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Sprichworte von Volksgruppen aus der Demokratischen Republik Kongo
(von 1971 - 1997 Zaire)


Sprichworte der Bayansi
Die Bayansi sind eine Bantu-Ethnie in der Demokratischen Republik Kongo. Mehrere Untergruppen leben vorwiegend in Dörfern, in denen sie noch ihre Sprach Kiyansi sprechen. Die meisten betreiben Landwirtschaft mit Brandrodungsanbau. Der Älteste des herrschenden Clans stellt den jeweiligen regionalen Häuptling.

Alte Menschen sind nicht nur nützlich, sie machen das Leben angenehm.

Auch dort gibt es Alte, denk darüber nach.
(Wenn man sich unbeobachtet fühlt oder der zu Kritisierende nicht da ist, sollte man sich überlegen, ob ein anderer aus dessen Gruppe anwesend ist und sich ebenso getroffen fühlen kann.)

Das Mittel gegen Bauchweh ist die Arznei, das Mittel in Sachen der Frau ist ihr Mutterbruder.
(Bei Streitigkeiten der Frau entscheidet der älteste Bruder ihrer Mutter oder ihr eigener Bruder)

Das Regal fällt nachts um. Man richtet es am Tage auf.
(Manchmal dauert es eine Weile, bis alle Fakten über etwas bekannt sind. Alles brauch seine Zeit. Deutsches Sprichwort mit ähnlicher Bedeutung: Kommt Zeit, kommt Rat.)

Das Wildbret eines Mannes verfault, er sollte es selbst essen.

Der Baum Sui hat sein Kind fallen gelassen. Es war zu schwer geworden.
(Die Früchte des Baumes fallen teilweise herunter, wenn sie reif werden. Wenn zwischen Kindern und den Älteren Konflikte entstehen, verlassen etliche Jugendliche die Dörfer und ihren Clan und ziehen in die Städte um mögliche Aktionen gegen sich auszuweichen.)

Der eine stiehlt, der andere steht Schmiere.
(Das bedeutet, egal, wer was macht, alle sind gleichermaßen beteiligt.)

Der Häuptling hat Fleisch gegessen aufgrund der Kugel, nicht aufgrund eines kitya-Rufes.
(Der erfolgreiche Jäger stößt einen Ruf, den andere hören können, aus. Unabhängig davon erhält der Häuptling immer von auf seinem Gebiet erlegten Wild, eine Hinterkeule.)

Der Weg zum Friedhof unterscheidet nicht zwischen Jungen und Alten.

Die Größe des Leichnams (Sarges) ergibt die Größe des Grabes.
(Das Sprichwort besagt, das die Höhe der Strafe der Schwere des Verbrechens und der Schuld entsprechen muss.)


Die Kröte, die den Regen vermeiden wollte, fiel ins Wasser.

Die Sachen, die wir essen, die Ahnen haben sie hinterlassen.

Die Schlange ist ins Haus gekommen. Die Kröte hat sie hineingetragen (gelockt).

Du begreifst etwas, weil andere es dir gesagt haben.

Du kannst die Quelle eines Flusses sehen, aber nicht die eines Clans.

Eine Falle zusammen aufgestellt. Das Tier wird in der Mitte geteilt.

Einem Kind ist der Kopf einer Schildkröte zu hart; es hat bereits anderes Essen gehabt.

Ein furchtloses Kind kann nicht hungrig schlafen gehen.

Ein Haus mit einer Dachhälfte lässt sich nicht bauen.
(Genau wie ein Haus mit nur einem halben Dach unvollständig ist, muss man von jeder Sache alle Seiten betrachten, um sich ein Urteil darüber zu machen.)

Ein Junge stellt Fallen für Krokodile auf. Erwischt ihn eines, war er gierig auf Fleisch; fängt er eins, ist er ein mutiges Kind.

Ein Kind geht spielen, unterweise es vorher.

Ein Leopard und eine Ziege schlafen nicht auf demselben Baum.
(Die Männer, die Frauen des Herrscherclans heiraten, werden von den Frauen ausgewählt und müssen absolut monogam leben.)

Im Palaver fällt ein Verdacht auf eine Frau, sie ist ein Kind des Lineageältesten.
(Bei Streitigkeiten der Frau entscheidet der älteste Bruder ihrer Mutter oder ihr eigener Bruder)

In die Tasche des Dorftrottels steckst du nur einmal die Hand.
(Das bedeutet, alles kommt ans Licht. Wenn selbst der Dorftrottel etwas bemerkt, erfahren es die anderen erst recht.)

In einem Dorf mit Mörser schält man die Kürbiskerne nicht mit den Zähnen.
(Mit dem Mörser werden alle Kerne, Nüsse und Reis geschält. Das Sprichwort bedeutet, ein Ältester eines Dorfes oder Clans sollte über alle Machenschaften, Intrigen und Streitigkeiten bescheid wissen. Wenn er alles regelt, erspart man eine Gerichtsverhandlung auf höherer Ebene.)

Kinder trägt man im Mörser. Wenn du sie in der Schüssel trägst, verschüttest du sie.
(Das Sprichwort vergleicht die Kinder mit Wasser, das man nicht in einer der meist flachen Schüsseln tragen sollte, da man viel durch den flachen Rand verschütten würde. Mörser sind dagegen tief mit einem hohen Rand aus denen nicht so leicht etwas verschüttet wird. Das bedeutet, mit Kindern soll man aufmerksam und liebevoll umgehen, alles andere wären schlechte Eltern.)

Komm, wir gehen nach draußen, um die Alten zu beschimpfen!
(Es bedeutet, man spricht schlecht über diejenigen, die gerade nicht anwesend sind. Wenn die Person der Kritik nicht da ist, fühlen sich viele stärker als in direkter Konfrontation, bei der sie meist den kürzeren ziehen.)

Von einem großen Häuptling kennt man den Vater nicht.
(Frauen können unter umständen auch mehrere Männer haben (Polyandrie). dann ist nicht bekannt, wer der eigentliche Vater ist.)

Während eines Sturms nimm nicht gerade Schutz unter einem Dachziegel.

Während eines Sturms suche Schutz unter einem Baum und nicht den Wolken.

Wenn du Angst hast zu fallen, steh erst gar nicht auf.

Willst du reden, denke zuerst nach.

Zwei Leoparden schlafen nicht auf demselben Baum.

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Sprichworte der Bembe
Die Bembe (auch Babembe) sind eine Ethnie in südöstlichen Teil der Provinz Kivu in der Demokratischen Republik Kongo, teilweise auch in Tansania. Sie siedeln in zwei großen Gebieten Fizi und Itombwe am Tanganjikasee. Ihre Sprache ist Kibembe. Ihr Lebensraum enthält großem Regenwaldgebiete, in dem sie jagen. Außerdem sind sie Bauern und Fischer und bauen Maniok, Mais, Reis und Palmen für Palmöl an.

Affen des gleichen Alters spielen zusammen.

Ein Baum auf einem Hügel in der Savanne ist ein Treffpunkt für Vögel.

(Für Jäger und Gejagte ist es immer gut, ihre Umgebung im Blickfeld zu haben, um nicht überrascht zu werden. Vögel suchen sich die höheren oder einzeln stehenden Bäume ebenfalls zum Schutz, Nistplatz und zur Übersicht. Eine zweite Bedeutung ist, wer in einem fremden Land lebt, dessen Haus wird bekannt sein, wie ein Baum auf einem Hügel und wird ein Treffpunkt für andere aus dessen alter Heimat sein.)

Eine Ehe, die Kinder hat, endet nie.

Eine gute Frau ist eine Krone für den Ehemann.
(Das bedeutet, eine tüchtige Ehefrau ist ein Vorteil für die ganze Familie.)


Ein Ei berät einen Vogel.
(Das bedeutet, man sollte auch die Ansichten von Minderheiten in der Gesellschaft beachten, besonders die von Frauen und Kindern.)

Ein Mann ist wie ein Maniok Stock.
(Das bedeutet, ein Mann kann überall siedeln und eine Familie gründen.)

Ein Stock, der verwendet wurde deine Zweitfrau zu schlagen, behalte nicht unter deinem Bett.
(Das bedeutet, man sollte nicht feiern, wenn ein Nachbar trauert.)

Ein Wort ist wie eine Frucht; sobald sie herunterfallen, kann sie nicht mehr zurück nach oben.
(Man sollte es sich genau überlegen, was man sagt, ob es angemessen für den Zweck ist und anderen nicht schadet.)

Es ist immer der erste Schlag, der eine Schlange tötet.
(Das bedeutet, wenn man eine Gefahr für die Gemeinschaft erkennt, soll man gleich als Erster etwas dagegen unternehmen. Wenn man wartet oder meint, die anderen könnten etwas tun, wird die Gefahr nur größer und es bedarf wesentlich größerer Anstrengungen, sie abzuwenden.)

Lass uns wieder gehen, weil die erste Reise erfolgreich ist.

Sobald du beschließt, einen Busch zu betreten, fürchte nicht den Tau.
(Das bedeutet, wenn man sich zu etwas entschlossen hat, darf man sich nicht vor den damit verbundenen Risiken oder Nebenwirkungen fürchten.)

Stehendes Wasser ist immer gefährlich.
(Zurückhaltende Menschen verstecken viele Dinge einschließlich ihres Verhaltens. Man sollte auf der Hut vor Überraschungen und Unerwartetem sein. Deutsches Sprichwort mit gleicher Bedeutung: Stille Wasser sein tief, sie rauschen, wenn sie wollen.)

Wenn du eine gute Maisernte hast, breche nicht deine Brüderlichkeit.
(Das bedeutet, wer mehr hat, als er für sich selbst und seine Angehörigen braucht, sollte andere ärmere Menschen nicht vergessen und ihnen etwas abgeben. Möglicherweise ist die nächste Ernte zu gering und man ist selber auf Hilfe von anderen angewiesen.)

Wer den Kopf schüttelt, weigert sich, rasiert werden.

Wer nicht klettert, kann die Früchte von der Spitze der Zweige nicht essen.
(Das bedeutet, man muss hart arbeiten, da man sonst keinen Erfolg haben wird.)

Wie Ameisen esse wenig und trage den Rest zurück in dein Haus.
(Da die Bembe auch Jäger sind, entfernen sie sich teilweise längere Zeit von ihrem Dorf. Das Sprichwort soll daran erinnern, das man auch nach längerer Zeit wieder nach Hause kommen soll, um das erjagte Wild den daheim gebliebenen als Nahrung zu bringen. Heute wird erwartet, dass Bembe, die das Land wegen Kriegen und Unruhen verlassen haben, in Friedenszeiten zurückkehren und ihre Ersparnisse in der Heimat investieren, oder wenigstens den Verwandten helfen. Das Sprichwort vergleicht die Ameisen, die auch weit entfernt von ihrem Nest auf Nahrungssuche gehen, mit den Jägern der Bembe.)

Wo die Savanne weich ist, ist es, wo der Pfad des Elefanten ist.
(Wenn eine Elefantenherde wandert, trampelt sie alles nieder und hinterlässt einen scheinbar breiten einfachen und sicheren Weg. Wenn man diesen Weg benutzt, kann man von den Elefanten überrascht werden und hat dann aber keinen Ausweg in das undurchdringliche Dickicht an den Seiten. Das bedeutet, meist liegt die Gefahr dort, wo die Dinge scheinbar sehr leicht sind. Meist kommt die Gefahr aus einer Richtung, von wo man sie nicht vermutet.

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Sprichworte der Hema
Die Hema sind eine Ethnie von nomadisierende Viehhirten im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die nomadisierende Viehhirten Hema kämpfen seit einigen Jahren gegen die sesshaften Ackerbauern vom Volk der Lendu.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hema


Der, der im Dreck rührt, riecht am Ende schlecht.


Der, der zwei Dingen nachgeht, verpasst sie alle beide.

Derjenige, der dich hasst, ruft dich, gerade, wenn du isst.

Der Korb, der verwendet wurde, um ein Geschenk zu einem Nachbarn zu tragen, bringt ein anderes Geschenk zurück.

Die Person, die dich verfolgt, erinnert dich ständig an deine Waffe.

Eine dumme Kuh führt ihr Kalb in der Nähe der Straße.
(Eine Kuh sorgt sich um ihr Kalb, dass es ihm gut geht und nicht in Gefahr gerät. Nur Dumme Kühe gehen mit ihren Kälbern in die Nähe der Straße, wo sie Gefahr laufen, mit einem vorbeifahrenden Auto einen Unfall zu erleiden. Genauso müssen die Menschlichen Mütter für die Sicherheit ihrer Kinder sorgen.)

Ein Schild ist dazu da, um ersetzt zu werden.
(Das bedeutet, der Chief oder Häuptling eines Dorfes hat nicht nur Rechte und macht, er hat auch die Pflicht, die anderen wie ein Schild zu beschützen. Wenn er alt oder schwach geworden ist, muss er aber bereit sein, seinen Platz einem Nachfolger frei zu machen, der ihn ersetzt.)

Intelligenz ist wie Feuer, die Menschen nehmen es von anderen.

Sie bereitet eine gute Mahlzeit, aber der Mann sagt, sie ist versalzt.

Weisheit ist wie Erdnüsse, wir essen sie nacheinander.

Weisheit ist wie Feuer. Die Leute nehmen es von anderen.
(In einer Welt ohne Streichhölzer oder Feuerzeug wie früher in Afrika, wurde das Feuer sorgfältig gehütet, damit es nicht erlischt. Sollte es trotzdem einmal passieren,, konnte man sein Feuer wieder mit dem eines anderen entzünden. Genauso wurden Erfahrungen, Weisheiten und alle Fähigkeiten zum Überleben von anderen gelernt und abgesehen.)

Wenn jemand dich in den Rücken schlägt, schlag ihn in die Augen.

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Sprichworte der Holoholo
Die Holoholo (auch Horohoro oder Kalanga) sind eine Bantu ethnische Gruppe in der Demokratischen Republik Kongo, die am Tanganjikasee um Kalemie und ebenso auf dem gegenüberliegenden Ufer in Tansania, leben. Früher waren sie Mittelsmänner im arabischen und afrikanischen Sklavenhandel. Mit Ende der Sklaverei brach die Wirtschaft zusammen und Krankheit und lokale Kriege dezimierten die Bevölkerung. Heute (2002) leben die ca. 15.500 Holoholo von der Landwirtschaft auf Basis von Sorghum, Mais, Erdnüsse, Bohnen und der Fischerei. Der Name „Holoholo“ stammt von den Belgiern, die den Klang ihrer Begrüßung komisch fanden. Ihr Name „Kalanga“ bedeutet einfach Menschen. Als sich im 18. Jahrhundert das Luba Reich nach Osten ausdehnte, flohen die Holoholo und siedelten am Tanganjikasee.
Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Holoholo_people


Der Felsen, den man im Ozean sieht, kann das Schiff nicht zerbrechen.
(Gefahren, die man sieht, können nicht mehr schaden, weil man sich frühzeitig darauf vorbereiten kann, um sie abzuwehren.)

Die Menschen eines Landes ohne Bodenschätze sind arm und sterben an Hunger.
(Der wahre Reichtum, den ein Mensch haben kann, ist Klugheit und Wissen, Reichtum ohne Klugheit und Wissen ist Eitelkeit.)

Du kannst dich um den Tod deiner Eltern nicht gekümmert haben, aber willst immer Trostwörter haben.
(Wenn Schwierigkeiten im Leben auftreten, erwartet man immer Worte der Ermutigung und Trost.)

Du wirst geehrt wegen dem, was du getan hast.

(Durch die guten oder schlechten Handlungen wird man bekannt. Man sollte überlegt handeln, weil alles wieder auf einen zurück fällt.)

Eine schamlose Person wird in der Gemeinschaft nicht gebraucht.

(Man sollte alle seine Taten bedenken, ob sie gut oder schlecht sind.)

Ein Mensch kann seine heimatlichen Berge auch in einem fremden Land nicht vergessen.

(Das bedeutet, egal wohin man geht oder wo man lebt, die Heimat, woher man kommt, wird man nie vergessen.)

Ein Mensch beklagt sich über das, was andere sagen, während er selbst nur unwichtiges sagt.

(Das bedeutet, man sollte nur sprechen, wenn man etwas zu sagen hat, was hilfreich ist und der Sache dienlich ist, sonst sollte man schweigen.)

Ein Trommler und ein Sänger sind der Begünstigten, nicht der Zuhörer.

(Es bedeutet, dass man allen zuhören sollte, unabhängig davon, wer sie sind, und wo sie herkommen.)

Honig auf Boden ist süß, aber er ist voll Sand.

(Probleme bestehen unabhängig davon, ob man reich ist oder nicht oder glücklich oder unglücklich ist, sie belasten unabhängig von allem anderen.)

Jeder sollte die Nahrung essen, für die er geschwitzt hat, damit es kein Gerede gibt.

(Dieses Sprichwort richtet sich gegen Faulheit von denen, die Arbeit verabscheuen. Es ist besser, die Früchte der Arbeit zu genießen, statt auf Kosten anderer zu leben.)

Man verschmäht keine Frau wegen Faulheit, sondern wegen Unzucht.

(Man sollte vor Herausforderungen oder Problemen nicht zurückweichen sonder sie annehmen und lösen.)

Vor seinem Vater und seinem Onkel hat ein Kind immer recht.

(In der Familie oder bei Verwandten wird man anerkannt und geachtet. In der Fremde denken und reden die Menschen, was sie wollen.)

Wenn du viele gewinnen willst, kannst du alles verlieren.

(Man sollte nicht zu egoistisch sein oder übertreiben, weil es sich möglicherweise auch gegen einen selbst wenden kann.)

Wenn es regnet, ist es die beste Zeit, um auf der Kleidung zu urinieren.

(Bei Regen würde es keiner merken, da alles schon nass ist. Das bedeutet, man sollte die Gelegenheiten nutzen, die sich durch mögliche Ereignisse ergeben.)

Wenn man Fleisch teilt, bekommt man große und kleine Teile.

(Teilen ist gut, weil, auch bei Ideen oder Problemen. Ob sie klein oder groß sind, gibt es immer mehrere Lösungsmöglichkeiten.)

Wer dich beißt, ist in dir.

(Das bedeutet, meist sind es die Nächsten, Verwandte oder Freunde, die einander verraten und schaden. Man sollte auch in seiner nächsten Umgebung wachsam sein.)

Witze können dir ernste Probleme bringen.

(Das bedeutet, man soll mit nichts übertreiben, denn alles könnte sich möglicherweise als Nachteil herausstellen. Ein Witz auf Kosten anderer kann sich auch gegen einen selbst kehren.)

Wo es ein Gewehr gibt, gibt es keinen Raum für einen Pfeil.

(Das bedeutet, Feinde können nicht zusammen leben, genauso wie zwei Stiere nicht in einem Stall bleiben können.)

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Sprichworte der Luba
Die Luba oder Baluba sind eine Bantu-Ethnie in Zentralafrika, hauptsächlich in den Regionen West- und Ostkasai und Katanga in der Demokratischen Republik Kongo. Ihre Sprache Tshiluba (Tschiluba, Chiluba) wird in mehreren Dialekten von bis zu ca. 9,5 Mill. Menschen gesprochen.
Ab 1500 bis ins 19. Jahrhundert gab es mit wechselnder Ausdehnung das Luba Königreich unter der Führung eines nach dem Willen der Götter regierenden Königs.. Der König fungierte als Vermittler zwischen der Menschenwelt und der Welt der Götter und Ahnen. Er zog von den lokalen Herrschern Tribute ein, welche er dann als Geschenke an loyale Anhänger verteilte. Dieses Tributsystem entwickelte sich zu einem staatlich kontrollierten Handelsnetzwerk.
Ab etwa 1870 begann der Niedergang des Baluba-Königreichs, da es keine klaren Richtlinien für die Nachfolge des Königs. Durch Nachfolgestreitigkeiten im Inneren und Druck von benachbarten Völkern und der Enteignung des Landes durch die kolonialen Mächte löste sich das Königreich langsam auf. 1885 sicherte sich Leopold II. von Belgien die Kontrolle über das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo und nannte es Kongo-Freistaat und beutete es als Privatkolonie aus. Bis 1917 wurden mehrere Aufstände von den Belgiern zerschlagen und alle Völker der heutigen Demokratischen Republik litten unter der teils grausamen belgischen Kolonialherrschaft.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Baluba

Das Fell des Leoparden ist schön, aber nicht sein Herz.
Des Leoparden Fell ist schön, aber sein Herz ist böse.

Der Tod ist ein unbestimmter Schlaf.
(Das bedeutet, das man zeitlebens verantwortlich für sein Tun ist. Erst im Tod wird man aus der menschlichen Verantwortung entlassen.)
 
Die Frau findet ein leeres Haus, sie findet kein Reichtum.
(Das Sprichwort bedeutet, dass eine Frau mit ihrem Mann nach der Hochzeit in ein leeres Haus zieht. Erst mit der Zeit schaffen sie zusammen ihren Wohlstand. Es soll die Frauen davor warnen, wegen Geld und Reichtum zu heiraten, sie sollte alles zusammen erst mit ihrem Mann schaffen.)
 
Die Ziege grast (weidet) nur in der Reichweite ihrer Leine.
(Die Ziege kann sich nur im Bereich der Leine bewegen, mit der sie angebunden ist. Deswegen kann sie auch nur im für sie erreichbaren Bereich das Gras fressen. Das Sprichwort bedeutet, auch die Menschen können sich nur mit den Mitteln ernähren, die im Bereich ihrer Möglichkeiten liegen. Wer mehr oder Unmögliches will, wird Probleme bekommen. Für Unternehmungen bedeutet das zu viel wollen den Konkurs.)
 
Du darfst keine Frau ins Haus deiner Eltern bringen.
(Das Haus der Eltern ist etwas besonderes und verdient Achtung und Respekt. Wenn ein Sohn des Hauses eine Frau mitbringt und ihr möglicherweise im Haus etwas näher kommt, entehrt man das Haus und beleidigt Eltern und Ahnen.)
 
Du darfst nicht wegen unbedeutenden Streits deine Frau verlassen oder ihre Sachen hinauswerfen.
(Das bedeutet, damit wird der mann schuldig und hat schwerwiegende Folgen zu erwarten. Die Frau kann eine Wiedergutmachung erwarten, da sie der Ahnin des Mannes geweiht ist. Dadurch, dass sie dem Mann das Essen bereitet, ernährt sie auch die Ahnen, die ohne die Frau hungern müssten und so vom Mann beleidigt würden.)
 
Eine neidische Frau verursacht den Tod ihres Mannes im Busch.
(Dies Sprichwort warnt die Männer davor, sich eine neidische Frau zu nehmen. Sie wird andere um deren besitz, Wohlstand oder anderes beneiden, so dass sich der mann genötigt sehen wird, mehr zu arbeiten oder zu jagen, um die Wünsche der Frau zu befriedigen. Das kann so weit gehen, das der sich der Mann sich übernimmt oder zu Tode arbeitet.)
 
Ein ungehorsames Kind schläft hungrig.
(Das bedeutet, ein ungehorsames Kind wird möglicherweise nicht die benötigte Fürsorge der Eltern erhalten, oder zur Strafe ohne Abendessen zu Bett gebracht.)
 
Es ist besser, die Schuldigen öffentlich zu rügen.
(Das bedeutet, wenn jemand für begangene Fehler oder Verbrechen öffentlich gerügt oder verurteilt wird, soll das als Abschreckung und Belehrung für alle anderen dienen. Leider zeigt sich oft, das andere nicht abgeschreckt werden, sie versuchen nur besser, sich nicht erwischen zu lassen.)
 
Gehe langsam, die Ehe ist ein heikles (dorniges) Feld.
(Das Sprichwort warnt junge Leute vor falschen Erwartungen in Anbetracht der Ehe. Eine Ehe bedeutet nicht nur Glück und Freude, wie Verliebte es sich vorstellen könnten, sonder ist oft eine lange beschwerliche Aufgabe mit vielen Problemen. Erst wenn man alles gemeinsam bewältigt, führt man eine gute Ehe.)
 
Lass dich nicht entmutigen; es gibt immer ein nächstes Mal.
(Das Sprichwort soll ermutigen, auch nach einem misslungenen Projekt nicht aufzugeben. Auf dem Weg zum Erfolg gibt es immer wieder Fehlschläge.)
 
Lass mich zu verschwenden, was mir gehört.
(Das bedeutet, was man durch die eigene Arbeit erworben hat, kann man auch selbst benutzen, verbrauchen oder auch verschwenden, ohne sich von anderen hineinreden zu lassen. Voraussetzung ist, man ist hinterher deswegen nicht auf Unterstützung anderer angewiesen.)
 
Lass nicht den Satten über den Hungernden urteilen.
(Das bedeutet, wenn viele menschen in einer Gemeinschaft leben, wird es auch viele Interessen und Bedürfnisse geben. Einer kann also auch nicht die Bedürfnisse anderer nach seinen eigenen Vorlieben beurteilen.)
 
Lügengeschichten (Lügenmärchen) zerstören die Familienverhältnisse (Familienbeziehungen).
(Das Sprichwort soll dazu auffordern, nicht zu tratschen, keine üble Nachrede und keine Lügen über andere zu erzählen. Es wird damit anderen geschadet, auch Freunden und Mitgliedern der eigenen Familie und damit sich selbst. Am Ende werden familiäre Beziehungen zerstört und Feindschaft erzeugt.)
 
Man erntet, was man sät.
(Das bedeutet, man muss erst arbeiten, um später den Lohn dafür zu erhalten.)
 
Polygamie ist eine Abkürzung zum Tode.
(Früher gab es in Afrika für Männer die Möglichkeit, mehrere Frauen zu heiraten. Das Sprichwort bedeutet, um so mehr Frauen, um so mehr Probleme und Schwierigkeiten wird der mann haben. Die zusätzlichen Probleme und der vermehrte Stress verkürzen die Lebenserwartung der Männer. Es ist nach dem Sprichwort also nur Eigennutz, wenn sich ein Mann auf eine Frau beschränkt.)
 
Sprich deine Probleme aus und sie werden gelöst.
(Das bedeutet, wenn man einmal nicht weiterkommt und man mit seinem Latein am Ende ist, muss man darüber sprechen. Erst wenn man sich anderen mitteilt und über seine Probleme spricht, können andere bei deren Lösung helfen.)

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Sprichworte der Mongo
Die Mongo sind ein Bantu-Volk mit mehreren Untergruppen im Nordwesten des Kongobeckens in der Provinz Équateur der Demokratischen Republik Kongo. Die Mongo gehören neben Bakongo, Baluba und Lunda zu den vier Hauptvölkern im Kongo, die den größten Teil der Bevölkerung ausmachen. Die Mongo sprechen verschiedene Dialekte des Lomongo. Mit ca. 400.000 Sprechern (1995) gehört Lomongo zu den größeren Sprachen der Region.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mongo_(Volk)
           http://www.ethnologue.com/language/lol

Die Hand unterstützt den Fuß, aber der Fuß kann nicht das gleiche tun.
 
Die Sonne scheint während des Tages, nicht nachts.
 
Eine kleine Axt ist nicht ausreichend, um einen großen Baum zu fällen.
 
Ein gestohlener Gegenstand füllt ein Herz nicht mit Freude.
 
Ein Hammer arbeitet nicht mit Eisen.
 
Ein Hund geht nicht in ein Haus, wo sie Hunger leiden.
 
Ein Messer erkennt seinen Besitzer nicht.
 
Ein Messer hat keine Angst vor Dornen, eine Frau fürchtet einen Mann.
 
Es ist leichter, einen Ameisenhügel zu transportieren, als die Autorität in einem Dorf auszuüben.
 
Wenn das Bein nicht geht, isst der Magen nicht.
Wenn die Beine nicht laufen, wird der Magen nicht essen.
 
Wurzeln wissen nicht, was ein Blatt im Sinn hat
 
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Sprichworte der Nande


Älteste sitzen unter einem Baum, weil sie ihn vor langer Zeit bestiegen haben.
(Das bedeutet, die Ältesten haben in ihrem Leben viele Erfahrungen gesammelt, das sie auch Dinge beurteilen können, bei denen sie nicht vor Ort sind oder die noch kommen.)

Das Flusswasser, das für dich bestimmt ist, fließen nicht an dir vorbei.
(Das bedeutet, niemand kann seinem Schicksal entgehen. Vergleichbares deutsches Sprichwort: Seinem Schicksal mag niemand entrinnen.)

Der Fluch einer Henne kann keinen Adler töten.
(Das bedeutet, die Worte des Schwachen, denen keine Taten folgen, interessieren die Starken nicht.)

Ein Hund kann keinen Leoparden jagen.
(Das bedeutet, jemand Schwächeres kann keinen Stärkeren bezwingen.)

Ein Hund mit einem Knochen im Maul kann nicht beißen.
(Das bedeutet, wenn ein Mensch sonst zufrieden ist, beschwert er sich meist nicht über Unwichtiges.)

Ein Ohr, das nicht zuhört, hört zu, wenn sein Kopf abgehackt wird.
(Das bedeutet, wer nicht bereit ist, sich zu ändern oder zu korrigieren, wird scheitern.)

Ein Schaf geht langsam, wenn es weiß, dass es noch weit ist.

Ein schlechter Hund ist stolz auf seine Rückseite.
(Das bedeutet, schlechte Menschen kümmern sich nur um sich und andere sind ihnen egal.)

Wenn du Probleme bekommst, teile sie mit deiner Familie.
(Das bedeutet, dass familiäre Beziehungen wichtiger sind als Freunde und Bekannte. In Zeiten der Not helfen die Verwandten normalerweise, nicht die Freunde. Das Sprichwort fordert deshalb, gute Familienbeziehungen untereinander zu pflegen. Die Familie kommt zuerst, danach die anderen. Auf Freunde kann man sich oft nur in glücklichen Zeiten verlassen, nicht während schlechter Zeiten, in denen viele unzuverlässig sind. Das deutsche Sprichwort: Blut ist dicker als Wasser. weist in die gleiche Richtung.)

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Sprichworte der Ngbandi

Die Ngbandi sind ein bantuethnisches Volk am oberen Ubangi-Fluss (der Ubangi ist Grenzfluss der Demokratischen Republik Kongo am Oberlauf zur Zentralafrikanischen Republik und an dessen Unterlauf zur Republik Kongo), welches den südlichen Teil der Zentralafrikanischen Republik und den nördlichen Teil des Kongo bewohnt. Die Ngbandi sind meist Landwirte, die Mais, Maniok, Erdnüsse, Süßkartoffeln und andere Nutzpflanzen anbauen, früher auch Jäger und Sammler.
Die Sprache der Ngbandi ist Ngbangi oder Sango, eine Niger-Kongo-Sprache. Durch Handel und französisch Kolonisation entstand im 19. Jahrhundert auf Grundlage des Ngbangi die Sango Sprache aus eng verwandten und gegenseitig verständlichen Dialekten im östlichen Teil des Ubangi Flussbeckens und entwickelte sich zur Verkehrssprache. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde sie auf Basis des lateinischen Alphabets verschriftlicht. Sango ist seit 1963 Nationalsprache und seit 1991 Amtssprache der Zentralafrikanischen Republik und wird mit steigender Tendenz auch in der Demokratischen Republik Kongo und den anderen Nachbarstaaten verstanden und gesprochen.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Ngbandi_(Volk)
           https://de.wikipedia.org/wiki/Sango

Berate das Kind vor der Reise, nicht während der Reise.
(Das bedeutet, man soll die Kinder erziehen und lehren, wenn sie noch klein und unerfahren sind. Wenn sie größer sind und eigenverantwortlich handeln sollen, kann man ihnen nichts mehr vorschreiben oder raten. Für schlechte oder mangelhafte Erziehung von erwachsenen gewordenen Kindern sind meist die Eltern verantwortlich.)

Du kannst keinem Hahn das Krähen lehren.
(Das bedeutet, manche Menschen haben von Geburt an Begabungen, Eigenschaften oder Fertigkeiten, die man ihnen nicht beibringen musste. Man sollte andere respektieren und achten, auch wenn sie anders sind.)

Du kannst keine Ziege und einen Löwen im gleichen Käfig halten.
(Das bedeutet, Menschen sind nicht alle gleich. Manche Menschen sind so unterschiedlich, dass sie nicht zusammenleben können und sollten. Um Streitigkeiten oder Missverständnisse zu vermeiden, sollte ein genügender Abstand eingehalten werden.)

Ein alter Mann, der im Dorf nicht besucht wird, hat keine Bedeutung in diesem Dorf.
(Das bedeutet, Menschen mit Bedeutung oder Einfluss reden viel mit anderen und werden besucht. Einzelgänger sind bedeutungslos und werden auch von niemandem besucht.)

Einem Haus mit Kindern fehlt es nie an Lärm.
(Das bedeutet, wo viele Menschen sind, wird es auch immer Streit und Auseinandersetzungen geben, deswegen ermahnt das Sprichwort zu Fieden und Verständnis zwischen Menschen.)

Ein Kind kann nicht wegen des Vergehens seines Vaters verurteilt werden.
(Das bedeutet, jeder muss die eigenen Taten verantworten und nicht die anderer.)

Ein Löwe kann nicht rückwärts gehen.
(Das bedeutet, man sollte standhaft sein, mutige gehen vorwärts und nicht zurück. Einmal gefaste Entscheidungen sollte man nicht andauernd infrage stellen.)

Ein Vater bleibt immer ein Vater.
(Das bedeutet, kein Mensch hat zwei Väter. Ein Vater bleibt Vater unabhängig von der Art des Lebens, ob es gut oder böse ist.)

Es ist sehr schwierig für einen reichen Mann, in Frieden zu leben.
(Das bedeutet, wer Geld hat, hat auch Neider. Man sollte achtgeben, dass Geld einen nicht negativ verändert. Man sollte sein Geld lieber sinnvoll und hilfreich verwenden.)

Weisheit wird nicht durch die Anzahl der Jahre erworben.
(Das bedeutet, Klugheit ist ein Teil des Charakters, dem man nicht in Jahren lernen kann, sondern man hat ihn von Anfang an, oder nicht.)

Zwillinge sind am gleichen Tag geboren, aber sterben an unterschiedlichen Tagen.
(Das bedeutet, alles hat seine Zeit, seine Reihenfolge und Ordnung.)

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Sprichworte der Taabwa

 
Demjenigen, der Sorghum trägt, zeigt man nicht den Weg.
(Man sollte anderen nicht nur helfen, um dafür bezahlt oder belohnt zu werden. Wer etwas wertvolles besitzt, denkt meist, andere helfen nur, um etwas vom Besitz abzubekommen. Das Sprichwort bedeutet, man sollte ohne Vorbedingung helfen, wenn Hilfe notwendig ist, nicht nur, wenn man im Gegenzug etwas erwartet. Irgendwann wird man selbst Hilfe brauchen und auf andere angewiesen sein.)

Ein Geschenk im Geheimen gegeben, beschwichtigt die Wut.
(Vergleichbar dazu die Sprüche Salomos 21,14: Eine heimliche Gabe stillt den Zorn und ein Geschenk im Verborgenen den heftigen Grimm. Das bedeutet, geheime Diplomatie mit gegenseitigem Vorteil kann Streitigkeiten diskret beilegen.)

Ein Mund ist derjenige, der alles sagt.
(Das bedeutet, man sollte nicht alles, was einer sagt auf die Goldwaage legen. Oft reden die Leute viel, wenn der Tag lang ist und alles ist nicht immer so gemeint, wenn man schnell spricht, ohne vorher nachzudenken.)

Es gibt keinen Honig ohne Schweiß.
(Das bedeutet, wenn man etwas haben oder genießen will, muss man vorher dafür arbeiten. Ähnliche deutsche Sprichwörter: Der Honig des Reichtums kommt aus dem Bienenstock des Fleißes. und Aus nichts wird nichts, von nichts kommt nichts.)

Gestohlenes Wasser und Brot im Geheimen gegessen sind süß.
(Das bedeutet, entwendetes oder ohne Wissen anderer Gegessenes und Getrunkenes kommt einem immer besser vor, als die Dinge, die man selbst besitzt. Fast Wortgleich steht in der Bibel bei den Sprüche Salomos 9,17: Gestohlenes Wasser ist süß, und heimliches Brot schmeckt fein. Vergleichbare deutsche Sprichwörter: Auf Nachbars Feld steht das Korn besser. und Des Nachbarn Braten ist stets feister. Auch in Ungarn wird gesagt: Die Wiese des Nachbarn ist immer grüner.)

Kein Mensch kann besser über Hunger sprechen als der, der ihn erlitten hat.
(Manche Menschen geben vor und prahlen, alles zu wissen und täuschen und belügen andere über Dinge, von denen sie selbst keine Ahnung haben. Das Sprichwort bedeutet, man sollte nur wahre Dinge weitererzählen und von Dingen sprechen, von denen man etwas versteht oder selbst erlebt hat.)

Stock und Tadel geben dem Kind Weisheit.
(Das bedeutet, Eltern, die ihre Kinder lieben, Tadeln die Kinder bei Fehlverhalten, damit sie als gut erzogene Kinder zu guten Erwachsenen werden. In vielen Teilen der Welt ist Prügel mit einem Stock noch eine akzeptierte Strafe für Kinder, ebenso früher in Deutschland, wie deutsche Sprichwörter sagen: Die Rute macht böse Kinder gut. und Die Rute macht fromme Kinder.)

Was hast du gesehen, wirst du kein zweites Mal sehen.
(Das bedeutet, man sollte Gelegenheiten nutzen, sie kommen kein zweites Mal.)

Wo es keine Kühe gibt, ist der Schafstall sauber.
(In vielen Teilen Afrikas sind Rinder ein Zeichen für Wohlstand und gelten als Reichtum. Für diesen Wohlstand muss man aber arbeiten und sich die Hände schmutzig machen. Wer nicht arbeitet behält saubere Hände und der Schafstall bleibt mangels Schafen ebenfalls sauber, man kann aber auch keine Kühe erwerben und bleibt arm.)

Zuerst gekommen, zuerst bedient.
(Vergleichbares deutsches Sprichwort: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.)
 
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