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Sprichworte aus Burkina Faso

Flagge von Burkina Faso
Wappen von Burkina Faso
Flagge von Burkina Faso
Wappen von Burkina Faso
Burkina Faso ist ein westafrikanischer Binnenstaat und hat mit 267.950 km² ca. 3/4 der Fläche von Deutschland. Es leben ca. 19 Mill. (2015) Einwohner in Burkina Faso, die zu über 60 verschiedenen Ethnien gehören und ebenso viele Sprachen sprechen. Mit 40 % der Bevölkerung sind die Mossi die zahlenmäßig stärkste Ethnie. Weitere wichtige Gruppen sind die Peul (Fulbe), Lobi, Bobo, Senufo, Gurunsi, Gourmantché, Bissa, Sanan, Kurumba und andere. Außerdem leben ca. 3200 Franzosen und zeitweise bis 20.000 andere Ausländer in Burkina Faso. Französisch ist auch nach der Kolonialzeit die Amtssprache geblieben. Mooré (Sprache der Mossi), Dioula im Westen und Fulfulde im Norden sind weitere wichtige Regionalsprachen.

1896 eroberten die Franzosen die Stadt Ouagadougou. In der Folge wurde durch zahlreiche Protektoratsverträge das gesamte Gebiet des heutigen Burkina Faso unter Kontrolle gebracht und unter Militärverwaltung gestellt. 1904 wurde es Teil der Kolonie Obersenegal und Niger, und 1919 wurde eine neue Kolonie Obervolta (französisch La Haute Volta, nach dem Fluss Rio Volta) gegründet, die zu Französisch-Westafrika gehörte. Am Ersten und Zweiten Weltkrieg nahmen auch Obervoltaer als Soldaten bei den Einheiten der sogenannten Senegalschützen (tirailleurs sénégalais) für Frankreich teil.

Am 5. August 1960 wurde Burkina Faso von Frankreich unabhängig. Von 1960 bis zum 4. August 1984 hieß das Land „Obervolta“, ein Name aus der französische Kolonialzeit. Die Umbenennung in „Burkina Faso“ erfolgte durch den 1983 durch eine Revolution an die Macht gelangten Präsidenten Thomas Sankara. Der Name Burkina Faso ist zweisprachig; burkĩna ist Mòoré und bedeutet „ehrenwerte Person“. Faso stammt aus der Sprache Dioula und bedeutet „Vaterland“. Burkina Faso bedeutet damit „Vaterland der ehrenwerten Menschen“.

Von 1987 bis 2014 war Blaise Compaoré Präsident, der das Land nach seinem Putsch gegen Sankara semiautoritär regierte und stabile Verhältnisse zugunsten ausländischer Investitionen schuf. Burkina Faso gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, hat heute aber eine gewisse Stabilität und eine kulturelle Vielfalt der meist friedlich zusammenlebenden Ethnien.

Wahlspruch von Burkina Faso:  „Einheit, Fortschritt, Gerechtigkeit“

   Quelle:   https://de.wikipedia.org/wiki/Burkina_Faso

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Ameisen umgeben den sterbenden Elefanten.

Auch wenn du ein Stück Holz lange im Wasser lässt, wird es nie ein Kaiman*3 werden.
Der Baumstamm lag lange im Wasser, er wird aber nie ein Kaiman
*3 werden.
(Ähnliche Sprichwörter auch in anderen Ländern Afrikas.)

Auch wenn ein Bock eine Frau will, wird er nicht hinter einer Hyäne herweinen.

Damit die Augen sehen, müssen die Beine sich bewegen.

Dank den Bohnen wird der Kiesel gut geölt.

Das Auge des Neugierigen ist hohl.

Das Ei tanzt nicht mit einem Stein zusammen.
Der Kiesel(stein) und das Ei tanzen nicht zusammen.

Das feuchte Auge ist das eines Mannes.

Das Kind mag noch so klein sein, man kann seinen Kopf nicht ohne seine Zustimmung rasieren.

Das mit dem Speichel gebaute Haus hält dem Tau nicht stand.

Das Quaken der Frösche hindert den Elefanten nicht daran, zu trinken.

Das Rind sagt nie Dank an den Busch.

(Sprichwort der Gurma)

Das verlassene Haus des Eichhörnchens dient dem Igel als Palast.


Das Wasser ertränkt den, der es kennt.

Das Wort ist wie Wasser, einmal verschüttet, kannst du es nicht mehr einsammeln.

Der Bart sagt am Tage, was den Lendenschurz nachts sagt.

Der Dieb wird nie besser als der Besitzer sein.

Der Elefant ist groß, aber sein Kind ist klein.

Der Hase sagt, wer Mut hat, schläft.

Der herumlaufende Hund entdeckt einen Knochen.

Der Inhalt einer Erdnuss ist genug, damit zwei Freunde ihn teilen können.

Derjenige, der spricht, ignoriert, dass derjenige der zuhört, bösartig ist.

Der Mund einer Frau ist ihre Köcher.

Der Rücken des zu fügsamen Esels wird am Ende abgeschält.
(Ähnliches deutsches Sprichwort: Er zieht einem das Fell über die Ohren. Das bedeutet, man nimmt ihm alle seine Habe, seinen ganzen Besitz.)

Der Ruhm einer alten Frau ist in ihren Ohren.


Der schlechte Ruf des Aasfressers wird schon bei der Geburt gemacht.

Der Tod ist nicht in der Lage die Vorfahren zu sprechen.

Der Wert eines Menschen misst sich am Glück, das er im Leben anderer macht.

Der Wurm, der den Caïlcédrat*1 bewohnt, weiß nicht, was an anderen Bäumen gut ist.

Die Butter ruht sich aus, aber sie ist nicht gestorben.

Die Feder eines Vogels fliegt in Luft fort, aber sie endet auf der Erde.

Die Frau ist das Haus.

Die Freundschaft ist eine Spur im Sand: wenn du aufhörst, sie noch einmal zu machen, verschwindet sie.

Die Hand auf der Oberseite ist besser als die Hand, die unten ist.

Die Hütte eines Freundes ist nie weit.

Die Mutter ist dort, so ist das Kind dort. Jetzt brauchen wir alle den Regen.

Die Nahrung der Kröte ist nicht im Baum.

Die Notwendigkeit lässt den Affen in Dornen hinaufklettern.

(Bei Gefahr werden auch kleinere Widrigkeiten in kauf genommen, um sich in Sicherheit zu bringen.)

Dies ist der Erdnusskern, der die Erdnuss tötet.


Die Unterhose heute ist besser als die Hose morgen.

Die Ziege hat den Hund gebissen.

(Das bedeutet, dass ein sonst als gefährlicher angesehener (der Hund) von einem sonst als verhältnismäßig Wehrlosem (die Ziege) attackiert wird.)

Ein alter Mann, der stirbt, ist eine Bibliothek, die brennt.

Wenn ein alter Mann stirbt, ist es, als ob eine Bibliothek abbrennt.
(Da vieles früher nicht aufgeschrieben, sondern nur mündlich weitererzählt wurde, gingen beim Tod eines alten Geschichtenerzählers auch alle seine Geschichten und Erinnerungen verloren. Ähnliche Sprichwörter auch in anderen afrikanischen Ländern wie Elfenbeinküste, Liberia und anderen.)

Ein Alter sieht sitzend weiter als ein Junger stehend.

Eine Axt fällt einen Baum nicht allein.

Eine einzelne Hand sammelt kein Mehl.
Ein einzelner Finger sammelt kein Mehl.

(Das bedeutet, zu zweit oder mehreren kann man Dinge erreichen, die man alleine nie zustande gebracht hätte. In vielen Ländern gibt es verschiedene Sprichwörter mit gleicher Bedeutung. In China: Mit einer Handfläche kann man nicht klatschen. Ebenso in Algerien, Liberia, Südsudan und anderen. In Kenia und anderswo kann ein Finger keine Laus töten. Eine Hand schnürt kein Bündel bei den Basa aus Ostafrika und in Liberia kann sie keine Schleife binden.)

Ein einzelner Mensch kann nicht ein Kind erziehen.

(Sprichwort der Mossi)

Ein Ei tanzt nicht mit einem Stein zusammen.


Ein freundliches Lächeln ist mehr wert als ein gutes Essen.


Ein Kind muss auf die Erde fallen, um stehen zu lernen.

Ein Pferd kommt vor Hunger um, wenn es von mehreren Leuten gehütet wird.
Wenn ein Pferd zehn Pfleger hat, wird es Durst haben.

(Wenn mehrere für etwas verantwortlich sind, verlassen sich oft alle auf die anderen, das etwas getan wird. Keiner ist direkt für etwas zuständig, man meint, ein anderer wird es schon machen und am Ende macht es keiner. Das Pferd verhungert und verdurstet, weil keiner es versorgt. Genauso bleiben auch viele andere Dinge ungetan.)

Ein Wort kommt mit anderen Worten.


Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen.
(Sprichwort in verschiedenen Formen in vielen Teilen Afrikas bekannt. Kindererziehung ist in größeren Familien ein Gemeinschaftswerk, alle beteiligen sich, teilweise auch Nachbarn, Freunde oder auch das ganze Dorf.)

Es fehlt nie an Knochen im Haus der Hyäne.

Es ist ein Schritt, mit dem wir die ganze Reise beginnt.

Es ist nur ein Idiot, der den Baum vor seiner Tür entwurzelt und dann beginnt, Schatten zum Schutz zu suchen.

Fühl dich wie zu Hause, aber vergiss nicht, dass du nicht zu Hause bist.

Geduld ist ein goldener Weg, auf dem der Fußabdruck nicht verloren gehen kann.

Hunger ist besser als Schande.

Ich erkenne die Nützlichkeit des Gesäßes, wenn die Zeit kommt, sich zu setzen.

Im dunklen Wasser kann sich sogar ein Nilpferd unsichtbar machen.
In trübem Wasser ist selbst ein Nilpferd unsichtbar.

Jede Geburt ist die Wiedergeburt eines Vorfahren.

Kauen und zu pfeifen gehen nicht zusammen.

Kinder gehören allen.
(Sprichwort der Mossi)

Man darf nicht verschlingen, was man gestern erbrochen hat.

Man fragt keinen Tauben nach dem Weg.

Man frisiert keinen in dessen Abwesenheit.

Man kann durch Kraft oder Zartheit einen Hund sich hinlegen lassen, aber man kann ihn nicht zwingen, die Augen zu schließen.
(Ähnliche Bedeutung wie das Sprichwort in den USA: Man kann ein Pferd zum Wasser führen, aber man kann es nicht zum Trinken zwingen. oder Frankreich: Einen Esel, der keinen Durst hat, kann man nicht zum Trinken bringen.)

Man kann keinen Brunnen in einem Tag bohren.
(Ähnliche Bedeutung wie das Sprichwort: Rom ist nicht an einem Tag erbaut worden, das in vielen Ländern verbreitet ist.)

Man tritt die Hoden eines Blinden nicht zweimal.

Man zerstückelt nicht, was gestorben ist.

Nur ein Dieb kann die Spur von einem anderen Dieb auf einem Felsen erkennen.

Nur weil eine Fliege keine Honigbiene wird, bedeutet nicht, dass ein armer Mann kein König werden kann.

Nur weil er an Gewicht verlor, ist der Löwe keine Katze geworden.

Seitdem die Sonne untergegangen ist, erkennen sich die Bewohner desselben Dorfes nicht wieder.

Selbst wenn du den Hasen nicht liebst, erkenne wenigstens seine Geschwindigkeit.

Selbst wenn es einen magischen Schutz hat, wird das Küken zur Beratung nicht zum Sperber gehen.

Solange das Wasser sich nicht trübt, klärt sie sich nicht.

Solange man einen Mund hat, findet man seinen Weg.

So zahlreich die fertigen Arbeiten sind, jene, die zu machen bleiben, sind zahlreicher.

Tränen retten den Menschen nicht.

Trockne die Tränen und bringe Freude.

Um zur Quelle zu gelangen, muss man gegen den Strom schwimmen.

Was schwierig ist, ist gut; das Einfache hat keinen Profit.

Wenn dein Freund dir den Rücken wäscht, wasch du dir das Gesicht und den Bauch.
Wenn sie dir den Rücken waschen, solltest du dir selbst deinen Bauch waschen.

Wenn dein Vater sich um dich kümmert, bis deine Zähne wachsen, kümmer dich um ihn, wenn sie ihm ausfallen.

Wenn der Austausch der Geschenke gleichwertig ist, behält jeder, was ihm gehört.

Wenn der Esel gegen einen Felsen ausschlägt, bricht er seine Hufe.

Wenn der Rhythmus der Trommeln wechselt, muss sich der Tanz anpassen.

Wenn der Schatten nicht zur Antilope kommt, geht die Antilope in den Schatten.

Wenn der Vogel zögert davonzufliegen, wird er sich mit einem Pfeil erheben.

Wenn der Wasserlauf seine Route ändert, ist der Kaiman*3 verpflichtet, ihm zu folgen.

Wenn die Ameisen ihre Münder vereinen (sich (ver)einigen, sich (ver)sammeln), können sie einen Elefanten tragen (heben).

Wenn die Katze nicht zu Hause ist, tanzen die Mäuse.

(Auch in anderen Ländern tanzen die Mäuse wenn keine Katzen da sind. Sprichwort in Deutschland: Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse über Tisch und Bänke.)

Wenn die Wahrheit gesagt wird, schüttel nur den Kopf.


Wenn du den Kopf von etwas ankommen siehst, musst du geduldig sein: Du wirst am Ende auch den Schwanz sehen.

Wenn du dich wie die Krabbe verhältst, isst du mit Lärm. Wenn du dich wie das Ei verhältst, kannst du ruhig essen.

Wenn du die Frau noch nicht gesehen hast, bereitet die Matte nicht vor.

Wenn du in ein Dorf gehst, in dem die Menschen auf den Kopf gehen, solltest du auf dem Kopf gehen.
(Ähnliche Sprichwörter mit der gleichen Bedeutung auch in anderen Ländern.)

Wenn du nicht auf zwei verschiedenen Basaren gewesen bist, weißt du nicht, was der beste Wert ist.


Wenn du nicht genug Wasser hast, um ein Bad zu nehmen, wasche dir das Gesicht.

Wenn du willst, dass man dir einen Canari*2 tragen hilft, stelle ihn zuerst auf deine Knie.

Wenn ein Skorpion einen Stein sticht, verschwendet er sein Gift.


Wenn man das Fleisch eines Elefanten auf dem Kopf trägt, sollte man nicht nach Grillen im Untergrund suchen.
(Sprichwort auch in Nigeria.)


Wenn man sich vor dem Dieb machtlos fühlt, muss man ihm seine Beute tragen helfen.

Wenn wir uns hinlegen, sind wir gestorben.


Wer auf dem Rücken eines Esels ist, weiß nicht, dass der Boden brennt.

Wer das andere Ufer nicht erreicht hat, lacht nicht über jenen, der ertrinkt.

Wer die Magd im Felde nicht ehrt, lässt nur Wasser und Aspirin an seine Haut.

Wer nichts sagt, ist weiser als jener, der hundert Worte sagt.

Wer nie ein Hähnchen besessen hat, tränkt es am Fluss.

Wer vergessen hat, wie man trommelt, hat vergessen, wie man fühlt.

Wir wählen die salzige Sauce nicht mit den Augen.

Wohin die Axt geht, soll sie das Holz schneiden.

Zwar hat der Mensch zwei Beine, doch er kann nur einen Weg gehen.
(Sprichwort der (franz.) Peul oder (engl.) Fulbe o. Fulani im Norden Burkina Fasos)

*1 Caïlcédrat - ist ein Baum aus der Familie der Meliaceae (Khaya senegalensis), der im Senegal Mahagoni genannt wird. In vielen westafrikanischen Ländern kommt der Caïlcédrat in Wäldern oder als Schattenbaum in alten kolonialen Straßen vor. In der afrikanischen Medizin wird er auch als Heilpflanze für viele Krankheiten verwendet.
Quelle: https://fr.wikipedia.org/wiki/Khaya_senegalensis

*2 Canari - bezeichnet in West- und Zentralafrika einen Tonkrug zur Kühlung, Transport oder Speichern von Wasser.

*3 Kaimane- sind eine Unterfamilie der Alligatoren innerhalb der Krokodile. Kaimane kommen nur in Südamerika, eine Art bis nach Mittelamerika, vor. Da es in Afrika keine Kaimane gibt, stammt die Bezeichnung Kaiman in afrikanischen Sprichwörtern von den Übersetzern. In den ursprünglichen Sprichwörtern in der örtlichen Umgangssprache sind wahrscheinlich immer Krokodile gemeint.