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Deutsche Sprichworte
Über 17.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
Da bis
Dein
Flagge von Deutschland
Schon in früheren Jahrhunderten haben etliche Autoren deutsche Sprichwörter gesammelt und in gedruckten Büchern veröffentlicht. Einige davon sind:

Agricola von Issleben 1530, Sebastian Franck 1541, Andream Gartner 1574, M. Fridericum Petri 1605, Jan Gruter 1610, Georg Henisch 1616, Christoph Lehmann 1630, Andreas Sutor 1716, Joachim Christian Blum 1780, Samuel Christoph Wagener 1813, Georg von Gaal, 1830, Wilhelm Körte 1837, Karl Simrock 1846, Otto Freiherr von Reinsberg, Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld mehrere Bücher von 1863 bis 1872, Otto Sutermeister 1869, und das Deutsche Sprichwörterlexikon in 5 Bänden von Karl Friedrich Wilhelm Wander, veröffentlicht zwischen 1866 und 1880 und andere. Im 20. Jahrhundert haben weitere Autoren Sprichwörter meist aus älteren Sammlungen ausgewählt und anders zusammengestellt veröffentlicht.

Bis heute ist die Sprichwörtersammlung von Simrock die verbreitetste und das Sprichwörter Lexikon von Wander die Umfangreichste. Wenn man die Vorworte und Einleitungen der alten Bücher liest, haben sich etliche der Autoren gegenseitig kritisiert. Einige wegen zu vieler, andere wegen zu weniger Erklärungen, in anderen fehlte jede Erklärung, oder Quellen wurden angezweifelt. Andere wären angeblich gar keine Sprichwörter und Wander wurde vorgeworfen, Sprichwörter zu erfinden. Alle beanstandeten die Reihenfolge, Sortierung und Auswahl der anderen oder sprachen ihnen den Wert ab.

Auch diese Sammlung ist nicht perfekt. Da hier alles nach dem Alphabet sortiert ist, (auch Ä, Ö, Ü, ß sind gleichwertig unter die Buchstaben A, O, U und S einsortiert) sind Sprichwörter mit vergleichbaren Inhalten teilweise getrennt. So ist jedes nur einmal vorhanden, manches hätte sonst unter verschiedenen Stichworten sortiert werden können. Alle sind weitestgehend in neuer Rechtschreibung, was in den bisherigen Sammlungen nicht der Fall ist. Ausnahmen sind die Fälle mit Reimen, alten Wörtern, Kunstwörtern oder für bestimmte Sprichwörter typischen Ausdrücken. Auch die Grammatik wurde nicht verändert, die in Sprichwörtern vielfach nicht ganz den Regeln entspricht.

Von etlichen Sprichwörtern gibt es nach Jahrhunderten oft mehrere verschiedene Variationen mit einem anderen Wort (in Klammern eingefügt), oder ganzen Satzstellungen. In etlichen alten Sammlungen finden sich die gleichen Sprichwörter, nur in anderer Wortreihenfolge. Viele sind hier enthalten, alle zusammen meist unter dem Anfangsbuchstaben, welcher als Erster im Alphabet steht. Gleichlautende, fast gleiche und doppelte (bei Simrock über 100) stehen hier nur ein Mal. Sprichwörter aus dem Sprichwörter Lexikon von Wander stehen hier nicht, nur die aus seinen Quellen auffindbare im Wortlaut der Quelle, nicht in Wanders oft veränderter Form.

Es sind hier fast alle Sprichwörter von Simrock enthalten und viele aus etlichen anderen alten Sammlungen. Bei vielen veralteten oder heute unbekannten Ausdrücken steht eine Erklärung zur Bedeutung. Ebenso ist bei vielen Sprichwörtern die Bedeutung oder Herkunft erklärt, da sie wegen ihres Alters meist vergessen sind.

Wenn hier noch ein besonderes, wichtiges, häufiges oder neues Sprichwort fehlen sollte, bitte eine Nachricht mit Quellenangabe/Fundort an die E-Mail Adresse auf der Seite Kontakt.

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Da bist du vor der rechten Schmiede!

Da bring ich`s, sagte Paul und fiel damit zur Tür hinein.

Da der Esel nicht wollte nasse Haut tragen, muss er endlich raue Ziegel tragen.

Da die Treue ward geboren, da kroch sie in ein Jägerhorn; der Jäger blies sie in den Wind, daher man keine Treu' mehr find't.

Da hängt die Schere heraus.

(Man ist nur auf seinen eigenen Vorteil aus und übervorteilt die anderen.)

Da hast du deinen: Es tut dir nichts.

Da hat's Mäuse, hat der Ratzemann gesagt.

Da hatt` er zu tun wie Meibom zu Aachen.

Daheim bin ich König.


Daheim erzogen Kind ist in der Fremde wie ein Rind.

Daheim gilt ein Kreuzer einen Batzen*2.

Daheim ist einer viele Mannen wert.
Daheim ist ein Mann zwei.

Daheim ist gut, gelehrt zu sein.

Daheim ist`s am besten.


Daheim muss man bewandert sein.

Da ist das Dach mit Fladen gedeckt.
(Man lebt faul und im Überfluss wie im Schlaraffenland.)

Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens.
Der Wunsch war (ist) der Vater des Gedankens.
(Das bedeutet, eine angebliche Tatsache wird so dargestellt, als ob sie real wäre, in Wahrheit ist es nur ein Wunsch, der auf Utopien oder möglichen Plänen beruht. Man will eine Sache so sehen, wie man sie sich wünscht oder vorstellt, und nicht, wie sie tatsächlich ist. Neuerdings versuchen etliche, Politiker, Präsidenten oder Manager großer Firmen durch Veröffentlichen von „Alternativen Fakten“ oder ähnlichen Lügen, diese Wünsche anderen vermehrt als Tatsachen zu verkaufen. Einige haben sich darauf spezialisiert, um die öffentliche Meinung zu manipulieren, oft sind es dieselben, die andere dessen bezichtigen oder einfach als Lügenpresse diffamieren.
Wahrscheinlich ist dies ein jüngeres aus England eingewandertes Sprichwort. Als Ursprung wir das Drama „Heinrich IV“ von Shakespeare (1591–1592) angenommen, wo Heinrich IV. im 4. Aufzug diesen Satz zu seinem Sohn sagt. Erst in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts wird er auch auf Deutsch zitiert.)

Da ist Hopf und Malz verloren.
Es ist Hopfen und Malz daran (an ihm) verloren.

(Hopfen und Malz sind nach Wasser die Hauptbestandteile vom Bier, Das bedeutet, wenn beides verloren ist, bleibt nichts mehr, es ist alles verloren.)

Da ist Schmalhans Küchenmeister.

Da ist`s gut, wo wir nicht sind.

Da ist 's heilige Grab wohl verwahrt.

(Der Bock ist zum Gärtner gemacht. Die Wächter konnten Christi Auferstehung nicht verhindern, die Mühe ist umsonst.)

Da kein Lehenmann, da ist auch kein Handlohn.

Da liegt der Has im Pfeffer!

Da liegt der Hund begraben.

Da liegt der Käse, was gilt die Butter?

Da liegt ein Spielmann begraben.

Da liegt es, sagte jene gute Magd (Jungfer), da entfiel ihr das Kind beim Tanze.

Da liegt's, sagte jene Magd, und schmiss den Brei in Dreck.

Da man schrieb der Edel und Fest, da stund die Sach am allerbest; da man schrieb Hochgeboren, da war Hopf und Malz verloren.

Damit lockt man keinen Hund vom Ofen.

Damit man ein Problem klug lösen kann, muss es einem Sorgen bereiten.

Dankbarkeit gefällt, Undank hasst die ganze Welt.

Dankbarkeit gehört zu den Schulden, die jeder Mensch hat, aber nur die wenigsten tragen sie ab.


Dankbarkeit ist dünn gesät.


Dankbarkeit ist eine schöne Tugend, ziert das Alter wie die Jugend.


Dankbarkeit ist in den Himmel gestiegen und hat die Leiter mitgenommen.


Dankbarkeit und Weizen gedeihen nur auf gutem Boden.


Dankbar sein bricht kein Bein.

Danken kostet nichts und gefällt Gott und den Menschen (wohl).

Dank's dem Pfennig, dass du nicht bist finnig.

Dann ist der Mensch wirklich verschwiegen, wenn er sich mitschuldig an einer Sache fühlt.

Darauf ist gut warten, aber übel fasten.

Darf doch die Katze den Kaiser ansehen.

Darnach das Spiel ist, macht man einen Strohwisch zum König.

Darnach das Spiel ist, muss man Herz wählen und nicht Schellen.

Darnach das Spiel ist, sticht der Bub die Dame.

Darnach das Spiel ist, sticht die Sau den König.

Darnach das Wasser ist, darnach sind die Fisch.

Darnach der Esel ist, also gibt man ihm Futter.

Darnach der Gast, darnach der Quast.

Darnach der Mann geboren, darnach nimmt er Teil.

Darnach der Mann geraten, wird ihm die Wurst gebraten.

Darnach der Mann ist, brät man ihm den Hering.

Darnach die Gäste sind, brät man die Bücklinge.

Darnach du hast, darnach gib.

Darnach einer wirbt, darnach er stirbt.

Darnach es fällt!

Darnach es mich ansieht, darnach tu ich.

Darnach Mann, darnach Gunst.

Darnach sich einer schickt, darnach es ihm glückt.

Darnach ward`s Tag.

Darnach Ware, darnach Geld.

Das Alte behalte.

Das Alte klappert, das Neue klingt.


Das Alter gehört in den Rat.


Das Alter geht vor.


Das Alter hat den Kalender am Leib.


Das Alter in den Rat, die Frau ins Bad.


Das Alter ist an sich selbst eine Krankheit.

(Des Alters leidige Schwäche ist gemeint, die mit den Jahren schlimmer wird. Ebenso ist der Jugend Torheit eine Krankheit, die bei etlichen Menschen leider unheilbar ist.)

Das Alter ist eine Krankheit, daran man sterben muss.

Das Alter ist ein Spital, das alle Krankheiten aufnimmt.


Das Alter ist weiser als die Jugend, aber der Morgen ist klüger als der Abend.

Das Alter macht aus Blumen Wachs.

Das Alter soll man ehren, der Jugend soll man wehren.

(Meist blühen Gesellschaften, in denen die Alten ob ihrer Lebensleistung und ihrer Weisheit in Ehren gehalten werden. Der Jugend müssen ihre Schranken aufgezeigt werden, damit sie keine Torheiten begehen, welche deren Zukunft gefährden könnten. Ist dies nicht der Fall, entstehen meist Krisen und schon öfters sind Kulturen danach untergegangen.)

Das älteste Kind berät das jüngste.

Das Amt lehrt den Mann.

Das Amt macht wohl satt, aber nicht klug.

Das Amtskleid ist der Deckschalk.
Der Bube bleibt ein Bube, auch unter dem Chorrock.
Das ehrbare Kleid ist der Deckschalck.

(Die Amtskleidung hat keine Würde oder Ehre, sondern der Mensch selbst muss dem Amt Würde und Ehre geben. Deckschalk ist ein alter Ausdruck gleichbedeutend mit Heuchler)

Das Angesicht, ein falscher Wicht.

Das Angesicht ist der größte Verräter.

Das Angesicht macht die Rechnung, die Gestalt zeugt.

Das Angesicht verrät den Mann.

Das Angesicht weist's aus.

Das Ansehen hat man umsonst.

Das Ansehen ist in den Federn.

Das Ansehen schlägt die Leute.

Das Auge des Herrn schafft mehr als seine beiden Hände.

Das Auge des Herrn macht das Pferd fett (das Vieh feist).
(Wenn der Herr selbst Aufsicht führt und ein Auge auf alles hat, gedeihen Hauswesen, Geschäft, Wirtschaft und auch die Tiere am besten.)

Das Auge isst mit.

Das Auge ist des Herzens Zeuge.

Das Auge kennt kein Verbot.

Das Auge sieht sich nimmer satt.
(Der Ursprung dieses Sprichworts liegt in der Bibel, Altes Testament, Der Prediger Salomo 1, 8: „Das Auge sieht sich niemals satt,“ Das 1. Kapitel des Prediger Salomo handelt von der vergeblichen Mühe der Menschen, da man doch immer dasselbe sieht, wie die Sonne auf- und untergeht und am nächsten Tag an alter Stelle wiederum aufgeht. Genauso meint das Sprichwort, ist das Tun und Trachten der Menschen immer das Gleiche, 1, 14 „wie das Haschen nach Wind.“)

Das Auge sieht's, im Herzen glüht's.

Das Bäumchen biegt sich, doch der Baum nicht mehr.

Das Bein tut, was das Knie will.

Das Bessere ist der Feind des Guten.


Das Bessere tötet das Gute.

Das Beste am Schweinskopf ist – die Sau.

Das beste Deutsch ist, das von Herzen geht.

Das beste Einkommen ist Redlichkeit.

Das Beste gehört in den Pfaffen.

Das Beste ist, dass niemand weiß, wer sein Schwager ist.

Das Beste ist, was man in der Hand hat.

Das Beste kauft man am wohlfeilsten.

Das Beste kommt selten hernach.

Das beste Pferd aus dem Stalle führen.
(Der beste Trumpf, den man hat, wird ausgespielt.)


Das beste Pferd geht nicht über seine Kraft.


Das beste Pferd kann straucheln.


Das beste Pferd wird einmal zur Mähre.

(Der stärkste Mann wird im Alter schwächer und der größte Geist wird träge und vergesslich.)


Das Beste spart man auf die Letzte.

Das beste Spiel wird auch zu viel.

Das beste Weib schilt des Mannes Hut.

Das Beste wird gedacht, das Böseste (Schlechteste) geredet.

Das Bett ist des Faulen Kerker.

Das Bier, das nicht getrunken wird, hat seine Zweck verfehlt.


Das Bier schmeckt gern nach dem Fass.


Das Bier wäre gut, hätte die Sau nicht den Zapfen gezogen.

Das Blättchen hat sich gewandt.
Das Blatt hat sich gewendet.

Das Böse glaubt man gern.

Das Böse glaubt und denkt man gern.

Das Böse lernt sich leicht, das Gute schwer.

Das Böse lernt sich von selbst.

Das Böse schreibt man in Stein, das Gute in Staub.
Böses schreibt man in Stein, Gutes in Sand.

Das Böse straft sich selber.

Das Böse verdirbt das Gute.

Das Böse versteckt sich hinter Masken.

Das (bös) Gerücht tötet den Mann.

Das Brauen bringt den Bürgern eine goldene Nahrung.

Das Brot sei leicht, der Käse schwer.

Da schwimmen wir Äpfel, sprach der Rossdreck und schwamm unter Äpfeln den Bach hinab.

Das Dach hat Latten.
(Es gibt Lauscher und Spione)

Das dicke Ende kommt nach.


Das Ding hat einen Haken.

Das dritte Haupt trägt schwer.

Das dritte Teil am Kind ist vom Gevatter.

Das dünkt mich, hält jeder für gewiss bei sich.

Das ehlich geborne Kind behält seines Vaters Heerschild.

Das Eigene verachten wir und lieben das Fremde.

Das Eisen ward nimmer gefug, wenn eines nicht das andre schlug.

Das Ei will (immer) klüger sein als die Henne.

Das elfte Gebot heißt: Lass dich nicht erwischen!

Das elfte Gebot heißt: Lass dich nicht verblüffen!

Das Ende bewährt alle Dinge.

Das Ende muss die Last tragen.

Das Entscheidende bei der Lösung eines Problems ist, sich selbst als einen Teil des Problems zu erkennen.

Das Erbe tritt an die Kinder.
Das Gut erbt Kind nach.
Das Kind ist das Nächste.
(Altes Rechtssprichwort, es bedeutet, Kinder erben vor allen anderen.)

Das erste Stück der Sparsamkeit ist ein wirtlich Weib.


Das Fallen ist keine Kunst, aber das Wiederaufstehen.

Das fällt weg, wie dem Kapuziner der Haarbeutel.
(Kapuziner sind ein franziskanischer Bettelorden in der römisch-katholischen Kirche. Der Name ist von der markanten Kapuze der Franziskaner abgeleitet.)

Das Feld hat Augen, der Wald Ohren.

Das Fett will allzeit oben schwimmen.

Das Feuer, das mich nicht brennt, lösch ich nicht.

Das Feuer fängt mit Funken an, vom Funken brennt das Haus.

Das Feuer ist ein Dieb.

Das Feuer steckt auch Palläste und Kirchen an.

Das Fragen kostet kein Geld.

Das freie Schaf frisst der Wolf.


Das Gebet des Bösen geht nicht in den Himmel.

Das Gebet ist der Schlüssel zum Tage und das Schloss für die Nacht.

Das Gebet ist ein Rauchwerk (Weihrauch), das dem Teufel Kopfweh macht.

Das Gebet macht der Witwe einen Wall um ihr Hüttlein.

Das Gedächtnis ist eine gute Tasche; aber sie reißt, wenn man zu viel hineinstopft.

Das geht, dass es schnaubt, hat der Bauer gesagt, da ritt er auf der Sau.

Das (Es) geht über das Bohnenlied.
(Das Bohnenlied war ein Gedicht gegen den katholischen Ritus, die Klerisei und den päpstlichen Ablasshandel. Das Bohnenlied des Berner Nikolaus Manuel von 1522 enthielt für die damalige Zeit die stärksten Worte gegen den Ablasshandel, das es in Sprichwörter übernommen wurde. Das Bohnenlied wurde als so schlimm empfunden, das man sich nichts schlimmeres vorstellen mochte. Wenn etwas doch so unglaublich oder haarsträubend und noch schlimmer und jedes erdenkliche Maß hinaus, ging es buchstäblich über das Bohnenlied. Einem das Bohnenlied singen, bedeutet weiter, er übertreibt über alle Maßen, das man nichts mehr glauben kann.)

Das geht über den Schellenkönig!
(Schellen waren im frühen Mittelalter lange ein Accessoire in der Mode, die von den Kleidern vornehmer Personen aus dem Orient stammten. Wer die meisten und größten trug, war der Vornehmste oder der Schellenkönig. Später waren sie nur noch bei Hofnarren zu finden und auf Kartenspielen. Wenn nach dem Sprichwort etwas über den Schellenkönig hinausgeht, dann ist es über das höchste Maß hinausgegangen. Daher auch die Redewendung: „Jemanden oder etwas über den Schellenkönig loben“ bedeutet, über den grünen Klee zu loben, ganz offensichtlich übertrieben über das verdiente Maß hinaus.)

Das Geld hat Podagras Art: wo es ist, da bleibt's.
(podágra: aus dem Griechischen = Fußfalle; medizinisch: Gicht des Fußes.)

Das Geld ist, wo man's in Ehren hält.

Das Geld liegt auf der Straße, man muss es nur aufzuheben wissen.

Das Geld zu rechter Zeit veracht, hat manchem großen Nutz gebracht.

Das Gemüt ist reich und arm, nicht die Kiste.

Das Gerücht ist blind, aber es läuft schneller als der Wind.

Das Gerücht ist immer größer als die Wahrheit.

Das Gerücht tötet den Mann.

Das geschah in dem Jahr, da Karfreitag auf einen Mittwoch fiel.

Das geschieht, wenn der Teufel von Aachen kommt.

Das Gesicht verrät den Wicht.


Das Gewissen ist des Menschen Gott.

Das Gewissen ist des Menschen Schuldbuch.

Das Gewissen ist wie das Kitzeln, manche fürchten es und andere nicht.


Das Gewissen lässt sich nicht zwingen.

Das Gewissen sagt einem wohl, was er reden saoll.

Das Gewissen sagt uns wohl, was man tun und meiden soll.

Das Gewissen verführt niemand.

Das gibt nicht Speck in die Würste.

Das Gleiche sucht sich, das Rechte findet sich.

Sprichwörter, die unter „Das Glück“ nicht gefunden werden,
könnten auch unter    
→ „Glück“    stehen.

Das (höchste) Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.

Das Glück fliegt: wer's fängt, der hat's.

Das Glück gibt vielen zu viel, aber keinem genug.

Das Glück hat Flügel.

Das Glück hat seine Launen.

Das Glück hat Weiberart, liebt die Jugend und wechselt gern.

Das Glück hilft denen nicht, die sich nicht selbst helfen.

Das Glück hilft den Kühnen gern, von weißer Leber bleibt es fern.

Das Glück ist dem Frommen feind.

Das Glück ist der Begleiter der Tüchtigkeit.

Das Glück ist der beste Leim, der die Gemüter zusammenfügt.

(aus Schlesien)

Das Glück ist der Einfältigen und böser Leut Patron.

Das Glück ist eine dumme Kuh: Es läuft dem größten Ochsen zu.

Das Glück ist ein Geber und ein Nehmer.
Das Glück ist ein Nehmer und ein Geber.
Das Glück ist ein Gebiger, Nehmiger.
(Das bedeutet, das Glück gibt oft unverhofft oder unverdient, es kann aber auch launisch sein und seine Gaben unvermittelt wieder zurück nehmen. Das Glück ist launisch und willkürlich, wie es auch in etlichen anderen Sprichwörtern beschrieben wird.)

Das Glück ist ein Heuschober: rupfe davon, so hast du.

Das Glück ist ein Rindvieh, es findet immer seinesgleichen.

Das Glück ist ein so starker Wein, dass diejenigen, die einmal daran trunken werden, nicht eher als im Tode den Rausch ausschlafen.

Das Glück ist kugelrund, es trifft wohl manchen Pudelhund.

Das Glück ist kugelrund, läuft einem in den Mund, dem andern in den Strund, verändert sich all Stund.

Das Glück ist mit dem Tüchtigen.

Das Glück ist rund, dem einen läuft's ins Haus, den andern draus.

Das Glück ist rund, halt dich an die Tugend.

Das Glück ist rund, wer's kriegt, dem ists gesund.

Das Glück kommt über Nacht.

Das Glück kommt von ungefähr wohl über neunzig Meilen*22 her.

Das Glück lässt sich eher erschleichen denn erlaufen.

Das Glück muss den Mann, nicht der Mann das Glück suchen.

Das Glück muss man erobern.

Das Glück muss man regieren, das Unglück überwinden.

Das Glück schenkt nichts, es leiht nur.

Das Glücksrad geht um.

Das Glück und der Sieg geht um wie die Wacht.

Das Gold wird probiert durchs Feuer, die Frau durchs Gold, der Mann durch die Frau.

Das Gotteshaus verliert sein Recht in 100 Jahren nicht.
(Deswegen bezahlt der Staat auch heute noch für kirchliche Einrichtungen, aufgrund von Vorkommnissen, die Jahrhunderte zurückliegen.)

Das Grab öffnet sich jeden Augenblick, aber es schließt sich nur einmal für immer.

Das Grab verschlingt alles.

Das Große ist allweg eine Elle lang faul.

Das größte Elend ist, kein Elend tragen können.

Das größte Pferd ist oft zur Arbeit wenig wert.

Das größte Schiff ist ein kleiner Bissen fürs Meer.


Das größte Unglück ist, glücklich gewesen zu sein.

Das Gut bleibt bei dem Blut, daher es gekommen.
Das Gut muss hingehen, woher es gekommen.
Erbgut geht wieder den Weg, daher es gekommen.
(Altes Rechtssprichwort, das bedeutet, wenn ein Mann, Frau oder Ehepaar kinderlos stirbt und damit keine direkten Erben vorhanden sind, geht das Erbe an die Familien zurück, aus denen die oder der Erblasser stammen.)

Das Gute lobt mancher und tut's nicht; das Böse tut mancher und sagt's nicht.

Das gute Pferd will den Sporen und das schlechte doppelt, so will gut Weib und böses den Stock.

Das Gute tu gut, das Rechte recht.

Das Gut folgt seinem Herrn.

Das Gut löst seinen Herrn.

Das Gut stirbt vom Jüngsten zum Jüngern.
Wo Brüder sind, da besitzt der Jüngste den Herd.
(Alte Rechtssprichwörert, nach dem im Erbfall ein Bauernhof der jüngste Sohn den Hof im Ganzen erbt und die anderen nur eine verhältnismäßige Abfindung erhalten. Das sollte verhindern, das schon kleine Höfe weiter geteilt werden und zu klein zum Überleben werden.)

Das Haar von den Toten muss oft den Lebendigen ein neues Leben geben.

Das hab ich schon gewusst, als meine Schuhe noch drei Sechser kosteten.

Das Halbe ist oft besser als das Ganze.

Das hält Stich wie der calvinsche Glaube.

Das Handwasser ist das süßeste.

Das hängt aneinander wie Speuzel und Papier.
(Speuzel = Speichel, Spucke; speuzeln, speuzen, speyen, spürtzen, spützen, speuteln, spützeln, speien, spucken)

Das hat er nicht aus den Fingern gesogen.

Das hätten wir gehabt, sagte Hans, als er seinen Vater begrub.

Das Haupt regiert, nicht die Füße.

Das heißt Ablass gen Rom tragen.

Das heißt dem Dreck eine Ohrfeige geben.

Das heißt einem Tauben ins Ohr geraunt.

Das heißt Schmer von der Katze kaufen.
(Schmer = aus dem mittelhochdeutschem, Fett, Bauchfett (bes. beim Schwein).)

Das Hemd ist einem näher als die Hose.
Das Hemd ist mir näher als der Rock.

Das Herz im Wein, die Gestalt im Spiegel.

Das Herz ist nur ein kleines Feld, aber es wächst alles auf ihm.

Das Herz ist reich oder arm, nicht die Kiste.

Das Herz lügt nicht.

Das hieße Wasser in den Rhein tragen.
(In diesem Jahr (2018) wäre das nicht schlecht, wenn es etwas nützen würde.)

Das Himmelreich gehört den Gänsen nicht zu.

Das Hirn sieht man nicht an der Stirn.

Das Holz ist gut, wenn es nur zum rechten Zimmermann kommt.

Das Holz muss pfleglich gehalten werden.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, man muss mit der Natur und dem Wald pfleglich umgehen und soll nichts verwüsten. Schon 1858 hat Hillebrand in seiner Rechtssprichwörtersammlung bei diesem Sprichwort (Seite 60, Nr. 87) auf die notwendige nachhaltige Forstkultur hingewiesen, ebenso 1716 Pistorius (Seite 369 Nr. LXIV).)

Das Huhn legt gern ins Nest, worin schon Eier sind.

Das Ich und Mich, das Mir und Mein regiert in dieser Welt allein.

Das Interim hat den Schalk hinter ihm.

Das ist, als wenn der Teufel einen Betteljungen kriegt.

Das ist Butter an den Galgen.

Das ist das Gesetz und die Propheten!

Das ist der ärgste Glaube, der nichts glaubt, als was ihm gefällt.

Das ist der beste Fuhrmann, der auf engem Wege fährt.

Das ist der Katz den Käs anvertraut.

Das ist die alte Leier.

Das ist die Braut, darum man tanzt!
Das ist die Braut, um die man tanzt.
(Bei Wander beide Variationen als je ein Sprichwort unter Braut Nr. 6 und *57. Das bedeutet, früher versuchte man, den Brautkranz zu entwenden, um zu erkennen, wer als nächstes heiraten würde. Heute wirft die Braut oft den Brautstrauß und jede versucht ihn wegen dieser Bedeutung zu fangen. Eigentlich sollte die Braut aber unabhängig von allem die Hauptperson auf einer Hochzeit sein.)

Das ist eben das Unglück der Könige, dass sie die Wahrheit nicht hören wollen.

Das ist ein ander Korn, sagte der Müller, da biss er auf Mäusedreck.

Das ist eine Apotheker-Rechnung.
(Dieses Sprichwort meint scheinbar überhöhte Rechnungen, die viel zu hoch erscheinen. Den Apothekern wurden schon zu früheren Zeiten überhöhte Preise vorgeworfen. Es wurde auch gesagt, sie nähmen immer 99 % Gewinn und nannte die Rechnungen Neunundneunziger.)

Das ist eine schöne Antwort, die auf alle Fragen passt.

Das ist ein kölnisch Gebot!

Das ist ein närrisches Schaf, das sich dem Wolf anvertraut.

Das ist ein Spott auf die Ware.

Das ist ein Stück, sagte Beckmann, da saß er mit der Ziege auf dem Dache.

Das ist ein Tropfen auf einen heißen Stein.

Das ist gehüpft wie gesprungen.

Das ist gut, was jedermann begehrt.

Das ist kein guter Ehrenkranz, wenn die Schande draus hervorguckt.

Das ist mein Acker und mein Pflug.

Das ist mir eben, als wenn's in Rom donnerte.

Das ist nicht der beste Zimmermann, der viel Späne, noch der beste Schneider, der viel Flecken macht.

Das ist Pestilenz mit Franzosen geheilt.

Das ist schändlich, sagte der Bauer, da (als) die Kuh ins Wasser schiss, das Land ist groß genug.
Das ist schändlich: wenn die Kuh ins Wasser sch– und nicht aufs Land.

Das ist schlechter Honig, den man erst mit Zucker süß machen muss.

Das ist so gewiss als das Amen in der Kirche.


Das ist Speck auf die Falle.

Das ist Wasser auf meine Mühle.

Da sitzt sie auf dem Mist: Nimm sie, wie sie ist.
Das Kalb lernt von der Kuh.
Das Jahr bringt Getreide und nicht der Acker.

Das Jahr hat ein weites Maul und großen Magen.

Das Jahr hindurch kann viel Wasser den Berg hinablaufen.

Das Junge folgt der Mutter.
Das Kalb folgt der Kuh.

Das Kalb lehrt die Kuh kalben.

Das Kalb lernt von der Kuh.

Das Kalb muss oft statt der Kuh herhalten.

Das kann die blinde Frau mit dem Stocke fühlen.

Das Kind, das seine Mutter verachtet, hat einen stinkenden Atem.

Das Kind fällt wieder in der Mutter Schoß.

Das Kind fällt zur ärgern Hand.

Das Kind ist in den Brunnen gefallen.
(Das Unglück ist passiert.)

Das Kind sagt nur, was es gehört.


Das Kind sagt wohl, dass man's schlägt, aber nicht warum.

Das Kleid macht den Mann.

Das Kleid macht keinen Mönch.

Das Kleid ziert den Mann, wer es hat, der zieh' es an.

Das kleine Horn spricht zum großen Horn: Hätt' ich die Macht wie du, ließ' ich erfrieren das Kalb in der Kuh.

Das Kleine wird gestohlen, das Große genommen.

Das kleinste Ding ist auch zu ehren: Eine Nadel mag einen Schneider ernähren.

Das Kloster währt länger denn der Abt.

Das kommt mir spanisch vor!

Das kommt vom langen Predigen.

Das Korn bleibt auch nicht immer grün.

Das Korn mag, wie es will, geraten, die frühe Saat geht vor der spaten.

Das Kraut kenn ich, sagte der Teufel, da setzte er sich in die Brennnesseln.

Das Kräutlein Geduld wächst nicht in jedem Gärtlein.

Das Kreuz gefasst ist halbe Last.

Das Kreuz wohl gefasst ist halb getragen.

Das Künklein*26, das du anlegst, musst du abspinnen.
(Das Sprichwort bedeutet, für seine Taten, muss jeder selbst die Folgen tragen. Andere Sprichwörter mit der gleichen Bedeutung: Den Brei, den du angerührt, musst du ausessen. und Der den Brei gekocht hat, muss ihn auch selbst ausessen.)

Das Küssen ist nur ein Abwischen.

Das Lächeln ist Pforte und Tür, durch die viel Gutes kommt.

Das Leben beginnt mit dem Ruhestand.

Das Leben besteht nicht darin, gute Karten zu erhalten, sondern mit den Karten gut zu spielen.

Das Leben ist den Reichen lang, den Armen kurz.

Das Leben ist der beste Lehrer.

Das Leben ist ein Buch, in dem die Hoffnung auf jedes Blatt einen Wunsch für uns geschrieben hat.

Das Leben ist ein ständiges Treuloswerden. Nur das Wie unterscheidet die Proleten von den Kultivierten.


Das Leben ist kein Ponyhof.

Das Leben ist kein Wunschkonzert.

Das Leben ist schön, aber kostspielig.

Das Leben ohne Unfall ist eine tote See, die nichts als Torheit und Gestank gebiert.

Das Leben wirkt mehr als die Lehre.

Das Leichte schwimmt oben.

Das Lernen hat kein Narr erfunden.

Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Das liebe Geld kann alles.

Das Los stillt den Hader*13.

Das Löwenmaul hat ein Hasenherz.

Das Mangelholz hängt ihm vor der Tür.

Das Maul ist der Münzer.

Das Maul ist des Leibes Henker und Arzt.

Das Mehr gilt.

Das meiste Teil am Menschen ist Weiberfleisch.

Das Messer schneidet das Wasser bis auf den Boden.

Das möchte einen Stein erbarmen!

Das mögt ihr sieden oder braten!

Das Morgengebet eröffnet das Fenster von dem Zimmer unserer Seele um die Sonne der Gerechtigkeit einzulassen, das Abendgebet aber schließt die Tür für die Wollust und die höllische Finsternis.

Das Münch[n]er Kind kennt keinen höhern Turm als den Frauenturm.

Das Mus ist noch nicht gar.

Das muss wohl ein schlechter Hund sein, der des Pfeifens nicht wert ist.

Das Nachgeld macht den Markt.

Das Nächste, das Liebste.

Das Nest werden sie wohl finden, aber die Vögel sind ausgenommen.

Das Papier ist geduldig.
Papier ist geduldig.

Das Papier lässt drucken, was man will.

Das passt wie die Faust aufs Auge.
Es passt – wie die Faust aufs Auge.

Das Pech, was mer net hawwe, is unser Glück.
(aus Frankfurt/Main)

Das Pfeiflein muss lauten wohl, so man Vögel fangen soll.

Das Pferd beim Zaume, den Mann beim Wort.

Das Pferd braucht zu viel Streu.
(Als früher nur Pferde zum Ziehen von Wagen zur Verfügung standen, wurden die Pferde von Königen und hohen Staatsdienern am besten und aufwendigsten versorgt und gepflegt. Später (vor 1900) wurde der Sinn des Sprichworts auf eitle Frauen ausgeweitet, je eitler oder anspruchsvoller Frauen sind, desto mehr Aufmerksamkeiten und Zuwendungen verlangen sie.)

Das Pferd, das am besten zieht, bekommt die meisten Schläge.
Das Pferd, das am meisten zieht, bekommt am wenigsten Hafer.

Das Pferd, das den Hafer verdient, bekommt ihn nicht.

Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt dessen wenig.

Das Pferd ist gut, aber lahm.
(Auch ein charakterlich guter Mensch kann für manche Arbeiten oder Aufgaben unbrauchbar sein.)

Das Pferd ist oft klüger als sein Reiter.


Das Pferd muss man anders satteln.
(Eine bestimmte Sache muss anders gemacht oder angefasst werden.)


Das Pferd soll zur Krippe gehn, nicht die Krippe zum Pferd.

Das Pferd stirbt oft, eh das Gras wächst.

Das Pferd will wohl den Hafer, aber nicht den Sattel.

Das Recht entschuldigt das Weib in der Unwissenheit.

Das Recht hat eine wächserne Nase.

Das Recht ist an beide Füße gerecht wie ein polnischer Stiefel.

Das Recht ist des Stärksten.

Das Recht ist des Wachenden, das Glück des Schlafenden.

Das Recht ist gut, aber die Rechtspraktika taugt nichts.

Das Recht ist wohl ein guter Mann, aber nicht immer der Richter.

Das Recht schiert haarscharf.

Das Recht wär' wohl gut, wenn man's nicht krumm machte.

Das Recht wird weder weiter noch enger.

Das Reich Gottes hält keine Pauker und Geiger.

Das Reich ist nicht einig.

Das reichste Kleid ist oft gefüttert mit Herzeleid.

Das Reisen kost't Geld, doch sieht man die Welt.

Das Retardat frisst die Kuxe.
(Ein Kux ist/war ein Anteil an einem Bergwerk. Im Gegensatz zu Aktionären mussten Kuxbesitzer die im Bergwerksunternehmen aufgelaufenen Schulden zu bestimmten Stichtagen anteilsmäßig aus eigenem Vermögen bezahlen. Konnte der Kuxinhaber nicht bezahlen, wurden die Kuxe ins Retard (Rückstand) gestellt. Wenn nach Ablauf einer Frist noch nicht bezahlt werden konnte, verlor der Inhaber seine Anteile, die dann an die anderen oder auf dem freien Markt verkauft werden konnten. So hat der Retard (Rückstand) die Kuxe (Anteile) gefressen.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Retardat  und  https://de.wikipedia.org/wiki/Kux )

Das Ross wird nicht nach dem Sattel beurteilt.

Das Schaf hat einen goldenen Fuß.

Das Schaf trägt sich selbst keine Wolle.

Das Schenken pflegt's mit sich zu bringen, dass man des Schenkers Lied muss singen.

Das Schiff geht nicht immer, wie der Steuermann will.

Das Schiff hängt mehr am Ruder denn das Ruder am Schiff.

Das schlimmste Fleisch ist am übelsten vor Fliegen zu bewahren.

Das Schlimmste kommt erst nach.

Das schlimmste Rad am Wagen knarrt am ärgsten.

Das Schneckenleben ist das Beste.

Das schönste Grün wird auch Heu.

Das Schwerste muss am meisten wiegen.

Das Seil, womit man fangen will, muss gedreht sein.

Das Seine ist nicht sein, er spart's einem andern.

Dass eine Mücke sollt' husten wie ein Pferd, das ist unmöglich.

Das sein soll, das schickt sich wohl.

Dass es recht sei, zwei Pfründe zu haben, verstehen nur die nicht, welche bloß eine haben.

Dass Gott erbarm'! Sieben Suppen und keine warm.

Das sind alte Kamellen, die riechen nicht mehr.
Das sind alte Violen, die riechen nicht mehr.

Das sind die ärgsten Diebe, die man im Hause hat.

Das sind Sägen, die schneiden kein Holz.

Das sind unsre Sitten. Wo zweien sind, da zausen sie den dritten.

Dass man der Dornen acht, haben die Rosen gemacht.


Dass man in eine andre Haut schlüpfe, hilft nicht in den Himmel.

Das Spiel braucht Aufseher.

Das Stündlein bringt das Kindlein.

Ein Stündlein bringt oft, was Jahre nicht bringen.

Dass viele irregehn, macht den Weg nicht richtig.

Dass viele Unrecht gehen, macht deshalb den Weg nicht Recht.

Da steckt der Besen raus.
(Die Herrschaften, Hausherren, sind nicht zu Haus.)

Da stehen die Holzschuhe.

(Man wartet umsonst auf etwas oder jemanden.)

Da stehen die Ochsen am Berge!

Das Tintenfass steht auf des Kaisers Tisch.

Das Tischrecht heißt: Nimm für gut, wie man dir tut.

Das Trünklein macht schwatzen.

Das Unglück kommt bei Haufen.

Das Unglück muß man überbösen.

Das Urteil ist gesprochen, der Stab, der ist gebrochen.

Das versengt mir den Weiher nicht.

Das Versprechen füllt den Magen nicht.

Das Vieh ist wie der Stall.

Das vorige Jahr war immer besser.

Das wär' das Rechte, dann kommst du vom Hund auf den Bettelsack.

Das wär' einer, sagte der Teufel, da kriegt' er einen Schneider bei den Beinen.

Das war ein Wurf, sagte Hans, da schmiss er seine Frau zum Dachfenster hinaus.

Das war getroffen, sagte der Jung, da schmiss er seiner Mutter ein Aug aus dem Kopf.

Das währt von der Vesper bis die Hühner auffliegen!

Das Wasser ist am besten an der Quelle.

Das Wasser ist gesund (gut), aber nicht in den Schuhen.


Das Wasser läuft den Berg nicht hinauf.


Das Wasser läuft immer den Berg hinab.

Das Wasser rinnt ins Meer zurück, doch kehrt zurück kein Augenblick.

Das Wasser schmeckt nach dem Brunnen, die Untertanen nach der Obrigkeit.

Das Wasser will über die Körbe gehen.

Das Weib fragt, der Mann sagt.

Das Weib ist ein Geschwinddoktor: Sie hat eine List erfunden, so oft sie auf die Erde sieht.

Das Weib und der Ofen sind eine Hauszierde.

Das Werk lobt den Meister.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 9, 24: „Das Werk lobt den Meister, und einen weisen Fürsten seine Rede.“)

Das Werk schlägt dem Meister nach.

Das Wetter erkennt man an dem Wind (Den Vater an dem Kind, den Herrn an dem Gesind).

Das Wetter schlägt gern in die hohen Türme.

Das Wild frisst armer Leute Brot und der Teufel den Jäger.

Das will ich mit schwarzer Kreide an den Kesselhaken schreiben.

Das will ich tun, es ist des Vaters Wille.

Das will mehr sagen, als ohne Stegreif in den Sattel springen.

Das Wirtshaus gleicht der Nacht von Trunkenheit.

Das Wirtshausschild mahnt andere einzukehren und bleibt selbst draußen.

Das Wissen hilft nichts, wenn man nicht darnach tut.

Das wollen wir den Gelehrten befehlen.

Das Wort, das deinen Freund verletzt, ist schärfer als das schärfste Schwert.

Das Zepter soll Augen haben.

Das Zukünftige ist ungewiss.

Davonlaufen ist ein kurzer Auszug, wenn's Glück einem den Zins aufkündigt.

Davon weiß niemand außer Gott und Menschen.

Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen.

Dazu gehört mehr als Brot essen.

Dazu hat Buchholz kein Geld (nicht).
(Das Sprichwort geht auf den Preußenkönig Friedrich II, der Große, zurück. Sein Schatzmeister hieß August Buchholz, und immer wenn der König eine Ausgabe ablehnen wollte oder kein Geld für etwas da war, sagte er diesen Satz. Da oft nicht für alles etwas vorhanden war, besonders nach dem Siebenjährigen Krieg, kam dieser Satz so oft, dass er zum Sprichwort wurde.)

Dazu muss man die hölzerne Brille aufsetzen.
Deich und Land gehört zusammen.
(Vergleichbar mit dem dem anderen Rechtssprichwort: Wer nicht kann deichen, der muss weichen.)

Deinen Freund wähle eine Stufe über dir, deine Frau eine Stufe unter dir.

Deinen Lohn sollst du nicht wissen.

Deinetwegen wird kein Ochse kalben.
(Das bedeutet, mancher hält sich für so wichtig oder klug, das er meint, wegen ihm passiert das Unmögliche.)

Dein Feind wünscht dir nur das Gemeine, dein Freund zerbeißt dir Kieselsteine.

Dein Fund, mein Halb.

Dein Pferd, dein Weib und dein Schwert leih nicht her.

Dein Weib, dein Schwert und dein Pferd magst du wohl zeigen, aber nicht ausleihen.