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Litauische Sprichworte

Flagge von Litauen
Wappen von Litauen
Flagge von Litauen
Wappen von Litauen
Litauen ist ein Staat in Nordeuropa zwischen Lettland, Weißrussland, Polen und der russischen Exklave Kaliningrad. Das Land hat eine Fläche von 65.300 km² und 2.930.865 Einwohner (Juli 2014, 1992 = 3,7 Millionen).

In den Quedlinburger Annalen wurde Litauen als „Litua“ 1009 erstmals erwähnt. 1253 entstand das erste Königreich. Nach dem Zerfall der alten Kiewer Rus expandierte Litauen ab dem 14. Jahrhundert nach Osten und eroberte nach 1362 Kiew und konkurrierte mit dem Großfürstentum Moskau um die Vorherrschaft. Großfürst Jogaila übernahm 1386 durch Heirat die polnische Königskrone und gründete damit die Polnisch-Litauische Personalunion, die 1569 in die Realunion von Lublin mündete, welche das Ende des eigenständigen Litauens bedeutete. Litauen blieb bis zu den Teilungen Polens bei Polen und kam ab 1795 unter russische Herrschaft.

Nach dem 1. Weltkrieg und Schwächung des Russischen Kaiserreiches wurde Litauen am 16. Februar 1918 unter deutscher Besatzung unabhängig. Nach Einmarsch sowjetischer Truppen im 2. Weltkrieg wurde eine pro-sowjetische Regierung ins Amt gebracht, die am 3.8.1940 den Beitritt zur Sowjetunion erklärte. Erst nach Ende der UDSSR erlangte Litauen am 11. März 1990 wieder staatliche Selbstständigkeit und wurde eine parlamentarische Republik. 2004 wurde Litauen Mitglied der Europäischen Union, der NATO und seit dem 1. Januar 2015 das 19. Mitglied der Eurozone.

   Quelle:  
  http://de.wikipedia.org/wiki/Litauen

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50 der Litauischen Sprichwörter wurden von der Russistin Gisela Reller auf Reportagereisen in die Sowjetunion, die sie für die Illustrierte FREIE WELT unternahm, jahrzehntelang zwischen 1964 und 1990 vor Ort gesammelt. Weitere bisher unveröffentlichte Informationen über dieses und 50 anderer  Völker der ehemaligen Sowjetunion auf der Webseite von Gisela Reller:   www.reller-rezensionen.de/
   
Informationen zu 50 Völker Russlands, von Abasiner bis Zachuren, in einem Lesebuch mit 1001 Sprichworten und über 100 Fotos und ethnografischen Illustrationen von Gisela Reller:
„Die Heimat ist eine goldene Wiege“, ISBN 978-3-8305-3934-6, erschienen am 27.08.2019.
Ein Blick ins Buch:   
www.bwv-verlag.de/detailview?no=3934

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Alle leben unter dem Himmel, aber nicht unter einem Dach.

Alle sind einer Mutter Kinder, aber nicht alle eines Verstandes.

Als was einer geboren, als das wird er sterben.


Alter ist kein Herrentum.


An der Arbeit erkennt man den Arbeiter.


Andere Bäume, andere Baumfäller.

An fremdem Bart ist gut rasieren lernen.

Arbeiten mögen wir nicht und Herr zu sein geht nicht.

Auch alte Leute wundern sich.


Auch der heutige Tag hat seinen Abend.


Auch der Himmel hat Pforten, in die nur goldene Schlüssel führen.

Auch die Fliege überwindet den Ochsen, wenn der Wolf ihn fängt.

Auf dem Markte gibt es mehr Kälber als Ochsen.


Auf eine krumme Linde steigen alle Geißen.

Aus fremdem Fell ist wohlfeil breite Sandalen schneiden.

Aus fremdem Leder zu schneiden ist keine Schande.


Aus Gebeten lässt sich kein Brei kochen.

Aus schönem Gesicht lässt sich keine Butter schlagen.

Bär und Petz, es ist einer wie der andere.

Begehre nicht das Fremde, und gib das Deinige nicht weg.

Besser borgen, denn schuldig bleiben.

Besser einen Sperling in der Hand, als einen Elch im Wald.

Besser ist das Maß als der Glaube.

Besser krank sein als sterben.


Besser mit einem Weisen etwas verlieren, als mit einem Dummkopf etwas finden.

Betrunken lege dich schlafen, gealtert lege dich sterben.

Bist du unschuldig, so mache die Tür zu; bist du schuldig, so rüste deine Füße.


Bisweilen erjagt auch die Kuh einen Hasen.


Blase gegen den Wind!

(Das Sprichwort bedeutet, dass gegen Gewalt nicht viel auszurichten ist.)

Das Alter furcht das Gesicht auch ohne Pflugschar.

Das Alter wirft auch Nichtbetrunkene um.

Das Brot kommt nicht mit dem Winde geflogen.


Das Brot weint, wenn's vergeblich gegessen wird.


Das Leben beim Edelmann ist ein Leben in der Hölle; je länger auf dem Hofe des Edelmanns, desto länger in der Hölle bei den Teufeln.


Das Licht spottet der Dunkelheit.


Das Mädchen wird sich einrichten, wie eine Kuh mit dem dritten Kalbe.

Das Pferd stolpert (auch) mit vier Füßen und der Mensch mit zwei Füßen stolpert noch mehr.


Das Wasser läuft, die Leute reden und der Wind bläst.


Das Wort fliegt als Spatz aus und kehrt als Rabe nach Haus.


Da wo Furcht ist, da ist auch die Ehre.


Dem ungebetenen Gast die ungehobelte Bank.

Den Armen fragt niemand nach der Wahrheit.

Den Bastschuh, den man angezogen, muss man tragen.


Den Litauern (oder den Bauern) das Fleisch, den Herren (Pfarrern) die Knochen.


Der Angeber kauft zuerst die Sporen und borgt dann ein Pferd.


Der Bär brüllt, wenn ihm eine Eichel auf die Nase fällt, und schweigt, wenn ihn ein Ast drückt.

Der Dieb in die Tasche, der Schelm in den Sack.


Der Geldsack fürchtet weder einen Herrn noch den Pfarrer.

Der gewöhnliche Mensch hat einen Teufel, die Betschwester - neun.

Der Habsüchtige entzündet eine Kerze für Gott und zwei für den Teufel.

Der Krankheit geht`s besser, wenn`s dem Menschen schlechter geht.

Der Krug geht so lange zu Wasser, bis seine Zeit kommt.

Der Topf trägt Wasser, bis seine Zeit kommt.
(In vielen Ländern zerbrechen die Krüge einmal oder für Töpfe vergeht die Zeit, der Kürbis geht wie in Ungarn unter oder man büßt wie in Italien die Pfoten ein. Eine Sache dauert nicht ewig, irgendwann geht alles zu Ende oder zu Bruch)

Der Kuckuck ruft seinen Namen.


Der Lehm ist unser aller Bruder.


Der Lügner bewegt sich im Freien, die Wahrheit steckt hinter Häusern.
Der Lügner geht geradeaus, die Wahrheit hinter den Häusern weg.


Der Lügner geht auf breitem Weg und kehrt auf schmalem Pfad zurück.

Der Magen ist keine Flur.

Der Mensch schießt, Gott leitet die Kugeln.


Der Prahler prahlt, er könne Gold schmieden und er kann nicht einmal etwas zum Brei (für den Brei) mahlen.


Der Schwiegermutter Rede ist rau, solange kein Enkelkind geboren ist.

Der Specht ist bunt, die Welt noch bunter.

Der Stein, der an einem Platz bleibt, wird mit Moos bedeckt.

Der Wissenschaft Ende wirst du nicht finden.

Des Pfarrers Sack hat Löcher (ist breit).


Die Anklage ist die Waffe der Schwachen.

Die eilige Hündin wirft blinde Junge.

Die frühe Krähe kratzt die Zähne, die späte das Auge.


Die Henne hat noch kein Ei gelegt, da gelüstet´s die Schwiegertochter schon nach Eierkuchen.

Die Krankheit gedenkt der Jugend.

Die Krankheit kommt zu Ross und geht zu Fuß wieder weg.


Die Nacht ist ein Löschblatt für viele Sorgen.

Die Weiber haben bodenlose Ohren.


Dreh dich flink, so wird sich eher ein Platz finden.


Du kannst den Leuten den Mund nicht verstopfen.


Du wirst das Pferd nicht erst dann herausfüttern, wenn man fahren muss.


Ehre dich selbst, und schon bald werden dich die anderen ehren.

Eile, wenn du versäumen willst.

Ein böser Mensch spaltet aus einer Nadel einen Wagen voll.


Ein braver Hund nimmt keine Wurst aus fremder Hand.

Ein braver Mann schluckt runter, was er abbeißt.

Eine fremde Last ist allzeit schwer.

Eine gute Frau zeigt dem Manne den Weg.


Eine gute Mutter und ein guter Vater ersetzen hundert Kindermädchen und Schulmeister.

Eine Hand wäscht die andere, damit beide weiß werden.

Ein Eidam*1 ist schön, aber es ist schade um den Quark.
(Das bedeutet, dass man etwas zwar gut beurteilt, aber es tut einen trotzdem leid um die Kosten und die Mühe, die es kostet.)

Ein einziges Blättchen Erfahrung ist mehr wert als ein ganzer Baum voll guter Ratschläge.


Eine Krähe, die nicht von gestern ist; nicht gestern mit dem Finger gezäumt und mit Brei gefüttert.

(Das Sprichwort bezeichnet einen schlauen Menschen, dem man nicht so leicht etwas vormachen kann.)

Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht aus.

(Sprichwort auch im deutschen und anderen Sprachen. Krähen und Raben und sollen bei Angriffen mit Vorliebe auf die Augen zielen. Im Mittelalter sollen sie den Gehenkten am Galgen zuerst die Augen herausgehackt haben. Das Sprichwort ist meist negativ gemeint. Gruppen von Gleichgesinnten, Berufs- und Standesgenossen und Banden halten meist zusammen und verraten oder schwärzen sich nicht gegenseitig an. Wir meist bei Fehlern, verbotenen Handlungen wie Diebstahl oder ähnlichen Handlungen verwendet, auf die eine Strafe oder sonstige für den Täter negative Konsequenz folgen würde.)

Eine Krähe steht nicht, ohne zu hüpfen.
Die Krähe lässt das Hüpfen nicht.
(Einem unzuverlässiger Mensch kann man nicht trauen, er hält nicht, was er verspricht.)

Einem übermütigen Pferde kürze das Futter.

Ein gemeinsames Pferd ist stets elend.


Ein Haus ist blind ohne einen Hund und stumm ohne einen Hahn.


Ein Kind fürchtet sich vor einem Wort, das andere nicht vor Schlägen.


Ein Mensch ohne Heimat ist wie ein Vogel ohne Lied.

Ein Narr gibt, ein Gescheiter nimmt.

Ein Unglück stößt das andere mit den Hörnern.

(Im Deutschen ist das Sprichwort mit gleicher bedeutung: Ein Unglück kommt selten allein.)

Ein wildes Pferd hat die Schwielen auf dem Rücken und ein faules unter dem Bauch.


Er fiel herab, ehe er die Leiter angelegt; er ertrank, ehe er den Steg gesehen.


Er hat der Eule Kleid angezogen.
(Eulen sind im allgemeinen nachtaktiv. Das bedeutet, er ist unbemerkt bei Nacht und Nebel auf und davon gegangen.)

Er rennt herum, wie der Teufel in der Scheune.
(In Litauen pflegte der Teufel der Sage nach auch gerne in alten Scheunen zu wohnen. Dort trieb er zeitweise sein Unwesen und Schabernack mit den aufgeschreckten Bauern. Das Sprichwort bedeutet, das jemand mit unnötiger Eile und ohne Überlegung etwas macht, was für andere wiederum Verdruss bedeutet.)

Er vergaß sein Elend, weil er sich betrunken, aber am nächsten Morgen fand er frisch Elend und Sorgen.


Er versteckt sich wie der Teufel vor dem Blitz.

(Früher glaubte man, der Blitz schlägt dort ein, wo sich kurz vorher der Teufel befand. Deswegen sucht man Schutz in einer Hütte oder anderswo, wo einen kein Blitz treffen kann. Zum einen wegen des Blitzes und dem Wetter, zum anderen auch zum Schutz vor dem Teufel.)

Es gibt auch nicht einen Mann, der nicht den Wolfszahn hätte.


Es gibt Gänse, die einen Fuchs zur Strecke bringen.


Es gibt in der Welt nur eine Wahrheit, aber es sieht so aus, als gäbe es hundert.

Es gibt Kraut für die Krankheit, aber nicht für den Tod.

Es gibt nur eine böse Frau auf der Welt, aber jeder Mann glaubt, er habe sie.
(Sprichwort auch in Deutschland)

Es ist gut sich zu beklagen, wenn jemand da ist, der tröstet.


Fällt ein Kind, hält ein Engel das Kissen bereit, stürzt ein Alter, schiebt der Teufel einen Stein drunter.

Felle und Weiber werden vom Stampfen weicher.

Fremder Atem stinkt immer.


Freu dich nicht, wenn des Nachbarn Badehaus brennt.

Furcht und Liebe gehen nicht miteinander.

Geht der Pfarrer auf Freite, traut ihn der Satan.
(Freite = veraltende Bezeichnung für sich eine Frau suchen, freien, Brautschau, Brautwerbung, heiraten wollen.)

Geld ist ein Mörder.

Gib dich auf Reisen der Welt hin und sie wird sich dir hingeben.

Glück singt, Elend seufzt.

Gold glänzt selbst im Sumpfe.

Gott gab's mit Liebe, ein Narr fragt mit Neid.


Gott gab trockenes Wetter, er wird auch Regen geben.

Gott hat Zähne gegeben, Gott wird auch Brot geben.


Gott ist nicht eilig, aber er vergisst nichts.

Großes haben wir nicht erjagt, und das Kleine ist uns entgangen.


Heuchelei und Schmeichelei sind der Freundschaft Henkerei.


Hundert Mücken richten selbst eine Stute zugrunde.


Ich hab' ihm einen Berg aufgeschüttet und er hat mir eine Grube gegraben.


Jeder läuft unter seinem Lichte.


Je länger am Hofe des Edelmanns, desto länger in der Hölle bei den Teufeln.


Kalter Quark von einer Kuh, die gehoben wird.

(Etwas ist von schlechter Qualität oder/und zu wenig, Milch von einer kranken und schwachen Kuh, die nicht mehr alleine stehen kann.)


Kommt der Wodka in die Hütte, geht der Verstand hinaus.

Krankheit ist keine Schwester.

Krankheit kommt ungerufen.


Licht spottet der Dunkelheit.


Liebestraum wie Speichelschaum vergeht schnell.


Lobe das Mädchen nicht vor dem Morgen und den Tag nicht vor dem Abend.


Lustig gelebt, fröhlich gestorben.

Man muss sich nicht in fremde Arbeiten mischen.

Meister ist nicht, wer das Werk beginnt, sondern wer es vollendet.

Mit deiner Frauen Schönheit wirst du dich nicht zudecken.

Mit dem Löffel wirst du den Fluss nicht ausschöpfen.


Mit der Rute treibt man die Kinder nicht auf den Kirchhof.


Mit fremdem Verstande wirst du nicht weit reiten.


Mit Geld kommt auch der Teufel in den Himmel.

Mit Gott kann man nicht streiten.

Mit großen Leuten geh um wie mit Feuer; nicht zu nah, sonst verbrennst du dich; nicht zu weit davon, sonst wirst du kalt.


Mit Späßen geborgt, mit Flüchen zurückgezahlt.

Mit Worten näht man keinen Pelz.

Nicht einmal ein Pferd kratzt das andere umsonst.

Niemand beißt sich in die eigene Hand.

Nimm auch vom Pflock in der Wand Abschied.
(Zu wem das gesagt wird, der soll nicht wiederkommen.)


Ohne Gold ist selbst das Licht finster.


Ohne Licht ist selbst der Himmel finster.

Redet Barschaft, schweigt die Wahrheit.

Richte keinen, in dessen Pelz du nicht gesteckt hast.

Schau in den Himmel, aber auch unter deine Füße.

Schau nicht durchs Loch, den Teufel erblickst du noch.
(Wenn bei einem Sargbrett ein Nagel herausfällt, kann man der Sage nach durch dieses Loch hindurch böse Geister und alle Bekannte, die in ewiger Verdammnis keine Ruhe im Grabe finden, erblicken.)

Schön wie ein Pfauenfederchen.


Seine Arbeit ist wie das Gebet eines Betrunkenen.


Sein Wort ist eine Brücke, auf die ich nicht einmal meinen kleinen Finger lege.


Selbst der strengste Winter fürchtet sich vor dem Frühling.


Sie haben miteinander gerungen, wie der Winter mit dem Sommer.


So ist die Krähe, wenn sie gebadet ist, eben so, wenn sie nicht gebadet ist.


Solange es Brot gibt, ist die Hungersnot blind.


Spuck nicht in die Pfütze, vielleicht wirst du später selbst daraus trinken.


Stiel in Stiel, beide gelten gleichviel.


Tanzen die Jungen, bebt die Erde, tanzen die Alten, wackeln die Zähne.

Teuer ist dem Kranken ein Tag, teuer auch der Zweite.

Treibe deinen Vater nicht (aus dem Hause) in den Wald.


Tue nach deiner Einsicht und nicht nach deinem Willen.


Ungefütterte Pferde stolpern im Dorfe auch da, wo keine Treppe ist.


Unrecht Gut hält nicht vor.


Von den Verwandten weit, gibt große Liebe, näher bei ihnen Zank und Hiebe.


Von einer Erle fallen keine Äpfel.

Von einer großen Wolke kommt wenig Regen.

Von einer Kuh, die man aufheben muss, kommt wenig Quark.

(Von einer kranken und schwachen Kuh, die nicht mehr alleine stehen kann, kann man nicht viel erwarten und auch nur von schlechter Qualität.)


Was der brave Mann abbeißt, das schluckt er auch hinunter.


Was dich nicht angeht, in das stecke (mische) dich nicht.

Was dir der Pfarrer gibt, musst du mit dem Teufel teilen.

Was von Gott verheißen wird, dass wird auch gehalten.

Weit hinter der Rute ist der Splitter.


Welches Pferd frisst nicht vom aufgeschütteten Hafer?


Wem es nicht bitter ist, der zieht kein Gesicht.


Wem's einfällt mit dem Teufel um Äpfel zu gehn, den lässt er bald ohne Korb und Äpfel stehn.


Wenn das Kind nicht weint, kümmert sich die Mutter nicht darum.


Wenn der Teig gemischt, so wird er geknetet; wenn er geknetet, wird er gebacken; der Gast wird nicht gehen, ohne gegessen zu haben.


Wenn die Arbeit vollbracht, ist süß feiern.


Wenn dir gegeben wird, so nimm, wenn du geschickt wirst, so geh' nicht.


Wenn du das Pferd nicht gefüttert hast, wirst du nicht fahren.


Wenn du ein Ochs bist, wirst du nicht brüllen wie ein Stier.


Wenn du etwas in deinen Magen getan, werden es selbst die Klügsten nicht wieder heraus nehmen.


Wenn du in eine Pfütze gefallen bist, wirst du nicht trocken aufstehen.


Wenn du nicht auf deinem eigenen Pferd reitest, wirst du auch in der Pfütze absitzen.


Wenn du vors Amt gehst, so sprich dir zu Hause erst das Urteil.


Wenn ein Trunkener etwas verspricht, lacht der Teufel.

Wenn man vom Pferde spricht, greift der Fuhrmann nach der Peitsche.

Wer als Pfau geboren, der ist und bleibt ein Pfau.


Wer andere waschen will, muss selber sauber sein.

Wer aus Furcht davonläuft, der fällt in die Grube.

Wer den Tau nicht streift, wird kein Brot essen.


Wer die Lücke im Zaune hat, hat auch den Schaden.


Wer die Macht hat, hat auch das Recht.


Wer früh auf ist, pfeift nicht.


Wer hungrig aus dem Hause geht, bekommt auch im Dorfe nichts.


Wer in der Jugend Gott dem Herrn in die Augen gespien, der kommt im Alter und will ihn auf den Händen tragen.


Wer keine Hunde hat, muss Katzen hetzen.

Wer kein Ferkel war, wird kein Schwein.

Wer pflügt, verarmt nicht; wer stiehlt, wird nicht reich.

Wer sich den Verstand nicht selbst nimmt, dem werden die andern keinen geben.


Wer zu jäh springt hinaus, der stößt sich die Augen aus.


Wessen Brot du isst, dessen Blick halte stand.

Wie das Leben, so der Tod, so die Erlösung.

Wie die Gegend, so die Sitte.


Willst du Zeit vertrödeln, dann hetze.

Wird die Kraft nicht ausreichen, so wirst du zum Verstande greifen.

Wir haben ein jeder seine Last zu tragen.


Wo Aas ist, werden bald auch Krähen sein.

(ähnlich: Matthäus 24, 28, in Dänemark, Deutschland, den Niederlanden und Schweden)

Wo die Hausfrau lange schläft, quieken die Schweine.

Wo es der Seele behagt, da gedeiht der Leib.

Wo Furcht ist, da ist auch Ehre.


Wo keine Leiden, da auch kein Gebet.

Zu Hause hat man mit den Kindern Not, in der Stadt schreien die Bettler nach Brot.

Zu Hause ist zu Haus, wenn auch unterm Strohdach.


*1 Eidam ist eine veraltete Bezeichnung für Schwiegersohn.