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Deutsche Sprichwörter
Über 19.000 deutsche Sprichwörter
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Wie macht / produziert man Sprichwörter?

Dafür muss man laut Wander: „das für diesen Zweck gebildete Sprachgefühl – ich (Wander) möchte es das Sprichwörterohr nennen – besitzen. . . und dann kann nichts als das rasch erkannte Gepräge, das dem Sammler eigene Sprachgefühl, der Sprichwörter-Instinkt, wenn ich so sagen darf, entscheiden.
Ich habe die Sprichwörter nach den obigen Ansichten aufgenommen, auch von keinem meiner geehrten Mitarbeiter einen tabellarischen Nachweis darüber verlangt, ob es ein wirkliches, normal entstandenes, durch Volksbeschluss als solches bestätigtes Sprichwort und nicht ein untergeschobener Wechselbalg sei; . . und mein Leben schien mir zu kurz, um bei jedem einzelnen Ausspruch, den ich bei einem Schriftsteller, in einer Zeitung angeführt fand, oder der mir von einem Sammler und Mitarbeiter geboten wurde, lange und unfruchtbare Erörterungen obiger Art anzustellen. Wenn ich ein Sprichwort einmal auf der Straße oder im Umgange hörte, wenn ich es einmal in einer Schrift angeführt fand, wenn es mir als Sprichwort zugesandt wurde, so nahm ich es in meine Sammlung auf. So ganz ohne Prüfung bin ich indes nicht verfahren; ich sah zunächst schon auf den sprichwörtlichen Charakter und suchte womöglich die Quelle anzugeben, aus der geschöpft war, das Land oder den Ort, wo es vernommen worden u. s. w.,“
(aus der Vorrede zum ersten Band des Deutschen Sprichwörter Lexikons Seite 13 - 14)

Aus den Text von Abraham a Sancta Clara hat Karl Friedrich Wilhelm Wander geschöpft und laut seinem Vorwort sämtliche Sprichwörter, Gleichnisreden, überhaupt alles, was sprichwörtliches Gepräge habe, sorgfältig gelesen und ausgezogen und 1838 in seinem Buch „Abrahamisches Parömakon“ veröffentlicht. Dass die Sprichwörter augenscheinlich nicht bekannt sind, soll der Ursache geschuldet sein, dass sie von Abraham a Sancta Clara so eigentümlich formuliert sind und wohl selten angewandt werden.

Die ersten 5 „Sprichwörter“ aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara ausgezogen lauten in Wanders Buch „Abrahamisches Parömiakon“ von 1838, teilweise mit anderem Wortlaut als bei A. a Sancta Clara:
 
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich. — Nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwandten Leib erwecken.
 
2. Weiber und Weinbeeren machen alle Beutel leer.
Oder:
3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
 
4. Auf den Weinmonat folgt im Kalender der Wintermonat, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler.
 
5. Die Kandel und Andel bringen einen armen Wandel, deswegen sollte Bacchus von Rechtswegen in der einen Hand einen Regimentsstab, in der andern einen Bettelstab führen; nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren.
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Der Originaltext aus „Judas Der Ertz-Schelm“ von Abraham a Sancta Clara, Bd. 1. Salzburg, 1686, auf Seite 4 bis 5 lautet:
"Zu Dotrecht in Holland war nicht gar vor vielen Jahren ein Gesell, welcher fein sauber all das Seinige verschwendet durch stete Schlemmerei und Unsauberkeit, denn diese beide gemeiniglich verwandt sind und wenn Bacchus hinter dem Ofen sitzt, so heizt die Venus ein und sind diese so nahe beieinander, wie der Knopf bei der Hose. Auch zeigt es die öftere Erfahrung, dass Feuchtigkeit und nässe den Kalk anzündet, nicht weniger tut das Übermaß des Weintrinkens ungebührende Venusflammen in dem verwanden Leib erwecken, die Weiber aber und Weinbeere machen mehristen Teil alle Beutel eitel und gleichwie in dem Kalender auf den Weinmonat der Wintermonat folget, also auf vieles und ungezähmtes Weinsaufen geht es gemeiniglich kühl her und schleicht die Armut ein, wie ein stummer Bettler. Dessenthalben soll Bacchus von Rechts wegen in einer Hand ein Regimentsstab, in der anderen Hand ein Bettelstab führen. Nicht weniger auch Venus tut die Taschen leeren, bringen also die Kandl und Andl einen Menschen zu einem armen Wandel."
(Andere Ausgaben sind gleichlautend.)

Allein das „Sprichwörterohr“ von Wander erkannte diese „Sprichwörter“, unabhängig davon, das sie nicht als Sprichwörter im Umlauf waren. Alle Stellen, in denen diese als „Sprichwörter“ auftauchen, datieren nach 1838 und haben wohl aus Wanders Werk geschöpft. Aus der Zeit vorher gibt es keine auffindbare Quelle, in der ein Spruch außerhalb des Textes von Abraham a Sancta Clara zitiert wird.
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Einträge im Deutschen Sprichwörter Lexikon von Wander:
   
1. Wenn man den Kalk anfeuchtet, so entzündet er sich.
(Stichwort Kalk Nr. 13, angegebene Quelle: Parömiakon, 1.)

2. Weiber und Weinbeer machen alle Beutel leer.
(Stichwort Weib Nr. 1128, angegebene Quelle: Parömiakon, 2, Leipziger Tageblatt, Nr. 260 vom 16.9.1864, Seite 1 (Spruch von Abr. a Sancta Clara))
(Möglicherweise hat Wander diesen Spruch in Anlehnung an ein anderes Sprichwort bei Sailer, Seite 100 formuliert: „Drei W machen viel Beutel leer: Würfel, Weiber, Weinbeer'.“ Würfel oder Spiel in Verbindung mit Weib und Wein oder Weinbeere kommen auch in anderen Sprichwörtern und bei anderen Autoren öfters vor.)

3. Die vollsten Beutel machen Weiber und Weinglas eitel.
(Stichwort Beutel Nr. 24, im Sprichwörter Lexikon von Wander ohne Quellenangabe.)

4. Auf den Weinmonat folgt der Wintermonat.
(Stichwort Weinmonat Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 4.)

5. Kandel und Andel bringen einen armen (bösen) Wandel.
(Stichwort Kandel Nr. 1, angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
    Andel und Kandel machen einen bösen Wandel.
(Stichwort Andel (Diminutiv von Anna), angegebene Quelle: Parömiakon, 5)
Weitere von Wander angegebene Quellen, in denen aber ein etwas anderer Text für das Sprichwort steht. Wander bemängelt den anderen Text bei Karl Simrock als Druckfehler. Wahrscheinlich hat Braun 1840 von Wander (1838) abgeschrieben und den Text etwas verändert, alle anderen dann von ihm.:
    Kandel und Andel bringen einen warmen Mantel.
(Braun 1840, Nr. 1740; Marbach 1842, Seite 52; Simrock 1846, Nr. 5395; Wilhelm Körte zweite Auflage 1861, Nr. 4085 (sind ein warmer Mantel.) Nicht in Körtes 1. Auflage von 1837 enthalten)
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Von Wander angegebenen Quellen zu Sprichwörtern von Abraham a Sancta Clara stammen aus seinem eigenen Buch „Abrahamisches Parömakon“ von 1838, also von ihm selbst oder von anderen, die ihrerseits von ihm abgeschrieben haben. So kann man aus Texten vieler Autoren mit etwas Geschick und Sprichwörterohr Sprichwörter herausziehen und mit Wortumstellungen zu Sprichwörtern machen. Auf Seite 5 der Vorrede in Band 1 des Sprichwörter Lexikons zitiert Wander aus einem Gutachten der Gesellschaft für deutsche Sprache in Berlin „Weil es als Münze, unbesehen und unverändert umläuft, wird nicht jeder Denk- noch Sinnspruch zum Sprichwort." Leider richtet sich Wander nicht danach. Etliche seiner „Sprichwörter“ sind keine Sprichwörter, da sie nie als Sprichwörter unter den Menschen bekannt geworden sind oder umgehen. Sie bleiben, was sie vorher waren, Zitate aus Büchern anderer Autoren, auch wenn sie später bei Wander als „Sprichwörter“ abgeschrieben wurden. Nur wenn sie auch in anderen Quellen zu finden sind, sind es wahrscheinlich wirklich Sprichwörter.

Ein Beispiel für ein echtes Sprichwort durch ältere Quellen:
„Er schickt sich in alle Sättel.“ steht in „Abrahamisches Parömakon“ unter Nr. 2764. Bei A. a Sancta Clara steht im „Wohl angefüllter Weinkeller“ auf Seite 471: „Ein Schmeichler schickt sich in alle Sättel.“ Hier hat auch Sancta Clara ein Sprichwort zur Verdeutlichung seiner Gedanken verwendet. Ältere Quellen finden sich in der deutschen Ausgabe der Baierische Chronik von Johannes Aventin (1477 - 1534), herausgegeben 1566 (Auf alle Sachen und alle Sättel geschickt.), in „Florilegium Ethico-Politicum“ von Jan de Gruytere (1560 - 1627) aus dem Jahr 1612 und 1630 im Politischen Blumengarten von Christoph Lehmann (1568 - 1638), (bei beiden : „Zu schimpf und ernst auf alle Sättel gerecht.“).

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Das Papier ist geduldig.
Papier ist geduldig.

Das Papier lässt drucken, was man will.

Das passt wie die Faust aufs Auge.
Es passt – wie die Faust aufs Auge.

Das Pech, was mer net hawwe, is unser Glück.
(aus Frankfurt/Main)

Das Pfeiflein muss lauten wohl, so man Vögel fangen soll.

Das Pferd beim Zaume, den Mann beim Wort.

Das Pferd braucht zu viel Streu.
(Als früher nur Pferde zum Ziehen von Wagen zur Verfügung standen, wurden die Pferde von Königen und hohen Staatsdienern am besten und aufwendigsten versorgt und gepflegt. Später (vor 1900) wurde der Sinn des Sprichworts auf eitle Frauen ausgeweitet, je eitler oder anspruchsvoller Frauen sind, desto mehr Aufmerksamkeiten und Zuwendungen verlangen sie.)

Das Pferd, das am besten zieht, bekommt die meisten Schläge.
Das Pferd, das am meisten zieht, bekommt am wenigsten Hafer.

Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt (bekommt) ihn nicht.

Das Pferd, das den Hafer verdient, kriegt dessen wenig.

Das Pferd ist gut, aber lahm.
(Auch ein charakterlich guter Mensch kann für manche Arbeiten oder Aufgaben unbrauchbar sein.)

Das Pferd ist oft klüger als sein Reiter.


Das Pferd muss man anders satteln.
(Eine bestimmte Sache muss anders gemacht oder angefasst werden.)


Das Pferd soll zur Krippe gehn, nicht die Krippe zum Pferd.

Das Pferd stirbt oft, eh das Gras wächst.

Das Pferd will wohl den Hafer, aber nicht den Sattel.

Das Recht entschuldigt das Weib in der Unwissenheit.

Das Recht hat eine wächserne Nase.

Das Recht ist an beide Füße gerecht wie ein polnischer Stiefel.
An beiden Füßen gerecht, wie ein polnischer Stiefel.
Wie ein polnischer Stiefel, an beiden Füßen gerecht.
Man, werf' ihn, wie man will, so fällt er, als die Kaz', immer auf die Füße, und ist, wie ein polnischer Stiefel, rechts und links gewöhnt.
(Unbeständiger als eine Wetterfahne. Ein polnischer Stiefel ist für beide Füße geeignet, genauso wie Meinung oder Ansicht eines Menschen, der seinen Mantel in den Wind hängt und sich dem anschließt, was die Zeit erfordert, aber sich jederzeit umorientieret, wenn der Wind sich dreht. Genauso kann man das Recht drehen, bis es einem passt. Ein Sprichwort, dass seit der Reformationszeit belegt ist und zeitweise diejenigen meinten, die es mit den Katholiken oder den Protestanten hielten, wie es gerade gebraucht wurde und besser für sie war. Selbst heute verstehen es manche Politiker vortrefflich ihre Meinung zu sagen, die später zu allem passt, egal wie sich eine Sache entwickelt. Dieser Meinung war schon Samuel von Butschky und Rutinfeld (1612 - 1678), der die Politiker 1677 in seinem Buch „Pathmos, enthaltend sonderbare Reden und Betrachtungen“ auf Seite 449 beschrieb: „Der heutige Politicus ist ein Mann, der sich in alle Sättel, zu allen Leuten und in alle Zeiten schicken kann; der ein Fuchs und ein Hase ist; links und rechts, wie ein polnischer Stiefel; der Predigen kann wenn er gleich nicht darauf studieret hat; mahlen ohne wahrhafte Farben, der das Recht längern, engern, erklären, schattieren und alles zu seinen Nutz ausziehen kann. Er muss sein wie die Priester in dem Alten Testament, der den unterschiedlichen Aussatz zu beurteilen weiß; kann er nun solche Kunst Geldfarb verstellen; so bezaubert er den Einfältigen wider seinen Willen.“)
https://digitale.bibliothek.uni-halle.de/vd17/content/pageview/8011331
(Ebenso 1630 in „Florilegium Politicum. Politischer Blumengarten“ von Christoph Lehmann unter Geschicklichkeit Nr. 11: „Der ist geschickt, der zugleich Fuchs und Hase sein kann, der ist wie eine Katz, man werf ihn, wie man wolle, so falle er auf die Füß. Ist links und rechts, wie ein polnischer Stiefel und visirlich ist wie ein Weidsack, auf welche Seiten man greife, da findet man ein Loch.)
https://books.google.de/books?id=bhdVAAAAcAAJ&hl=de&source=gbs_navlinks_s

Das Recht ist des Stärksten.

Das Recht ist des Wachenden, das Glück des Schlafenden.

Das Recht ist gut, aber die Rechtspraktika taugt nichts.

Das Recht ist wohl ein guter Mann, aber nicht immer der Richter.

Das Recht schiert haarscharf.

Das Recht wär' wohl gut, wenn man's nicht krumm machte.

Das Recht wird weder weiter noch enger.

Das Reich Gottes hält keine Pauker und Geiger.

Das Reich ist nicht einig.

Das reichste Kleid ist oft gefüttert mit Herzeleid.

Das Reisen kost't Geld, doch sieht man die Welt.

Das Retardat frisst die Kuxe.
(Ein Kux ist/war ein Anteil an einem Bergwerk. Im Gegensatz zu Aktionären mussten Kuxbesitzer die im Bergwerksunternehmen aufgelaufenen Schulden zu bestimmten Stichtagen anteilsmäßig aus eigenem Vermögen bezahlen. Konnte der Kuxinhaber nicht bezahlen, wurden die Kuxe ins Retard (Rückstand) gestellt. Wenn nach Ablauf einer Frist noch nicht bezahlt werden konnte, verlor der Inhaber seine Anteile, die dann an die anderen oder auf dem freien Markt verkauft werden konnten. So hat der Retard (Rückstand) die Kuxe (Anteile) gefressen.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Retardat  und  https://de.wikipedia.org/wiki/Kux )

Das Ross wird nicht nach dem Sattel beurteilt.

Das Schaf hat einen goldenen Fuß.

Das Schaf trägt sich selbst keine Wolle.

Das Schenken pflegt's mit sich zu bringen, dass man des Schenkers Lied muss singen.

Das Schiff geht nicht immer, wie der Steuermann will.

Das Schiff hängt mehr am Ruder denn das Ruder am Schiff.

Das schlimmste Fleisch ist am übelsten vor Fliegen zu bewahren.

Das Schlimmste kommt erst nach.

Das schlimmste Rad am Wagen knarrt am ärgsten.

Das Schneckenleben ist das Beste.

Das schönste Grün wird auch Heu.

Das Schwerste muss am meisten wiegen.

Das Seil, womit man die Wahrheit aus dem Brunnen zieht, ist schon lange zerbrochen.

Das Seil, womit man fangen will, muss gedreht sein.

Das Seine ist nicht sein, er spart's einem andern.

Dass eine Mücke sollt' husten wie ein Pferd, das ist unmöglich.

Das sein soll, das schickt sich wohl.

Dass es recht sei, zwei Pfründe zu haben, verstehen nur die nicht, welche bloß eine haben.

Dass Gott erbarm'! Sieben Suppen und keine warm.

Das sind alte Kamellen, die riechen nicht mehr.
Das sind alte Violen, die riechen nicht mehr.

Das sind die ärgsten Diebe, die man im Hause hat.

Das sind Sägen, die schneiden kein Holz.

Das sind unsre Sitten. Wo zweien sind, da zausen sie den dritten.

Dass man der Dornen acht, haben die Rosen gemacht.


Dass man in eine andre Haut schlüpfe, hilft nicht in den Himmel.

Das Spiel braucht Aufseher.

Das Stündlein bringt das Kindlein.
Das Stündlein bringt's.

Ein Stündlein bringt oft, was Jahre nicht bringen.

Dass viele irregehn, macht den Weg nicht richtig.

Dass viele Unrecht gehen, macht deshalb den Weg nicht Recht.

Da steckt der Besen raus.
(Die Herrschaften, Hausherren, sind nicht zu Haus.)

Da stehen die Holzschuhe.

(Man wartet umsonst auf etwas oder jemanden.)

Da stehen die Ochsen am Berge!

Das Tintenfass steht auf des Kaisers Tisch.

Das Tischrecht heißt: Nimm für gut, wie man dir tut.

Das Trünklein macht schwatzen.

Das Unglück kommt bei Haufen.

Das Unglück kommt uns mit Maltern zu und nimmt mit Mäßlein wieder ab.
Das Unglück kommt mit Pfunden und nimmt mit Unzen ab.
(Malter = ein altes deutsches und Schweizer Volumenmaß für Schüttgut für Getreide, Hülsenfrüchte, Kohle, Torf und Holz. Je nach dem Ort oder dem material konnte es verschiedene Größen zwischen 100 Liter bis 1,5 Kubikmeter haben. Maß = kleines Hohlmaß unterschiedlicher Größe.)

Das Unglück muss man überbösen.

Das Unglück, so man andern stift, den Täter endlich selbst trifft.

Das Urteil ist gesprochen, der Stab, der ist gebrochen.

Das versengt mir den Weiher nicht.

Das Versprechen füllt den Magen nicht.

Das Vieh ist wie der Stall.

Das vorige Jahr war immer besser.

Das wär' das Rechte, dann kommst du vom Hund auf den Bettelsack.

Das wär' einer, sagte der Teufel, da kriegt' er einen Schneider bei den Beinen.

Das war ein Wurf, sagte Hans, da schmiss er seine Frau zum Dachfenster hinaus.

Das war getroffen, sagte der Jung, da schmiss er seiner Mutter ein Aug aus dem Kopf.

Das währt von der Vesper bis die Hühner auffliegen!

Das Wasser ist am besten an der Quelle.

Das Wasser ist gesund (gut), aber nicht in den Schuhen.


Das Wasser läuft den Berg nicht hinauf.


Das Wasser läuft immer den Berg hinab.

Das Wasser rinnt ins Meer zurück, doch kehrt zurück kein Augenblick.

Das Wasser schmeckt nach dem Brunnen, die Untertanen nach der Obrigkeit.

Das Wasser will über die Körbe gehen.

Das Weib fragt, der Mann sagt.

Das Weib ist ein Geschwinddoktor: Sie hat eine List erfunden, so oft sie auf die Erde sieht.

Das Weib ist gemacht aus einer krummen Rippe, darum haben die Nonnen alle so krummen Sinn.

Das Weib und der Ofen sind eine Hauszierde.

Das Werk lobt den Meister.
(Ursprung des Sprichworts ist die Bibel, Jesus Sirach 9, 24: „Das Werk lobt den Meister, und einen weisen Fürsten seine Rede.“)

Das Werk schlägt dem Meister nach.

Das Wetter erkennt man an dem Wind (Den Vater an dem Kind, den Herrn an dem Gesind).

Das Wetter schlägt gern in die hohen Türme.

Das Wild frisst armer Leute Brot und der Teufel den Jäger.

Das will ich mit schwarzer Kreide an den Kesselhaken schreiben.

Das will ich tun, es ist des Vaters Wille.

Das will mehr sagen, als ohne Stegreif in den Sattel springen.

Das Wirtshaus gleicht der Nacht von Trunkenheit.

Das Wirtshausschild mahnt andere einzukehren und bleibt selbst draußen.

Das Wissen hilft nichts, wenn man nicht darnach tut.

Das wollen wir den Gelehrten befehlen.

Das Wort, das deinen Freund verletzt, ist schärfer als das schärfste Schwert.

Das Zepter soll Augen haben.

Das Zukünftige ist ungewiss.

Davonlaufen ist ein kurzer Auszug, wenn's Glück einem den Zins aufkündigt.

Davon verliert keine Katze den Schwanz.

Davon weiß niemand außer Gott und Menschen.

Da weiß ich keinen Ärmel anzusetzen.

Dazu gehört mehr als Brot essen.

Dazu hat Buchholz kein Geld (nicht).
(Das Sprichwort geht auf den Preußenkönig Friedrich II, der Große, zurück. Sein Schatzmeister hieß August Buchholz, und immer wenn der König eine Ausgabe ablehnen wollte oder kein Geld für etwas da war, sagte er diesen Satz. Da oft nicht für alles etwas vorhanden war, besonders nach dem Siebenjährigen Krieg, kam dieser Satz so oft, dass er zum Sprichwort wurde.)

Dazu muss man die hölzerne Brille aufsetzen.

Deich und Land gehört zusammen.
(Vergleichbar mit dem dem anderen Rechtssprichwort: Wer nicht kann deichen, der muss weichen.)

Deinen Freund wähle eine Stufe über dir, deine Frau eine Stufe unter dir.

Deinen Lohn sollst du nicht wissen.

Deinetwegen wird kein Ochse kalben.
(Das bedeutet, mancher hält sich für so wichtig oder klug, das er meint, wegen ihm passiert das Unmögliche.)

Dein Feind wünscht dir nur das Gemeine, dein Freund zerbeißt dir Kieselsteine.

Dein Fund, mein Halb.

Dein Gut befiehl dem Trägen nicht.

Dein Pferd, dein Weib und dein Schwert leih nicht her.

Dein Weib, dein Schwert und dein Pferd magst du wohl zeigen, aber nicht ausleihen.
Dem Alten soll man nicht ins Maul sehen.

Dem Anfang muss man widerstreben.

Dem Apotheker traue der Teufel, beide haben viel Büchsen.

Dem Arbeiter ein Brot, dem Feierer zwei.

Dem Arbeiter hilft Gott.

Dem Ärgsten gibt man das beste Teil (gehört das Beste).

Dem ärgsten Zimmermann das beste Beil.
Dem ärgsten Zimmermann gibt man das beste Beil.
Dem schlechtesten Arbeiter gibt man das beste Beil.
Dem schlechtesten Werkmann gibt man das beste Beil.

Dem Argwohn gehört ein Beil.
(Das Sprichwort besagt, dass man dem Argwohn den Kopf mit einem Beil abgeschlagen sollte.)


Dem Armen beschert Gott alle Jahre ein Kind und dem Reichen ein Rind.

Dem Armen gegeben ist wohl gesät.
Den Armen gegeben, ist wohl gesät.

Dem Armen geht viel ab, dem Geizigen alles.

Dem Armen helfen in der Qual, ist das beste Kapital.

Dem Armen hilf, den Bettler verjag.

Dem Armen läuft die Armut nach.

Dem Armen schmeckt sein Kartoffelbrei besser, als dem Reichen sein Braten.

Dem Armen steht jedes Kleid wohl.

Dem Armen wird immer das Ärgste zuteil.
Einem Armen wird allzeit das Ärgste.

Dem Backen geht das Kneten vor.

Dem Beichtvater, Arzt und Advokaten darf man nichts verschweigen.

Dem Beklagten gebührt das letzte Wort.

Dem Betrübten ist übel geigen.

Dem Bettler gib: Trag Wasser in ein Sieb.

Dem Bösen braucht man keinen Boten zu senden.

Dem, der früh aufsteht, hilft Gott und leitet ihm die Hand.

Dem Diebe will kein Baum gefallen, daran er hänge.
Es will dem Diebe kein Baum gefallen, daran er hängen soll.

Dem Dieb teilt man den Galgen zu.

Dem die Kuh gehört, der fasst sie bei den Hörnern.

Dem die Kuh ist, der nimmt sie beim Schwanz.

Dem Dreisten und dem Schalk gib gleiches Stück.

Dem Drescher gehört ein Flegel in die Hand.

Dem Durstigen ist hart, wer nie gedürstet hat.

Dem einen gehn die Haare aus, dem anderen die Gedanken.

Dem einen Hund ist's leid, wenn der and're in die Küche geht.

Dem einen tödlich, dem andern lässlich.

Dem es allezeit zu früh dünkt, der kommt gewiss zu spät.

Dem Esel, der's Korn zur Mühle trägt, wird die Spreu

Dem Esel Haferstroh, dem Pferd den Hafer.

Dem Esel träumt von Disteln.

Dem es wohl ergeht, der hat manchen Freund.

Dem Faulen fällt das Faule zu.

Dem Faulen gefällt kein Block, den er kloben (zerschneiden) soll.

Dem Faulen ist am wohlsten, wenn er schläft.

Dem Faulen wächst das Seine unter der Stauden.

Dem Faulert geht d' Arbeit von der Hand, wie's Pech von der Wand.

Dem Faulpelz geht die Arbeit von der Hand wie das Pech von der Wand.

Dem Feigen zeigt das Glück den Rücken.

Dem Feind mit Gift nachstellen ist auch unehrlich.

Dem Fisch den Köder, der Maus den Speck.
Dem Fisch wird ein Köder, der Maus ein Specklein geschenkt.

Dem Fleißigen guckt der Hunger wohl zuweilen ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.

Dem fleißigen Hamster schadet der Winter nicht.

Dem Fleißigen hilft Gott.


Dem fliehenden Feinde baue goldne Brücken.

Dem Flüchtigen soll man folgen.

Dem Fremden soll man die Ehre lassen.

Dem Frommen ist Gott, dem Bösen seine Armut Gesetz.

Dem Frommen legt man ein Kissen unter, dem Schalke zwei.

Dem Furchtsamen rauschen alle Blätter.

Dem Geizigen ist alles ums Geld feil, selbst seine Seele und sein Gott.

Dem Geiz ist nichts genug, der Natur wenig.
Der Natur ist wenig, dem Geiz nichts genug.

Dem Geiz ist nichts zu viel.

Dem Gescheidten widerfährt keine kleine Torheit.

Dem Gesunden fehlt viel, dem Kranken nur eins.

Dem Gewissen kann man keinen Affen drehen.

Dem Gläubigen wird der Schuldner an Hand und Halfter gegeben.

Dem Glück ist niemand stark genug.

Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.
(auch in Österreich)

Dem Gottlosen die Hefen.

Dem Gottlosen die Neige.

Dem Guten kommt all Ding gut zu.

Dem Habenichts kann auch der Teufel nichts stehlen.

Dem Hasen ist nicht wohler, als wo er geworfen ist.

Dem Hennengreifer ist eine rechte Frau nicht hold.

Dem Herzen hilft's, wenn der Mund die Not klagt.

Dem Hobel zu viel Eisen geben.
(Das bedeutet, man behandelt eine Sache zu grob und unsanft. Mit zu viel Eisen hobelt man zu große Späne aus dem Holz.)

Dem Höheren nachgeben, bringt dem Geringeren keine Schande.

Dem hungrigen Bauch schmeckt alles wohl.

Dem Hungrigen ist harr' ein hartes Wort.
(harr' = harren, warten. Der Magen muss vor allem andern befriedigt werden. Das Überleben muss gesichert sein, bevor man sich um irgendetwas anderes kümmert.)

Dem Hungrigen ist nicht gut predigen.

Dem ist kein Glück beschert, der sein sich wehrt.

Dem ist oft nichts beschert, der allzu viel begehrt.

Dem Kuppler ein Paar Schuh und die Hölle dazu!

Dem Lässigen gerät der Handel nicht.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 12, 27: „Einem Lässigen gerät sein Handel nicht; aber ein fleißiger Mensch wird reich.“)

Dem Leiher geht man entgegen bis vors Tor; dem Forderer schlägt man die Tür von Weitem zu.
Dem Leiher geht man entgegen bis ans Tor, dem Mahner schlägt man die Tür vor der Nase zu.

Dem Lügner sieht man so tief ins Maul als dem Wahrsager.

Dem Lümpli, das Stümpli.

Dem Mächtigen (Mächtigeren) zürnen ist Torheit.

Dem Magern gehn leicht die Hosen herunter.

Dem Manne ein Weib, dem Buben die Rute.

Dem Mann ein Vogel, sagte jener Fuhrmann und legte die Gans vor sich.

Dem Manne ziemt Klugheit und der Frau Geduld.

Dem Mann ist es keine Ehre, eine Frau zu schlagen.

Dem Maul abgedarbt ist so gut wie der Pacht von einer Wiese.

Dem Meister vom Handwerk soll man glauben.

Dem Menschen tut weh, was beißt oder sticht, aber dem guten Gewissen nicht.

Dem Mond kann man kein Kleid anmessen.

Dem Mutigen gehört die Welt.
Den (Der) Mutigen gehört die Welt.

Dem Mutigen hilft Gott.

Dem Nagel geschieht ebenso weh, wie dem Loch.

Dem Narren wäre zu helfen, wenn man die rechte Ader träfe.

Dem Ochsen, der da drischt, soll man das Maul nicht verbinden.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem fünften Buch Mose: 25, 4 „Du sollst dem Ochsen, der da drischt, nicht das Maul verbinden.“)

Dem Pöbel muss man weichen, will man ihm nicht gleichen.

Dem Pöbel weicht auch der Teufel.

Dem Pöbel weich', tu's aber ihm nicht gleich.

Dem Räuber ist es leid, wenn er wenig findet.

Dem Recht ist (tut) öfters Hülfe not.

Dem Recht will nachgeholfen sein.

Dem reichen Walde wenig schadet, dass sich ein Mann mit Holz beladet.

Dem Reichtum ist alles verwandt.

Dem Reinen ist alles rein.
(Sprichwort mit Ursprung in der Bibel, aus dem Brief des Paulus an Titus 1, 15 „Den Reinen ist alles rein; den Unreinen aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern unrein ist beides, ihr Verstand und ihr Gewissen.“)

Dem Ross eine Geißel, dem Esel einen Zaum, dem Narren eine Rute auf den Rücken.
Für das Ross gehört ein Zaum, für den Esel ein Prügel und für den Narren eine Rute.
(In vielen Sprichwörtern das Gleiche, die Esel werden geschlagen oder geprügelt, damit sie Lasten tragen. Früher mussten sie die Mehlsäcke schleppen, heute sind es die Touristen, wie auf Santorin. Im Sprichwort und in der Wirklichkeit, wenn die Esel nicht mehr wollen oder wegen Überbelastung nicht mehr können, werden sie geschlagen, oder aussortiert. Im Internet zu sehen: www.focus.dewww.reisereporter.deTierschutzverein-santorini)

Dem Sänger protzt der Bauch, so man ihn zu singen bittet.

Dem Satten schmeckt das Beste nicht.

Dem schlafenden Fuchs läuft keine weise Maus in den Mund.

Dem schlafenden Wolf läuft kein Schaf ins Maul.

Dem Schmeichler und dem Wolfe ist nicht zu trauen.
(Beide sind listige und gefährliche Betrüger. Diese Erklärung aus dem 19. Jahrhundert hat sich gegenüber dem Wolf als unrichtig erwiesen. Die heute in den Wäldern lebenden Wölfe gehen, wenn möglich, den Menschen aus dem Wege und flüchten vor ihnen. Bei vielen Schmeichlern trifft die alte Erklärung aber auch heute noch zu.)

Dem Schuldigen klopft das Herz.

Dem Schuldigen läuft die Katze bald über den Rücken.

Dem Schuldigen schaudert.

Dem Schuldigen wackelt das Mäntlein.

Dem Seiler gerät's am besten, wenn's hinter sich geht.

Dem seine Speise stürzt, kann sie nicht all aufraffen.

Dem Stammelnden ist nicht zu trauen.

Dem Storch gefällt sein Klappern wohl.

Dem Teufel braucht man keinen Schwur zu halten.

Dem Teufel muss man bisweilen auch einen Maien stecken.

Dem Teufel muss man zwei Kerzen aufstecken, dass er uns ungeschoren lasse.

Dem Teufel opfert man am meisten.

Dem Teufel wehrt man mit dem Kreuz, den Leuten mit Fäusten.

Dem Tode ist der Knecht so lieb wie der Herr.

Dem Tod ist niemand zu stark.

Dem trunkenen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen (geladener Wagen weichen).
Dem Trunknen soll ein Fuder Heu ausweichen.
Einem Rauschigen weicht ein Fuder Heu aus.
Einem vollen Bauer soll auch ein beladener Wagen ausweichen.
Einem vollen Mann soll ein Fuder Heu ausweichen.

Dem Übel soll man entgegengehen und stehn.

Dem Unglück braucht man keinen Boten zu schicken, es kommt von selber wohl.

Dem Unglück kann man nicht entlaufen.

Demut, diese schöne Tugend, ehrt das Alter und die Jugend.


Demütiger Mönch, hoffärtiger Abt.

Demütig Gebet geht durch den Himmel.

Demut ist eine Mutter der Ehre.

Demut ist eine schöne Zier.

Demut ist zu allen Dingen gut.

Dem Verdienste seine Krone.

Dem Vielen fehlt das Viel.

Dem Wasser ist nicht zu trauen, es reißt den Mühlgang weg.

Dem Weisen widerfährt keine kleine Torheit.

Dem Willigen ist gut winken.

Dem Wind und dem Narren lass seinen Lauf.

Dem Zimmermann ist im Sommer keine Kanne zu teuer und im Winter keine Rinde zu hart.

Dem Zorn geht die Reue auf Socken nach.

Dem Zornigen soll man das Schwert nehmen.

Dem Zuschauer ist keine Arbeit zu viel, kein Spiel zu hoch.
Dem Zuschauer ist kein Spiel zu hoch.
Keinem Zuschauer war je ein Spiel zu hoch.

Dem Zweifler gebührt nichts.
Den alten Hund ist schwer bellen lehren.

Den Argwohn fliehe wie das Gift, weil er gar oft die Unschuld trifft.

Den Argwohn kannst du leicht betrügen, sprich wahr, so wird er sich selbst belügen.


Den Armen bittet niemand zur Hochzeit.

(Das Sprichwort wird auch noch positiv für diejenigen ausgelegt, die den Armen ignorieren und nicht einladen, da der jetzt auch noch die Ausgaben für ein Geschenk sparen kann.)

Den Armen kennt niemand, der Reiche hat überall Vettern.

Den Armen machet reich der Wein, drum sollt' er allzeit trunken sein.
(Einem Grundsatz, dem viele verfallen sind; warum sollten sich sonst so viele ständig sinnlos betrinken, um nicht reich zu werden. Richtig ist das Gegenteil: Weil sie sich ständig betrinken, sind so viele Trinker arm! Nur der Staat wird reich, durch die Branntweinsteuer.)

Den Bauern erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel.

Den Bauern gehört Haberstroh.

Den Bauern ist gut pfeifen.
(Ein Jahrhunderte altes Sprichwort mit dem Vorurteil, Bauern verstehen keine komplizierten Zusammenhänge, sondern nur einfachste Zeichen.)

Den Baum an der Frucht, den Buben an der Zucht.

Den Baum, darunter man schauern will, soll man ehren.

Den Baum erkennt man an den Früchten.

Den Baum muss man biegen, weil er jung ist, wird er alt, so will er ungebogen sein.

Den Baum muss man stutzen, der zu hoch will wachsen.

Den Beladenen soll man nicht meiden.

Den Bogen bricht Spannen, und Nachlassen den Zorn.

Den Bösen ist's leid, wenn's den Frommen wohl gehet.
Wenn's den Frommen wohl gehet, ist's den bösen leid.

Den Bösen missfallen ist ein Lob.
Den einen wärmt die Sonne, den andern blendet sie.
Den Brei, den du angerührt, musst du ausessen.
Der den Brei gekocht hat, muss ihn auch selbst ausessen.
Der den Brei gekocht hat (bläst), der esse ihn.
(Das bedeutet, für selbst verursachten Schaden oder Unglücke ist jeder selbst verantwortlich. Jeder muss das , was er verursacht hat auch selbst wieder in Ordnung bringen. Gleiches gilt auch für die Suppe, die man sich einbrockt.)

Den Dieb soll man henken, die Hur ertränken.

Den Eichenbaum vor die Stadt, Eichenlaub stinkt.

Den einen Pfeil dem anderen nachsenden.
(Falsche Beharrlichkeit, weiter in eine aussichtslose Sache investieren.)

Den einen sticht man mit der Nadel,
den anderen mit der Heugabel.


Den einen wärmt die Sonne, den andern blendet sie

Den ersten mäßig, den anderen fräßig, den dritten toll und voll, so bekommt uns das Aderlassen wohl.


Den ersten Tag ein Gast, den zweiten eine Last, den dritten stinkt er fast.

Den Esel führt man nur einmal aufs Eis.

Den Esel kennt man bei den Ohren, am Angesicht den Mohren und bei den Worten den Toren.

Den Esel meint man, den Sack schlägt man.
Er schlägt auf den Sack und meint den Esel.
Man schlägt den Sack und meint den Esel.
Man schlägt auf den Sack und meint den Müller.

Den Esel will jedermann reiten.
Auf einem Esel will jedermann reiten.

Den Feind schlägt man eher mit Rat als mit Tat.

Den Flüchtigen soll man verfolgen.

Den Fortschritt verdanken die Menschen den Unzufriedenen.

Den Freund erkennt man in der Not.

Den Freund soll man nie mit dem Munde küssen, dass ihm das Herz darüber wehe tue.

Den Freund strafe heimlich, lobe ihn öffentlich.
(Das bedeutet, man sollte andere unter vier Augen tadeln oder korrigieren oder öffentlich loben und auszeichnen. Damit kann der andere besser werden und vor anderen sein Gesicht waren und man selbst hat einen Freund und Unterstützer von eigenen Interessen gewonnen. Bei öffentlichem Tadel wird man wahrscheinlich gewesene Freunde verlieren und sich Feinde machen. Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 18,15: „Sündigt aber dein Bruder, so gehe hin und halte es ihm vor zwischen dir und ihm allein. Hört er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.“)

Den Freund zu erkennen, musst du erst ein Scheffel*29 Salz mit ihm gegessen haben.
Nenne niemanden deinen Freund, wenn du nicht schon mindestens einen Scheffel*29 Salz mit ihm gegessen hast!
(Selbst wenn nur die kleinste Größe einer Scheffel von 17,38 Litern angenommen wird, würde es sehr lange dauern, bis die darin enthaltenen 17 Kilogramm Salz verbraucht wären. Bei der empfohlenen Tageshöchstmenge würde es zu zweit ca. 4 Jahre dauern. Da man mögliche Freunde nicht täglich sieht, wird es wahrscheinlich erheblich länger dauern. Das bedeutet, um zu erkennen, ob jemand ein wirklicher Freund ist, wird es sehr lange dauern, oft Jahrzehnte.)

Den Fuchs muss man mit Füchsen fangen.

Den Gaul (Das Pferd) beim Schwanz (von hinten) aufzäumen.
Er zäumt den Gaul beim Schwanze auf.

Den Geizhals und ein fettes Schwein sieht man im Tod erst nützlich sein.

Den Geiz und die Augen kann niemand (er)füllen.

Den Geschickten hält man wert, des Ungeschickten niemand begehrt.
(Es scheint gleich zu sein, jemanden zu irgendwohin zu schicken oder zu senden, er geht dorthin. Trotzdem kann ein Gesandter ungeschickt sein.)

Den Glauben gibt der Pastor.

Den großen Balken auf seiner Nase sieht er nicht, aber den kleinen Splitter in meinem Auge.

Den Großen weichen ist keine Schande.

Den guten Tag muss man erst am Abend loben.

Den guten Wein und den tapfern Mann soll man nicht nach seinem Herkommen fragen.

Den Hafen*15 am Klang, den Narren am Sang.

Den Herrn von Nichts kann niemand bestehlen.

Den Himmel in'n Augen, die Welt zu'n Füßen.

Den Hund schickt man nicht nach Bratwürsten.

Den Hungrigen ist nicht gut predigen.

Den Kampf mit dem Schicksal können Freunde für und mit uns kämpfen; Seelenkämpfe müssen wir allein ausringen.

Denk auf faule Tage und arbeite drauflos.


Denk nicht dran, so tut's (dir) nicht weh.


Denk nichts, was nicht alle Leute wissen dürfen, rede nichts, was nicht alle Leute hören dürfen, tu nichts, was nicht alle Leute sehen dürfen.

Denk nimmer dran, wer dir unrecht hat getan.

Denk oft an den Tag, den niemand vermeiden mag; wer stets gedenkt zu sterben, kann nimmermehr verderben.

Den Kopf halt kühl, die Füße warm, das macht den besten Doktor arm.

Den Kranken ärgert die Fliege an der Wand.

Den Krebs straft man nicht mit Ersäufen.

Den Letzten beißen die Hunde.

Den Mai muss man nehmen, wann er kommt, und käm' er zu Weihnachten.
Man muss den Mai oder die Zeit nehmen, wie sie kommt.
(Mit Mai ist hier eigentlich nicht der Monat, sondern die Gefühle des Menschen, die er mit dem Mai verbindet, gemeint. Man sollte die Gelegenheiten oder Möglichkeiten nutzen, egal wann sie kommen, da man nicht weiß, ob sie wiederkehren.)

Den Männern, die zu viel befehlen, wird selten gehorcht.

Den man nicht kennt, dem folgt man nicht gern.


Den Mantel auf beiden Schultern tragen.
(Wer den Mantel auf beiden Schultern trägt, will es sich mit zwei unterschiedlichen Seiten nicht verderben und redet beiden nach dem Mund. Er passt sich an die jeweiligen Umstände an, ist listig, falsch und unzuverlässig. Das bedeutet aber auch, dass keine der beiden Seiten ihm trauen kann, weil er den jeweils anderen verrät. Das Sprichwort stammt aus dem frühen Mittelalter, als die Mäntel der Männer noch nicht wie die heutigen waren. Sie bestanden aus einem viereckigen Tuch, von dem die zwei Zipfel einer Seite mit einer Spange auf der rechten Schulter gehalten wurden. Der recht Arm war frei und behielt seine volle Bewegungsfreiheit.)

Den Meineidigen henkt man über alle Diebe.

Den Menschen gibt man mit Geben, Gott mit Nehmen und Danken.

Den Mund soll man schnüren.

Den Müßigen sticht das Bett überall.

Den (Einen) Nackten kann man nicht ausziehen.


Den Narren am Kopf, am Klange den Topf.

Den Narren bringt sein eigen Glück um.
(Ursprung des Sprichworts ist in der Bibel, Die Sprüche Salomos 1, 32: „Denn den Unverständigen bringt ihre Abkehr den Tod, und die Toren bringt ihre Sorglosigkeit um,“)

Den Narren macht die Hoffnung reich.

Den Ochsen hält man bei den Hörnern, den Mann beim Wort, die Frau beim Rock.
Den Ochsen beim Horne, den Mann beim Worte, die Frau beim Rocke.
Den Ochsen soll man bei den Hörnern nehmen, den Mann beim Worte, die Frau beim Rock.

Den Ofen heizt man nur, dass er wieder wärme.

Den Prozess mit Wein begießen hilft.

Den Reben und der Geiß wird es nie zu heiß.

Den Römern wächst die Rebe im Herzen, den Griechen im Munde.

Den Sack aufhalten ist leichter als ihn füllen.

Den Schuldigen schreckt eine Maus.


Den Sommer schändet kein Donnerwetter.

Den Sperling speist man mit einem Mücklein, der Löwe muss auf einmal ein ganzes Schaf haben.

Den Stein, den du nicht heben kannst, den sollst du liegen lassen.
Den Stein, den ich nicht heben kann, lass ich liegen.
Den Stein, den man nicht heben kann, muss man in Frieden liegen lassen.
Den Stein, den man nicht heben kann, muss man liegen lassen.
Den Stein, den man nicht heben kann, soll man lassen liegen.
Den Stein, welchen man nicht heben kann, muss man liegen lassen.
(Ein Sprichwort und schon vor Jahrhunderten war der genaue Wortlaut bei allen immer etwas anders. Schon Luther soll dieses Sprichwort gekannt und verwendet haben (oberste Version, 1824). Die Erklärung in einem Buch mit seinen Sprichwörtern, gesammelt aus seinen Schriften 1824 herausgegeben dazu lautet: „Was wir nun tun können, das sollen wir tun, was wir nicht können ausrichten, lasse bleiben.“ Eine weitere Erklärung braucht es nicht, das Sprichwort spricht für sich selbst.)

Den Stein, den man allein nicht heben kann, soll man selbander liegen lassen.
Wer einen Stein nicht allein heben kann, soll ihn auch selbander liegen lassen.
(selbander = seit kurzem (nach ~1950) veralteter Begriff aus dem mittelhochdeutschem stammend. Das Wort ist praktisch aus zwei einzelnen zusammengesetzt: Das selb aus selber oder selbst, und das ander aus der/die/das andere oder anders. Früher wurde der andere noch als der zweite verstanden, so hieß selbander man selbst und ein zweiter = zu zweit. Entsprechen sind auch mehr Personen möglich: selbdritt, selbviert und mehr. Als Synonym werden heute meist zusammen, gemeinsam, miteinander oder andere gebraucht. Je nach Kontext können sie aber ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.)

Den Stein nach dem Senkel und nicht den Senkel nach dem Steine.
Der Stein nach dem Senkel und nicht der Senkel nach dem Steine.
(Ein Sprichwort, bei Simrock (Nr.9869) mit „Den“ und bei Eiselein (Seite 578) mit „Der“. Bei Wander steht es im Sprichwörter Lexikon als zwei Sprichwörter in Band 4, mit „Den“ in Spalte 808 unter Stein Nr. 13, mit „Der“ in Spalte 819 unter Stein Nr. *245. Beim Ersteren stehen beide, Simrock und fälschlich auch Eiselein als Quellen, beim Zweiten steht keine. Aus einem Sprichwort werden durch unterschiedliche Schreibweise zwei gemacht.
Als Drittes steht bei Wander in Spalte 809 unter Stein Nr. 30 das folgende. Als Quelle ist ein lateinischer Text von Plutarch „Ad amussim applica lapidem, non ad lapidem amussim.“ im Buch Novus thesaurus adagiorum latinorum von Binder (1861) genannt, den er wohl so übersetzt hat.
Der Stein muss sich nach der Schnur, die Schnur nicht nach dem Stein fügen (richten).

Den Stolz hat man umsonst, das Brot muss man kaufen.

Den Tauben ist gut predigen.


Den Teufel jagt man hinaus, der Satan kommt wieder herein.

Den Teufel muss man anbeten, dass er einem keinen Schaden tut.

Den Teufel sind wir los, die Bösen sind geblieben.

Den Teufel zu beherbergen kostet einen klugen Wirt.

Den Teufel zur Tür hinauswerfen und seine Großmutter zum Fenster einlassen.
(Aus dem Regen in die Traufe. Aus der Asche ins Feuer, aus dem Fegefeuer in die Hölle fallen. Ein schlimmer Zustand wird noch weiter verschlimmert, der Unglückliche wird noch unglücklicher oder wenn man erst kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu.)


Den Tod frisst ein jeder am ersten Brei.

Den toten Löwen kann jeder Hase an der Mähne zupfen.

Den trägen Mann spornt der Hunger an.


Den Vater kennt man an dem Kind, den Herrn an seinem Hausgesind.

Den Vogel kennt man am Gesang, den Hafen*15 an dem Klang, den Esel an den Ohren, und am Gesang den Toren.

Den Wassertrinker geht kein Schick an.

Den Willen gibt Gott, den Zwang die Not.

Den will ich mit der gleichen Münze bezahlen.
(Vergleichbar mit: Wie man in den Wald ruft, schallt es heraus oder Wie du mir, so ich dir.)

Den Ziegel und den bösen Mann niemand reinwaschen kann.