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Sprichworte der Etnien
in Tansania

Sprichworte der Hangaza
Die Hangaza (auch Kihangaza) sind eine Bantu-ethnische und sprachliche Volksgruppe in der Kagera Region im nordwestlichen Tansania.

Auch was salzig ist, wird weggeworfen.
(Das bedeutet, auch scheinbar gut und wertvolle Dinge werden nicht immer geachtet weggeworfen und für wertlos und entbehrlich gehalten.)

Berge treffen sich nicht. Menschen treffen sich wieder und wieder im Leben.
(Das bedeutet, andere Menschen trifft man immer öfter im Leben. Man sollte andere gut und fair behandeln, damit man auch später gute Beziehungen zu ihnen haben kann.)

Besser als Stärke sind Kinder.
(Es ist besser zu arbeiten und etwas zu schaffen als Stärke vorzutäuschen. Kinder sind in diesem Sprichwort in Deutschland vergleichbar mit den Früchten der Arbeit.)

Bevor die Sonne untergeht gib nicht auf.
(Das bedeutet, es gibt keine bestimmte Zeit für den Erfolg einer Sache. Genau wie für einzelne Dinge, kann man erst am Ende des Lebens sagen, ob es erfolgreich war. Man sollte deshalb nicht zu früh aufgeben.)

Das alte Kaninchen frisst sein Kind.
(Das bedeutet, wenn die Eltern alt geworden sind, müssen die Kinder sich um sie kümmern und mit versorgen.)

Das Huhn beginnt wie die wilde Wachtel, im Busch zu schlafen.
(Das bedeutet, Frauen oder junge Mädchen beginnen auszugehen und ihre Gewohnheiten zu ändern. Sie werden selbstständiger, was nicht von allen Männern gern gesehen wird.)

Das Huhn, das viel gräbt, weiß nicht, wo es seine Feder gelassen hat.
(Wer viel arbeitet, achtet nicht immer auf den Aufwand, Hautsache am Ende hat man Erfolg.)

Der Berg, der keinen Rat annimmt, verbrennt, während die Menschen zusehen.
(Große starke Menschen meinen manchmal, sie könnten alles alleine erreichen und sind nicht auf andere angewiesen. In Zeiten der Not sind sie dann allein und können auch keine Hilfe von anderen erwarten.)

Der Einbaum kennt nicht die Tiefe des Wassers.
(Das Sprichwort bedeutet, man muss immer vorsichtig und und vorausschauend handeln. Genau wie bei einem kleinen Boot, mit dem man über das wasser fährt, ist man im Boot sicher, man weiß aber nicht, was unter dem Boot im Wasser ist, ob unsichtbare Gefahren wie Krokodile oder anderes vorhanden ist. Als kleines Volk neben anderen großen Nachbarn müssen die Hangaza mit Umsicht und Weisheit handeln.)

Der Stock, der den Knochen erreicht, erreicht nicht den Charakter.
(Das bedeutet, das harte Prügelstrafen für Kinder ihr Ziel nicht erreichen. Kinder bessern sich nicht durch Prügel oder andere harte Strafen, die sie nicht verstehen oder akzeptieren können. Man braucht andere Mittel der Erziehung, um Kinder auf einen guten Weg zu bringen.)

Der Vater, der dich nicht liebt, gibt dir seine Misserfolge.
(Väter, die ihre Kinder nicht lieben, bringen in ihnen oft Hass hervor.)

Der weit entfernte Regen erreicht dich nicht.
(Dinge, die einen nicht betreffen, werden einen auch nicht beeinflussen, schaden oder fördern. Man sollte sich um Unwichtiges oder Fremdes nicht kümmern.)

Diejenigen zu lieben, die nicht wiederlieben, ist wie Regen, der in den Busch fällt.
(Der Regen unterscheidet nicht, wohin er fällt. Genauso kann man guten und schlechten Menschen nicht auf Anhieb unterscheiden, trotzdem sollte man keinen diskriminieren oder ausgrenzen.)

Die Liebe eines Kindes kommt von seiner Mutter.
(Das bedeutet, die Mutter erzieht das Kind und ist Vorbild für das Kind und dessen späteres Leben.)

Die Tage sind ähnlich, aber nicht gleich.
(Was gleich aussieht, ist trotzdem nicht gleich. Auch wenn dieses Jahr ähnlich dem Nächsten ist, kann die Ernte auf den Feldern ganz anders sein.)

Du wirfst die Henne nicht weg, wenn sie schreit.
(Das bedeutet, man soll einen anderen Menschen erst dann ablehnen oder verurteilen, wenn der wirklich etwas Böses oder Schlechtes tut, nicht schon, wenn er etwas sagt.)

Einmal gebissen scheut man beim zweiten Mal.
(Vergleichbares deutsches Sprichwort: Gebranntes Kind scheut das Feuer.)

Es gibt keinen Baum ohne eine Schlange.

Es gibt keinen Wald ohne eine Schlange.
(Beide oberen Sprichwörter haben die gleiche Bedeutung: Wenn viele Menschen anwesend sind, gibt es immer auch solche, die lästig sind oder unsympathisch.)

Es ist besser zweimal zu essen, als einmal.
(Wenn man etwas tut, sollte man es mit aller Kraft und so gut wie möglich machen. Wenn man nachlässig ist oder unkonzentriert, gibt es Fehler und die Sache wird schlecht und Zeit und Aufwand sind vergeudet.)

Langsam ist der Weg zum Erfolg.
(Man muss Geduld und Ausdauer haben um langsam zum Erfolg zu kommen.)

Liebe vereint und geht zusammen.
(Gegenseitiger Respekt und Achtung ermöglicht den Menschen in Frieden zusammenzuleben und zu aller Vorteil zusammenzuarbeiten.)

Löcher im Haus sind dem Besitzer des Hauses bekannt.
(Das bedeutet, die Schwächen und Stärken, Vor- und Nachteile oder Probleme einer Sache sind dem Eigentümer bekannt, auch wenn es andere nicht erkennen.)

Wahrheit geht durchs Feuer, ohne sich zu verbrennen.
(unabhängig von den Schwierigkeiten bleibt die Wahrheit am Ende bestehen, wenn anderes verbrannt oder untergegangen ist.)

Was das Rebhuhn übersieht, wird die Eule finden.
(Ehrgeizige Menschen wollen schnell großen Erfolg haben und übersehen etliche kleine Gewinne. Wenn der schnelle Gewinn ausbleibt, handeln viele unüberlegt oder leichtsinnig und am Ende verliert man. Eulen sind große Vögel und werden mit mit Mächtigen oder Hexen in Verbindung gebracht, Rebhühner sind die arbeitenden Menschen, können schnell eingeschüchtert oder getäuscht werden.)

Was heute nicht gegessen wird, wird für morgen behalten.
(Man soll umsichtig und vorausschauend mit den Dingen umgehen, die einem zur Verfügung stehen. Morgen wird auch etwas gebraucht.)

Wenn ein Pfeil trifft, folgen ihm andere.
(Wenn jemand Erfolg hatte, machen es andere nach. Etliche scheuen das Risiko von Neuem und machen das, was andere schon vorgemacht haben.)

Wenn zwei Bullen gegeneinander kämpfen, verliert das Gras.
(Vergleichbare Sprichwörter gibt es in etlichen anderen Ländern mit Elefanten oder anderen Tieren. Immer sind es die Kleinen und Schwachen, die verlieren und bezahlen müssen, wenn sich die Großen und Starken streiten.)

Wer nicht geduldig ist, isst kein gekochtes Essen.
(Ungeduldige Menschen sind nicht vertrauenswürdig, man kann ihnen keine Geheimnisse anvertrauen.)

Wer sich einer bösen Tat rühmt, wird von anderen gesehen.
(Man kann nichts verheimlichen, alles kommt heraus. Wer einmal etwas Böses tut, dessen Charakter ist für die Zukunft bekannt.)

Wir werfen keine Steine in den irdenen Topf.
(Man sollte die richtigen Mittel für den entsprechenden Zweck wählen. Bei falschen Mitteln wird man Misserfolge haben, wie bei Steinen, die den Tontopf nur zerstören würden.)

Wünsche machen Feuer schlucken.
(Wenn jemand etwas unter allen Umständen haben oder erreichen will, übersieht er oft Schwierigkeiten und Risiken und nimmt unkalkulierbare Gefahren in kauf, nur um sein Ziel zu erreichen.)

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Sprichworte der Haya
Haya (auch OluHaya oder Ziba) sind eine Ethnie und deren Sprache. Sie gehört zur Haya-Jita-Untergruppe der Bantusprachen, die in Tansania südlich und westlich des Viktoriasees gesprochen wird. Die Zahl der Haya sprechenden gleichnamigen Ethnie wurde 1991 auf 1.200.000 geschätzt. Ihr historisches Reich in diesem Gebiet war Buhaya.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Haya   und   www.ethnologue.com/language/hay

Armut ist wie ein Löwe - kämpfst du nicht, wirst du gefressen.

Das Herz ist es, das gibt; die Finger lassen nur los.

(Dieses oder ähnliche Sprichworte in verschiedenen Ländern.)

Die Augen einer weisen Person durchschauen dich.
(Ein weiser Mensch ist jemand mit Erfahrung und Wissen eines langen Lebens. Er hat dadurch Einblicke und Erkenntnisse, die sich einem einfachen Menschen nicht erschließen. Ältere Menschen ohne diese Weisheit werden bei den Haya nur als „weißhaariger Kopf“ angesehen. Eine Geschichte der Haya beschreibt einen Mann, der es unlogisch fand, das große Bäume nur kleine Früchte trugen und kleine Bäume dagegen große Früchte haben. Einmal ging er auf seinem Weg durch den Wald und setzte sich zum Ausruhen unter einen großen Baum. Plötzlich fiel ihm eine trockene Eichel auf den Kopf und er erschrak. Da erkannte er, dass es gut war, dass große Bäume nur kleine Früchte tragen. Wäre die Eichel so groß wie ein Kürbis gewesen, hätte es ihn möglicherweise das Leben gekostet. So erkannte er, dass Gott alles mit Bedacht für das Wohl der Menschen geplant hatte. So lernt ein Weiser aus alltäglichen Ereignissen, an denen andere achtlos vorübergehen.)


Der Sprecher spricht und verursacht den Tod in seiner Familie.


Eine eigensinnige (halsstarrige) Person segelt in einem tönernen Boot.


Ein weicher Baum wird nie durch den Wind gebrochen.

(Disziplin und Demut sind die Schlüssel zum Erfolg in den menschlichen Beziehungen. Man muss alle Menschen mit Sorgfalt, Freundlichkeit und Höflichkeit behandeln. Auch wenn die Dinge schwierig erscheinen, soll man sich der Situation beugen und nicht mit dem Kopf durch die Wand wollen.)

Einzelpersonen haben unterschiedliche Talente.
(Das bedeutet, jeder ist anders, selbst Zwillinge. Abhängig von Umgebung und Lebenswandel entwickelt sich jeder anders, keiner ist wie der andere.)

Es ist das Herz, das gibt. Die Hände geben nur her.

Nicht jede schwarze Wolke bringt Regen.

Süße Worte locken die Schlange aus ihrer Höhle.


Viele Hände machen leichte Arbeit.

(Wenn viele Menschen eine schwere Arbeit verrichten, wird diese schneller erledigt, weil jeder nur einen Teil zu erledigen hat. Möglicherweise hätte einer alleine nicht die Kraft gehabt, eine schwere Arbeit überhaupt zu schaffen. Wenn mehrere etwas tun, haben sie zusammen mehr Kraft und vollbringen etwas sonst unmögliches. Das bedeutet, das man gegenseitig auf die anderen angewiesen ist und in der Gemeinschaft besser und sicherer lebt. Männer gehen gemeinsam zur Jagd und erbeuten sonst nicht erreichbares, Frauen gehen gemeinsam Wasser holen oder zur Feldarbeit, wobei eine immer nach möglichen Gefahren wie Löwen oder Krokodilen Ausschau hält. Das bestärkt den Zusammenhalt der Familie, der Dorfgemeinschaft oder einer ethnischen Gruppe.)


Wer nicht diszipliniert ist, kann nicht gewarnt werden.

(Wer keine Disziplin hat und sorglos in den Tag lebt, beachtet mögliche Gefahren nicht. Auch wenn er vor einer drohenden Gefahr gewarnt wird, wird diese nicht ernst genommen und mit dem Feuer gespielt. Wenn das Unglück eingetreten ist, ist möglicherweise keine Hilfe mehr möglich, wie beispielsweise bei AIDS.)


Zwei Ameisen scheitern nicht, wenn sie an einer Heuschrecke ziehen.

(
Sprichwort auch der Sukuma. Ein kultureller Wert in Afrika ist die Gemeinschaft. Wenn man etwas gemeinsam tut, wird es eher ein Erfolg, als wenn man etwas alleine unternimmt, obwohl andere das gleiche wollen.)

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Sprichworte der Kara
Die Kara sind eine ethnische und sprachliche Volksgruppe in Tansania, am südöstlichen Ufer des Victoria - Sees. Sie leben vorwiegend als Fischer und Kartoffelbauern. Kara ist auch der Name einer sehr kleine Insel der Ukerewe Inseln Gruppe im Victoria - See in der Region Mwanza im nordwestlichen Teil von Tansania.

Besser bei einer Hexe bleiben als bei einem Lügner.

(Ein Lügner ist eine größere Gefahr für die Gemeinschaft, weil er die Einheit zerstört.)

Das Bett heilt nicht.
(Nur im Bett zu bleiben, ohne eine Behandlung der Krankheit, hilft nicht. Nur warten bringt nichts, man erwirbt nichts und wird auch nicht gesund. Warten und Faulheit bringt nur Elend.)

Das gut erzogene Kind isst auch das, was verborgen ist.
(Jemandem mit guten Manieren wird Vertrauen entgegengebracht. Man kann ihm auch Vertrauliches erzählen, was er für sich behält.)

Der Tod kann nicht vermieden werden.
(Dem Schicksal kann keiner entrinnen, in dieser Welt kann keiner den Plänen Gottes entkommen.)

Die vielen Beschwerden werden nicht erweichen.
(Zu viele Beschwerden zeigen nur den Neid des anderen und werden keinen Zuhörer beeinflussen.)

Dummheit geht der Klugheit voran, die Intelligenz kommt nach.
(Wer dumm handelt und daraus lernt, wird mit der Zeit immer klüger.)

Ein erwachsener Mensch kneift andere nicht.
(Ein Erwachsener verhält sich seinem Alter entsprechend und nicht wie ein kleines Kind.)

Freundlichkeit hilft, Schwierigkeiten zu vermeiden.
(Wer freundlich und fair handelt vermeidet Probleme und Unfälle.)

Hohes Alter ist Krankheit und Kindheit ist ein Spiel.
(Die Menschen werden schwächer, je älter sie werden, als Jugendlicher ist man kräftiger und die Arbeit fällt leichter.)

Schneller schneller, dies war das Ende der Bewohner von Bwilo.
(Bwilo ist eine sehr kleine Insel im Victoria-See. Der Abstand zur nächsten Insel war nicht groß, deswegen versuchten immer wieder die Bewohner der Insel zu schwimmen, wenn sie etwas auf der anderen Insel erledigen wollten. Obwohl der See unberechenbar sein konnte, wollten die meisten nicht auf eine sichere Überfahrt mit einem Boot warten und ertranken. Das Sprichwort bedeutet, man sollte lieber etwas Geduld haben, um Dinge sicher zu erledigen. Wer nicht warten kann, erleidet möglicherweise ein Unglück, wie die Bewohner der sehr kleinen Insel.)

Wenn du faul bist, wirst du nur den guten Geruch der Kochtöpfe deiner Nachbarn bekommen.
(Wer nicht arbeiten will, kann nicht erwarten, etwas von den anderen zu bekommen. Ein Fauler muss zusehen, wie andere den Lohn ihrer Arbeit genießen.)

Wenn du mit anderen konkurrierst und kämpfst, führt das zu Verletzungen.
(Wenn zwei sich streiten, sollten sie sich von anderen beraten lassen, um sich zu verständigen und Schäden zu vermeiden.)

Wer keinen Rat annimmt, wird von kleinen Dingen verletzt werden.
(Wer Ratschläge anderer ablehnt, hat ein großes vermeidbares Risiko durch Kleinigkeiten, verletzt zu werden.)

Worte des Schwätzers (Störenfrieds) verletzen nicht.
(Man sollte Schwätzer und Neider nicht fürchten. Weil die selbst nicht arbeiten oder den gleichen Erfolg haben, neiden sie den Erfolg der anderen.)

Zwei Kochsteine machen keinen Brei.
(Über einem Feuer werden Töpfe auf Steine gestellt. Das Sprichwort bedeutet, das mehr dazugehört, als nur zwei Steine damit man richtig kochen kann. Es bedeutet, dass erst die Meinung und die Leistung von vielen ein gutes Ergebnis bringt. Man soll zusammenhalten, um Erfolg zu haben.)

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Sprichworte der Shubi
Die Shubi (auch Washubi genannt) sind eine ethnische und sprachliche Gruppe in der Kagera Region im Nordwesten von Tanzania. Sie leben entlang der Grenzen von Tansania und Ruanda. Früher waren sie traditionell Jäger und Honig Sammler im Busch, sind aber jetzt überwiegend Landwirte geworden und bauen Bananen, Sorghum, Mais, Bohnen, Maniok und Reis an und züchten Kühe, Ziegen und Schafe. 1987 wurde die Bevölkerung in Shubi auf 153.000 geschätzt.
Quelle:  http://en.wikipedia.org/wiki/Shubi_people

Die Schatzkammer einer dummen Person ist ohne Gewinn. Wahrscheinlich folgen eine Menge Probleme, die zum Tod führen.
(Ein Unerfahrener kann mit Reichtum nicht umgehen. Durch unüberlegte Handlungen werden wahrscheinlich Verlust des Reichtums und Probleme folgen, die größer sind, als wenn kein Reichtum vorhanden gewesen wäre.)

Eine reiche Person hat keinen Berg.

(Wenn man reich ist, hat man keine gewöhnlichen Probleme, es stehen keine Berge (Hindernisse) den eigenen Wünschen im Weg. Man kann mit seinem Geld fast alles kaufen, wenn das nicht geht kann mit Bestechung und Korruption den eigenen Wünschen nachgeholfen werden. So ist es sehr schwierig für eine reiche oder mächtige Personen, ehrlich zu bleiben.)

Es ist schwierig, ein Lehrer oder ein Führer zu sein. Du musst die Wissenschaft oder den Weg kennen. Wenn nicht, tritt zurück.

(Viele Menschen in Gesellschaft und Politik, die der Führungsschicht angehören, haben nicht die Fähigkeiten, die sie für ihre Aufgabe brauchen.)

Es ist schwierig einer Falle zu entkommen, welche gegen dich ist, auch wenn du versuchst, sie zu vermeiden.

(Man kann es nicht allen recht machen, ungewollt oder unbewust verärgert man andere, die einem danach böse sind oder schaden wollen. Auch, wenn man es vermeiden will, tritt man jemandem auf die Füße. Man kann sich nur nach seinem Gewissen richten und möglichst keine unmoralische Taten begehen.)

Esse weniger und gehe früh ins Bett.

(Mit Mäßigung aller natürlicher Bedürfnisse wirkt man als vernünftiger Mensch und wird als solcher geschätzt.)

Frage nicht nach Lukole, wenn du bereits Mubaga (zwei verschiedene Dörfer) erreicht hast.
(Das Sprichwort bedeutet, man soll nicht eilig nach neuen Orten suchen. Man sollte erst in Ruhe den Ort erkunden, an dem man ist und von dem man wahrscheinlich noch lange nicht alles kennt.)

Wasser folgt dem Hang.
(Wasser fließt nur bergab, ein Naturgesetz ohne Ausnahme. Im menschlichen Verhalten bedeutet es die Beziehung von Ursache und Wirkung. Ein bestimmtes Verhalten oder eine Tat zieht unweigerlich eine bestimmte Folge nach sich.)

Wenn das Krokodil herum springt endet es durch einen Speer.

(Wenn das Krokodil unachtsam vor sich hin spielt wird es früher oder später mit einem Speer der damit jagenden Menschen erlegt. Es soll zur Besonnenheit mahnen, dass man bedenkt, was von den eigenen Aktivitäten wichtig ist.)

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Sprichworte der Sukuma
Das Volk der Sukuma lebt im Nordwesten von Tansania und hat ein Siedlungsgebiet am Südufer des Victoriasees und verschiedenen Bereichen der Landkreise Mwanza, südwestlichen Spitze der Mara, Simiyu Region und Shinyanga Region und der berühmten Serengeti Ebene. Die Sukuma-Sprache ist ein Bantusprache und wird mit lateinischer Schrift geschrieben. Sie betreiben vorwiegend Ackerbau, Fischfang und Viehzucht. Mit ca. drei Millionen Menschen sind die Sukuma eine der größten Volksgruppen (über 13%) der Einwohner in Tansania.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Sukuma

Auch wenn du eine lange Zeit im Wasser bleibst, macht es dich nicht sauber.
(
Bei einem Sauberkeitswettbewerb der Tiere dachten die Fische, sie würden gewinnen, da sie ja immer im Wasser wären. Die Krabben waren voll Sand, der Fisch hatte Algen um den Hals, das Krokodile hatte Fleischresten zwischen ihre Zähne und so weiter, sie verloren den Wettbewerb. Die Tiere wie Schweine, Affen oder Esel bereiteten sich gut vor und gaben sich Mühe, sich zu waschen und waren damit die Gewinner. Ergebnis: Auch, wenn man eine Sache lange Zeit macht, reicht die Leistung nicht immer aus. Man muss daran arbeiten, um erfolgreich zu sein.)

Beleidige nicht den Jagdführer, bevor die Sonne untergegangen ist.

(
Bei der Jagd ist der Tag ohne Erfolg verstrichen, erst bei der Dämmerung kommt das Wild an die bekannten Stellen. Man soll Geduld und Vertrauen bis zum Ende haben und sich mit zu früher Wut auf Führer oder Berater zurückhalten, bis der Tag vorbei ist.)

Der Wind bricht keinen Baum, der sich beugt.


Die Hacken von zwei Menschen, die zusammen ein Feld kultivieren, kollidieren manchmal gegeneinander.

(Zwei Menschen, die sich nahe stehen, wie Ehepaare, Famileien oder Freunde, geraten trotz gleichen Interessen manchmal durch ein Missverständnis oder anderes aneinander.)


Die Henne mit Küken schluckt nicht den Wurm.

(Eine Henne sucht ständig nach Nahrung für ihre Küken. Erst wenn die Küken genug gefressen haben, sucht sie etwas für sich. Genauso haben Eltern die Pflicht für ihre Kinder für Nahrung, Gesundheit, Bildung, Kleidung und andere Bedürfnisse zu sorgen. Dabei müssen die Eltern möglicherweise auch Opfer bringen, wie z.B. ein übermäßiger Lebensstil, teure Kleidung oder anderes.)


Die Last eines Freundes ist wie ein Korb mit Federn.


Ein Knie zieht kein Kind auf.
(Einer allein kann kein Kind großziehen. In verschiedene andere Formen in vielen Teilen Afrikas. Kindererziehung ist in größeren Familien ein Gemeinschaftswerk, alle beteiligen sich, teilweise auch Nachbarn und Freunde.)


Ich bin von einer Tsetse-Fliege gebissen worden.

(Man wird von jemandem unerbittlich belästigt/genervt, bis man dessen Forderungen nachgibt. (etwas tut, verspricht, bezahlt oder ähnliches, was man eigentlich nicht wollte))

„Ich habe ein Rätsel.“ „Lass es hören.“ „Ein guter Mensch geht (zu Gott) mit seiner Kleidung?“ – „Kartoffel“.
(Die Sukuma leben in ländlichen gebieten und betreiben Landwirtschaft. Dabei bauen sie viele Kartoffeln an. Eine gute Kartoffel wird mit Haut und Schale gegessen. Bei schlechten Kartoffeln werden die schlechten oder fauligen Stellen herausgeschnitten. Bildlich ist die Haut oder Schale der Kartoffel die Kleidung der Menschen. Wenn man zu Gott geht, sind die guten Taten die Kleidung des Menschen, schlechte Menschen haben mangels guter Taten keine Kleidung, sie wurde wie die schlechte Haut der Kartoffel entfernt. Es bedeutet, dass man beim Übergang ins nächste Leben keinen Reichtum und materiellen Besitz mitnehmen kann, nur die guten Taten, die man im Leben getan hat.
Rätsel sind in Afrika eine beliebte Art der Kommunikation, Lehre oder Sprichwörter. Die Antworten sind manchmal völlig anders als der Inhalt, was sie noch interessanter, illusorisch und herausfordernd macht. Dieses Rätselsprichwort findet seine Verwendung bei Beerdigungen in der Messe und am Grab. Sie werden in einem wechselseitigen Stil von Frage des Predigers und Antwort der Gemeinde verwendet.)


Ich zeige dir die Sterne und den Mond, aber alles, was du siehst, ist die Spitze meines Fingers.

(Von einem großen Reichtum und Wohlstand in Kultur, Sprache, Traditionen und Bräuche (die große Vielfalt der Sterne) erkennen, verstehen und verwenden die Leute nur einen sehr kleinen Teil dieses Schatzes (nur die Spitze eines Fingers). Manchmal sehen die Leute auf den falschen Teil oder Punkt eines bestimmten Themas, der Spitze des Fingers und nicht auf die Sterne.)

Morgen macht uns damit bekannt, was morgen sein wird.

(
Man kann heute nicht wissen, was morgen geschehen wird. Was heute verborgen ist wird morgen enthüllt. Ob man eine reife Erdnuss oder einen faule hat, wird sich erst beim öffnen der Schale zeigen.)

Schau nach oben, Tungu mein Kind.
(Das Sprichwort kommt von einer Begebenheit während einer Hungersnot. Einige Männer waren unterwegs, etwas Essbares zu suchen. Abends kamen sie an ein Haus, in dem nur die Mutter mit ihrem Sohn, der Tungu hieß, waren. Sie sagte zu ihrem Sohn, er soll oben unter dem Rand des Topfes schauen, weil sie dort für ihn den steif gekochten Brei aus dem wenigen Maismehl kleben wolle. Am Boden des Topfes kochte sie getrocknete grüne Blätter für die Männer.
Als alles gekocht war und das Essen bereit war, sagte sie: „Schau nach oben, Tungu mein Kind.“ Er blickte auf und sah unter dem Rand auf der Oberseite des Topfes den Brei und begann zu essen. Die Männer hatten keine Ahnung und bekamen nur die getrocknete Blätter am Boden des Topfes zu essen. Genauso sollen die Menschen am jüngsten Tag suchen, was oben bei Gott ist. Man soll den Geist nach oben richten, nicht auf Dinge, die unten auf der Erde und gestorben sind.)

Sobald du Hunger erlebst (großen Hunger), warum willst du immer gleich essen?

(Wenn Kinder Hunger bekommen, wollen sie meist unverzüglich etwas essen. Es soll Geduld, Ausdauer und Disziplin lehren, weil man warten soll, bis es zu den Mahlzeiten etwas zu essen gibt. Das dauernde zwischendurch essen kann möglicherweise zur Völlerei und Übergewicht führen. Überhaupt soll ein geregeltes und diszipliniertes Leben gefördert werden.)

Zwei Ameisen scheitern nicht, wenn sie an einer Heuschrecke ziehen.
(
Sprichwort auch der Haya. Ein kultureller Wert in Afrika ist die Gemeinschaft. Wenn man etwas gemeinsam tut, wird es eher ein Erfolg, als wenn man etwas alleine unternimmt, obwohl andere das gleiche wollen.)

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