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Sprichworte aus Tschad
Flagge vom Tschad
Wappen vom Tschad
Flagge vom Tschad
Wappen vom Tschad
Der Tschad ist ein Binnenstaat in Zentralafrika und grenzt an Libyen, Sudan, die Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Niger und Nigeria. Das Land ist mit 1.284.000 qkm mehr als 3,5 Mal so groß wie Deutschland und dabei nur 13,2 Millionen Einwohner (2015). Es gibt zwei große Bevölkerungsgruppen: Die arabisierten und islamisierten Völker im Norden und die christlich-animistischen Gruppen im Süden. Die Bevölkerung setzt sich aus fast 200 verschiedenen Ethnien mit fast ebenso vielen Sprachen und Dialekte zusammen. Die größte Volksgruppe sind die Sara (30 %), ca. 9 % sind Sudanaraber, weiter leben viele Hausa, Tubu, Kanembu, Kanuri und andere im Tschad. Neben den vielen regionalen Sprachen und Dialekte sind die beiden Amtssprachen Arabisch (Tschadisch-Arabisch und Sudanarabisch) und Französisch sowie Sara.

Vor allem Frankreich schloss Protektoratsverträge mit den jeweiligen Monarchen, um eine französische Oberherrschaft über die örtlichen Königreiche zu erreichen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts begann man mit gewaltsamer militärischer Besatzung und schließlich mit der Kolonialisierung. 1911 wurde die Kolonie durch das deutsch-französische Marokko-Kongo-Abkommen erweitert. Zwischen den Weltkriegen erhielt die Kolonie Tschad dann ihre heutigen Grenzen. 1958 erhielt der Tschad seine erste Verfassung. Die Territoriale Versammlung billigte den autonomen Status des Landes als Mitglied der Communautè française. Am 11. August 1960 erhielt das Land seine Unabhängigkeit. 1966 begann zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden ein Bürgerkrieg, der bis 1994 andauerte.

Wahlspruch vom Tschad:   „Einigkeit, Arbeit, Fortschritt“

   Quelle:  
  https://de.wikipedia.org/wiki/Tschad

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Allah teilte gestern, was du heute erhältst.

Auch in der Nacht ist die Milch weiß.

Aus Mangel an Kritik wuchs der Rüssel des Elefanten sehr lang.

Bitte um Unterstützung, wenn du stark bleiben möchtest.

Das tote Herz Afrikas.
(Spitzname für den Tschad, da der Tschad im Binnenland, dem Herzen Afrikas liegt und mit größte Teil des Landes die praktisch tote Wüste Sahara einnimmt.)

Dein Herz muss friedlich sein, um ein Lied in den Blättern der Bäume zu hören.

Der Fluss ist niemals voll genug.

Der Löwe liebt Fisch, aber hasst nasse Füße.

Die Beute, die Gott für die Kröte bestimmt hat, kann nicht mehr davonfliegen.

Die Biene sieht ihren Bienenstock, bevor sie den Honig produziert.

Die Palme, die Vögel ermutigt, in ihm zu nisten, sollte über zerbrochene Blätter nicht weinen.

Du bist schön wegen deines Eigentums.


Du bist, wer du vorgibst zu sein.

Ehrlichkeit ist nicht zu sagen, was man denkt, sondern alles zu denken, was man sagt.

Ein Baby ist ein Stück vom Himmel gesandt aus der Hand Gottes.

Eine Wespe kann gefährlicher als ein Tiger sein.

Ein Mann mit zu viel Ehrgeiz kann nicht in Frieden schlafen.

Ein Wort ist wie ein Bastfaden, wenn man es aus der Matte zieht, kann es nicht auf sein Ort zurück.

Es ist viel einfacher, in die Richtung mit dem Strom zu schwimmen.

Halte deine Freunde mit beiden Händen.


Heißes Wasser ist kein angenehmer Ort für eine Kröte.

Irgendwo berührt der Himmel die Erde, und der Name dieses Platzes ist das Ende.

Jeder Hahn ist ein Stadtausrufer auf seinem eigenen Misthaufen.

Jedes geschlossene Auge schläft nicht und jedes offene Auge sieht nicht.

Lachen ist eine Sprache, die jeder versteht.

Man geht nicht nach dem Stock suchen, um sich sich selbst schlagen zu lassen.


Nur wenn ein Baum groß und stark ist, kannst du eine Kuh an ihm anbinden.

Schlaf ist der Bruder des Todes.

Suche nach Missgeschick oder es spürt dich zuerst auf.

Um besser voranzukommen, muss man zuerst die zurückgelegte Strecke gemessen haben.

Um zu wissen, wohin wir gehen, müssen wir wissen, wo wir sind.

Wenn das Dorfoberhaupt selbst geht, um die Menschen zur Versammlung einzuladen, wissen sie, dass etwas falsch im System ist.

Wenn das führende Tier lahm ist, kommt die Herde nicht zur Weide.


Wenn dein Freund aus Honig ist, iss ihn nicht ganz.

Wenn dem Herrn des Hauses Weisheit mangelt, ist die Arbeit des Arztes nutzlos.

Wenn die Kakerlake über die Hühner regieren will, dann muss sie den Fuchs als Leibwächter einstellen.


Wenn du immer den gleichen Weg gehst, wirst du gehen, wo du schon gewesen bist.


Wenn du in einem Augenblick der Wut tolerant bist, wirst du ein Jahr des Bedauerns verhindern.


Wenn du mit Stolz erfüllt bist, dann wirst du keinen Raum für Weisheit haben.


Wenn sich ein Mann einen langen Zahn wachsen lassen will, sollte er die Lippe haben, ihn zu bedecken.


Wer die Rose hegen will, hegt auch den Dorn.


Wer ein Ei in eine Flasche legen kann, kann auch es auch wieder entfernen.

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Sprichworte der Sara

Die Sara sind eine Ethnie, die im Süden des Tschad und angrenzenden Teilen der Zentralafrikanischen Republik lebt. Drei Viertel der ca. 2 Mill. der Sara (1980) leben im Tschad, wo sie ca. 30 % der Einwohner stellen. Der Rest lebt in der Zentralafrikanischen Republik, wo sie ca. 10 % der Einwohner stellen.
 Die Sara gliedern sich in mehrere Untergruppen, darunter die Ngambaye (auch Gambaye), Mbai (auch Mbaï, Mbaye, Mbaye) und Madjingaye als größte Gruppen und kleinere Gruppen wie die Ngama, Kabalai, Deme, Daye und Rundjo sowie Sar, Kaba, Dindje, Nara und Gulay (auch Gula, Goulaye) sowie Dijoko, Kumra, Nar, Noi, Mbun, Sara-Kaba, Bedjond, Gor, Mouroum und Dobra. Die Ngambaye untergliedern sich wiederum in mehrere Gruppen, darunter Mbeur, Mbaoua, Kilang, Dogo und Laka.
Die Sara wanderten aus nordöstlicher Richtung in ihr heutiges Siedlungsgebiet ein, woher genau, ist unbekannt. Sie bildeten traditionell keine Einheit. Der Name „Sara“ diente ursprünglich als Sammelbezeichnung für Volksgruppen im Süden des heutigen Tschad, aus denen Sklavenjäger aus den muslimischen Staaten Bornu, Baguirmi und Wadai Sklaven fingen. Die verschiedenen Gruppen übernahmen schließlich diese Bezeichnung als Zeichen ihrer Verbundenheit aufgrund gewisser kultureller Gemeinsamkeiten und des Gegensatzes zu den Volksgruppen im Norden des Landes. Die Sara-Sprachen sind eine Untergruppe der zentralsudanischen Sprachen. Die Sara sind traditionell Ackerbauern und leben in Dörfern unter der Autorität eines Oberhauptes, dem Chef.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sara_(Volk)

Das Wort der Nacht ist der Schwanz des schwarzen Margouillat.
(Ein Margouillat ist eine Eidechse mit einem Weiß und Braun gestreiften Schwanz. Das Sprichwort bedeutet, Besprechungen oder Beschlüsse in der Nacht haben keinen Wert und Bestand. Wichtige Dinge werden morgens besprochen und entschieden. Morgens sind alle ausgeschlafen und nicht Müde oder erschöpft wie abends nach der Arbeit und ohne die Wirkung des Alkohols.)

Dein Nachbar ist der, der das Feuer in deinem Haus löscht.
(Man sollte sich mit dem Nachbarn gut stellen, irgendwann wird man seine Hilfe brauchen. Auch wenn der Nachbar ein Fremder von einem anderen Volk ist, soll man ihm keinen Schaden zufügen.)

Der Affe, der schläft, isst keine Bohnen.
(Wer nur schläft, kann viel verpassen oder eine Chance verschlafen.)

Der mütterliche Onkel eines Kindes ist die Mutter des Kindes.
(Das bedeutet, dass man den Kindern der Schwester mehr zugetan ist als denen des Bruders. Sie bekommen mehr Aufmerksamkeit und Zuwendungen als die anderen.)

Der Tod ist wie das Spiel „Méndé“. Wenn dein Freund spielt, spiel mit ihm.
(„Méndé“ ist ein Spiel der Mädchen, in den sie sich gegenseitig mit den Armen auffangen müssen. Wenn jemand gestorben ist und alle trauern um den Verstorbenen, muss man den anderen genauso auffangen, um ihn zu trösten. Freunden und Verwandten soll in Schwierigkeiten und Trauer beistehen und sich gegenseitig helfen.)

Die Augen haben Angst, aber die Hände sind es, die arbeiten.
(Das bedeutet, man sollte Schwierigkeiten oder Anforderungen einer Sache erst beurteilen, wenn man sie tatsächlich überprüft hat. Manches Unbekannte kommt einem unwahrscheinlich schwer und kompliziert vor, was sich beim Arbeiten als unbegründet herausstellt.)

Die Sachen, die auf dem Hals oder bei der Kehle sind: Tu sie nicht mit Gewalt.
(Wenn man Probleme hat, angeklagt wird oder schuldig einer Tat, sollte man nichts überstürzen oder mit Gewalt versuchen, sondern die Situation mit Weisheit und Nachdenken versuchen, sie zu lösen. Wer sich ins Unrecht setzt oder mit Lösungen mit Gewalt herbeiführen will, verschlechtert oft seine Lage noch.)

Es kann aufhören zu regnen, aber Hunger hat keinen Hunger.
(In der Regenzeit kann es den ganzen Tag regnen, man muss aber aufs Feld, um den Acker zu bestellen. Wenn man wegen des Regens nicht hinaus geht, wird man in der Erntezeit auch nichts zu ernten haben und hungern müssen.)

Höre zu, was von deinem Freund gesagt wird; höre auch dich selbst.
(Wenn man einen anderen kritisiert, wird man auch selbst kritisiert. Wenn einem anderen etwas passiert, kann das gleiche auch einem selbst passieren.)

Sogar der kleine Kürbis hat einen Samen.
(Man sollte auch auf Kinder oder junge Menschen hören, vielleicht habe sie Ratschläge oder Ideen, auf die die älteren noch nicht gekommen sind. Man kann viele Dinge auch anders als bisher machen, möglicherweise wird es dann besser.)

Wenn du deinen Freund respektierst, baust du das Dorf.
(Wenn zwei zusammenarbeiten und einer arrogant ist oder den anderen beleidigt, sollte er nicht nachgeahmt werden und ihm auch nicht geantwortet werden.)

Wenn du siehst, was auf deinem Kopf ist, wird das in deiner Hand fallen.
(Mit den Händen wird die Last auf dem Kopf im Gleichgewicht gehalten. Wenn man noch mehr versucht , wird alles herunterfallen. Das bedeutet, man soll nur eine Sache zur Zeit machen, sobald man mehrere gleichzeitig versucht, werden alle misslingen.)

Wer nicht auf den Baum klettert, isst die unreife Frucht.
(Die untersten oder herabgefallenen Früchte kann jeder erreichen. Sie werden meist schon unreif gepflückt, weil sie sonst von jemand anderem genommen würden. Nur wer klettern kann und die schwer erreichbaren pflücken kann, kann auch warten, bis sie reif sind. Das bedeutet, wenn man gute Ergebnisse seiner Arbeit will, muss man sich anstrengen und schwer arbeiten. Wer sich nicht anstrengt oder faul ist, wird nur schlechte Ergebnisse erhalten.)

Wer sich an die Sauce im Mund erinnert, würde es nicht wagen, die Sauce zu trinken.
(Wer bei einer gemeinsamen Mahlzeit anderen sagt “Vorsicht, die Sauce ist fast alle“, wird dann selbst mehr davon abbekommen und ist damit der ungastliche.)

Zuerst geht das Kind auf eine Reise, dann entdeckt es den Fremden.
(Wer zu Hause bleibt, sieht nicht viel von der Welt. Wer auf Reisen geht, entdeckt die übrige Welt und kann viel mehr lernen als derjenige, der im heimatlichen Dorf geblieben ist.)

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Sprichworte der Teda

Das Volk der Teda ist eine Untergruppe der Tubu (auch Toubou, Tib(b)u, oder Tebu, „Menschen des Gebirges / Felsenmenschen“). Ihre Sprache, das Tedaga, gehört zur Gruppe der saharanischen Sprachen. Sie leben in der zentralen Sahara vorwiegend im Tschad in der Region Tibesti (2008 durch Ausgliederung aus der früheren Region Borkou-Ennedi-Tibesti entstanden) und dessen Hauptstadt Bardaï, aber auch in Niger und Libyen. Zentrum des Tubu-Siedlungsgebietes ist das Tibestigebirge, ein aus Vulkanen bestehender Gebirgszug im Tschad und zugleich das höchste Gebirge der Sahara. Sie sind Hirtennomaden, die Ziegen und Schafe halten und Kamelzucht betrieben. Früher waren sie oft Karawanenführer im Transsaharahandel zwischen dem Tschadsee und Tripolis. In der französischen Kolonialzeit zwischen 1913 und 1965 widerstanden sie allen Kolonisationsversuchen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tubu

Dem, der dich in seiner Rede nicht unterstützt, gebt ihm kein Wort; demjenigen, der auf dich nicht achtgibt, dem vertraue nicht.
(Das bedeutet, man soll keinem glauben, der unzuverlässig ist.)

Der König wie die Sonne wird eines Tages erscheinen.
(Bekannte Menschen können sich nicht auf Dauer verstecken.)

Ein Auge tötet keine Gazelle; Speichel bricht kein fasten.
(Das bedeutet, es ist sinnlos, sich etwas wünschen, was jemand anderes hat.)

Eine Sache und ein Behälter haben einen Anfang.

Es gibt kein solches Ding wie ein kleines Feuer oder eine kleine Frau.

Es gibt niemanden, der zehn Finger hat, der nicht zehn Verwandte hat.
(Das bedeutet, man ist nicht allein, irgendjemand aus der Familie ist immer da und kann bei Bedarf helfen.)

Lass keinen Hund die Rippen bewachen.
(Gleiche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Der Bock dient nicht zum Gärtner. Der Hund wird die Rippen auffressen, genau wie der Bock, der den Garten kahl frisst. Das bedeutet, man weiß im voraus, das die Sache misslingen wird.)

Man kann sich nicht auf einem Kamel verstecken, und man kann seine Fußspuren nicht im Sand verbergen.
(Das bedeutet, man soll nicht um den um den heißen Brei herumschleichen, sondern gleich sagen, was man will.)

Vorsorge ist keine Angst.
(Sich selbst zu schützen oder vorsichtig sein, ist nicht, Angst zu haben. Man schließt auch keine Versicherung ab, weil man Angst hat, sondern um ein kalkuliertes Risiko abzusichern.)

Wenn dein Mund bestimmte Wörter lernt, entsteht eine Gehirnerschütterung.
(Wenn ein besserwisserischer Jugendlicher zu viel an anderen kritisiert, wird er möglicherweise schnell in eine Prügelei verwickelt sein, deren Folge eine Gehirnerschütterung ist.)

Wenn du die Verwandten deiner Verwandten nicht als deine Verwandten ansiehst, kannst du nicht gerettet (dir nicht geholfen) werden.
(Im Falle der Gefahr können auch Schwiegereltern und Schwiegerkinder und andere angeheiratete Verwandte helfen.)

Wenn du nicht willst, dass dein Zeitgenosse vorankommt, gib ihm ein Darlehen.
(Das bedeutet, wenn jemand Schulden hat, hindern die Abzahlungen ihn am Vorankommen.)

Wenn ein Mädchen fruchtbar ist, kann auch das Familienoberhaupt nicht verweigern, dass es ein Kind in die Welt bringt.
(Das bedeutet, die Entscheidung Gottes ist unwiderruflich.)

Wenn wir die Ziegenkehle falsch aufschlitzen, ist es wichtig, sie richtig zu häuten.
(Wenn eine Sache falsch oder unsachgemäß begonnen wird, ist es um so wichtiger und schwieriger, sie gut und richtig zu beenden.)

Wer das Ohr isst, wird nicht ruhen, ehe er das Auge gegessen hat.
(Gleiche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Gib den kleinen Finger, und man nimmt die ganze Hand.)

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