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Sprichworte der Bemba
Die Bemba (auch BaBemba) ist eine der größten und dominierenden Ethnien in Sambia in dessen Nord-, Ost- und Nordwestprovinz. Sie führen ihre Ursprünge auf die historischen Königreiche der Luba und Lunda im oberen Kongobassin zurück, dem heutigen Katanga. „Bemba“ sind all jene Bantu, die sich als Untertan des Oberhäuptlings, des Chitimukulu, betrachten. Sie lebten in Dörfern von 100 bis 200 Menschen. Es gibt über 30 Bemba-Clans, die sich nach Tieren oder Pflanzen nennen wie Bena Ng'andu (Krokodil-Clan) oder Bena Nona (Pilz-Clan).
Im heutigen Sambia bezeichnet das Wort „Bemba“ alle, deren Ursprung das Bembavolk ist, unabhängig von ihrem Wohnort, aber auch jene viel zahlreichere Gruppe von ca. 18 ethnischen Untergruppen und den ethnolinguistischen Cluster von matrilinearen-matrifokalen bembasprachigen Ackerbauern.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bemba_(Volk)

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An den alten zerbrochenen Topf wird sich nur bei Notwendigkeit erinnert.

Angeheiratete Verwandte sind wie die Hasen, sie brechen Versprechen.

Augen starren einfach, sie essen aber nicht.
(Das ist eine Aufforderung, wegen der öffentlichen Meinung nicht zurückhaltend zu sein, vielmehr sollte man tun, was man immer tun muss.)

Beeilen dich, bevor der Weg rutschig wird.
(Sprichwörter mit ähnlicher Bedeutung gibt es in verschiedenen Ländern: in Deutschland: Ein Nein zur rechten Zeit erspart viel Widerwärtigkeit. oder aus England: Ein Stich zur rechten Zeit erspart neun weitere.)

Beständigkeit ermöglicht es, seine Ziele zu erreichen.
(Das bedeutet, auch wenn es lange dauert und der Erfolg in weiter Ferne liegt oder aussichtslos erscheint, soll man nicht aufgeben. Mit Geduld und Ausdauer bringt man trotzdem viel Zustande.)

Das Kind eines großzügigen Menschen verhungert nie.
(Gute Taten werden meist erwidert. Wenn man selbst großzügig ist, werden die Kinder wahrscheinlich auch großzügig behandelt.)

Das kleine Versprechen, die du anderen gemacht hast, vergessen sie nicht.
(Das ist eine Erinnerung an Zusagen und Versprechen gegenüber anderen Menschen. Gegebene Versprechen müssen immer eingehalten werden.)

Der Bauch rumort an dem Ort, wo man normalerweise isst.
(Das bedeutet, zu Hause ist der beste Ort für ein gutes Essen.)

Der Besitzer des kleinen Pakets erkennt es.

Der einsame Reisende wird von den Geiern gefunden.
(Das bedeutet, alleine zu reisen ist gefährlich. Wenn etwas passieren sollte, ist keiner da, der helfen könnte. Nur die Geier wissen dann, wo man geblieben ist, da sie alle Reste von toten Lebewesen fressen.)

Der Erste kommt nicht notwendigerweise zuerst an.
(Man denkt, weil man vor anderen ist, braucht man sich nicht anstrengen. Die anderen nehmen aber eine Abkürzung und kommen zuerst. Wenn man selbst Abkürzungen nimmt, kann ein unerwartetes Hindernis auftauchen. Das bedeutet, im Leben gibt es keine Abkürzungen, man muss es jeden Tag nacheinander leben und arbeiten.)

Der kleine Knochen, den du dem Hund versprachst, hält ihn fest.
(Versprochene gute Absichten haben ihre Wirkung.)

Der morgige Tag ist kurz, lassen mich heute holen, was ich brauche.
(Die gleiche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Verschiebe nicht auf morgen, was du heute kannst besorgen.)

Der Unterarm folgt seinem Begleiter.

Der wahre Eigentümer ist nie fehlerhaft.

Die Affen in der Nähe voneinander teilen ihre Früchte.
(Das bedeutet, Missverständnisse und Streitereien passieren überall und öfter im Leben und niemand kann sie vermeiden.)

Die Augen des gehörnten Ehemanns / Ehefrau sind vielfältig.
(Ehebruch kommt irgendwann immer ans Tageslicht und wird gesehen)

Die Furcht vor Gott ist der Anfang der Weisheit.

Diejenigen, die Reisen, sind diejenigen, die über die Spur des Löwen berichten.
(Nur diejenigen, die vor Ort waren und Augenzeugen von Ereignissen sind, können zuverlässig darüber berichten, informieren oder vor Gefahren warnen.)

Diejenigen, die sich am Feuer wärmen, sind diejenigen, die es brennt.
(Das bedeutet, man sollte vorsichtig sein. Vertraute Umgebungen und Tätigkeiten führen zu Routine, Nachlässigkeit oder Geringschätzung, die zu Unglücken und Schaden führen können. Man soll nie mit dem Feuer spielen, der Vorsicht und Achtsamkeit nachlassen.)

Die Kinder, die von der Polyandrie getragen werden, sind nie perfekt.
(Polyandrie bedeutet, das mehr als ein Mann der Vater sein könnte. Das bedeutet, wenn mehrere für etwas verantwortlich sind, fühlt sich keiner verantwortlich. Ein solches Kind bekommt keine gute Erziehung.)

Die Kinder in der Familie teilen eine Erdnuss.
(Das bedeutet, auch wenn wenig von etwas vorhanden ist, wird in einer Familie das Wenige geteilt.)

Die Kinder eines Mannes sind wie der Hof. Besucher (Fremde) sind wie gegorene Hirse.
(Das bedeutet, Kinder eines Mannes bleiben seine Kinder, wie der Hof, der an derselben Stelle bleibt. Besucher und Fremde kommen und sind am nächsten Tag wieder gegangen, wie vergorene Hirse, die bald verbraucht ist und damit weg.)

Die kleine Ratte ist die auf deinem Brei.
(Das bedeutet, man sollte mit dem wenigen zufrieden sein, was man hat und nichts großes unerreichbares wünschen. Vergleichbares deutsches Sprichwort: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.)

Die Schnauze des Wildschweins kräuselt sich immer nach oben.
(Manche Dinge kann man nicht verheimlichen, egal wie man es versucht.)

Die Welt ist ein Knochen, den du nur beißen und verlassen kannst.

Du Wurm, wann bist du gekommen? Ich kam, als die Mpundu*1 Früchte noch blühten.
(Wahrscheinlich ist ein unzuverlässiger Mensch gemeint, der zu Verabredungen immer viel zu spät kommt. Die Mpundu Früchte sind erst bis zu 10 Monate nach der Blüte reif.)

Eine Hand, die empfängt, gibt im Gegenzug.
(Das bedeutet, wer großzügig ist, dem werden auch andere helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.)

Eine Hand kann keine Läuse vom Kopf nehmen.
(Das bedeutet, einer allein kann nicht viel ausrichten. Man sollte gute Beziehungen zu anderen haben, mit denen zusammen man auch aufwendigere Dinge zustande bringen kann.)

Einer Sache, die schnell auf einen zukommt, muss man auch schnell nachgehen.

Ein geborgter Filter filtert nie richtig.
(Geliehene Dinge sind nie von Dauer. Es könnte sein, der Eigentümer verlangt seine Gegenstände zurück, bevor man mit den Arbeiten fertig ist, zu denen man sie braucht. Das bedeutet, eigene Dinge, Geräte oder Werkzeuge sind besser, als sich solche Dinge leihen zu müssen.)

Ein Kind, das nicht reist, lobt seine Mutter als den besten Koch.
(Sprichwort sinngemäß auch in vielen anderen Teilen Afrikas. Wenn man nur zu Hause bleibt und nichts anderes kennenlernt, wird man einseitig und beschränkt und hält die eigenen Dinge und Nahrung für das einzig richtige und Beste überhaupt. Man bleibt oder wird individualistisch, provinziell, nationalistisch, ausländerfeindlich und rassistisch und bleibt in der eigenen engen, gettoähnlichen Welt. Das Sprichwort soll die Menschen ermutigen, zu anderen zu gehen und kennenzulernen und auch deren Werte zu respektieren. Reisen erweitert den Horizont und vergrößert die Erfahrung und man lernt von anderen.)

Ein Kind ist eine Axt; wenn es dich schneidet, hebst du es noch auf und legte es auf deine Schulter.

Ein Kind trägt in sich die Eigenschaften von Mutter und Vater.
(Vergleichbares deutsches Sprichwort: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.)

Entferntes Wasser wird das Feuer hier nicht löschen.

(Das bedeutet, man muss für jedes Problem eine entsprechende Lösung anwenden.)

Er wird immer zu einer Axt oder Hackengriff zurückkehren, welche die Frau ihm zeigt.

(Die Bemba Kultur ist eine matrilineale Gesellschaft. Das bedeutete, dass sozialen Eigenschaften und Besitz ausschließlich über die weibliche Linie von den Müttern an die Töchter vererbt wird. Dabei erfolgt die Übertragung von sozialen Positionen, Ämtern, Ansehen, Privilegien und Eigentum nach der Abstammung der Frau. Mann und Vater sind ohne Bedeutung. Frauen hatten eine Rolle bei der Entscheidungsfindung und Wahl des Chefs. Mit der Zeit wurden sie aber von der Entscheidungsfindung ausgeschlossen und die Männer wurden dominanter, die heute meist ohne Rücksicht auf die Meinung der Frau entscheiden. Ein Rat der Frauen wird meist nicht mehr ernst genommen und Männer haben das letzte Wort. Das Sprichwort soll eine Ermutigung sein, auf die Weisheit und Ansichten anderer zu hören. Die Frau ist daran interessiert, über Haushaltswaren bescheid zu wissen. Sie könnte wissen, welche Axt für eine Aufgabe besser ist und der Mann kehrt nach einem Misserfolg zu ihrem Rat zurück.)


Es machte viel Lärm, sie hörten es auch in der Hauptstadt.
(Das bedeutet, das Geschäft erregt große Aufmerksamkeit.)

Es sind andere Leute, die einen Menschen begraben.
(Das bedeutet, keiner lebt für sich allein, jeder ist auf andere angewiesen.)

Gestohlene Dinge machen nie wirklich reich.
(Unrechter Vorteil und Gewinn sind für niemanden hilfreich. Reichtum aus Betrug wird meist wieder verloren und hat Angst vor Entdeckung zur Folge.)

Gute Leute leben nicht lange.

(Gute Dinge oder Erfahrungen bleiben nicht, wie man wünscht; schlechte Erfahrungen dafür um so länger.)

Heutiger Busch ist morgen Wald.

Jemand, der den Wald betritt, hört dem Brechen der Zweige im Unterholz nicht zu.
(Jemand mit einer Aufgabe sollte sich darauf konzentrieren und sich nicht durch anderes was man sieht oder hört ablenken lassen.)

Kleine Dinge, die beiseitegelegt werden, verderben.
(Wenn kleine Reste zur späteren Verwendung zurückgelegt werden, werden sie meist vergessen. Wenn man sich daran erinnert, sind Speisereste oder Getränke schlecht geworden und verdorben. Das Sprichwort meint, man sollte großzügig sein und bevor die Reste verderben abgeben und verschenken. Andere Dinge könnten auf Dauer verrosten oder gestohlen werden, besser man gibt sie weg, damit sie noch nutzbringend verwendet werden können.)

Menschen aus einer anderen Hütte halten dein gäriges Bier nicht davon ab, überzulaufen.
(Das bedeutet, man darf sich nicht auf andere verlassen, das sie deine Arbeit erledigen. Um Missgeschicken vorzubeugen, muss man selbst aufpassen.)

Menschen sind wie Fische: Sie folgen dem Wasser.
(Das bedeutet, Menschen einer Gemeinschaft sind aufeinander angewiesen und sollten ihren führenden Mitgliedern zuverlässig folgen.)

Menschen starren immer auf den Platz, von dem eine angesehene Person kommt.
(Das bedeutet, angesehene und große Persönlichkeiten werden von anderen beachtet und als Vorbild genommen.)

Missbrauch der Gastfreundschaft bricht die Brücke.

Mutter, trage mich, und ich werde dich tragen.

Ohren sind Bettler, sie sammeln alles, was sie bekommen.

Raub macht dich nicht zum Besitzer.

Um das Feuer des Herzens auszulöschen, ist es ratsam, es zu verhindern.
(Das bedeutet, man sollte etwas verhindern, bevor man es später nicht mehr eindämmen kann. Im Sprichwort wird die Liebe gemeint, die später nicht mehr mit Vernunft handelt.)

Um eine bittere Pflanze schmackhaft zu finden, muss man sich von Kindheit an daran gewöhnen.
(Das bedeutet, gute Gewohnheiten muss man sich in der Jugend angewöhnen, damit sie einem später leicht fallen.)

Was auch immer vom Chef kommt, ist nie zu klein.
(Das bedeutet, man sollte immer dankbar sein, besonders gegenüber Vorgesetzten, von denen man abhängig ist. Auch geringe oder kleine Dinge können zu etwas nützlich sein.)

Was nur ein Mensch sieht, ist eine Lüge.
(Das bedeutet, nur ein Zeuge beweist nichts, zum Beweis sind mindestens zwei übereinstimmende Zeugen notwendig.)

Wasser, das weit weg ist, löscht das Feuer nicht.
(Das bedeutet, wirksame Hilfe muss vor Ort sein, entfernte Dinge helfen im Notfall nicht.)

Wasser folgt dem Fluss.
(Genauso wie Wasser im Flussbett fließt, folgen die Menschen ihren Anführern.)

Weisheit ist wie die Ebenen.
(Die Ebenen sind sehr weit, weiter als man sehen kann. Genauso gibt es viel zu wissen, mehr als je ein Mensch wissen kann. Weisheit ist zu wissen, das man nicht alles weis und immer dazu lernt und den Rat von anderen hört.)

Weisheit ist wie Samen, der gesucht werden muss.

Weisheit kam vom kleinen Ameisenhaufen heraus in den großen.
(Auch weise und große Menschen können von einfachen Menschen lernen.)

Wenn du versuchst, eine süße Kartoffel gerade zu machen, bricht sie.

Wer die Henne aß, wird früher oder später Mist essen.
(Das bedeutet, wer die gestohlene Henne aß, wird früher oder später erwischt und bestraft.)

Wer sich auf eine Reise begibt, sammelt kein Feuerholz.
(Das bedeutet, wer verreist, wird nicht für die Zurückbleibenden sorgen und Feuerholz sammeln, er kümmert sich nur um sich und seine Reisevorbereitung.)

Wir schauen nicht auf das Gesicht des Besuchers, aber auf seinen Bauch.
(Das bedeutet, bevor man einen Besucher nach dem Grund des Besuchs fragt, sollte man sich um sein Wohlergehen kümmern. Erst wenn es ihm gut geht, ist Zeit, sich nach seinem Anliegen zu erkundigen.)

Wo der Vater starb, ist der Ort, wo wir auch sterben.
(Früher wurde der Hof an die Kinder vererbt und von denen wieder an deren Kinder. Heute gehen viele Kinder aber anderswo hin und leben und sterben an ganz anderen Orten.)

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*1 Mpundu Früchte - andere Namen auch Mobola-Pflaume, Korkbaum und andere, lateinisch Parinari curatellifolia. Es ist ein immergrüner tropischer Baum im südlichen Afrika, der am häufigsten in schlecht entwässerten Gebieten in mittleren Höhen vorkommt. Er wird bis um 20 Meter hoch und trägt gelb-orange ovale 5 cm lange pflaumenartige Steinfrüchte. Es dauert 9-10 Monate von der Blüte bis zur Fruchtreife von Oktober bis Januar. Das Holz ist sehr hart und schwer zu bearbeiten, aber nicht sehr haltbar.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Parinari_curatellifolia
            http://pza.sanbi.org/parinari-curatellifolia


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