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Deutsche Sprichworte
Über 17.000 deutsche Sprichwörter auf 39 Seiten
E bis Ein F
Flagge von Deutschland
In allen Sprichwörtersammlungen sind auch etliche Rechtssprichwörter enthalten. Einige sind eindeutig erkennbar, anderen sieht man es nur auf den zweiten Blick an. Es sind volkstümlich gewordene Rechtsgrundsätze, die aus Landesrechten oder Gesetzen entlehnt wurden, dem Brauchtum oder Religion entstammen, allgemeine Rechtsregel oder aus Gewohnheitsrecht und Sitten entstanden sind. Nachdem 1532 die Constitutio Criminalis Carolina, auf Deutsch die „Peinliche Halsgerichtsordnung“ von Kaiser Karl V. für das ganze Reich in Kraft trat, wurden auch seine Bestimmungen in Form von Sprichwörtern im Volk bekannt. Ebenso fanden an vielen Orten regionale Besonderheiten ihren Niederschlag. Die überall verstreuten Rechtssprichwörter wurden später von einigen Rechtsgelehrten in extra Sammlungen zusammengeführt. Zum besseren Verständnis fügten einige Autoren zusätzlich mehr oder weniger ausführliche Erklärungen bei. In deutscher Sprache gehören dazu:

Thesaurus Paroemiarum Germanico-Juridicarum, Teutsch-juristischer Sprichwörterschatz von Georg Tobias Pistorius Leipzig 1716-25

Grundsätze der deutschen Rechte in Sprichwörtern, durch Anmerkungen erläutert von Johann Friedrich Eisenhart, mehrere Ausgaben zwischen 1759 und 1823

Rechtsregeln und Sprüche, herausgezogen aus des Wiguläus Xaver Alois Freiherrn von Kreittmayr Anmerkungen zu den bairischen Gesetzbüchern. München 1848.

Deutsche Rechtssprichwörter. Gesammelt und erläutert von Julius Hubert Hillebrand, Zürich 1858.

Deutsche Rechtssprichwörter, unter Mitwirkung von J.C. Bluntschli und K. Maurer gesammelt und erklärt von Eduard Graf und Mathias Dietherr. Nördlingen 1864.

Vorher gab es entsprechende Veröffentlichungen meist in Lateinischer Sprache, wie es auch heute wieder einige gibt:

Lateinische Rechtsregeln und Rechtssprichwörter, zusammengestellt, übersetzt und erläutert von Detlef Liebs. Verlag C. H. Beck München, 1982, 2007, ISBN: 978-3-406-56294-5. Lateinische Rechtsregeln mit deutscher Übersetzung und entsprechenden heutigen Paragrafen.

Die Liste ist nicht vollständig. Einige alte Bücher sind im Internet verfügbar oder als Nachdrucke wieder zu bekommen. Dazu gilt, die Rechtssprichwörter sind alt, manchmal mehrere Jahrhunderte, sie sind selbst nie Recht gewesen. Sie geben nur geltendes oder vermeintliches Recht früherer Zeiten volksnah als Sprichwort wieder. Manches kann heute noch seine Gültigkeit haben, kann aber auch ganz anders sein. Einige Rechtsnormen haben sich im Vergleich zur noch nicht lange vergangenen Vergangenheit stark geändert: Die Todesstrafe ist abgeschaft; früher wurde man für Diebstal im wert ab 5 Gulden (heute 5 €uro?) am Galgen gehengt. Ebenso hatten Frauen bis nach dem 2. Weltkrieg fast keine Rechte gegenüber den Männern (in vielen Sprichwörtern belegt und von manchen Männern zurückgewünscht). Bevor man sich auf plausible, logische und vermeintlich bekannte Rechtsauffassungen in Sprichwörtern verlässt, sollte man sich beim aktuell gültigen Recht erkundigen.

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Eben Recht ist weder eng noch weit.

Edel ist das Gemüt, nicht das Geblüt.


Edel ist, der edel tut.


Edelleute schlüpfen oft in Bubenhäute.

Edelleute und Hunde lassen die Tür auf.

Edel macht das Gemüt, nicht das Geblüt.

Edel sein ist gar viel mehr als adlig von den Eltern her.


Edel und unedel Blut ist von einer Farbe. Ist nur unsere Wiege nicht Durchlauchtig gewesen, so bemüht man sich durch Tugend, dass es das Grab werde.

Edel werden ist viel mehr, als adlig sein von Eltern her.

Eh der Hahn kräht, schlägt er mit den Fittichen.

Ehebruch scheidet nach Gottes Recht.

Ehe du ein Haus kaufst, erkundige dich nach den Nachbarn.


Ehe du Gott suchst, hat dich Gott schon gefunden.

Eh einer über den Rhein schwimmt, ertrinken zehne.

Eheleute verbrechen nichts, wenn sie sich schlagen.

Ehemänner, deren Frauen nicht schelten, sind im Himmel.

Ehestand, Ehrenstand.


Ehestand ist der heiligste Orden.

Ehestand ist kein Geschleck.
(Das bedeutet, zur Ehe gehören nicht nur die Freuden, sondern auch die Pflichten; nicht nur die guten Tage, sondern auch alle anderen, die meist in der Überzahl sind.)

Ehestand, Wehestand.

Eh man den Löffel zum Mund bringt, kann sich viel begeben.

Eh man lernt hangen, ist man halb tot.

Eh man noch ein Wörtchen spricht, weiß (schon) Gott, was uns gebricht.
Alsbald der Mensch ein Wörtlein spricht, so weiß Gott schon, was ihm gebricht.
Gott weiß, was gebricht, eh man ein Wörtlein spricht.
(Das Sprichwort hat seinen Ursprung in der Bibel, Das Evangelium nach Matthäus 6, 8: „Euer Vater weiß, was ihr bedürft, ehe denn ihr ihn bittet.“  Ein Sprichwort nach einem Bibelwort. Je nach Zeit und Ort entstanden verschiedene Variationen daraus. Wander hat sie als drei verschiedene Sprichwörter im Sprichwörter Lexikon: unter Gott Nr. 1140 in Band 2, Mensch Nr. 19 in Band 3 und Wörtchen ohne Nr. in Band 5 aufgeführt.)

Eh man's Hangen lernt, ist man halb erwürgt.

Ehrbar stolz ist neunmal stolz.

Ehrbar und fromm dringt durch die Wolken, das andre muss zurückbleiben.

Ehre dem Ehre gebührt.
Ehre wem Ehre gebührt.
(Ursprung des Sprichworts in der Bibel, Neues Testament, Brief an die Römer 13, 7. Dort ist es das Ende einer Aufzählung, in der man jedermann geben soll, was man ihm schuldig sei.)

Ehre folgt dem, der sie flieht, und flieht den, der sie jagt.

Ehre geht den Ehren vor.
(Das bedeutet, mancher wird von anderen geehrt, weil er Geld oder Macht hat, ist aber selbst durch sein Verhalten ehrlos. Viele haben sich durch Tugend und Handeln Ehre verdient, werden von anderen aber missachtet und werden nicht geehrt. Kommentar dazu von 1837: „Mancher ist mit Ehren beladen, wie ein Krebs mit Baumwolle.“)

Ehre geht doch billig vor Gut.

Ehre geht vor Gut (Reichtum).

Ehre, Glauben und Augen leiden keinen Scherz (vertragen keinen .

Ehre hat Schwere.

Ehre ist der Tugend Lohn.


Ehre ist der Tugend Schatten.

Ehre kannst du nirgends borgen, dafür musst du selber sorgen.

Ehre kommt von Höflichkeit, weniger von Schuldigkeit.

Ehre macht Künstler.
Ehre nährt Kunst.

Ehren beschweren; sind mehr verdrießlich als genießlich.

Ehren beschweren; Würden sind Bürden.

Ehrenhunger ist auch ein Hunger.

Ehrenworte binden nicht.
(Ehrenworte sind meist nur Höflichkeitsfloskeln, wie heutzutage beispielsweise die Anrede und die Grußformel in Briefen und E-Mails. Höflichkeiten sind trotzdem besser als die allgemein um sich greifenden Rohheiten und Beschimpfungen, die in der Öffentlichkeit oder anonym im Internet immer häufiger vorkommen.)

Ehrenwort ist drum kein wahr Wort.

Ehre und Hoffart sind Zwillinge.

Ehre vor der Welt ist Schaden im Beutel.

Ehrgeiz lebt vom Wind.

Ehrgeiz und Flöhe springen gern in die Höhe.


Ehr ist zu hüten schwer.

Ehrkauf, Reukauf.

Ehrlich bekannt ist halb gebüßt.

Ehrliche Hand geht durch alle Land.

Ehrliche Leute, aber schlechte Musikanten.

Ehrlicher Tausch ist kein Schelmstück.

Ehrlich gelebt und selig gestorben, heißt auf Erden genugsam erworben.

Ehrlich ist beschwerlich.

Ehrlichkeit bleibt der beste Reisepass.


Ehrlich macht reich, aber langsam geht's her.


Ehrlich oder tot.

Ehrlich scheut kein Licht.

Ehrlich währt am längsten, schuftig lebt in Ängsten.
(Ein Sprichwort, von dem meist nur die erste Hälfte gebraucht wird. Über den Wahrheitsgehalt lässt sich streiten, besonders nachdem in Deutschland Autobauer die Betrugsgewinne behalten dürfen und die ahnungslosen Käufer von Fahrzeugen mit Betrugssoftware den Schaden haben. Die großen lässt man eben laufen, wenn sie groß genug sind. Man hat immer mehr den Eindruck, Ehrlichkeit ist etwas für die Dummen, die es nicht besser wissen oder betrügen können. Schon 1837 meint Wilhelm Körte in seinem Sprichwörterbuch: „Auf die Frage: warum denn „Ehrlich“ am längsten währe? gab ein Schalk zur Antwort: „weil es nicht eben viel gebraucht und also auch nicht sobald abgenutzt werde!“)

Ehrlich währt ewig.

Ehrsucht – Ehrflucht.
Ehrflucht – Ehrsucht.
(Ein Sprichwort mit nur zwei Worten. Es ist in deutscher Sprache mit dem einen Wort und auch mit dem anderen Wort am Anfang verbreitet. Bei Simrock 1846 steht die erste, bei Körte 1837 die zweite Version und bei Petri 1605 und im Sprichwörter Lexikon von Wander gleich alle beide. Nur in dem Buch „Die Deutschen und Franzosen nach dem Geiste ihrer Sprachen und Sprichwörter“ von J. Venedey aus dem Jahr 1842 wird im Kapitel XII. Ehre. Rache., Seite 141 bis 146 erklärt, dass die erstere Version Ehrsucht – Ehrflucht.die richtige ist. Es bedeutet, wenn jemand Ehre sucht um der Ehre willen, wird sie vor und von ihm fliehen. Nur wer selbstlos aus eigener Tugend heraus gute Taten ausführt, der wird wirkliche Ehre erlangen. So steht bei Venedey, Seite 141: „So gibt nur das Werk, die gute That Ehre, und wo jene fehlen, ist auch diese nicht vorhanden; denn: „Ehre ist der Tugend Schatten," und somit weicht das Schattenbild, wo das Urbild schwindet.“)

Ehrsucht und Rache sterben allezeit vor Hunger.

Ehrt eure Kleider, sie ehren euch wieder.

Ehr und Eid gilt mehr als Land und Leut.

Ehr und Geld treibt alle Welt.

Ehr und Lohn machen getreue Diener.

Ei, beim Blitz! Das ist ein süßer Apfelschnitz!

Eichene Anschläge rotten nicht.
(Eichene steht hier für „eigene“, schlecht ausgesprochen kann man aber Eichene verstehen. Mit Anschläge sind Pläne oder Vorhaben gemeint. Da Eichenholz sehr haltbar ist, verrottet es sehr lange Zeit nicht, genauso hält man lange an seinen Plänen fest.)

Eichenlaub stinkt.
(Mit diesem Sprichwort wird ein anderes durch die Blume gesagt. Das Eichenlaub, das wirklich riechen kann, steht hier für Eigenlob. Dadurch wird ein Tadel abgemildert und höflich verkleidet. Es hört sich anders an, meint aber genau dasselbe.)

Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen.
(Das bedeutet, angeblich sollen bei Gewitter die Blitze eher in Eichen einschlagen, da sie wegen der tiefen Wurzeln besseren Kontakt zur Erde haben als Buchen mit ihren flacheren Wurzeln. Wahrscheinlicher ist, dass bei Buchen durch die glattere Rinde und den damit besseren Feuchtigkeitsfilm darauf der Blitz weniger Schaden am Baum hinterlässt als bei Eichen mit ihrer rauen Rinde. Die Folgen sind an der rauen Rinde später besser sichtbar. Für Menschen ist es aber gleich unter welchen baum er vom Blitz getroffen wird, man sollte Bäume bei Gewitter grundsätzlich meiden und sich so klein wie möglich machen, um keine große Angriffsfläche für Blitze zu bilden.)

Eid macht mündig.
(Das bedeutet, wenn früher vor einem Gericht ein unmündiges Kind eine Aussage unter Eid machen sollte, wurde das Kind damit für volljährig und mündig erklärt.)

Eid schwören ist nicht Rübengraben.

Eier in der Pfanne geben Kuchen, aber keine Kücken.

Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft.

Eifersucht, Leid mit Eifer sucht.

Eigen Brot nährt am besten.
Eigene Kost ist der beste Kauf.

Eigener Rauch wärmt mehr als des Nachbars Feuer.

Eigenes Gebrechen sieht man nicht.

Eigen Feuer kocht wohl.

Eigen Feuer und Rauch macht den Wirt und Bauer mündig.

Eigen Gewere macht Herren.

Eigen Gewissen ist mehr als tausend Zeugen.

Eigen hat man ohne allen Zins.

Eigen Herd ist Goldes wert; ist er gleich arm, hält er doch warm.

Eigen ist näher dem, der es hat, als dem, der darnach spricht.

Eigen Kohl schmeckt wohl.

Eigenliebe macht die Augen trübe.

Eigenliebe weckt des Hasses Triebe.

Eigenlieb ist ein Dieb.
(Das bedeutet, zu viel Eigenliebe vernebelt den Blick auf die Realität. Sie stiehlt einem den rechten Blick auf sich selbst und ein rechtes Urteil, nicht nur gegen sich selbst, sondern auch im Bezug auf andere.)

Eigenlieb ist niemand lieb.

Eigenlob ist zu grob.

Eigenlob, Narrenprob.

Eigenlob riecht nach Limburger Käse.

Eigenlob stinkt, Eigenruhm (Freundeslob) hinkt.
Eigenlob stinkt, Freundes Lob hinkt, Feindes (fremdes) Lob klingt.

(Ein Sprichwort, von dem meist nur die erste Teil gebraucht wird.)

Eigen Nest hält wie Mauer fest.

Eigennutz, ein schlechter Putz.

Eigennutz erwürgt auch den besten Freund.

Eigennützig, keinem nützlich.

Eigenruhm ist Neides Same (Lästerns wert).

Eigenruhm ist scheltenswert.

Eigenruhm steht niemand wohl an denn dem Alter.

Eigensinnig ist ärger als unsinnig.

Eigen was, wie gut ist das!

Eigenwille brennt in der Hölle.

Eigne Hühner, teure Eier, eigne Glocken, teu`r Gebeier, eigne Pferde, teure Fracht, eigne Hunde, teure Jagd.

Eignen Kopf muss man haben, weil man keinen zu leihen bekommt.

Eigner Herd ist Goldes wert.

Ei ist Ei, sagte der Küster, aber er nahm das Gänseei.

„Ei ist Ei“, sprach jener, und griff nach dem größten.

Eil bringt im Kriege Heil.

Eile bringt Weile.
Eile mit Weile.

Eilen ist des Rechts Stiefmutter.

Eilen macht oft Heulen.

Eilen tut nicht gut.

Eilen verführt die Eulen.

Eilesehr brach den Hals.

Ei, lieber Aff', dich erst besich, darnach lob' oder schelte mich.

Eilte der Hund nicht, so brächt` er nicht blinde Jungen zur Welt.

Ein Aas bleibt ein Aas.

Ein Aas, das der Rabe nicht riechen soll, muss tief liegen.

Ein Adler heckt keine Taube (bringt keine Taube hervor).
(Dem Furchtbaren und Starken darf man keine schuldlose oder sanfte Handlungsweise zutauen.)
Einen alten Baum verpflanzt man nicht.
Ein Advokat und ein Wagenrad wollen geschmiert sein.

Ein Aff bleibt ein Aff, werd er König oder Pfaff.

Ein Aff, eine Frau, ein Kind, ein trunkener Mann, kein Ding lang heimlich halten kann.

Ein alter Adler ist stärker als eine junge Krähe.

Ein alter Baum ist schwer verpflanzen.
Ein alter Baum lässt sich nicht mehr verpflanzen.
Einen alten Baum soll man nicht verpflanzen.
Einen alten Baum verpflanzt man nicht.

Ein alter Fuchs ist schwer zu fangen.

Ein alter Irrtum hat mehr Freunde als eine neue Wahrheit.


Ein alter Kapaun*17 ist gut bei den Küchlein.

Ein alter Karren knarrt so lange, bis er endlich bricht.

Ein alter Mann und ein altes Weib gehören zusammen.

Ein alter Mann und eine junge Maid, da gibt's mehr Leid als Freud'.

Ein alter Mann und ein junges Weib leben zusammen wie ohne Leib.


Ein alter Mann und ein junges Weib sind ein ungleiches Zeug.


Ein alter Mann zeugt Waisen.

(Das Sprichwort bedeutet: wenn ein Mann zu alt ist, wird er schon gestorben sein, wenn seine Kinder noch nicht Volljährig sind. Kaiser Friedrich III. (1415-1493) soll gesagt haben: Wenn man einen Alten höflich und glimpflich um das Leben bringen will, so soll man ihm ein junges Weib geben; das ist ein sonderlich und gewiss Gift.)


Ein Alter sieht besser hinter sich als ein Junger vor sich.


Ein Alter, so ein jung Weib heiratet, lädt den Tod zu Gaste.


Ein altes Dach bedarf vielen Ausbesserns.


Ein anderer sattelt das Pferd, ein anderer reitet darauf.
(Wer die Arbeit hat, hat oft keinen Nutzen davon, sondern ein anderer ohne eigene Anstrengungen. Es gibt etliche andere Sprichwörter mit gleicher Bedeutung, nur mit anderen Dingen, die ein eigentlich Unberechtigter nutzt.)

Ein anderes ist der Degen, ein anderes die Feder.

Ein Angler muss wissen, wann er ziehen soll.

Ein Apfel, der runzelt, fault nicht bald.
(Das Sprichwort soll ein Vergleich mit älteren Frauen sein, die ein zähes Leben haben.)

Ein Arbeiter muss zwei Feierer haben.

Ein Armer, der reich geworden und ein Bauer, der Edel ward, soll man nicht zu Freunden wünschen.

Ein armer Mann ist selten ein Graf.


Ein armer Mann kann oft nicht finden, was er braucht.


Ein armer Mann soll keine schöne Frau haben.


Ein Armer mit Tugend ist besser als ein Reicher mit einem Narrenkopf.

Ein Armer muss sich nach seiner Decke strecken.

Ein Armer muss sich seiner Armut nicht schämen.

Ein Armer ohne Schulden ist reich wie ein Fürst.

Ein Armer wirft eine Erbse durch ein Nadelöhr.

Ein aufrichtiges Donnerwetter ist besser als ein falsches Vaterunser.

Ein Auge ist Notdurft, zwei Hoffart.

Ein Augenzeuge gilt mehr denn zehn Ohrenzeugen.

Ein Aug ist lieb.

Ein Bach ist leichter aufzuhalten als ein Strom.

Ein Bastard bringt so groß Brot für einen Pfennig als ein Ehekind.

Ein Bauer kommt so bald in den Himmel als ein Edelmann.

Ein bellender Hund taugt nicht zur Jagd.

Ein beredter Reisegefährte ist so gut als ein Wagen.

Ein Bergmeister soll von Schlegel und Eisen herkommen.

Ein besser Recht ist Leibes Not als Herren Gebot.
(Ein altes Rechtssprichwort. Bei Gefahr für das eigene Leben ist man nicht mehr an Vorschriften, Gesetze oder Anordnungen gebunden und kann sich darüber hinwegsetzen. Für Befehle im Kriegsfall oder Katastrophen gelten besondere Bestimmungen.)

Ein Bett darf nicht alles sagen, was es weiß.

Ein Bettler neidet den andern.


Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Einbildung (und Furcht) ist ärger als die Pestilenz.

Einbildung vor der Zeit hindert Geschicklichkeit.

Ein bisschen krumm ist nicht dumm.

Ein bisschen schief bringt unter die Haube.

Ein bisschen schief hat Gott lieb.

Ein bisschen schief ist ehrlich.


Ein bisschen zu viel schadet mehr als ein bisschen zu wenig.


Ein bitteres Wort kommt aus bitterem Herzen.

Ein blinder Mann schoss einen Vogel.

Ein Blinder schluckt manche Fliege mit herunter.

Ein Blinder spottet des Hinkenden.

Ein Blinder weist dem andern den Weg.

Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn.
Eine blinde Henne findet auch wohl ein Korn.
Es findet wohl auch ein blindes Huhn ein Weizenkorn.

Ein blöder Hund wird selten fett.

Ein Bock lässt sich schwer melken.
(Dieses Sprichwort meint einen Geizigen, von dem man nichts bekommen kann.)

Ein Bock zeigt den andern an.

Ein bös Auge verderbt das andere.

Ein böser Batzen*2, der seinen Herrn nicht lösen will.

Ein böser Geselle führt den anderen zur Hölle.

Ein böser Mensch ist wie eine Kohle: er brennt oder schwärzt.

Ein böser Nachbar kann mehr schaden tun, als ein Fremder Erzfeind.

Ein böses Maul ist schärfer denn ein Schwert.

Ein bös Gerücht hat guten Wind, fliegt wie ein Adler gar geschwind.

Ein bös Gewissen hat Wolfszähne.

Ein bös Gewissen ist die Hölle auf Erden.

Ein bös Weib ist der Schiffbruch des Mannes.

Ein Brand alleine brennt nicht lange.

Ein Brieflein dabei wäre gut dabei.

Ein Brot, mit Schanden verdient, ist bald gegessen.
(Das bedeutet, Unrecht lohnt sich nicht. Den Lohn für unrechte oder verbotene Taten hat man bald verbraucht, das Unrecht bleibt aber lebenslang bestehen und verfolgt einen im schlechten Gewissen bis ins Grab.)

Ein Bube macht mehr Buben.

Ein Büffel ist ein groß Tier, doch kann er keinen Fuchs fangen.

Ein Busch voll Hasen hüten ist leichter, als eine Frau zu bewachen.

Ein Degen hält den andern in der Scheide.
Ein Schwert hält das andre in der Scheide.

Ein Dieb hat viel Rechts.
(Das bedeutet, man muss ihnen erst ihre Taten beweisen, bevor sie als Diebe verurteilt werden können.)

Ein Dieb ist nirgend besser als am Galgen.

Ein Dieb lässt nicht das Stehlen, so wenig als der Hund das Bellen.

Ein Dieb stiehlt sich selten reich.

Ein Dienst ist des andern wert.

Ein Ding freundlich auslegen ist eines frommen Gemüts.

Ein Ding ist eher gescholten, denn vergolten.

Ein Ding ist nicht bös, wenn man`s gut versteht.

Ein Ding wohl gelobt ist halb verkauft.

Ein Doktor kann wohl ein Narr, aber ein Narr kein Doktor sein.

Ein Doktor und ein Bauer wissen mehr denn ein Doktor alleine.

Ein Dorf ist leichter vertan, denn ein Haus erworben (verdient).

Ein Dorn sticht, ein Degen durchbohrt.

Ein dürrer Habich ist besser als ein fetter Hättich.

Ein dürres Blatt kann schon ein böses Gewissen erschrecken.

Eine alte Hure und neuer Wirt scheren am schärfsten.

Eine Arznei dient nicht für allen Schaden.

Eine Biene ist besser, denn tausend Fliegen.

Eine Biene ist so gut als eine Hand voll Fliegen.

Eine Blume macht keinen Kranz.

Eine böse Sieben.
(Mit einer bösen Sieben wurde seit dem 15. Jahrhundert eine böse zanksüchtige Frau bezeichnet. Der Ausdruck kommt von einem alten Kartenspiel, dem „Karnöffelspiel“ her, bei dem die Sieben den Teufel zeigte und die höchste Trumpfkarte war. Der Teufel war das Böse selbst und wurde nach Protesten später durch eine böse Frau ersetzt. Die Sieben zeigten später anstelle des Teufels das Bild eines streitenden Korbmacherehepaares, auf dem er seine böse Frau verprügelte, weil sie ihn verhöhnt hatte. Danach wurden böse, zanksüchtige Frauen oft einfach nur „Böse Sieben “ genannt. Ausführliche Erklärungen:
http://idiome.deacademic.com/2840/Sieben

http://universal_lexikon.deacademic.com/232291/Eine_b%C3%B6se_Sieben
https://www.textlog.de/schlagworte-boese-sieben.html )

Ein Edelstein gilt so viel, als ein reicher Mann (Narr) dafür geben will.

Eine Ehre ist der anderen wert.

Eine Eule heckt keinen Blaufuß.

Eine Fahre, eine Ahre.

Eine fette Henne und mageren Hahn hält man für die besten.

Eine fleißige Hausfrau ist die beste Sparbüchse.

Eine Frage steht frei.

Eine Frau, die fremde Männer lobt, steigt bald in ein fremdes Bett.

Eine Frau hat während der Ehe nichts als den blauen Himmel und den Spinnrocken.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Eine Frau kann mit dem Fingerhut mehr verschütten, als der Mann mit dem Eimer schöpfen kann.

Eine Frau kann unter der Schürze mehr wegtragen als sieben Pferde ziehen.
(aus Friesland)

Eine Frau mag ihre Ehre wohl kränken.

Eine Frau mag ihr Gut nicht hingeben ohne ihres Mannes Willen.
(Dieses Rechtssprichwort bedeutet wie oben, wenn früher eine Frau einen Mann heiratet, gab sie damit auch alle Rechte an ihrem Eigentum auf, nur der Mann durfte entscheiden und die Frau brauchte in der Ehe die Erlaubnis des Mannes, um über ihr eigenes Gut zu verfügen.)

Eine Frau sei noch so klein, sie stellt dem Teufel ein Bein.

Eine Frau sitzt nicht auf Eid und Pflicht.

Eine freche Zunge macht keinen frommen Mann.

Eine Freundschaft macht die andre.

Eine Furcht steckt die andere an, dass sie gar zum großen Feuer wird.

Eine gebratene Wurst hat zwei Zipfel.

Eine gezähmte Zunge ist ein seltener Vogel.

Eine goldene Wiege ist nicht immer eine gute Kinderstube.

Eine große Monstranz und wenig Heiligtum.

Eine gute Erinnerung kann nicht schaden.

Eine gute Hausmutter sieht lieber den Rauch in ihrem Hause als das Feuer auf einem fremden Herde.

Eine gute Predigt muss nicht zu breite Tressen haben, das Tuch muss noch daran zu sehen sein.

Eine gute Sache braucht nicht viel Worte.

Eine Haderkatze*12 bekämpft allzeit ihren Mann.

Eine Hälfte der Welt verlacht die andre.

Eine Hand voll Gewalt ist besser als ein Sack voll Recht.

Eine Hand wäscht die andere.
(Ursprünglich aus „Apocolocyntosis“ (Verkürbissung) von Seneca im Sinne von Veräppelung. Original lat.: „Manus manum lavat“ Die Fortsetzung lautet: . . gib etwas und du bekommst etwas. Wurde zum Sprichwort auch in Armenien, Kuba und anderen Ländern.)

Eine Hand wäscht die andere, beide waschen das Gesicht.


Eine Hand wäscht die andere, nur muss ein dritter nicht die Seife dazu hergeben sollen.


Eine hässliche Hand wird nicht schöner durch einen goldenen Ring.

(Ähnliches Sprichwort aus Russland: Eine hässliche Hand begehrt keines Ringes.)

Eine Hausfrau sei keine Ausfrau.

Eine Henne hat das Recht über neun Zäune.

Eine Henne kann mehr auseinanderscharren als sieben Hähne.

Eine Hintertür verderbt das Haus.

Eine Hochzeit macht die andre.

Eine Hochzeit wird nicht leicht vollbracht, eine andre wird dabei erdacht.

Eine Höflichkeit ist der andern wert.

Ein ehrlicher Mann ist ein Daniel in Babylon, ein Moses in Ägypten, ein Naaman in Syrien und ein Noah in der ganzen Welt.
(Verschiedene biblische Personen aus dem Alten Testament.)

Ein ehrlich geteiltes Halb frommt mehr denn ein Ganzes.

Eine hübsche Seele will auch einen hübschen Leib haben.

Eine Hure nimmt lieber mit einem Auge vorlieb als mit einem Buhler.

Eine Hur' ist jedermann gerecht.

Ein Eid hebt den anderen auf.

Ein Ei geht in vierundzwanzig Stunden durch drei Leiber.

Ein Ei macht einen vollen Wagen bersten.
(Gleiche Bedeutung wie die Sprichworte: Wenn das Gefäß voll ist, läuft's von einem Tropfen über. und Vom letzten Tropfen läuft der Eimer (das Fass) über. oder das arabische Sprichwort: Die letzte Feder bricht dem Kamel den Rücken.)

Ein Eisen macht das andere scharf.

Eine Jungfer steht für einen Mann.

Eine Jungfer, wie du willst, eine Witwe, wie sie will.

Eine Jungfrau ohn' Scham, ein Mensch ohne tun, der März in der Blum' und ein Sommer ohne Tau, des wird man am Ende nicht froh.

Eine Jungfrau schwächen ist wie eine Kirch erbrechen.

Eine Jungfrau, so heiratet, ehe sie verständig ist, stirbt, ehe sie sparsam wird.

Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann deshalb noch nicht singen.

Eine Katze hat neun Leben, und das Weib sieben Häute wie die Zwiebel.


Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Keine Kette ist stärker als ihr schwächstes Glied.

Eine kluge Hand macht nicht alles, was eine närrische Zunge schwatzt.

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

Es hackt kein Rabe dem andern ein Auge aus.
(Das Sprichwort gibt es auch in anderen Sprachen. Krähen und Raben und sollen bei Angriffen mit Vorliebe auf die Augen zielen. Im Mittelalter sollen sie den Gehenkten am Galgen zuerst die Augen herausgehackt haben. Das Sprichwort ist meist negativ gemeint. Gruppen von Gleichgesinnten, Berufs- und Standesgenossen und Banden halten meist zusammen und verraten oder schwärzen sich nicht gegenseitig an. Wir meist bei Fehlern, verbotenen Handlungen wie Diebstahl oder ähnlichen Handlungen verwendet, auf die eine Strafe oder sonstige für den Täter negative Konsequenz folgen würde.)

Eine Krähe heckt keine Turteltaube.

Eine Krähe macht keinen Winter.

Eine Krähe sitzt gern bei der andern.

Eine Kuh deckt viel Armut zu.

Eine Kuh im Frieden ist besser als drei im Kriege.

Eine Kuh kann nicht auf den Baum springen wie ein Eichhorn.

Eine Lüge muss noch andere sieben haben, damit man sie füttern kann, sonst hat sie weder Hand noch Fuß.

Eine Lüge zieht (schleppt) zehn andere mit sich (nach sich).

Einem Aushängeschilde ist nicht zu trauen.


Einem Bettler ist es leid, wenn er den anderen betteln sieht.

Einem bösen Menschen kommt auch sein böser Tag.

Einem Dieb ist nicht gut (was zu) stehlen.

Einem ehrlichen Mann tut keine Wunde so weh als eine Ohrfeige.

Eine Meile Wegs davon ist ein guter Panzer.

Einem faulen Arbeiter ist jeder Hammer zu schwer.

Einem Frommen gefallen ist besser denn vielen Bösen.

Einem gehenden Manne nimmt man kein Pferd.

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.
(Vergleichbares Sprichwort in Ungarn: Dem geschenkten Pferd schaue nicht auf die Zähne.)

Einem glückt, was Hunderten missglückt.

Einem Hausvater steht es besser an, zu verkaufen als zu kaufen.

Einem Horcher an der Wand gibt man einen Dreck in die Hand.

Einem hungrigen Bauch kann niemand lügen.

Eine milchende Kuh Deckt den Tisch dazu.

Einem jeden dünkt, dass seine Eule ein Falke sei.
Jedem dünkt seine Eul' ein Falk.

Einem Jungfernschänder geht's nimmer wohl.
(Manchmal ist veraltete oder unmodern gewordene Sprache deutlicher und ausdrucksstärker als jede moderne Ausdrucksweise oder neue Wort. Wer jemand anderen vergewaltigt, fühlt sich möglicherweise, stark, überlegen oder anders positiv. Wer vergewaltigt, übt Gewalt aus und Gerede über mögliche oder ausgebliebene Gegenwehr oder gesetzliche Spitzfindigkeiten verharmlosen nur und ändern nichts am schändlichen Tun.
Wenn wie früher jemand geschändet wurde (nicht wie heute vergewaltigt), war schon durch die Wortwahl klar: Der Schänder hat schändlich gehandelt und dadurch erst recht Schande über sich gebracht, unabhängig von möglichen äußeren Begleitumständen wie Gegenwehr, Schreckensstarre, Gesetzen oder anderem. Wer andere schändet (Jungfer oder nicht, wen und wann auch immer) bringt Schande über sich, lebenslänglich, wer an einen Gott glaubt, noch darüber hinaus.) Worte beeinflussen das Denken der Menschen und dadurch ihr Handeln.)

Einem Küchenschmecker hängt man den Kochlöffel an.
(Küchenschmecker = Küchennascher, einer der in der Küche von allem nascht und probiert.)

Einem Langsamen ist kein warmer Bissen beschert.

Einem Liebhaber ist nichts zu schwer.

Einem Lügner ist ein Geheimnis am besten zu vertrauen.

Einem Müßiggänger allzeit zwei Brote.

Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.
(Wo nichts ist, kann man nichts holen. Das zeigt sich auch heutzutage daran, dass man selbst mit einem Pfändungsurteil bei jemandem, der nichts hat und von der Sozialhilfe lebt, nichts bekommen kann.)

Einem Ochsen kann man nur einmal das Fell über die Ohren ziehen.


Einem Schalk brennt man zwei Lichter, dem Frommen kaum eins.

Einem Schmeichler und einem Wolf ist nicht zu trauen.

Einem Schwätzer glaubt man nicht, wenn er auch die Wahrheit spricht.


Einem schweigenden Munde ist nicht zu helfen.


Einem trauen ist genug, keinem trauen ist nicht klug.

Eine Mühle, die nicht umgeht, ein Backofen, der nicht heizt, und eine Mutter, die nicht gern daheim ist, sind unwert.

Einem Undankbaren gutes tun, und eine Schlange im Busen tragen, ist eins so gut als das andre.

Einem ungewaschenen Maul ist Unglück zum Ziel gesteckt.

Einem unwilligen Rosse muss man die Sporen geben.

Einem wegfertigen Manne oder Gaste kann man kein Gras verweigern.

Einem wie dem andern, so geschieht keinem Unrecht.

Einem willigen Knecht soll man nicht zu viel aufbürden.

Einem witzigen Knecht müssen die Edelleute dienen.

Einen Armen schmähen, ist leicht geschehen.

Eine Narrheit zu unterhalten kostet mehr als zwei Kinder.

Einen Bären loslassen ist besser, wie einen anbinden.

Einen Betrüger muss man listig fassen.

Einen bösen Ast soll man leiden, des Baumes willen.

Einen Bürger und Bauer scheidet nichts als Zaun und Mauer.

Einen Franken soll man sich zum Freund, aber nicht zum Nachbar wünschen.

Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.

Einen Fund verhehlen ist so gut wie Stehlen.

Einen für einen, so fängst du sie alle.

Ein Engel geht (flog) durchs Zimmer.
(Ein Sprichwort, dass es ähnlich in vielen Ländern gibt, was bedeutet, dass wahrscheinlich ein gemeinsamer alter Ursprung besteht. Das Sprichwort bedeutet, in einer Unterhaltung tritt eine unerwartete plötzliche Stille ein, in der niemand etwas sagt. Möglicherweise geht das Sprichwort auf Plutarchs moralisch-philosophisches Werk „Über die Geschwätzigkeit“ zurück. Darin führt er aus, wenn plötzliches Schweigen entsteht, sagt man, Hermes/Merkur sei hereingekommen. Hermes/Merkur ist der Gott der Beredsamkeit, in dessen Gegenwart man aus Ehrfurcht schweigt, um ihm den Vorzug zu überlassen. In Anlehnung an den Titel würden auch alle einer Gesellschaft verstummen, wenn ein Schwätzer hinzukommt, um ihm keine Veranlassung zum Plaudern zu geben. Wenn der Schwätzer selbst den Mund öffnen sollte, eilen alle davon. Ein Hinweis auch auf     http://idiome.deacademic.com/662/Engel)

Einen guten Freund erkennt man in der Not, einen reichen Mann, wenn er ist tot.

Einen guten Gaul muss man nicht zu oft reiten.

Einen guten Geber segnet Gott.

Einen guten Nachbarn lieb, einen schlechten Nachbarn ertrag.

Einen jungen Zweig biegt man, wohin man will.

Einen Kuss in Ehren mag (kann) niemand wehren.

Einen Kuss kann man abwischen, aber das Feuer im Herzen nicht löschen.

Einen Mann hungerte manche Stund: Er ging und kaufte sich einen Hund.

Einen Mohren kann man nicht weiß waschen.

Einen Nagel schlägt man mit dem andern aus.

Eine Notlüge schadet nicht.

Einen Prahler beneiden die Nachbarn.

Einen Quast im Nacken, ein Loch im Hacken.

Einen Steinwurf weist der Schöffe für einen Totschlag.
Ein Steinwurf wiegt für einen Totschlag.

Einen Toten beneidet man nicht.

Eine Nuss rappelt nicht im Sacke.

Einen Welschen*33 zu hintergehen, muss man morgens früh aufstehen.

Einen zeitigen Dieb erläuft ein hinkender Scherge*29.

Einer acht's, er andre lacht's, was macht's?

Einer beruft des andern Namen.

Eine reiche goldne Ader ist der Same zu allem Hader*13.

Ein Erfahrener ist besser als zehn Gelehrte.

Ein Erfahrener ist über einen Studierten.

Einer gibt dem andern die Tür in die Hand.

Einer hat's, der andere hat's gehabt, der dritte hätt' es gern.

Einer hilft dem andern über den Zaun.

Einer Hure Trost ist, dass sie die erste und letzte nicht sei.

Einer ist des andern Engel oder Teufel.
Einer ist des andern Teufel.

Einer jungen Witwe weiß jeder einen Klex anzuhängen.

Einer kann nicht alles.

Einer kann nicht alles wissen.

Einer kann reden und sieben können singen.

Einer lässt sich einessen und einarbeiten.
(Ein Sprichwort, das aus der Mode und vor allen Dingen aus der Anwendung seiner Bedeutung gekommen ist. Es soll die Gutherzigkeit der Deutschen??? beschreiben. Es bedeutet nach der Erklärung im Sprichwörterbuch von Wilhelm Körte 1837: „Ein Wort deutscher Gutherzigkeit; da Einer mehr mitisset, etwa ein Armer, und Einer weniger arbeitet, etwa ein Kranker.“ Bei dem Verhalten der heutigen Deutschen, besonders von Unternehmen und Firmen, muss das Sprichwort aus einer längst vergangenen und erst recht vergessenen Zeit stammen. Selbst unter Nachbarn oder in Familien ist das Wort und Bedeutung „Gutherzigkeit“ vielfach gegen „Egoismus, Rücksichtslosigkeit“ ausgetauscht.)

Einerlei Vögel hocken auf einerlei Nest.

Einer macht Bendel, der andre schneidet sie ab.

Einer Rache gebührt die andre.

Ein ersparter Pfennig ist so gut wie der erworbene.

Ein ersparter Pfennig ist zweimal verdient.

Einer tut`s, der andere muss es tragen.

Einer Wand, die fallen will, gibt jedermann Stöße.


Einer will sauer, der andere süß.

Einer Witwe Andacht währt nicht länger, als bis sie einer aufnestelt.

Eine Sache zu oft gesagt, tut den Ohren weh.

Eines Adels sind wir alle.
(Das bedeutet, wenn man nur weit genug in die Vergangenheit zurückgeht, wird sich bei jedem Menschen ein Adliger unter den Ahnen finden lassen.)

Eines anderen Fehler ist ein guter Lehrer.

Eines anderen Gut kann man ohne Unrecht bessern, aber nicht brauchen.

Eines anderen Schaden macht keinen Kopfschmerz.

Eine Schande tötet alle Tugend.

Eine schlimme Kaufmannschaft, wo niemand gewinnt.

Eine schöne Frau bringt den gescheitesten Mann aus dem Text.

Eine schöne Hure ist der Augen Paradies, der Börse Fegfeuer und der Seele Hölle.


Eine schöne Wirtin macht einen teuren Gasthof.


Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

(Man soll nicht von einem einzigen Indiz auf eine Veränderung schließen, wegen eines Ereignisses keine voreiligen Schlüsse ziehen. Wegen eines einzelnen Vorfalls soll man nichts verallgemeinern, sonder erst abwarten, ob es noch weitere Hinweise gibt.)

Der Ursprung des Sprichworts ist die Fabel „Der verschwenderische Jüngling und die Schwalbe“ des griechischen Fabeldichters Äsop. Äsop lebte um 600 v. Chr. Er war wahrscheinlich Sklave mehrerer Herren einer ihn freiließ. Danach wurde er Gesandter von Krösus, dem letzten König Lydiens, der ihn auf mehrere Reisen schickte. Auf einer Reise zum Orakel nach Delphi wurde Äsop dort wegen angeblichen Diebstahls zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die Fabeln des Äsop wurden durch die Römer in Europa bekannt, aus denen sich in vielen Ländern ähnliche Sprichworte bildeten, teilweise mit Frühling, teilweise mit Sommer.
Die Behauptung, das Sprichwort gehe auf zwei schwäbische Schneider zurück, ist frei erfunden.
In Äsops Fabel verkauft ein Jüngling seinen Mantel als letzten Besitz, nachdem er eine Schwalbe gesehen hatte. Weil die Schwalbe zu früh kam, wurde es wieder kalt, die Schwalbe erfror und der Jüngling fror ebenfalls.
http://de.wikipedia.org/wiki/Der_verschwenderische_Jüngling_und_die_Schwalbe
www.fabelnundanderes.at/aesop_4.htm#Der_unersättliche_Jüngling_und_die_Schwalbe


Eine Schwieger(mutter) und Sohnsfrau sollte man nicht zusammen malen.

Ein Esel bleibt ein Esel, käm' er auch nach Rom.

Ein Esel frisst keine Feigen. Warum?

Ein Esel gefällt dem anderen.

Ein Esel hört der Leier zu, davon er doch nichts versteht.

Ein Esel ist kein guter Schüler.

Ein Esel kraut (kratzt) den andern.

Ein Esel schimpft (heißt) den anderen Sackträger (Langohr).

Ein Esel soll kein Psalter lesen, er ist nur zum Sacktragen gemacht.

Eines Freund, keines Feind.

Eines Hufeisens willen verdirbt oft ein Pferd.

Eines Mannes Rede ist keine Rede, man soll sie billig hören beede.
Eines Mannes Rede, keines Mannes Rede: Man soll sie billig hören beede.

Eines Mannes wegen bleibt kein Pflug stehen.

Eines Menschen Tun und Wesen, an der Stirne ist's zu lesen.

Eines Narren Bolzen sind bald verschossen.

Eine Stiefmutter ist eine böse Rut, und tut den Kindern selten gut.

Eine Stunde nach zwölf ist es eins, was man tue.

Eine Stunde Schlaf vor Mitternacht ist besser als zwei danach.

Eine Sünde heckt, deckt und weckt die andere.

Eine Sünde tut der anderen die Tür auf.

Eines Verleumders Zunge ist schärfer, denn ein Schermesser.

Eine Traube rötet die andre.

Eine unmäßige Jugend liefert dem Alter einen gebrechlichen schwachen Leib über.

Eine verlorene Freundschaft ist eine gewonnene Feindschaft.

Eine vernünftige Tochter kriegt wohl einen Mann.

Eine versoffene Jungfer und trunkene Frau sind zwei offene Türen.

Eine Viertelstunde Verzug bringt oft jahrelangen Aufschub.

Eine Ware muss die andere verkaufen.

Eine Witwe ist ein niedriger Zaun, worüber alles springt.

Ein Exempel macht keine Regel.

Eine zarte und weiche Haut frisst nicht gern Muss und Kraut.

Eine Zeit fröhlich, die andere ach und wehe.

Eine zornige Frau, ein Kamin voll Rauch und eine löcherige Pfanne sind schädlich im Haus.

Eine Zunge ist kein Bein, schlägt aber manchem den Rücken ein.
(Bein = Knochen)
Einfach, aber niedlich, sagte der Teufel und strich sich den Sterz erbsengrün an.

Ein fahrender Schüler bleibt ein Spüler.

Ein falscher Freund ist schlimmer als ein offener Feind.

Einfalt hat einen Teufel betrogen.

Einfalt hat kein Geld.
(Erklärung von Wilhelm Körte 1837: „Es gibt aber eine Einfalt, die den Himmel erobert, während es eine Klugheit gibt, die daneben gräbt.“)

Einfalt hat schöne Gestalt.

Einfältig ist neunfältig.

Einfalt wird alt.

Ein fauler Apfel macht schnell, das auch faul werde sein Gesell.

Ein fauler Apfel macht zehn faule Äpfel.

Ein fauler Apfel steckt hundert an.

Ein fauler Mann, ein armer Mann.


Ein faules Ei verderbt den ganzen Brei.


Ein faules Ei verdirbt zehn frische.


Ein Federstrich kann dich adlig machen; edel kann dich kein Kaiser machen.

Ein Fehler aus Versehen ist leicht geschehen (oder verziehen).

Ein Fehler gibt dem andern die Schnalle in die Hand.

Ein Feind ist zu viel und hundert Freunde nicht genug.

Ein Finger macht keine Hand, ein Balken keine Wand, ein Schwälbchen noch keinen Sommer.

Ein Frauenhaar zieht stärker als ein Glockenseil.

(Das Sprichwort meint nicht die physische (körperliche) Kraft, sondern den Einfluss, den Frauen mit ihren Haaren auf die Männer ausüben können und oft genug auch tun. Eine Eigenschaft der Frauen, die sie auch in anderen Ländern beherrschen. Zum Beispiel zieht ein Frauenhaar in Israel sogar mehr als zehn Ochsen, in Japan stärker als ein Rindergespann und in China verwickeln sich selbst große Elefanten in nur einem Frauenhaar.)

Ein freies Weib kann kein eigenes Kind haben.

Ein Freitaler*32 ist neun Groschen.

Ein fremdes Grab sieht sich an wie eine Rasenbank.

Ein fremd Kleid macht einen fremden Mann.

Ein Freund in der Nähe ist besser als ein Bruder in der Ferne.

Ein Freund in der Not ist ein Freund in der Tat.

Ein Freund ist des anderen Spiegel.

Ein freundlich Angesicht ist's halbe Zugemüse.

Ein freundlich Gesicht, das beste Gericht.

Ein Freund wird oft erst erkannt, wenn man ihn verloren.

Ein fröhliches Herz ist die beste Arznei.

Ein fromm Weib beherrscht ihren Mann mit Gehorsam.

Ein fromm Weib ist ihres Mannes Leib.

Ein fromm Weib kann man mit Gold nicht überwägen.

Ein Frosch kann nicht singen wie eine Nachtigall.

Ein Fund verholen ist so gut wie gestohlen.

Ein Fünkchen ist auch Feuer.

Ein furchtsam Herz ist immer in Gefahr.

Ein Fürst ist so selten im Himmel als ein Hirsch in eines armen Mannes Küche.