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Sprichworte der Völker Russlands

Sprichworte der Baschkiren
Wappen von Baschkortostan (alter Name: Baschkirien)
Baschkirien ist der alte Name der russischen autonomen Republik Baschkortostan, einer Republik am äußersten Ostrand des europäischen Russlands, westlich des Uralgebirges im Föderationskreis Wolga. Die Republik Baschkortostan ist 142.947 km² groß und liegt im Osten bis über 1500 m hoch. Der höchste Berg ist mit 1640 m der Jamantau. Es leben 4.072.292 (2010) Einwohner in Baschkortostan (28 Einw./km²). Die namensgebenden Einwohner, die Baschkiren sind ein Turkvolk, die aber nur eine Minderheit in der eigenen Republik sind. Die 1.172.287 Baschkirien machen nur 29,5 % der Einwohner aus.
Ab dem 16. Jahrhundert wurden sie mit der Eroberung der mongolischen Khanate durch Iwan IV. russische Untertanen. Im heutigen Russland sind sie das zweitgrößte muslimische Volk.

Quelle:  http://de.wikipedia.org/wiki/Baschkortostan

Als Vater starb, vergess nicht seinen Freund.

(Ähnliches Sprichwort auch im Kaukasus.)


Ein Mann ohne Handwerk gleicht einem Vogel ohne Flügel.

Erziehe dein Kind bereits in den ersten Jahren, deine Frau aber schon in den ersten Stunden.


Im fremden Land ist mehr Wohlstand als im Heimatland.

Laub verwirrt den Wind, den Mann das Wort.

Ohne Wind bewegen sich die Bäume nicht.


Wie ein Wolf leben, wenn etwas da ist und wie ein Wicht leben, wenn nichts da ist.

(Wenn etwas zu essen da ist.)


Zwei Wassermelone passen nicht unter einen Arm.

Sprichworte der Kalmücken
Flagge von Kalmückien
Wappen von Kalmückien
Flagge von Kalmükien
 Wappen von Kalmückin
Die Kalmücken sind ein westmongolisches Volk, das heute vor allem in der autonomen russischen Teilrepublik Kalmückien siedelt. Der Begriff wurde ab dem 14. Jahrhundert von islamischen Historikern für die Oiraten verwendet und später von den Russen übernommen. Die Kalmücken sind das einzige buddhistische mongolischsprachige Volk in den Grenzen Europas. 2010 lebten 183.372 Kalmücken in Russland, davon 162.740 in Kalmückien (57,4 % der Einwohner Kalmückiens).
Bis ins 20. Jahrhundert lebten die Kalmücken als Nomaden und Halbnomaden zwischen der unteren Wolga und dem unteren Don vorwiegend von Viehzucht, Fischfang und vereinzelt von Ackerbau. Sie hielten das nach ihnen benannte Kalmücken-Rind, Kamele, Pferde, Schafe und Ziegen. Trotz teilweise fruchtbare Böden ist Ackerbau in der fast wasserlosen Steppe nur in den wenigen Flusstälern möglich. Obwohl die Kalmücken nicht zum Wehrdienst verpflichtet waren, gehörten kalmückische Einheiten in den Kriegen des 18. und 19. Jahrhunderts zur Armee Russlands.
Die nomadischen Kalmücken lebten im traditionellen Familienbund mit Eltern, verheirateten Kindern, deren Familien und unverheirateten Kindern in Großfamilien. Mehrere Großfamilien bildeten nomadische Dorfverbände, von denen wiederum mehrere entsprechend ihrer Abstammungslinien einen Klan bildeten. Mehrere Klans bildeten einen traditionellen Stamm. Die kalmückisch-oiratische Gesellschaft besteht aus vier großen und mehreren kleinen Stämmen. Viele Kalmücken sind, wie andere mongolische Völker, seit dem 17. Jahrhundert Anhänger des tibetischen Buddhismus, auch Lamaismus genannt. Neben den Buddhisten gibt es einige muslimische Kalmücken und kleine christliche Gemeinden und viele Atheisten.
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts war das Kalmückenkhanat faktisch ein Vasall Russlands. Im russischen Bürgerkrieg 1918–20 standen viele westlichere "Don-Kalmücken" auf der Seite der gegen die Bolschewiki kämpfenden Weißen Armee. Ein Teil der Kalmücken emigrierte am Ende des Krieges ins Ausland, wodurch ihre Bevölkerung von 190.648 (1897) auf 127.651 (1926) zurückging. In der Sowjetunion erhielten die Kalmücken ein autonomes Gebiet, das später zur Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb der russischen SFSR ausgerufen wurde. Nach der ab 1930 betriebenen Ansiedlung leben die Kalmücken heute vorwiegend in festen Dörfern und Städten. Teilweise unterstützten die Kalmücken im Zweiten Weltkrieg die deutsche Wehrmacht. In Vergeltung für die Kollaboration wurde die Kalmückische ASSR aufgelöst und die restliche kalmückische Bevölkerung nach Sibirien zwangsumgesiedelt. Ein Drittel der Deportierten kam ums Leben. Ab 1958 durften sie in die wiedergegründete Kalmückische ASSR zurückkehren. 1959 lebten nur noch 106.066 Kalmücken, 2010 lag die Bevölkerungszahl der Kalmücken mit über 180.000 noch unter dem Stand von 1890. Durch die sowjetische Wirtschaftspolitik seit 1960 wurden in Kalmückien vorwiegend Merinoschafe gehalten, die die Vegetation so stark abfraßen, dass es in einigen Regionen zur Wüstenbildung kam.                              Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kalmücken

Besser wenig und gut, als viel und schlecht.

Blindheit der Gedanken ist schlimmer als Blindheit des Auges.

Das beste Essen gib anderen, die beste Kleidung ziehe selbst an.

Das Schwein sieht nicht den Himmel.

Das Wasser geht von der Quelle bis zur Mündung, das Verbrechen kommt zurück zum Täter.

Die Kerze beleuchtet nicht ihre Basis.

Die Lampe flackert, bevor sie ausgeht.

Die Seil reißt an der Stelle, wo es dünn ist.

Egal wie böse der Schwan - er schlägt seine Eier nicht.

Egal, wie weit der Weg ist; egal wie alt sie ist, nimm ein Mädchen.

Ergreife nicht den Schwanz eines Panthers, wenn doch - nicht loslassen.

Frage keinen Bösen: Er wird es selbst sagen.

Gedanken auf dem Thron, sitzen im Schlamm.

Gold kann sich nicht im Staub verbergen.

In der dunklen Nacht ist die Straße weit.

Jeder Tropfen fügt dem Ozean etwas hinzu.

Reichtum, bis zum ersten Schneesturm; Held, bis zur ersten Kugel.

Unsichtbares Feuer liegt unter der Asche.

Wenn die Hände arbeiten, dann funktioniert auch der Mund.

Wer Gewinne will, wird Kosten haben.

Wisse viel, sprich wenig.

Sprichworte der Kosaken

Kosaken waren flüchtige russische und ukrainische Leibeigene oder Abenteurer und Abtrünnige, die sich in südlichen Steppengebieten zu freien Reiterverbänden zusammenschlossen. Der Name Kosak stammt aus den Turksprachen und bedeutet so viel wie „freier Krieger“. Sie gehörten aber keinem bestimmten Volk an. Sie gründeten ab dem 16. Jahrhundert eigene Siedlungen und Gemeinschaften als Wehrbauern, die sich gegen Überfälle asiatischstämmiger Reiternomaden (Krimtataren) verteidigen mussten. Bis zum 18. Jahrhundert waren russische und ukrainische Kosaken vom Zarenreich teilweise unabhängig, dann wurden sie nach und nach als freie Kavallerieverbände in die russische Armee integriert. Die Zugehörigkeit zum orthodoxen Glauben war für die Aufnahme als Kosak Voraussetzung. Hauptsiedlungsgebiete der Kosaken waren das Don-, das Dnjepr- und das Uralgebiet. Sie sind meist mit Atamanen oder Hetmanen als Befehlshaber organisiert.
Im russischen Bürgerkrieg standen große Teile der Kosaken auf der Seite der zaristischen „Weißen“, einige auch auf der „Roten“. Oft kamen sie zwischen die Bürgerkriegsfronten. Unter Lenin und Stalin wurde die Mehrheit der Kosaken kollektiv als „Anti-Bolschewiki“ verfolgt. Bis Mitte 1919 fielen mindestens 10.000 Kosaken Verfolgungen zum Opfer. Viele flohen vor dem Terror der Bolschewiki nach Frankreich, dessen Sprache sie bereits beherrschten und integriert sich dort.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kosaken

Don Kosaken, Karpfen im See: Rogen scharf und salzig.

Ein Band des Blutes, nicht der Arbeit.

(Das bedeutet, das die Verwandtschaft der näheren Familie eine größere Bindung als alles andere bedeutet.)

Ein Kosak leidet Hunger, aber sein Pferd ist immer satt.

Ein Kosak ohne Pferd ist wie ein Soldat ohne Gewehr.

Für einen Kosaken ist sein Pferd mehr wert, als er selbst.

Hallo, mein Zar im Kreml in Moskau und wir Kosaken am Don.


Kosak amüsiert sich selbst.


Kosaken, die Augen und Ohren der Armee.


Kosaken Familie nicht nehmen Übersetzung.

(Die Don-Kosaken lebten familienweise in befestigten Siedlungen außerhalb des russischen Einflussbereichs und halfen sich gegenseitig, weil fremde Hilfe nicht zu erwarten war.)

Kosaken leben ist nicht von dem, was Sie haben, sondern was sein wird.


Kosaken leiden, wenn Ataman es will.


Kosaken sind wie Tauben: wo sie nicht fliegen, dort bleiben sie.


Kosaken und die Ernährung: alle essen viel, nur wenige werden satt.


Kosak ist gut und es gibt kein Geld.


Kosak mit Familie ist wie Kosak mit Don.


Kosak schweigt und weiß alles.


Kosak und Not schreien.

Vom Don gibt es kein Ausliefern.

(Das Sprichwort bedeutet, dass alle, die aus Russland flohen, am Don vor der Verfolgung sicher waren. Der staatliche Einfluss Russlands reichte im Zarenreich am Anfang noch nicht so weit.)

Wähle den Hengst, wähle ihn abermals, denn die Fohlen gleichen stets mehr den Vätern, als den Müttern. Vergiss nicht, dass die Stute das Gefäß ist, woraus du Gold nimmst, wenn du Gold, Kopeken aber, wenn du Kupfer hineintatest.


Wenn der Kosak am Boden, trinkt er Wein nach Belieben.


Wenn der Kosak sich auf ein Pferd setzt, wird seine Braut geboren.


Wo der Kosak, dort ist Ruhm.


Sprichworte der Krimtataren
Flagge der Krimtataren
Die Krimtataren sind eine Ethnie, die eine nordwestliche Turksprache sprechen. Sie unterscheiden sich deutlich von den Wolga-Ural-Tataren, und werden besonders von den Türkeitürken, als Krimtürken bezeichnet. Ihre Schriftsprache leitet sich von einer regionalen Variante des Osmanischen ab und steht dem Türkischen sehr nahe.
Der Theorie nach sind die Krimtataren Nachkommen vieler Bevölkerungen, die auf der Krim lebten oder sie eroberten (Mongolen, Griechen, Iraner, Hunnen, Bulgaren, Kumanen, Krimgoten) und später Venezianer und Genueser. Die Krimtataren könnten aber auch Nachkommen der Kiptschaken sein, die im Zuge der mongolischen Eroberungen auf der Krim ansässig wurden und später nach dem Zerfall der Goldenen Horde ein eigenständiges Khanat gründeten.
Die Krim betrieb regen Handel mit dem Osmanischen Reich, dessen Schutzherrschaft es unter Beibehaltung hoher Autonomie von 1478 bis 1774 genoss. Durch Einfluss der Osmanen gehörten die Krimtataren seit dem 13. Jahrhundert dem sunnitischen Islam an. Im Friede von Küçük Kaynarca mussten die Osmanen 1774 die Unabhängigkeit der Krim anerkennen. Ab 1783 war das Khanat unter zunächst mittelbarer und ab 1792 unter unmittelbarer russische Herrschaft. Nach Verdrängung des Tatarischen Adels aus Verwaltung und Städten folgten größere Auswanderungswellen.
Die Einfälle der Krimtataren waren ein häufiger Grund für Kriege und trugen auch zur Bildung der Kosaken als wehrhafter Bauern bei. Als Folge der Einfälle konnten die südlichen Steppengebiete erst im 18. Jahrhundert, nach Ende der Tatarengefahr, vollwertig besiedelt werden. Das unter Zar Peter dem Großen erstarkte Russland betrieb gegen die Krimtataren eine aktive Zurückdrängungspolitik.
1921 entstand die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Krim innerhalb der RSFSR. Während der Hungersnot von 1921 bis 1922, die ein staatlich erzwungener Getreideexport auslöste, starben etwa 15 % der Krimtataren. Mit dem stalinistischen Terror wurden kulturelle Einrichtungen der Krimtataren verboten und die traditionelle arabische Schreibweise des Krimtatarischen wurde kurz nacheinander durch die lateinische und dann durch die kyrillische Schreibweise ersetzt. Das bedeutete den Verlust des Zugangs zur geschriebenen Tradition für die nachfolgenden Generationen. Nach Schätzungen kamen durch den stalinistischen Terror nahezu die Hälfte der Krimtataren ums Leben, etwa 150.000 Menschen. Nach Rückeroberung der Krim von der deutschen Besatzung am 12. Mai 1944 war die Kollaboration etlicher Tataren für Stalin Anlass, die Autonome Sowjetrepublik Krim aufzulösen und alle Krimtataren (und andere Bevölkerungsgruppen) nach Zentralasien deportieren zu lassen, wobei zwischen 22 % und 46 % der Tataren zu Tode kamen. Am 26. April 1954 wurde die Krim vom Obersten Sowjet an die Ukrainische USSR übertragen. Nach zerfall der Sowjetunion erklärte die Ukraine am 25. September 1991 ihre Unabhängigkeit und das Krimgebiet gehört zur Autonomen Republik Krim. Nach der Krimkrise 2014 wurde die Krim von Russland annektiert.
Zwischen 1980 und 2008 kehrten etwa 266.000 Krimtataren aus der Deportation zurück, sie sind aber nur noch eine Minderheit auf der Krim. Heute sind sind ca. 280.000 (fast 12%) der 2,5 Millionen Bewohner der Krim Krimtataren; 150.000 Krimtataren leben noch in Usbekistan, eine große Zahl auch im südrussischen Bezirk Krasnodar. Der Großteil der Krimtataren (bis zu 5 Mio.) lebt in der Diaspora in der Türkei, darunter auch die Nachfahren der schon im 19 Jh. in das Osmanische Reich ausgewanderten Krimtataren.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Krimtataren

Allah lässt dem das Saatteil missraten, der den Vögeln nicht das Ernteteil lässt.

Das Haus des Sultans lebt im Munde dessen, der einen Blick nach Stambul geworfen hat.

Dem Dieb ist selbst das Schilfrohr verhasst.
(Das Sprichwort bedeutet, dass ein Dieb vor seiner Verurteilung Angst hat und das Strafurteil könnte mit einer Schilfrohrfeder geschrieben werden.)

Dem ersten Wunsche genügt das Kamel, dem zweiten nicht die Kamelherde.


Der Marmorblock nennt den Bildhauer Bruder.

Der Schalma*5 verrät wohl das Wallfahrertum, aber nicht die Frömmigkeit.


Der schönen Jungfrau hebt nicht einmal der Orkan den Schleier hinweg, der hässlichen Alten nimmt schon das Lüftchen den Turban vom Haupt.


Der Schreckhafte sieht jeden Erdfloh für eine Tarantel an.

Die Junge mit den schwarzen Locken verlor den Kamm, die Alte mit dem kahlen Haupte fand ihn.


Die Nachbarschaft der Palme, in welcher der Pilz wächst, wird in den Augen desselben zur Blutsverwandtschaft.

Die Trappe wollte der Narr fangen: Die Schlinge ließ er zu Haus.

Die Trommel klingt nur angenehm für der Tänzer Ohr.


Duft entsteigt auch dem Kelch der zertretenen Rose.


Einmal aß der Narr von der Leber des Schnäpels: heute noch rühmt er den Geschmack des Fischfleisches.


Einmal nannte der Blinde den Sklaven Effendi*3: heute noch wirft er den Kopf in die Höhe.


Erbrich nicht die Tore eines fremden Harems, wenn du willst, dass die deinigen unerbrochen bleiben.


Erst fällt man die Platane, danach rühmt man ihren Schatten.


Es ist nicht immer ein schönes Frauengesicht, welches durch den Schleier verdeckt wird.

Gestern aßest du noch Arbusen; heute, wo du die Melone speisest, hast du den Geschmack der Arbuse vergessen.
(Sprichwort in Deutschland mit gleicher Bedeutung: Was man gestern gegessen, das schmeckt man heute nicht mehr.)

Größer als der Zeltberg hält sich das Sandkorn am Fuße des Maulwurfhügels.

Heulen gehört zur Stimme des Windes.


Höher steht die Welle nicht im Golf als im Meer.


Im Hause des Gepfählten darfst du selbst nicht der Gartenstäbe erwähnen.


Kahl ist der Falke und doch bläht er sich.

Lamm, begib dich nicht zur Wohnung des Wolfes; Hahn, geh nicht zum Hause des Falken.

Lass den Gebrannten an die Straße gehen, wenn du willst, dass die Sonne scheine.

Lass nicht die Bewohnerin deines Harems unbesucht, denn sie wird deine Enthaltsamkeit zu keiner ihrer Gefährtinnen rühmen.

Lege dein Geheimnis nicht in den Mund des Bosporus, sonst verrät er es den Ohren des Schwarzen Meeres.


Mit dem letzten Schritt ist erst der Chatyr-Dag*2 erstiegen.

Mit seiner Mannheit prahlt am meisten der Beschnittene.


Nach dem Ramadan*4 folgt der Bayram*1.
(Der Ramadan ist die Zeit des Fastens, der Bayram das Fest des Fastenbrechens, welches auf das fasten folgt. Gleiche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Auf Regen folgt Sonnenschein.)


Nenne deinen Nachbar nicht Sefi (Narr), damit er dich nicht Schaitan (Satan) heiße.


Nicht aus jeder Quelle rinnt Naphtha.


Nicht jede Tanne ist eine Zeder, jede aber hält sich dafür.


Not lehrt den Hasen springen.

Schafe würgt auch der satte Tiger.


Sich beugen ist keine Unehre, aber sich beugen lassen.

Sprich nicht sammetne Worte, wofern du steinerne Taten vollführen willst.

Veilchen wachsen nicht so hoch als Nesseln.


Von der Schönheit des Meeres spricht nie mehr, wer einmal nahe daran war, Schiffbruch zu leiden.

Von des Reichen Shepta (Schilfmatte) wird mehr Geschrei gemacht als von des Armen Kis (Wollteppich).


Was fragt der Kranke nach dem Kumis (Stutenmilch), was der Verschmachtende nach der Bosa (Hirsebier), wenn er von der Quelle trinkt.


Weich wird dir das Fleisch des alten Pelikans schmecken, wenn du zwei Tage hast hungern müssen.

Weiß ist auch die Lilie im Garten des Gottesverächters.


Weiß wird das Gefieder der Taube bleiben, die mit den Raben fliegt, aber schwarz wird ihr Herz werden.

Wenn der Arme Dorfrichter wird, dann ist es für den Reichen Zeit, aus der Gemeinde zu wandern.


Wenn der Arme zum Kis (Wollteppich) gelangt, so weiß er sich nicht darauf zu strecken.

Wenn der Fisch nicht nach dem Wurm schnappte, ließe Allah ihn nicht in den Hamen beißen.


Wenn der Sklave Sultan wird, geht das Serail*6 zugrunde.

Wenn die Hummel auch am Jasmin saugt, sie bereitet doch keinen Honig.


Wenn dir der Stock fehlt, um die Pfirsiche herabzuwerfen, sagst du: Ihr Geschmack ist herbe.

Wer durch die Furt will, darf das Waten nicht scheuen.

Willst du, dass der Orkan blase, dann lobe die Windstille.

Wirf nicht den Stock, sondern den Knochen unter die Hunde, dann kannst du ruhig des Weges ziehen.

Wir loben den Rasen und wissen nicht, wie bald er uns bedecken wird.

*1  Bayram - ist die türkische Bezeichnung für Feiertage. Es bezeichnet sowohl die religiösen Feiertage als auch die staatlichen Feiertage. Die beiden kanonischen Hauptfeste des Islam tragen in der Türkei beide den Namen Bayram. Wegen des islamischen Mondkalenders wandern sie durch alle Jahreszeiten. Der Ramadan Bayramı beendet als Fest des Fastenbrechens den Ramadan. Das Fest dauert drei Tage. Für die muslimische Bevölkerung ist es eines der bedeutendsten und volkstümlichste Fest. An diesem Tag küssen Jüngere als Zeichen des Respekts den Älteren die Hände und werden ihrerseits mit Bonbons, Geld oder anderen Geschenken belohnt.       Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bayram

*2 Chatyr-Dag - ist ein bis 1.527 Meter hohes Gebirgsmassiv auf der Krim zwischen Simferopol und Jalta. In der Krim-Tataren Sprache çatır bedeutet Zelt und dağ bedeutet Berg = Zelt-Berg.

*3  Effendi - (Efendi) stammt vom türkischen efendi = unumschränkter Herr und war früher Titel und Anrede für höhere Beamte im Osmanischen Reich. Es war ähnlich dem englischen Sir. Er wurde 1934 in der Türkei und 1953 in Ägypten abgeschafft. Die nächsthöheren Titel waren Ağa, Bey, Pascha und Wesir.

*4 Ramadan - (der heiße Monat) ist der Fastenmonat der Muslime und neunter Monat des islamischen Mondkalenders. In ihm wurde nach islamischer Auffassung der Koran herabgesandt.

*5 Schalma - oder Dulbende ist ein weißleinener Turban, der als Auszeichnung für eine Pilgerreise nach Mekka getragen werden darf.

*6 Serail - (türkisch Saray, persisch sarāy) ist ein orientalisches Fürstenschloss, der Palast / Residenz eines Sultans oder Herrschers.

Sprichworte der Tataren
Flagge von Tatarstan
Wappen von Tatarstan
Flagge von Tatarstan
 Wappen von Tatarstan
Tataren (Tartaren) ist seit der Antike in türkischen Quellen und seit dem europäischen Mittelalter eine Bezeichnung für verschiedene überwiegend muslimische Turkvölker und Bevölkerungsgruppen.
Truppen der Mongolen und der Goldenen Horde vom späten 12. bis ins frühe 16. Jahrhundert wurden ebenfalls als Tataren bezeichnet, oft als Tartaren, mit der Bedeutung „die aus der Hölle kommen“ (griech. Tartaros). Der Name Tataren wurde zeitweise in verschiedenen Zusammenhängen für verschiedene Turkvölker Asiens gebraucht. Heute wird dieser Name vor allem für ein Turkvolk gebraucht, das in vielen Teilen Eurasiens, insbesondere in der russischen Republik Tatarstan lebt. Unterschiedliche Tataren siedeln in kleinen Gruppen von Finnland bis zur Türkei und China.
Die eigentlichen Tataren, die Turktataren, werden als Nachfahren einer Vermischung von Wolga-Bulgaren und Kiptschaken mit „Tataro-Mongolen“ (Turkmongolen) angesehen, deren Geschichte mit der Goldenen Horde im 13. Jahrhundert beginnt und die Kernbevölkerung der Khanate (Fürstentümer) von Kasan, Astrachan, Kasimov, Sibir (Sibirien) und dem Khanat der Krim bildeten.
Am 27. Mai 1920 wurde Tatarstan von den russisch-kommunistischen Bolschewiki zu einer Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb der Sowjetunion ausgerufen. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion wurden viele Bewohner in den Ural und das Wolgagebiet evakuiert, so dass Russen, Ukrainer und Weißrussen in großer Zahl nach Tatarstan und Baschkirien kamen. 1990 erklärte Tatarstan seine Souveränität und bemüht sich um möglichst große Eigenständigkeit, ohne die Russische Föderation zu verlassen.
Tatarstan ist eine autonome Republik im östlichen Teil des europäischen Russlands. Tatarstan ist die bevölkerungsreichste der autonomen Republiken Russlands. Der Name Tatarstan kam erst im 19./20. Jahrhundert auf.
Tatarstan liegt westlich des Uralgebirges in der osteuropäischen Ebene am Zusammenfluss der Flüsse Wolga und Kama, der hier durch den Kuibyschewer Stausee seeartig verbreitert ist. Mit einer Fläche von 6450 km² ist es der größte Stausee Europas. Tatarstan hat eine Fläche von 67.847 km² und liegt im Föderationskreis Wolga. 53,2 % der 3.786.488 Einwohner (14. Oktober 2010) sind Tataren, der Rest Russen (39,7 %), Tschuwaschen (3,1 %), Udmurten (0,6 %) und andere. 54 Prozent der Bevölkerung gehören dem Islam an. Tatarstan gilt mit seinen zum Teil noch nicht erschlossenen Erdöl- und Erdgasvorkommen als eine der reichsten Republiken der Russischen Föderation und kann eine eigenständige Wirtschaftspolitik betreiben. Amtssprachen in Tatarstan sind die russische und die tatarische Sprache, die sowohl mit dem kyrillischen wie auch mit dem lateinischen Alphabet geschrieben wird. Offiziell ist nur die kyrillische Schreibweise.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Tataren
              https://de.wikipedia.org/wiki/Tatarstan

Auf halbem Wege umzukehren ist auch Tapferkeit.

Das Ei ist da, aber die Henne fehlt noch.

Dem einen fehlt das Wasser zum Trinken, dem andern die Brücke zum Übergehen.


Frag das Nachbardorf, was in deinem eigenen geschieht, und das Nachbarhaus, was in deinem Haus geschieht.


Liebe im Alter ist unheimlich wie ein Gespenst.


Sind die Weiber nicht untertan, so sind Männer ihre Sklaven, denn sie müssen entweder gehorchen oder herrschen.


Sprich nicht samtene Worte, wofern du steinerne Taten ausführen kannst.


Was man nicht mit der Muttermilch aufgenommen hat, bringt einem auch die Kuhmilch nicht mehr bei.

Wenn der Arme Dorfrichter wird, so ist es für den Reichen Zeit, die Gemeinde zu verlassen.

Wenn der Wolf kommt, tun sich die Hunde zusammen und treiben ihn zum Dorfe hinaus.


Zu Füßen der Fackel ist's dunkel.

Sprichworte der Tschuwaschen
Flagge von Tschuwaschien
Wappen von Tschuwaschien
Flagge von Tschuwaschien
 Wappen von Tschuwaschien
Tschuwaschien ist eine autonome Republik im europäischen Teil Russlands. Es befindet sich ca. 600 Kilometer östlich von Moskau im Föderationskreis Wolga, ist 18.343 km² groß und hat 1.251.619 Einwohner (14.10.2010). 65,1 % der Einwohner sind Tschuwaschen, 25,8 % Russen, 2,7 % Tataren, 1,0 Mordwinen und andere kleinere Ethnien.
Tschuwaschien gehörte zum Khanat Kasan, bis es Mitte des 16. Jahrhunderts an Russland fiel. Im 18. Jahrhundert wurde Tschuwaschien christianisiert und wurde in der Sowjetunion am 24. Juni 1920 eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik. (ASSR). 1991 wurde es Republik innerhalb Russlands.
Die Tschuwaschen sind ein turkstämmiges Volk in Russland. Sie bilden mit etwa 1,7 Millionen eine Sondergruppe innerhalb der Turkvölker. Sie gelten als Nachfahren der als Onoguren bezeichneten Wolgabulgaren. 814.750 leben in dem nach ihnen benannten Tschuwaschien, ca. 116.000 in Tatarstan, ca. 107.000 in Baschkortostan, ca. 94.000 im Oblast Uljanowsk, ca. 84.000 im Oblast Samara und als Minderheiten in anderen Regionen (2010). Andere tschuwaschische Minderheiten leben in der Ukraine und in Kasachstan.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Tschuwaschien
              https://de.wikipedia.org/wiki/Tschuwaschen

Betrachte die Mutter, nimm die Tochter.

Das Tier, das die Winterkälte nicht erlebt, kann die Wärme der Sommersonne nicht schätzen.

Der Pferdedieb wurde gefangen wegen einer gestohlenen Nadel.

Die Krähe sagte: „Obwohl sie schwarz sind, alles meine Kinder.“


Die Kuh ist schwarz, aber die Milch ist weiß.


Die Seele der Eltern, die Kinder; das Herz der Kinder, ein Bär.

Die Ulme wird gebogen, wenn sie jung ist.


Die Waldbeeren reifen, und die alte Frau starb vor der Kälte.


Eine Frau ohne Mann ist wie eine Stute ohne Zügel.

Eine morsche Linde steht hundert Jahre.


Es wird gesagt, dass Arbeit und später der Tod drei Tage bleiben.


Holz brennt - Rauch geht.


Im Haus kann ein schiefer Nagel nützlich sein.


In Büschen, in denen Wölfe sind, können Ziegen nicht Leben.


In einem Jahr wächst die Wachtel, in einem anderen Jahr wird das Sumpfhuhn fett.

Jeder junge wird alt werden, der alte Mann wird nie jung.

Ohne den Rat eines Älteren funktioniert die Sache nicht.


Probleme fahren zu dritt, aber das Glück wandert zu Fuß.


Schlechter Ruhm fliegt in Windrichtung und gut geht zu Fuß.


Schönheit für Zeit, Güte für immer.

Trage kein Brennholz in den Wald, gieße kein Wasser in den Brunnen.


Weiße Birkenrinde wird nicht zu Papier.


Wenn das Kind nicht schreit, hört die Mutter nicht.

Wenn die Liebe stirbt, kann man sie im Ofen nicht anzünden.

Wenn du „Honig, Honig“ sagst, wird dein Mund nicht süß.


Wenn ein Finger geschnitten wird, schmerzen alle.


Wenn man die Hand gibt, treffen andere dich nicht mit der Keule.

Wer im Schatten liegt und auf Gott hofft, wird ohne ein Stück Brot bleiben.

Wie der Mensch, so ist die Seele.

Wo Gelächter, dort sind Tränen.

Zweimal Jungsein will keiner.