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Sprichworte der Xhosa
Die Xhosa sind eine bantuspliche Ethnie in Südafrika. (Früher auch Kaffern genannt.)
Ihr Name stammt angeblich von einem ihrer früheren Häuptlinge. Ihre Eigenbezeichnung lautet amaXhosa. Ihre Sprache nennt sich isiXhosa, die zahlreiche lautliche Elemente (z. B. Klicklaute) der ursprünglichen Sprache der San aufgenommen hat. IsiXhosa ist eine der elf Amtssprachen der Republik Südafrika und wird von ca. 9 Mill. Menschen gesprochen, ebenso in Botswana und Lesotho. Sie ist mit 15,43% nach isiZulu die zweithäufigste Muttersprache (2015) in Südafrika.

Im Rahmen der Nord-Süd-Wanderung der schwarzafrikanischen Völker gelangten sie ins südliche Afrika und verdrängten dabei Bevölkerungsgruppen der San und der Khoikhoi. Das Hauptsiedlungsgebiet der Xhosa liegt heute in der Provinz Eastern Cape. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Xhosa noch Kaffern genannt. Sie lebten in traditionellen Stammesstrukturen mit Viehzucht, in der sich das Land im allgemeinen Besitz des Stammes befand. Die Verteilung zur Nutzung an die Familienoberhäupter unterlag dem Oberhaupt (Chief).

Mit der Ankunft der Europäer kam die Ordnung in Bedrängnis, da das verfügbare Land nun umkämpft war und nach 1779 durch bewaffnete Konflikte und dem Grenzkrieg mit der Kapkolonie immer weniger wurde. Nach 1945 wurde durch die postkoloniale Politik Südafrikas die schwarze Bevölkerung organisiert ausgegrenzt. Den Xhosa wurden die beiden Homelands Ciskei und Transkei zugewiesen. Beide sind heute Teile der Eastern Cape Provinz.

Nelson Mandela, der 1. Präsident Südafrikas nach Ende der Apartheid und Desmond Mpilo Tutu, südafrikanischer Sozialrechtsaktivist und pensionierter anglikanischer Bischof, gehören beide zu den Xhosa.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Xhosa_(Volk)

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Bakuba ist weit weg, niemand hat es jemals erreicht.
(Bakuba ist das perfekte Land, das aber immer unerreichbar ist. Das Sprichwort warnt vor zu viel Ehrgeiz, etwas Unmögliches erreichen zu wollen. Wer es dennoch versucht, wird unweigerlich scheitern.)

Das Feuer verbrennt den, der es aufwühlt (anfacht).
(Solange das Feuer klein ist, ist es harmlos. Sobald es angefacht wird, wird es groß, gefährlich und unbeherrschbar. Ähnliche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Schlafende Hunde soll man nicht wecken.)

Das Land ist tot.
(Das bedeutet, der Krieg hat begonnen.)

Das Wunderbare und das Unmögliche sind in Kollision geraten.
(Das Sprichwort kann für alle komplizierten Probleme verwendet werden.)

Der Fuß hat keine Nase.
(Das bedeutet, man soll gastfreundlich sein. Wenn man auf Reisen ist und irgendwo müde Hilfe braucht, bringen die Füße einen an Orte, wo man Hilfe, ein Nachtlager oder etwas zu essen bekommt, ohne zuerst zu riechen, ob man die benötigte Hilfe dort auch bekommt. Genauso soll man fremden und hilfsbedürftigen die benötigte Gastfreundschaft und Hilfe im eigenen Haus gewähren.)

Der Nebel und die Sonne sind zusammen.
(Das Sprichwort bezeichnet eine sehr große Zahl.)

Der Schild drehte sich in die falsche Richtung.

Die Kahlheit eines Kopfes beginnt bei den Schläfen.

Die Krabbe hat sich zwischen den Steinen am Eingang eines Loches festgeklemmt.
(Das bedeutet, jemand versucht eine eigene neue Idee zu verwirklichen und gerät dadurch in neue Schwierigkeiten. Es kann auch jemand gemeint sein, der in Diskussionen Argumente anbringt, die letztlich gegen ihn selbst widerlegen und wirken.)

Die Menschen, die retten und töten.
(Mit diesem Sprichwort werden von Xhosas die Europäer gemeint. Die Europäer stellten vor und während der Kolonialzeit hohe Forderungen an die Einheimischen und versprachen sie im Gegenzug zu beschützen. Die Europäer nahmen vieles, lösten ihre Versprechen aber nicht ein, sonder führten Krieg für noch mehr Land, Macht, Einfluss und Reichtum. Mit der einen Hand boten die Europäer Hilfe an, mit der anderen wurde die einheimische Bevölkerung getötet.)

Die Sonne geht niemals ohne neue Nachrichten.

Die Wände sind in Kollision geraten.
(Das bedeutet, zwei Menschen sind im Streit und können sich nicht einigen, jeder beharrt auf seiner Meinung.)

Du entzündest ein Feuer im Wind.
(Das Sprichwort bezeichnet einen, der Fremde seiner eigenen Familie vorzieht. Er handelt meist zum Nachteil der eigenen Familie.)

Du hast dein Eigentum weggeworfen für etwas, was dir nicht sicher ist.
(Man geht ein zu hohes Risiko für etwas ungewisses ein.)

Du hast dich selbst entlarvt.

Du kriechst auf den Knien zum Kamin.
(Das Sprichwort beschreibt ein kleines Kind, das noch nicht laufen kann. Es kriecht zum scheinbar schönen Feuer, um damit zu spielen. Wenn es das Feuer erreicht hat, wird es davon verbrannt oder getötet. Das Sprichwort soll davor warnen, einen Weg einzuschlagen, der zwar vordergründig Erfolg verspricht, tatsächlich aber versagt und zum Ruin und Bankrott führt.)

Du störst Affen auf dem Weg zum Trinken.
(Das bedeutet, man stört, egal wobei.)

Du trinkst aus der alten Tasse.
(Das Sprichwort meint ein altes Trinkgefäß aus Binsen. Es meint einen reichen Mann, der ein Gefäß seiner Vorfahren benutzt. Er ist ein traditioneller Mensch, der die Vorfahren achtet und respektiert.)

Du willst lieber gebratenes Fleisch.
(Wer lieber gebratenes Fleisch will, ist einer, der sich selbst unermüdlich seiner Taten rühmt. Fleisch zu braten ist einfacher und schneller, als es zu kochen. Das Sprichwort wird auch als Warnung für jemanden benutzt, der wahrscheinlich Schwierigkeiten bekommen wird und froh sein kann, überhaupt etwas zu bekommen. Es kann auch als Drohung für eine bevorstehende Strafe gebraucht werden.)

Du wirst Tränen vergießen mit einem Auge, wie ein Affe.
(Es wird gesagt, dass, wenn Affen mit einer Falle gefangen werden, sie schreien, aber nur aus einem Auge Tränen vergießen. Das Sprichwort warnt vor der Gefahr, in einer möglichen Falle gefangen zu werden.)

Eine Eule frisst ihr Auge, die mit nebelhaften Augen stirbt am Hunger.

Eine Fliege sorgt nicht für eine andere.
(Das bedeutet, jeder sollte für sich arbeiten, fleißig sein und sich um seine Dinge kümmern, wie die Fliegen, und sich nicht auf andere verlassen.)

Eine Kuh wird von dem gemolken, den sie kennt.

Einer wird nicht groß, indem er Größe behauptet.
(Das bedeutet, man wird nicht nach Worten, sondern nach seinen Taten beurteilt.)

Eine Tat des Bösen zeugt andere.

Ein Hund des Windes.
(Das Sprichwort bezeichnet jemanden, der noch nicht weiß, was er will und ziellos durchs Leben geht.)

Ein Mann ist fähig seine eigenen Sorgen zu tragen.

Ein Stinktier riecht sich nicht selbst.

Ein Unglück von Suppe gemacht von Schenkeln und Füßen.
(Das Sprichwort bezeichnet Menschen, die nie etwas richtig oder gut machen.)

Enthäutung einer Maus.
(Das bedeutet, man tut etwas im Geheimen, was keiner mitbekommen soll. Eine maus ist so klein, das man sein Tun vor anderen verbergen kann. Ein großes Tier wie einen Ochsen zu enthäuten, würde man vor fremden Augen dagegen nicht geheim halten können.)

Er hat den Saft der Blüte der wilden Aloe getrunken.
(Der Saft wirkt betäubend und lässt die Glieder erstarren und macht für einige zeit bewegungslos. Das Sprichwort bedeutet, der so bezeichnet ist teilnahmslos, faul und schläfrig.)

Er hat einen Hund an einem Strauch festgebunden.
(Das Sprichwort bezeichnet einen äußerst gierigen Menschen. Er gönnt sich selbst alles und anderen nichts. Wenn er selbst etwas isst, bindet er vorher seinen Hund an einem Strauch fest, damit der nicht zu ihm kommt und bettelt, um auch etwas zu fressen zu bekommen.)

Er ist der Fuß eines Pavians.
(Das Sprichwort bezeichnet einen verräterischen oder tückischen Menschen.)

Er ist ein Bock in einem endlosen Walde.
(Die gleiche Bedeutung wie das nächste Sprichwort.)

Er ist ein Käfer eines endlosen Waldes.
(Das Sprichwort bezeichnet einen Menschen, der sich nie lange konzentrieren kann, der sich nie lange mit etwas beschäftigt, sprunghaft ist und immer unterwegs ist.)

Er ist ein Maiskolben mit in den Ashpit*1 abgestreiften Körnern.
(Der so bezeichnete Mensch hat einen nutzlosen und wertlosen Charakter.)

Er ist im Inneren reif wie eine Wassermelone.
(Das wird von jemandem gesagt, der einen Entschluss gefasst hat, ihn aber andern noch nicht mitgeteilt hat.)

Er ist zur Verfolgung der (fabelhaften) Vögel des Meeres gegangen.
(Das bedeutet, jemand hat ehrgeizige Ziele, die wahrscheinlich nicht umgesetzt und realisiert werden können.)

Er steckt mit einem Vorderbein fest.
(Das Sprichwort bedeutet, man hat sich bei einer wichtigen Sache fest zu etwas verpflichtet. Da es wichtig ist und alle davon wissen, ist es hinterher nicht mehr möglich, auch wenn man wollte, sich von dieser Verpflichtung zu befreien. Man steckt in dieser Verpflichtung förmlich fest.)

Es gibt kein Tier, das nicht in seiner Höhle brüllt.
Jedes Tier schreit in seiner Höhle.
Sogar ein Stinktier brüllt in seinem Loch.
(Gleiche Bedeutung wie die deutschen Sprichwörter: Daheim bin ich König. und Der Hahn ist König auf seinem Miste. und Der Hahn kräht am kühnsten auf eigenem Mist.)

Es gibt kein Wermut, der kommt in Blüte und nicht verwelkt.
(Alle Pflanzen und Blumen wachsen und blühen, um danach zu verwelken und abzusterben. Vergleichbar mit den Blumen bedeutet es, die Menschen werden geboren, werden erwachsen und werden alt und sterben irgendwann.)

Es ist einer, der die Reste einer Mahlzeit isst, ohne vorher eine Erlaubnis zu erhalten.
(Das bedeutet, jemand macht eine unangebrachte Äußerung. In Europa tritt man bei solchen Gelegenheiten gern in ein Fettnäpfchen.)

Es (er, sie) ist wie der Samen der Umya.
(Das bedeutet, die bezeichnete Sache oder Person als besonders schön. Umya ist eine Art des wilden Hanfs. Die Samen sehen wie strahlende schwarze Perlen aus.)

Es stirbt und erhebt sich wie der Mond.
(Das bedeutet, eine Frage oder ein Thema kommt immer wieder, obwohl die Sache schon längst erledigt schien. Genau wie der Mond, der immer wiederkommt, nachdem er untergegangen ist.)

Gewohnheit besiegt den Geist.

Guluwe ist zwei von gestern.
(Das Sprichwort bedeutet, einer geht weg und verspricht zurückzukommen, tut es aber nicht.)

Hoffnung tötet nie, aber eilige Dinge tun es.

Ich, das Klebegras, werde dich festhalten.
(Das Sprichwort meint eine schlechte Gewohnheit, die man nicht mehr los wird, oder einen ungeliebten oder hartnäckigen Begleiter, den man los werden will, man weiß aber nicht wie.)

Ich freue mich, dass Kolombas Mutter tot ist.
(Der Legende nach war die Mutter von Kolomba eine unangenehme und unbeliebte Frau. Es bedeutet, das jemand gestorben war, gegen den man eine Abneigung hatte oder der gefürchtet wurde.)

Kehlen sind alle gleich beim Schlucken.
(Das bedeutet, wenn man heute selbst Hilfe durch Arbeit oder andere Mittel benötigt, wird man diese Hilfe zu anderen Zeiten dem anderen genauso gewähren. Wenn der andere nicht helfen will, bekommt der später auch keine Hilfe, jeder Mensch ist gleich und ist auf andere angewiesen.)

Kein Rebhuhn kratzt den Boden auf der Suche nach Nahrung für andere.

Männer sind nicht gleich, sie gleichen sich nur durch ihre Bärte.

Man wird nicht grob, wenn man die Gröbe für sich beansprucht.

Mauern kämpfen miteinander.

Nicht jeder ist Gaikas Sohn.
(Gaika, ein bedeutender Xhosa-Häuptling lebte von 1797 bis zum 13. November 1829, war ein militärischer Führer in den sogenannten Grenzkriegen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der vom Glück begünstigst gewesen sein soll. Nach ihm wurde der Berg Gaika's Hill (deutsch Gaika’s Kop „Gaikas Kopf“) ein isolierter Berg in den Amathole-Bergen in der Provinz Eastern Cape, einem historischen Siedlungsgebiet der Xhosa. Das Sprichwort bedeutet, das nicht jeder gleichermaßen Macht und Glück wie dieser hat.)

Ohne neue Nachrichten geht die Sonne nicht unter.

Sie haben in Kukwane geschlachtet, wo viel Fleisch erhältlich ist.
(In Kukwane gab es einmal einen sehr reichen Häuptling, der sehr freigiebig war und auch allen Fremden von seinem Überfluss abgab. Das Sprichwort bedeutet, jemand erwartet zu viel von anderen, solche Dinge könnte man nur in Kukwane bekommen.)

Sie sind Menschen von Erfahrung, die nicht an einem fremden Ort schlafen.
(Das Sprichwort meint klugen Menschen. Sie sind von schneller Auffassungsgabe und erledigen Pflichten und Aufgaben immer schnell und zuverlässig.)

Sie hindern uns, dass wir rotem Lehm aus der Grube bekommen, und sie benutzen ihn nicht.
(Das Sprichwort geht auf eine Fabel zurück, in der sich ein Hund in eine Futterkrippe mit Getreide legte. Er selbst fraß nichts, aber er hinderte damit auch die Pferde, etwas davon zu fressen. Das Sprichwort meint damit einen Menschen, der anderen notwendige Ressourcen vorenthält oder deren Zugang versperrte. Für ihn sind die Dinge nutzlos, er selbst kann nichts damit anfangen. Er ist gierig und trotzig und gönnt anderen nichts, obwohl es ihm selbst auch nichts einbringt.
Das Sprichwort stammt aus der Kolonialzeit. In der Xhosa-Kultur war es üblich, Vorräte und Ressourcen mit denen zu teilen, die es notwendig hatten und brauchen konnten. Die Xhosa wunderten sich über die Engländer und europäische Kapitalisten, die nicht gebrauchte Güter sammelten und horteten, um Macht, Reichtum und Profit zu erwerben. Verderbliche Güter und Lebensmittel verdarben, bevor man sie an Bedürftige gab.)

Wachsen ist zu sehen.

Wer keinen Rat annehmen will, bekommt sein Wissen, wenn ihn Schwierigkeiten einholen.

Wie das Hochzeitsfest von Mapassa.
(Das bedeutet, das Fest soll ungewöhnlich großartig und einmalig werden. Eine frühere Hochzeitsfeier von einem mit dem Namen Mapassa soll den Erzählungen nach so großartig gewesen sein, dass es ein ganzes Jahr gedauert habe.)

Wir werden hören; wir sind auf der Seite, in die der Wind weht.
(Das bedeutet, man wird bald Klarheit über eine Sache haben und alles erfahren. Bald wird man alles wissen.)

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*1 Ashpit - Ein Gefäß im Boden eines Kamins, unter einem Grill oder anderen Feuerstelle, zur Ansammlung von Asche.

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Sprichworte aus Südafrika
und von Volksgruppen in Südafrika:
Tsonga / Venda / XhosaZulu