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Jiddische Sprichworte
Jiddisch (Kurzform für jiddisch-daitsch, jüdisch-deutsch) ist eine rund tausend Jahre alte Sprache, die von den aschkenasischen Juden in weiten Teilen Europas gesprochen und geschrieben wurde. Es ist eine aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangene westgermanische, mit hebräischen, aramäischen, romanischen, slawischen und weiteren Sprachelementen angereicherte Sprache mit verschiedenen Dialekten.
Die jiddische Sprache hat sich im Mittelalter im Zuge von Migrationen der Juden vom deutschsprachigen Gebiet aus in Europa verbreitet, besonders ostwärts nach Osteuropa, wo das Ostjiddisch entstand. Mit der Auswanderung von Millionen osteuropäischer Juden im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert breitete sie sich dann westwärts aus und gelangte in die neuen jüdischen Zentren in Amerika und Westeuropa, später auch nach Israel. Einen offiziellen Status als anerkannte Minderheitensprache hat Jiddisch in Bosnien und Herzegowina, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Schweden und der Ukraine.                                  Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Jiddisch

Alle Juden haben denselben Verstand.

Alle Juden können Vorsänger sein, aber die meisten sind heiser.

Alle Kinder sind klug, solange sie klein sind, aber bei der Mehrzahl bleibt es beim Kinderverstand.

Alle Klugen gehen zu Fuß, und alle Narren fahren in Kutschen.

Alle Merkmale lassen sich verwischen, nur das Merkmal der Armut nicht.

Alles kann der Mensch vergessen, nur nicht zu essen.

Alles, was der Jude hat, ist Geld zu verlieren und Zeit krank zu sein.

An drei Orten erweist man sich keine Ehre: im Gefängnis, im Klosett und im Schwitzbad.

Auch Gesundheit kann anstecken.

Auf dem ist kein Segen, der schlecht von seiner Familie spricht.

Auf einem Misthaufen findet man auch einmal ein Ringlein.

Auf Wunder darf (soll) man sich nicht verlassen.


Bei eines anderen Fest hab immer guten Appetit.

Beim Gläschen Wein findet man schnell gute Freunde.

Beim Kartenspiel (gibt es) kein Erbarmen.


Beim Schein einer Kerze wählt man weder Diamanten noch Frauen aus.

Bei sattem Magen freut sich der ganze Körper.

Beschert Gott einen Kaufmann, so schickt der Dämon einen Makler.

Besser eine Kartoffelsuppe bei sich als Gebratenes bei jemand anderem.

Besser einen guten Freund zu haben als zehn Feinde.


Besser eine Kuh im Stahl zu haben als zehn Kühe auf dem Feld.

Besser zehn kleine Sorgen als eine große.

Bete zu Gott, dich vor schlimmen Weibern zu bewahren, und hüte dich selbst vor den guten.

Brauch bricht Gesetz.

Brennt es beim Nachbarn, bist auch du in Gefahr.

Das Leben ist das beste Sonderangebot, bekommen wir es doch gratis.

Das Leben ist nicht mehr als ein Traum - aber weck mich nicht auf.

Das Meer hat keinen Grund und das Leiden der Juden kein Ufer.

Das schlimmste Leben ist besser als der beste Tod.

Dein Ohr für jeden, deine Hand für deinen Freund, aber deinen Mund nur für deine Frau.


Den Galgen fürchten die Menschen sogar mehr als Gott.

Den Garten Eden und die Hölle kann man (bereits) auf dieser Welt haben.


Der Arme hat wenig Feinde, der Reiche noch weniger Freunde.

Der größte Schmerz ist der, den man anderen nicht sagen kann.


Der Mensch fährt und Gott hält die Zügel.


Der Mensch soll sich nicht darüber Sorgen machen, was morgen sein wird, sondern lieber das wieder gutmachen, was er gestern falsch gemacht hat.


Der Nichtjude versteht nicht die Sorgen des Juden.

Der Rabbi
*2 ist groß, wenn er ein paar kleine Jüdlein hat.

Der Rabbi
*2 trinkt für sich allein den Wein und heißt danach die andern fröhlich sein.

Der Respekt ist ein Schatten, je schneller man hinter ihm herrennt, desto schneller läuft er fort.


Der Satte glaubt dem Hungrigen nicht.

Der Starke hat immer recht.

Der Wirt hat den Säufer recht gern, aber die Tochter wird er ihm doch nicht geben.


Der Wolf hat keine Angst vor dem Hund, aber ihm gefällt sein Bellen nicht.


Der Wolf verliert seine Haare, aber nicht seine Natur.


Die Armut legt sich zuerst aufs Gesicht.


Die des Geldes wegen heiratet, ist das ganze Leben lang Magd.


Die Freude eines Juden hat immer ein bisschen Furcht.


Die guten Menschen lernen von den schlechten mehr als die schlechten von den Guten.


Die Jugend nährt sich von Träumen, das Alter von Erinnerungen.


Die Kuchen wollen, verlieren ihr Brot.


Die Leute narrt man aus der Entfernung, aus der Nähe nur sich selbst.


Die Menge ist kein Golem.


Die Toten und die Abwesenden haben weder Freunde noch Verwandte.


Die Wahrheit hat Füße, sie lief davon, die Lüge hat keine, sie ist geblieben.


Die Wahrheit ist schwer, wenige können sie tragen.

Die Zunge bringt manchmal den Menschen an den Galgen.

Die Zunge führt den Menschen zum Glück und zum Unglück.

Dorthin, wo man dich lieb hat, geh wenig, wo man dir aber feind ist, gar nicht.


Du kannst deine Schulden nicht mit Tränen bezahlen.


Durch Wünschen kannst du nicht reich werden.


Ein Bettler kann nicht auf zwei Jahrmärkten zugleich sein.


Ein bitteres Blatt von Gott ist besser als das süße vom Menschen.

Ein Diebstahl bringt kein Glück.

Eine falsche Waage wird selbst von Gott gehasst.

Eine gewordene Hexe ist schlimmer als eine geborene.

Ein einziger Gott bloß und so viele Feinde.


Eine jüdische Seele kann man nicht ergründen.


Einem Schmeichler darf die Geduld nicht reißen.


Einen Narren erkennt man am Gesicht, einen Klugen an den Augen.

Einen Toten beweint man sieben Tage, einen Narren das ganze Leben lang.

Eine Ohrfeige vergeht, ein Wort besteht.

Eine Schlange verdient kein Mitleid.


Ein Gast ist wie der Regen, dauert er zu lange, wird er zur Last.


Ein Geiziger muss mehr bezahlen und ein Fauler mehr laufen.


Ein guter Jude braucht keine Empfehlung, einem schlechten hilft keine.


Ein guter Mensch gehört auf einen guten Ort.


Ein guter Ruf geht weit, ein schlechter noch viel weiter.


Ein hässliches Mädchen hasst den Spiegel.

Ein Jude, ist er klug, ist er klug und ist er ein Narr, ist er ein Narr.


Ein Krapfen im Traum ist kein Krapfen, sondern ein Traum.


Ein Meschumed
*1 ist kein Jude und kein Nichtjude.

Ein Narr ist stets ein aufgeblasener Mensch.


Ein Stein, der auf einem Platze liegen bleibt, wird von Gras überwachsen.

Ein Stock in der Hand hilft mehr als eine Zunge im Mund.


Ein Vogel ohne Flügel und ein stolzer Bettler sterben beide Hungers.


Ein Zimmer ohne Fenster ist kein guter Wohnraum und ein Gewand ohne Knopfloch kein gutes Kleid.


Er hat das Leben von Gott und das Essen von den Menschen.


Er schuldet Gott die Seele und dem Fleischer das Fleisch.


Es gibt kein Tor, das sich einem goldbeladenen Esel nicht öffnen würde.


Es ist besser, sein Wissen zu verheimlichen als sein Unwissen zu verraten.


Es ist gut zu hoffen, aber schlecht zu warten.


Finden ist gut, gewinnen besser, verdienen noch besser.


Frauen führen zum Guten oder zum Bösen, in jedem Fall verführen sie.


Für einen bösen Hund ein kurzer Strick.


Gäste und Fische haben eins gemein: Sie stinken am dritten Tag.


Gebete steigen auf, Segnungen senken sich herab.


Geborgter Verstand taugt zu nichts.


Gebratene Tauben fliegen nicht in den Mund.


Geh zu deinem Nachbarn, wenn du wissen willst, was es bei dir zu Hause Neues gibt.


Gott allein ist nicht reich, er nimmt nur bei einem und gibt es dem anderen.


Gott hat eine Welt voller kleiner Weltchen erschaffen.


Gott ist ein Vater, das Glück ein Stiefvater.


Gott ist nur einer, was er tut, sieht keiner.


Gott sitzt oben und auf der Erde hat er sein Geschäft.


Gott soll uns bewahren, ein einziges Kind und ein einziges Hemd zu haben.

Gott straft, der Mensch kann nur Rache üben.

Gott wird helfen - wenn Gott doch nur auch hülfe, bis er hilft.


Hat man gestern gegessen, ist man heute nicht satt.


Herr der Welten, hebe mich nicht hoch und wirf mich nicht.


Herr der Welten, schau herab vom Himmel und schau dir deine Welt an.


Hüte dich vor Wasser, das nicht läuft, und einer Katze, die nicht miaut.


In den Bauch sieht keiner hinein, aber auf den Bauch schauen alle.


In jeder Antwort kann man eine neue Frage finden.


Ist der Jude hungrig, so singt er und der Bauer schlägt sein Weib.


Ist der Magen leer, ist der Schlaf schwer.


Ist ein Jude gerecht, so hat er gerade eine rechte Tracht Prügel erwischt.

Ist ein Mann zu gut für die Welt, ist er schlecht für sein Weib.


Ist es im Herzen bitter, hilft kein Zucker im Mund.


Jeder hat seinen Misthaufen vor seiner Tür.

Jeglicher Jude hat sein Gesetzbuch und seinen eigenen Vogel.


Je schwerer es der Mensch hat, desto leichter Gottes Hilfe.


Kaum erlassen ist das Gesetz auch schon umgangen.


Kleine Sünden bringen große Leiden.


Lass deine Ohren hören, was dein Mund sagt.

Läuft man nach dem Glück, zerbricht man sich das Genick.


Lauf vor der Schande fort, aber lauf hinter Ehren nicht her.

Lieber einen Hieb von einem Weisen als einen Kuss von einem Narren.


Man kann nicht die ganze Welt mit seiner eigenen Elle messen.


Man weiß nicht, für was man Gott nicht danken soll.


Mit der Dummheit allein kommt man nicht durch; man braucht auch noch ein bisschen Frechheit dazu.


Mit der Wahrheit gelangt man vor Gott.

Mit der Wahrheit hat noch keiner die Welt erobert.


Mit einem einzigen Ei kann man eine ganze Schussel Suppe verfeinern.


Mit einem Juden ist gut Klöße essen, aber nicht vom selben Teller.

Mit einem mitgebrachten Brot ist man überall ein gern gesehener Gast.


Mit einer Hand straft Gott und mit der anderen segnet er.


Mit einer Lüge kommt man weit, aber nicht wieder zurück.


Mit Frechheit verdeckt man am besten die eigene Schande.


Mit guten Manieren kommt man durch alle Türen.


Mit Lügen kommt man weit, aber nicht zurück.

Mit welch einem Auge man jemanden ansieht, solch ein Gesicht hat er.

Mit zwei Peitschen schlägt man nicht (auf einmal).


Reiche Verwandte sind nahe Verwandte.

Rühme deine Bescheidenheit nicht, denn damit verliert sie ihre Vorzüge.


Sagen zwei Besoffene, soll der Dritte schlafen gehn.

Schönheit ohne Eleganz ist eine Blume ohne Duft.


Schweigen ist ein Zeichen von Weisheit, aber Schweigen allein ist noch keine Weisheit.

Selbst eine Katze kann den Kaiser ansehen.

Siebzig Jahre lernt der Mensch und stirbt unwissend.

Solange der Mensch die Augen hat offen soll er hoffen.

Sorgen sind für den Menschen, was der Rost für das Eisen ist.

Stiehlt man ein Ei, hat man sieben magere Jahre.


Von Unbestechlichkeit wird man nicht reich.


Vor einem Menschen muss man sich eher rechtfertigen als vor Gott.


Vor Gott hat man Furcht, vor den Menschen muss man sich hüten.

Vor Gutem läuft man nicht weg.


Wann freut sich Gott? Wenn ein armer mann einen Schatz findet und ihn zurück gibt.


Was du nicht erreichen kannst, musst du dir nicht wünschen.


Was ein feister Wanst kostet, möchte ich besitzen, was er wert ist, das mögen meine Feinde besitzen!


Was kommt schon Gutes aus einem silbernen Becher, der voll mit Tränen ist?

Was man mit dem Wind verdient, geht weg mit dem Rauch.

Was man vor Gott nicht leugnen kann, soll man nicht vor Menschen leugnen.

Was nützt Licht und Brille, wenn der Mensch nicht sehen will?

Was vorbei ist, kommt nicht wieder.

Wem zu ertrinken bestimmt ist, der ertrinkt in einem Löffel Wasser.

Wenn beide Parteien recht haben, ist schlecht richten.

Wenn das Glück den Menschen sucht, ist es besser, als wenn der Mensch das Glück sucht.


Wenn der Gast hustet, will er einen Löffel.


Wenn die Zeiten schlecht sind, ist sogar der Hering ein Fisch.


Wenn du es nicht im Kopfe hast, solltest du es in den Füßen haben.


Wenn ein Alter eine junge Frau nimmt, so wird er jung und sie alt.


Wenn ein Kind stolpert, hält ein guter Engel seine Hand hin.


Wenn ein Mann stirbt, wissen alle Nachbarn, wie viele Kinder er hinterlassen hat.

Wenn es im Herzen bitter ist, dann hilft kein Zucker im Mund.


Wenn Gott einem das Geld nimmt, nimmt er ihm auch den Verstand dazu.


Wenn Gott einem das Herz will brechen, sendet er ihm ein großes Glück.


Wenn ich wie er sein wollte - wer würde dann wie ich sein?


Wenn jeder eine hübsche Braut sucht, was soll aus den hässlichen werden?


Wenn jedes Gebet zu Gott hülfe, würde man einen gedungenen Beter anstellen.


Wenn man die Wahrheit sagt, erspart man es sich, zu schwören.


Wenn man eine Ohrfeige erhält, bekommt man noch einen Feind dazu.


Wenn man es allen Leuten nachtun will, wirft man sich auf alle Seiten.


Wenn man sich streng an die Vorschriften halten würde, kämen nur Narren ins Paradies.


Wenn man unter die Leute geht, erfährt man, was sich bei einem Zuhause tut.

Wenn man wegen der Erbschaft kommt, muss man oft auch das Begräbnis bejahen.


Wenn man zu Hause sitzt, zerreißt man keine Schuhe.

Wenn sich der Müller mit dem Schornsteinfeger prügelt, wird der Schornsteinfeger weiß und der Müller schwarz.


Wenn uns Gott Brot gibt, geben uns die Menschen Butter.


Wenn zwei sich bekämpfen, kommt für den Dritten ein Vorteil heraus.


Wer den großen Herrn spielen will, muss Hunger leiden.


Wer einen Armen bestiehlt, der bestiehlt Gott selbst.


Wer Schlechtes nicht ertragen kann, wird Gutes nie erleben.

Wer schmeichelt ist ein Feind; wer straft, ist ein Freund.

Wer sich mit dem Rabbi*2 zerstreitet, muss mit dem Wirt auf gutem Fuße stehen.

Wer sich mit Pech abgibt, verschmiert sich das Hemd.


Wer uns Zähne gegeben hat, der wird auch Brot geben.


Wie die Zeiten, so die Leute.


Will Gott einen Ignoranten strafen, dann legt er ihm einen hebräischen Satz ins Maul.


Wo man Verstand haben muss, hilft keine physische Kraft.


Wörter muss man wägen und nicht zählen.


Wünsch ständig nur das Gute! Das Böse kommt von allein.


Würde der Mensch doch nur so viel wert sein, wie Gott helfen kann.


Würde Gott auf Erden wohnen, würden ihm die Menschen die Scheiben einschlagen.

Zerbricht ein Kettenglied, zerfällt die ganze Kette.

Zieht man der Katze Handschuhe an, kann sie keine Mäuse fangen.


Zorn und Wut machen den Menschen zum Tier.

Zum Traualtar lässt man sich führen; zur Scheidung läuft man von selbst.


Zwei Katzen in einem Sack können nicht Frieden halten.
*1 Meschumed - leitet sich aus dem hebräischen ab und bedeutete zerstören und hat die Bedeutung getauft werden angenommen. Im Jiddischen bezeichnet das Wort Meschumed einen Abtrünnigen oder getauften, der Christ geworden ist. Es wird auch abfällig für einen schlechten Menschen gebraucht.

*2 Rabbi - hebräisch Lehrer oder Meister. Seit dem Altertum werden jüdische Gelehrte so bezeichnet, die die Vorschriften der Tora auslegen. Sie waren Interpreten der schriftlich und mündlich überlieferten Tora und gingen daneben einem gewöhnlichen Beruf nach, mit dem sie ihren Lebensunterhalt verdienten. Nach 70 n. Chr. wurde Rabbi auch als Ehrentitel und Anrede für besonders schriftkundige Gelehrte verwendet. Der Rabbiner als das heute bekannte geistliche Oberhaupt einer jüdischen Gemeinde entstand erst im Mittelalter.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rabbi_(Gelehrter)