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Ukrainische Sprichworte

Flagge der Ukraine
Wappen der Ukraine
Flagge der Ukraine
Wappen der Ukraine
Die Ukraine ist ein Staat in Osteuropa und mit der Fläche von 603.700 km² der größte Staat, dessen Grenzen vollständig in Europa liegen. Das Land hat nach Russland das zweitgrößte Staatsgebiet in Europa. Seit der Auflösung der Sowjetunion 1991 ist die Ukraine unabhängig.

   Quelle:  
   http://de.wikipedia.org/wiki/Ukraine

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50 der Ukrainischen Sprichwörter wurden von der Russistin Gisela Reller auf Reportagereisen in die Sowjetunion, die sie für die Illustrierte FREIE WELT unternahm, jahrzehntelang zwischen 1964 und 1990 vor Ort gesammelt. Weitere bisher unveröffentlichte Informationen über dieses und 50 anderer  Völker der ehemaligen Sowjetunion auf der Webseite von Gisela Reller:   www.reller-rezensionen.de/
   
Informationen zu 50 Völker Russlands, von Abasiner bis Zachuren, in einem Lesebuch mit 1001 Sprichworten und über 100 Fotos und ethnografischen Illustrationen von Gisela Reller:
„Die Heimat ist eine goldene Wiege“, ISBN 978-3-8305-3934-6, erschienen am 27.08.2019.
Ein Blick ins Buch:   
www.bwv-verlag.de/detailview?no=3934

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Alte Knochen büßen für die Sünden der Jugend.

Arbeite, als ob du ewig zu leben hättest, bete, als ob du heute Nacht sterben müsstest.

Auch wenn du deinen Feind bewirtest, er bleibt, was er ist.

Bei einem faulen Imker sind auch die Bienen träge.

Das Wort „genug“ existiert nicht für Wasser, Feuer und Frauen.

Dein Kopf ist nicht nur zum Aufsetzen eines Hutes.


Dem einen scheint die Sonne auch zur Nachtzeit in sein Haus, den anderen lacht selbst der Mond noch aus.


Dem ist nicht zu helfen, der nicht Verstand hat bis zwanzig, nicht verheiratet ist bis dreißig, nicht reich bis vierzig.

Den Reichen laufen selbst Teufel mit den Kuchentellern nach.

Den Teufel kann man mit dem Kreuz bannen, aber den Russen wird man nie los.


Der Hund weiß nicht zu schwimmen, bis das Wasser ihm an die Ohren reicht.


Der ist reich, der nicht weiß, was er hat oder was er nicht hat.


Der ist schuldig, der nicht zu Hause ist.


Der Lahme lacht über die Blinden.


Der Landmann hat keine Zeit, auf Unheil zu sinnen.


Der Mensch fing an zu lernen, als ihm das Brot ausging.


Der Pfau hat englisch Gewand, diebischen Gang und einen teuflischen Gesang.

(Der Pfau soll nach dem Volksglauben angeblich in einem nahen Verhältnis zum Teufel stehen.)

Der Pole ist zum Unterdrücken da und der Bauer zum Aushalten.


Der Russe sieht wie eine Krähe aus, ist aber schlauer als der Teufel.


Der Russe trinkt nie auf das, was ist, sondern auf das, was noch kommen soll.


Der Teufel nimmt immer seine Geschenke zurück.


Der Teufel verbirgt sich gern hinter einem Kreuz.


Der Zigeuner hat drei Seelen, eine mit mir, eine mit dir, eine mit sich selbst.

(Zigeuner = frühere Bezeichnung für Angehörige einer über viele Länder verstreut lebenden, meist nicht sesshaften Volksgruppe. Die Bezeichnung Zigeuner wird vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma als diskriminierend abgelehnt. Die korrekte Bezeichnung gesamte Volksgruppe wird Sinti und Roma genannt.
Die Zusammensetzungen mit Zigeuner als Bestimmungswort ist dagegen noch weitgehend üblich und ausdrücklich nicht diskriminierend zu verstehende, Beispiel: Zigeunersprache für die gesamte Sprachfamilie, ebenso existieren für Zigeunerschnitzel oder Zigeunersauce keine Ausweichform. Ebenso ist in Sprichwörtern die Bezeichnung nicht diskriminierend, sondern nur Historisch, genauso wie viele andere heute nicht mehr gebräuchliche Ausdrücke, die hier vielfach bei Bedarf erklärt werden. Wirklich schon zu ihrer Entstehungszeit diskriminierend gemeinten Sprichwörter gegenüber verschiedenen Volksgruppen sind in dieser Sammlung bewusst weggelassen.)

Der zuvorkommende Narr ist schlimmer als ein Feind.

Die Angst vor dem Tod nimmt die Freude am Leben.


Die Erde deckt die ärztlichen Fehler zu.


Die Kirche ist in der Nähe, aber der Weg ist eisig. Die Taverne ist weit, aber ich werde vorsichtig gehen.


Die Lüge liegt auf dem Tisch, die Wahrheit unter der Schwelle.

Die Neger malen ihren Teufel weiß.

Die oben sitzen können leicht auf die unten spucken.


Die Schönheit einer Frau kann eine Winternacht nicht wärmen.


Die Schwalben fliegen dem Sommer, die Tauben den weißen Dächern und die Freunde dem Glück nach.


Die Treue von Polen, Juden und Hunden ist dieselbe.


Die Zunge einer Schwiegermutter ist nicht mit der Elle zu messen.

Dumme besuchen in fremden Ländern die Museen, Weise gehen in die Schenke.

Dummköpfe lieben nicht das Kluge, Alkoholiker lieben nicht das Nüchterne.

Du siehst nicht wirklich die Welt, wenn du nur durch dein eigenes Fenster siehst.


Egal, wie sehr du es versuchst, der Stier wird niemals Milch geben.


Eine bösartige Kuh stört die ganze Herde.


Eine Frau ist keine Harmonika, die du beiseitelegst, wenn du sie benutzt hast.


Eine Krähe wird nie ein Falke werden.

Einen Buckligen biegt auch das Grab nicht gerade.

Einen Ziegenbock meide von vorne, ein Pferd von hinten, einen bösartigen Menschen von allen Seiten.

Eine Scherbe hält länger als ein heiles Gefäß.

Eine schöne Frau ist schön anzusehen, aber mit einer klugen lebt es sich besser.

Eine Tochter ist wie eine Schwalbe: Sie zwitschert und zwitschert - und fliegt fort.

Ein freundliches Wort ist besser als ein schwerer Kuchen.

Ein Haus steht nicht auf der Erde, sondern auf der Frau.

Ein Hund weiß, wen er zu beißen hat.

Ein hungriger Wolf ist stärker als ein zufriedener Hund.

Ein Kopf ohne Verstand ist wie ein Leuchter ohne Kerze.

Einmal Ausgesprochenes schlägt keine Axt mehr entzwei.

Ein Mensch ist gut, wenn er andere besser macht.

Ein Traum ist süßer als Honig.


Ein Wort fliegt als Spatz weg und kehrt als Ochse zurück.

Erfolg ist wie ein Koffer ohne Griff - schwer zu tragen, aber zu schade, um ihn stehen zu lassen.

Ergebenheit durchdingt Mauern.

Es gibt keine alte Freundschaften im Geschäft.

Es gibt viele Lügen aber gerade eine Wahrheit.


Es ist leicht, die Nackten auszuziehen.


Es ist leichter zu reden, als etwas zu sagen.


Es sind nicht die Alten, die sterben, sondern die Trägen.


Feuer beginnt mit Funken.


Fliegen werden nicht auf einem kochenden Topf landen.


Freie die, die du willst, und nicht die, die dir nachläuft.

Für einen Job brauchen wir Zeit. Für Spaß brauchen wir eine Stunde.

Geborgtes Brot liegt schwer im Magen.


Gib, o Gott, den Schweinen keine Hörner und den Bauern keine Reichtümer.


Gott ist nicht ohne Gnade, der Kosak nicht ohne Glück.


Gott sieht nach denen, die zu ihm kommen.


Gott sitzt hoch und er sieht weit.


Gott verkauft Weisheit für Arbeit und Leiden.


Gute Nachrichten bleiben nicht lange an einem Ort.

Halte Feuer fern vom Stroh.
Leg kein Heu neben das Feuer.

Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss.

Hunde lernen das Schwimmen, wenn ihnen das Wasser bis zu den Ohren steht.

Hundert Frauen - hundert Krankheiten.

In einen geschlossenen Mund gelangt keine Fliege.

In Not gegeben, ist doppelt gegeben.

Jeder Nachteil hat seinen Vorteil.


Keiner denkt an die Beine, wenn der Kopf in der Schlinge steckt.

Kein Koch ist jemals verhungert.

Kein Wind ist zu kalt für Verliebte.


Krüppel werden nicht geboren, sondern gemacht.

Liebe deine Kinder mit dem Herzen, aber erziehe sie mit der Hand!

Liebe deinen Nachbarn, aber reiße deine Hecke nicht hinunter.


Liebe erzählt uns viele Dinge, die nicht so sind.


Liebe macht Kluge dumm, Stille stürmisch und Zornige friedlich.

Lieber beim eigenen Sohn unterm Bett als beim Schwiegersohn am Tisch.

Liebe wird einen Weg finden. Gleichgültigkeit wird eine Entschuldigung finden.

Lobe deine Frau nicht, ehe sieben Jahre um sind.


Mängel kommen im Kilo und gehen grammweise.


Man muss nicht alles auf die Beine stellen wollen.

Mit einem dummen Kopf haben es die Beine schwer.

Mit einem freundlichen Wort kommst du weiter als mit einer Keule.

Mögen deine Probleme unlösbar und deine Schwierigkeiten unüberwindlich sein.


Mutig, wer gegen den Strom schwimmt.

Nicht alles ist wahr, was auf einer Hochzeit gesungen wird.

Nicht die alten Leute frage um Rat, sondern die, die gelitten haben.

Nicht die Alten sterben, sondern die Müßigen.


Nicht jeder, der singt, ist fröhlich.

Nicht nur das Wasser und das Feuer bringen dem Menschen großes Unheil, sondern mehr noch das Feuerwasser.

Nichts ist schlimmer zum Fest als ein Truthahn: einer ist zu wenig, und zwei sind zu viel.

Nur wenn du eine Zitrone gegessen hast, ist dir bewusst, was Zucker ist.
Nur wenn man eine Zitrone isst, weiß man zu schätzen, was Zucker ist.


Polen und Zigeuner sind ein und dasselbe.
(Zigeuner = frühere Bezeichnung für Angehörige einer über viele Länder verstreut lebenden, meist nicht sesshaften Volksgruppe. Die Bezeichnung Zigeuner wird vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma als diskriminierend abgelehnt. Die korrekte Bezeichnung gesamte Volksgruppe wird Sinti und Roma genannt.
Die Zusammensetzungen mit Zigeuner als Bestimmungswort ist dagegen noch weitgehend üblich und ausdrücklich nicht diskriminierend zu verstehende, Beispiel: Zigeunersprache für die gesamte Sprachfamilie, ebenso existieren für Zigeunerschnitzel oder Zigeunersauce keine Ausweichform. Ebenso ist in Sprichwörtern die Bezeichnung nicht diskriminierend, sondern nur Historisch, genauso wie viele andere heute nicht mehr gebräuchliche Ausdrücke, die hier vielfach bei Bedarf erklärt werden. Wirklich schon zu ihrer Entstehungszeit diskriminierend gemeinten Sprichwörter gegenüber verschiedenen Volksgruppen sind in dieser Sammlung bewusst weggelassen.)

Säufer kennen keine Gefahr.

Schnelle Arbeit lobt niemand.

Schon manche Weiberzunge hat einen Männerhals abgeschnitten.

Schwarze Seelen tragen weiße Hemden.


So viele Schritte ein Mann gegangen ist, so viele Sünden hat er begangen.


Sprich ausführlich vom See, aber bleibe am Ufer.


Suche das Glück, das Unheil kommt von allein.

Trau' nicht der Frau, die lacht, und nicht dem Mann, der weint.

Trink ein Glas Wein nach der Suppe, und du wirst einen Rubel vom Arzt stehlen.


Trinker kennen keine Gefahr.


Tut dem Kind der Finger weh, schmerzt der Mutter das Herz.

Um (über) andere zu beurteilen (urteilen) und zu verurteilen, musst du ein Heiliger sein.

Um einen Freund zu sehen, ist kein Weg zu lang.


Umgib dich nicht mit einem Zaun, sondern mit Freunden.

Von fremdem Schweiß wird keinem heiß.

Von kleinen Kindern tut einem der Kopf weh, von großen das Herz.

Vor Glück ist noch keiner gestorben.

Vorsicht hat nichts mit Feigheit zu tun, sogar Flöhe sind bewaffnet.

Was sich im Herzen abspielt, kann das Gesicht nicht verbergen.

Weisheit ist im Kopf, nicht im Bart.

Wenn das Herz liebt, braucht man weder Popen noch Kranz.

Wenn der Teufel machtlos ist, schickt er seine Frau.

Wenn die Fahne fliegt, ist der Verstand in der Trompete.


Wenn dir ein Russe sagt: „Es ist trocken“, schlag den Kragen hoch.

Wenn du eine junge Frau heiratest, stelle sicher, dass Ihre Freunde draußen bleiben.


Wenn du ein großes Unternehmen beginnst, befreie deine Seele von Schwäche.


Wenn du zwei Hasen gleichzeitig jagst, wirst du keinen von ihnen zu fangen.


Wenn eine Frau kalt ist, ist es die Schuld ihres Mannes.


Wenn ein Mann zu alt ist, ist es die Schuld seiner Frau.


Wer außerhalb seines Hauses nach dem Glück sucht, jagt seinem eigenen Schatten nach.


Wer das Messer leckt, wird bald in seine Zunge schneiden.


Wer den Tod fürchtet, hat ein schweres Leben.

Wer gibt in Not, gibt Doppel.

Wer mit heißem Wasser verbrüht wurde, bläst (selbst) auf kaltes (Wasser).


Wer nachtragend ist, hat schwer zu tragen.

Wer Scham kennt, hat auch ein Gewissen.

Wer über dich lacht, wird auch für dich weinen.

Wer viel weiß, schläft schlechter.

Wer Winde verkauft, wird mit Rauch bezahlt werden.

Wessen Bier du trinkst, dessen Lied du singst.

Wie erkennst du einen Polen? Lauf fort und schau zurück, und du siehst, wie er dir folgt.

Willst du geben, denk erst darüber nach, wo du es hernimmst.

Willst du nicht Kosack werden, so gehe und diene als Knecht.

Ziehe einem Bauern heute die Haut ab, und ihm wird über Nacht eine neue wachsen.

Zwei Tode gibt es nicht, und um den einen kommt man nicht herum.

Sprichworte der Kleinrussen

Kleinrussland oder Kleine Rus ist ein historischer Name für den nördlichen Teil der heutigen Ukraine. Er geht auf die mittelalterliche byzantinische Terminologie zurück die zwischen kleiner Rus im Westen und großer Rus im Osten unterschied. Unter letzterem Begriff wurden Gebiete des Fürstentums Wladimir-Susdal und der Republik Nowgorod verstanden. Die Unterteilung soll aus dem geografischen Größenverhältnis von mehreren russisch-orthodoxen Eparchien im 14. Jahrhundert entstanden sein.
Während des Chmelnyzkyj-Aufstandes und nach dem Russisch-Polnischen Krieg 1654–1667 war Kleinrussland im Russischen Kaiserreich die Hauptbezeichnung für die Gebiete des Kosaken-Hetmanats, während ihre Einwohner Kleinrussen genannt wurden.
Diese Unterteilung wurde ab dem späten 19. Jahrhundert von den Aktivisten der ukrainischen Nationalbewegung als herabsetzend empfunden. Stattdessen begannen sie, sukzessive den Begriff Ukraine als Landesnamen zu popularisieren, der zuvor zwar verwendet worden war (ab dem 12. Jahrhundert mit der Bedeutung Grenzland oder Mark, seit dem 16. Jahrhundert immer häufiger für die Gebiete um den mittleren Dnjepr), aber noch keinen ethnischen Bezug hatte. Die endgültige Verdrängung des Begriffs Kleinrussland durch die Bezeichnung Ukraine geht auf die Bolschewiki zurück, die den vermeintlich chauvinistischen Begriff im Zuge ihrer Nationalitätenpolitik aus dem Verkehr nahmen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinrussland

Die kleinrussischen Sprichwörter wurden im 19. Jahrhundert, als der Begriff für Teile der Ukraine noch gebräuchlich war, von Carl Friedrich Julius Altmann (1814 - 1873), Otto Freiherr von Reinsberg (1822 - 1876) und Ida Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld (1815 - 1876) und Constant Wurzbach Ritter von Tannenberg (1818 - 1893) gesammelt.

Auch auf unserer Straße wird Festtag sein.

Auch der hässliche Mensch ist ein Mensch Gottes.

Aus der Hölle und aus Sibirien kommt keiner zurück.

Bei den Witwen ist das Brot zwar fertig, aber nicht jedem ist es gesund.

Den Teufel kannst du mit dem Kreuz vertreiben, aber den Russen wirst du nie los.

Der Eidechsen sind mehr als der Störche.

Der eine gräbt den Brunnen und der andere lässt sich sein Wasser schmecken.

Der eine macht den Sarg und den andern legt man hinein.

Der Krieg der Eichel und Ecker berührt die Walnuss nicht.

Der muss eine große Mühle haben, wer für alle Welt mahlen will.

Der Russe weiß den Weg, aber er fragt danach.

Der Versmacher (Dichter) reimt zwar Arbuzen und Kukuruzcn, er halt aber beide für Waldgewächse.

Der Zigeuner beruft sich auf seine Kinder.
(Das bedeute, wenn er Zeugen braucht, werden ihm seine Kinder immer recht geben.)
(Zigeuner = frühere Bezeichnung für Angehörige einer über viele Länder verstreut lebenden, meist nicht sesshaften Volksgruppe. Die Bezeichnung Zigeuner wird vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma als diskriminierend abgelehnt. Die korrekte Bezeichnung gesamte Volksgruppe wird Sinti und Roma genannt.
Die Zusammensetzungen mit Zigeuner als Bestimmungswort ist dagegen noch weitgehend üblich und ausdrücklich nicht diskriminierend zu verstehende, Beispiel: Zigeunersprache für die gesamte Sprachfamilie, ebenso existieren für Zigeunerschnitzel oder Zigeunersauce keine Ausweichform. Ebenso ist in Sprichwörtern die Bezeichnung nicht diskriminierend, sondern nur Historisch, genauso wie viele andere heute nicht mehr gebräuchliche Ausdrücke, die hier vielfach bei Bedarf erklärt werden. Wirklich schon zu ihrer Entstehungszeit diskriminierend gemeinten Sprichwörter gegenüber verschiedenen Volksgruppen sind in dieser Sammlung bewusst weggelassen.)

Der Zigeuner hat drei Seelen: Eine mit mir, die Zweite mit dir und die Dritte bei sich.

Der Zigeuner hat zwei Häute: Hat er eine weggeben müssen, so bleibt ihm noch die andere.

Des Zaren Hand hat auch nur fünf Finger.

Die erste Frau ist von Gott, die Zweite vom Menschen und die Dritte vom Teufel.

Die Zeit jagt mit schnellen Rossen und holt alle Länder ein.

Die Zunge führt nach Kiew und zum Stock.
(Im Ukrainischen ist der Name der Stadt Kiew fast gleichlautend mit einen Stock oder Prügel.)

Eine fromme Nonne wird auch ihre Kinder in der Frömmigkeit unterweisen.

Ein fetter Zar ist dem Tod nicht schwerer zu tragen als ein dürrer Bettler.

Erst isst man die Gans und dann schläft man auf ihr.
(Das bedeutet, man schläft auf ihren Federn).

Es hat schon manche Weiberzunge einen Männerhals abgeschnitten.

Klein, aber gewichtig.

Man webt nicht aus jedem Linnen Schleier.

Mit einem silbernen Ruder fährt man anch glücklich über die Fälle des Dnjepr.

Nicht trinkt der Kosak auf das, was ist, sondern aus das, was kommen wird.

Sagt der Russe: 's ist trocken, so zieh' den Kragen über's Ohr.

Was der Fluss nicht an der Tiefe hat, das will er an der Breite haben.

Was man dem guten Herrn von selber tut, das verweigert man dem schlimmen, auch wenn er es anbefiehlt.

Wehe dem Sitzenden (Wehrlosen), den die Tataren überfallen!

Wer als Dummkopf geboren ist, kauft auch in Kiew nicht Verstand.

Wie ein Frosch springt das Herz des Narren auf seine Lippen.

Wo alte Weiber, da gibt's eine Gemeindeversammlung.
(Das bedeutet, bei der Versammlung gibt es viel Zank und Geschrei.)

Wo die Gutsfrau nackt geht, trägt keine Dirne im Dorf ein Hemd.

Wo die Menschen nicht an dem Strang der Glocke ziehen, lässt Gott den Donner durch die Wolken läuten.



Sprichworte der Ruthenen

Ruthenen war vom 18. Jahrhundert bis Anfang des 20. Jahrhunderts in der Habsburgermonarchie die gebräuchliche Bezeichnung für die Ostslawen des Reiches, die Ukrainer und deren Untergruppen oder eng verwandte Völker Russinen, Lemken, Bojken, Huzulen.
Die Bezeichnung stammt von Rutheni der latinisierten Form von Rus, Rusyn oder anderen, den alten Eigenbezeichnungen der Ostslawen. Zwischen Ukrainern und den anderen ostslawischen (Unter-)Ethnien wurde dabei nicht unterschieden. Ruthenen siedelten im Ostteil Galiziens, im Nordteil der Bukowina und in der ungarischen Karpatenukraine. Gleichzeitig waren die Begriffe „Ukrainer“ und „Kleinrussen“ in Verwendung. Wer sich als „Ukrainer“ bezeichnete, machte damit deutlich, dass er sich zu einem eigenen, von Russen und Polen verschiedenen Volk zugehörig fühlte. Erst ab dem Ersten Weltkrieges verbreiteten sich Bestrebungen, die Bezeichnung Ruthenen und ruthenisch durch Ukrainer und ukrainisch zu ersetzen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ruthenen_(Habsburgermonarchie)


Er ist verschwunden, als wenn ein Stein ins Wasser gefallen wäre.

Es preist kein Koch den zweiten hoch.

Gehst du nicht im Guten, so gehst du gewiß mit Ruten.
(Vergleichbares Sprichwort in Polen: Jenen, den nicht treibt das Wort, den treibt der Eichenknüppel fort.)

Wem's glückt, dem legt auch der Hahn Eier.

Wer das Unglück hat, den mit Hand und Fuß es packt.

Wer vor einem Sack erschrickt, den lässt auch die Tasche nicht schlafen.

Wie das Kleid, so der Empfang.
(Vergleichbares Polnisches Sprichwort: Nicht jeder ist ein Herr, der in Seide geht einher. Deutsches Sprichwort mit ähnlicher Bedeutung: Wie das Kleid, so der Mann, leichte Kumpen leichte Lumpen han.)

Wo du geladen, find dich selten ein, wo du nicht geladen, geh gar nicht hinein.
(Vergleichbares Polnisches Sprichwort: Lass dich dort nur selten sehn, wo sie wohl dich können leiden, wo man dich nicht gerne sieht, den Ort musst du gänzlich meiden.)