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Sprichworte von Ethnien in Mali

Sprichworte der Dogon

Die Dogon (auch Dogo, Dogom, Habbe bzw. Habe, Kado,. Kaddo, Kibisi oder Tombo) sind eine afrikanische Volksgruppe in Westafrika, die ab ca. 1500 im Osten von Mali lebt und etwa 350.000 Menschen umfast. Die Dogon leben heute am Westende der Hombori-Berge an den Felsen von Bandiagara, welche 1989 zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Die Dogon wanderten wahrscheinlich auf der Flucht vor den Reiterheeren der Mossi ein, wobei sie ihrerseits die einheimische Bevölkerung der Tellem von den Steilhängen von Bandiagara vertrieben.
Den Siedlungen der Dogon steht ein Dorfältester vor. Verheiratete leben am Wohnsitz des Vaters des Mannes. Sie leben vom Landbau und Viehzucht und sind für ihr Kunsthandwerk und rituellen Tanzmasken bekannt. Außerdem wird seit den Forschungen des französische Ethnologe Marcel Griaule ab 1931 über ihr angebliches astronomischen Wissen über den Doppelstern Sirius A und Sirius B spekuliert.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Dogon

Der Mensch kann nicht zwei Wege zu gehen.

Ein schwacher Versuch wird das Selbst nicht erfüllen.

Hühner, die kratzen, werden schließlich die Knochen ihrer Mutter finden.
(Ähnliche Sprichwörter auch bei anderen afrikanischen Völkern. Neben jedem Dorf befinden sich Müllhalden mit den Abfällen. Hühner gehen oft zu diesen Müllhalden, um nach fressbaren Resten zu suchen. Wenn sie lange genug scharren, werden sie zwischen dem Abfall auch die Knochen ihrer Mutter freilegen. Das Sprichwort bedeutet, wer lange genug Ärger sucht, wird immer Ärger finden. Es kann auch eine Drohung sein, mit etwas lästigem aufzuhören, bevor es Ärger gibt.)

Mit einem Kind an der Seite ist man guten Mutes und die Arbeit geht leichter von der Hand.

Niemand weiß, ob ein Vogel im Flug ein Ei in seinem Magen hat.

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Sprichworte der Soninke

Die Soninke (auch Soninké, Sarakole, Seraculeh, Maraka oder Serahuli) sind ein westafrikanisches Volk der Mandé-Gruppe. Die Soninke sind die Gründer des alten Ghanareiches (nicht das heutige Ghana), das seinen Höhepunkt zwischen dem 7. und dem 10. Jahrhundert hatte.
Heute leben ca. 2 Mill. Soninke in weiten Gebieten Westafrikas am Ufer des Senegalflusses im Süden von Mauretanien, in der Elfenbeinküste, Mali, und in Burkina Faso von Landwirtschaft und Handel. Die Sprache der Soninke ist Azayr, ein vom Berberisch stark beeinflusster Dialekt. Die Mehrzahl hat die Sprachen der Völker angenommen, unter denen sie leben.
Die Soninke sind hauptsächlich Muslime und ihre Gesellschaft ist starren, wenig durchlässigen sozialen Schichten. Die Abstammung, das Erbe und die Übertragung der Verwandtschaft und Familienautorität sind absolut patrilinear. Die Zahlung eines Brautpreises ist ein gut etablierter Brauch.
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Soninke
            https://en.wikipedia.org/wiki/Soninke_people

Das Gras, das in der Mitte des Wassers wächst, kann nicht vom Feuer erreichen werden.

Die Kleinheit des Speichers bedeutet keinen Mangel an Lehm.

Egal wie klein eine Fliege ist, wenn man sie unterschätzt, kann sie dich erbrechen lassen.
(Das bedeutet, man sollte niemanden unterschätzen.)

Ein Familienstreit „raucht“, aber wird kein „Feuer“.
(Das bedeutet, ein Familienstreit sollte immer auf die Familie begrenzt bleiben und nicht an die Öffentlichkeit gebracht werden.)

Ein hungriger Magen hat keine Ohren.
(Wenn man in Not ist, hört man nicht auf kluge Ratschläge, sondern macht das Notwendige, unabhängig von möglichen Folgen.)

Er ist ein Dromedar unter den Ziegen.
(Das bedeutet, er ist im Vergleich zu den anderen größer, wenn die meisten kleiner sind, vergleichbar mit dem Größenunterschied von Dromedar und Ziege. Es kann auch ein älterer unter wesentlich jüngeren Menschen oder ein stärkerer unter vielen Schwachen gemeint sein.)

Es ist ein Übermaß an Eitelkeit, dass die Ziege einen kurzen Schwanz hat.
(Das bedeutet, jemand lobt sich übermäßig selbst. Deutsches Sprichwort mit vergleichbarer Bedeutung: Eigenlob stinkt, Freundes Lob hinkt, Feindes Lob klingt.)

Es sind die anderen, die dir „Guten Tag“ sagen müssen, nicht du selbst.

Lass nicht den Fisch los, den du in der Hand hältst, für den, den du unter dem Fuß hast.
(Das Sprichwort bedeutet, man sollte mit dem wenigen, das man hat und dem man auskommt zufrieden sein und sich nicht mehr und Besseres wünschen, was nicht sicher ist. Ähnliche Sprichwörter mit gleichem Sinn gibt es in vielen Ländern. Deutsches Sprichwort mit gleicher Bedeutung: Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.)

Oben auf dem Termitenhügel und über die Erde lästern.
(Termitenhügel sind nicht sehr hoch. Wenn jemand von einem Termitenhügel aus über die Erde lästert, bedeutet das, man ist nicht sehr weit entfernt von dem, über den man lästert und schlecht redet.)

Sag deine Wahrheit nicht zu deiner Schwiegermutter, solange deine Verlobte nicht bei dir ist.

Sich mit seinem Vater an dieselbe Stelle setzen, macht ihn nicht gleich.

Solange Gott im Himmel wohnt, wird der junge Löwe kein Gras fressen.

Steck deine Hand nicht in die Tasche eines Mantels, wenn du ihn nicht trägst.

Wenn Bescheiden gekommen ist, hockst du dich auf öffentlichen Plätzen hin.
(Sich hinhocken bedeutet, man kotet irgendwo hin. Das Sprichwort ist eine Beleidigung und Missachtung für von Grund auf verdorbene Menschen.)

Wenn das Krokodil Feuer macht, wie soll man sich rächen?
(Das bedeutet, es passiert ein Unglück oder jemand begeht Fehler, die nicht zu reparieren sind und auch nicht anders wieder gut zu machen sind. Es kann auch bedeuten, ein stärkerer begeht Unrecht und man hat keine Möglichkeit sich zu wehren. Im deutschen gibt es etliche Sprichwörter, die diesen Zustand beschreiben: Gewalt geht vor Recht. und Im Kriege schweigt das Recht. und Lässt Gewalt sich blicken, geht das Recht auf Krücken. und viele andere.)

Wenn der Blinde „Janba“ am Rand des Brunnens tanzt, ist kein Zweifel, dass er mit seinem Führer ist.

Wenn du einer Frau sagst, sie soll ihre Co-Frau verkaufen, sie wird sie vor dem nächsten Tag verkaufen.

Wenn ein Einzelner behauptet, dass er Gott sah, wer kann ihm widersprechen?
(Das bedeutet, man kann die unwahrscheinlichsten Dinge behaupten, wenn die anderen es nicht nachprüfen können. Das gilt für alle, die weit gereist sind und nach ihrer Rückkehr die fantastischsten Reiseberichte (wie Münchhausen) erzählen ebenso wie für Fachleute, die sehr komplizierte Sachverhalte beschreiben, von denen keiner eine Ahnung hat. In letzter Zeit wird so von Autoherstellern über die Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen gesprochen, die nur unter idealer Testumgebung minimale Schadstoffe erzeugen. Bei normalem Gebrauch produzieren sie aber mehrfach hundertfache Schadstoffe, als erlaubt, angeblich zum Schutz der Motoren. Der Schutz für Menschen und Umwelt ist nicht so wichtig. Die Umwelt lässt sich nicht durch gefälschte Statistiken betrügen, sie ändert sich nach den tatsächlichen Schadstoffen in der Luft und Menschen werden krank und sterben, unabhängig von theoretischen Werten.)

Wenn ein Esel dir einen Tritt gibt, und du ihm zurückgibst, seid ihr beide Esel.
(Vergleichbare Sprichwörter auch bei anderen Völkern.)

Wenn man über die Freundschaft sprach, sagte die Hyäne: „Freundschaft eines Tages ist nicht schwer, auch ich kann sie üben.“
(Freundschaft ist keine Angelegenheit eines Tages. Früher überlebte die Freundschaft die Freunde, heute ist es meist umgekehrt.)

Zwischen Baum und Rinde darf man keine Finger stecken.
(Das bedeutet, in Streitigkeiten von Verwandten oder Ehepartnern darf man sich nicht einmischen.)

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*1 Fonio - (Digitaria exilis) ist eine der ältesten kultivierten Getreidearten in Westafrika. Wahrscheinlich wird Fonio seit ca. 5.000 v. Chr. angebaut. Fonio ist die kleinste Hirseart. Seine Anbaufläche erstreckt sich mit über 720000 ha. zwischen dem 8. und 14. nördlichen Breitengrad von Senegal bis zum Tschadsee. Ernährungsphysiologisch hat Fonio einige Ähnlichkeiten mit weißem Reis, enthält aber mehr Spurenelemente.
In der Mythologie der Dogon, eines in Mali ansässigen Volksstammes, hat der Schöpfer das Universum durch die Explosion eines einzigen Fonio-Kornes geschaffen, das in sich das „Ei der Welt“ getragen hat.
Quelle: http://fonio.cirad.fr/la_plante/origine
          http://www.pan-germany.org/download/cotton/DEU_Fonio.pdf

*2  Okra - (Abelmoschus esculentus) wird auch Gemüse-Eibisch genannt, ist ein Malvengewächse (Malvaceae). Es ist eine aus dem Hochland Ostafrikas (Äthiopien) stammende Gemüsepflanze. Sie wird bis zu 2,50 Meter hoch, hat gezahnte Blätter und große gelbe Blüten. Die Kapselfrüchte, die „Schoten“, werden 2 bis 20 Zentimeter lang und haben Ähnlichkeit mit Erbsen und Bohnen. Sie wird im afrikanischen und asiatischen Raum verwendet und Südamerika, den Südstaaten der USA, der Karibik und im Balkan angebaut.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Okra