gemüte.

Brüder lieben einander wie Messerspitzen.

Bruderzorn, Höllenzorn.

Bruderzwist gar heftig ist.

Brunst, Flut und Weibertücke gehn über alle Stücke.
Brunst, Meeresflut und Weibertücke sind über alle Stücke.

Brunze (uriniere) nicht gegen den Wind.

Bücher fressen und nicht kauen ist ungesund.

Bücher geben keine Handgriffe.

Bücke dich lieber dreimal zu viel, als einmal zu wenig.

Bücken muss man sich, wenn man durch die Welt will.

Buhlen gehört nicht in Schulen.

Buhlen verderbt die Schulen.

Buhler bauen selten große Häuser.

Buhlerbriefe sind mit Butter versiegelt.

Buhler geben schlechte Krieger.

Buhlersäckel ist mit Lauchblättern zugebunden.

Buhler zählen die Zeit wohl.

Buhler-Zorn, der Buhlschaft Sporn und Dorn.

Buhlschaft ist mit Galle behaft.

Buhlschaft leidet keine Gesellschaft.

Buhlschaft schlägt zu den Augen heraus.

Bündnis macht die Schwachen stark.

Bunte Blumen riechen nicht.

Buntes Pferd verkauft man gern.

Bürgen soll man würgen.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Die Sprüche Salomos 17, 18: „Ein Tor ist, wer in die Hand gelobt und Bürge wird für seinen Nächsten.“ und Jesus Sirach 8, 16: „Werde nicht Bürge über dein Vermögen; wirst du aber Bürge, so denke, daß du bezahlest.“ Ein Bürge haftet mit seinem Vermögen für die Schuld eines anderen, wenn der seinen Verpflichtungen nicht nachkommt. Zeitweise nicht nur mit Geld, sondern auch persönlich, wenn der Straftäter selbst nicht habhaft gemacht werden konnte. Dazu eine Untersuchung zur Bedeutung und Herkunft des Rechtssprichworts und seine heutige Relevanz: www.ruhr-uni-bochum.de/ . /Buergen_soll_man_wuergen.pdf)

Burgen und Fürsten haben keinen Frieden.

Bürgermeister ohne Witz, ein Schweinespieß ohne Spitz, und ein Ofen ohne Hitz', diese drei Dinge, sind nicht viel nütz.

Bürger und Bauer scheidet nichts denn die Mauer.

Büsche haben Ohren und Felder Augen.

Buße gehört auf die Sünd, wie die Laus in den Grind.

Butter bei die Fische!

Butter ist morgens Gold, mittags Silber, abends Blei.

Butter verdirbt keine Kost.

Bylbrief*7 geht vor Bodmereibrief*4.

Caute, caute, ihr Gesellen, der Wirt versteht auch Latein.

Caute! Die Bauern verstehen auch Latein.

Christen haben keine Nachbarn.

Christen haben keine Planeten, sondern Gott zum Propheten.

Christen sind dünn gesät.

Christentum ein ewiger Feiertag.

Christentum vererbt sich nicht.

Christen und Könige sollen wissen, was sie glauben.

Christus hat viele Diener, aber wenig Nachfolger.

Christus ist unser Fleisch und wir sein Gebein.

Christus lässt wohl sinken, aber nicht ertrinken.

Christus wird noch täglich gekreuzigt.

Concilium hin, Concilium her, ist`s Menschenlehr, so gilt`s nicht mehr.

Courage schützt vor Blamage.

Cras, cras ist der Raben Sang.