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Es ist aber verboten und strafbar, größere Mengen, ganze Listen oder Länder zu kopieren und in anderen LIsten, Sammlungen oder Sprichwörtersammlungen im Internet, Büchern, Schriften, Computern oder anderswo in anderer, gleicher oder ähnlicher Art und Weise in elektronischen, gedruckten oder anderen Medien zu speichern, zu verarbeiten oder zu veröffentlichen. Jede Verwertung oder Speicherung von Inhalten bedarf der vorherigen schriftlichen Zustimmung des Anbieters oder jeweiligen Rechteinhabers.
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Sprichworte der Völker Russlands
In der Russländischen Föderation leben nicht nur die Russen, sondern auch über 100 andere Völker. Diese Völker leben im Norden, im Kaukasus und viele hinterm Ural im asiatischen Teil der Russländischen Föderation und Sibirien. Sibirien ist dabei so groß, das es in die Föderationskreise Sibirien und Ferner Osten aufgeteilt wurde. Neben den russischen Sprichwörtern gibt es hier auch Sprichwörter aus dem Kaukasus, den Regionen Chabarowsk und Krasnojarsk, den Republiken DagestanKabardino-Balkarien und Karatschai-Tscherkessien und den Föderationskreisen Ferner OstenNordwestrusslandSibirien  und  Wolga.

Dazu befinden sich hier Sprichwörter von folgenden Völkern:

 Abasinen    ,    Adygen    ,    Agulen    ,    Altaier 
 Awaren  ,  Balkaren  ,   Baschkiren  ,  Burjaten  ,  Chakassen 
 Chanten   ,    Darginer   ,    Dolganen   ,    Enzen   ,   Eskimos 
 Ewenen  ,   Ewenken  ,  Inguschen  ,   Ischoren  ,   Itelmenen 
 JakutenJukagirenKabardinerKalmückenKaratschaier 
 Karelier   ,   Keten   ,   Komi   ,   Komi-Permjaken   ,   Korjaken 
 Kosaken   ,   Krimtataren   ,   Kumyken   ,   Laken   ,   Lesginer 
 Mansen    ,    Mari    ,    Mordwinen    ,    Nanaier    ,    Negidalen 
 Nenzen   ,   Nganassanen   ,   Niwchen   ,   Nogaier   ,   Oroken 
 Orotschen   ,    Osseten   ,    Rutulen   ,    Saamen   ,    Schoren 
 Selkupen  ,  Tabassaraner  ,  Tataren  ,  Tofalaren  ,  Tscherkessen
 TschetschenenTschuktschenTschuwaschenTuwinerUdehen
 Udmurten    ,    Ultschen    ,    Wepsen    ,    Yuits    ,    Zachuren

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Von den Sprichwörtern der Völker Russlands auf dieser Seite wurden jeweils bis zu ca. 50 Sprichwörter von der Russistin Gisela Reller auf Reportagereisen in die Sowjetunion, die sie für die Illustrierte FREIE WELT unternahm, jahrzehntelang zwischen 1964 und 1990 vor Ort bei den Völkern gesammelt. Weitere bisher unveröffentlichte Informationen über diese und 50 anderer Völker der ehemaligen Sowjetunion auf der Webseite von Gisela Reller:   www.reller-rezensionen.de/
   
Informationen zu 50 Völker Russlands, von Abasiner bis Zachuren, in einem Lesebuch mit 1001 Sprichworten und über 100 Fotos und ethnografischen Illustrationen von Gisela Reller:
„Die Heimat ist eine goldene Wiege“, ISBN 978-3-8305-3934-6, erschienen am 27.08.2019.
Ein Blick ins Buch:   
www.bwv-verlag.de/detailview?no=3934

Sprichworte der Chanten
Flagge des Autonomen Kreises der Chanten und Mansen/Jugra
Wappen des Autonomen Kreises der Chanten und Mansen/Jugra
Flagge des Autonomen Kreises
der Chanten und Mansen/Jugra
 Wappen des Autonomen Kreises
der Chanten und Mansen/Jugra
Die finno-ugrische Ethnie der Chanten (früher „Ostjaken“) spricht eine zum finno-ugrischen Zweig der uralischen Sprachen gehörende ugrische Sprache. Gemeinsam mit den Mansen werden sie als Ob-Ugrier bezeichnet und bilden die indigene Bevölkerung der früher Jugorien genannten Region im Westsibirischen Tiefland, das  zum Föderationskreis Ural gehört.
Die ursprünglichen Pferdezüchter vom oberen Irtysch wurden zu Jägern und Rentierzüchtern, und kamen im 11. Jahrhundert mit Russen in Kontakt. Im 16. Jahrhundert kamen sie unter russische Herrschaft. Erst im 18. Jahrhundert setzte die Christianisierung der Chanten ein. Ihre kulturelle Existenz ist durch die Ölindustrie des Gebietes bedroht.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Chanten

Bevor du zu jemanden gehst, fülle deinen Beutel mit Fleisch.

Das Dorf ist leicht zu verlassen, die Heimat schwer zu vergessen.

Das erste Wort macht dem zweiten die Tür auf.

Die Augen sehen es so, wie du es sehen willst.

Einem guten Menschen gib dein letztes Gut.

Ein Auge kann nicht sehen, was zwei Augen erspähen.

Ein Hungriger und ein Satter leben schlecht zusammen.

Ein schwarzes Schaf kriegt schwarze Lämmer.

Es gibt keinen Baum ohne große und kleine Äste.

Für einen Rasenden gibt es kein Rezept.

Lass dich nicht am Seil eines Betrügers in einem Brunnen herab.

Lehre einen Faulpelz arbeiten, und er fragt beharrlich, wie spät es ist.

Mit Wasser und Feuer ist schlecht zu spaßen.

Nur geizige und schlechte Menschen weinen toten Dingen nach.

Suppe aus geborgtem Fleisch hat einen Nachgeschmack.

Süße Worte lassen sogar ein Rentier tanzen.

Vom Bitten fällt krinem die Zunge ab.

Waisentränen fallen nicht auf die Erde.

Wenn du einen Hund kaufst, erwirb ihn von Verwandten.

Wer beim Arbeiten klein ist, ist beim Reden groß.

Wer einen großen Umweg macht, kommt mitunter schneller ans Ziel.

Wer geschickte Hände hat, der isst Honig.

Wer mit wenig nicht zufrieden, den kann man auch mit viel nicht erfreuen.

Wie du es willst, so sehen´s die Augen.

Wird gegeben, lang zu, wird geschlagen, reiß aus.

Sprichworte der Mansen

Die Mansen (früher Wogulen) sind ein finno-ugrisches Volk. Viele betreiben traditionell Jagd und Fischfang und einige wenige Rentierzucht. Die mansische Sprache gehört zu den besonders stark bedrohten Sprachen Sibiriens. Gemeinsam mit den Chanten leben die Mansen im Autonomen Kreis der Chanten und Mansen in der historischen Region Jugorien. Die Mansen gehören mit 12269 (2010) zu den zahlenmäßig kleinen indigenen Völkern Russlands. Obwohl die Mansen im 18. Jahrhundert formell zum Christentum bekehrt wurden, blieb der Schamanismus ihre traditionelle Religion.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Mansen

Andere Städtchen - andere Mädchen.

Auch wenn die Herde von der Weide nicht zurückkommt, Abend wird's.

Das erste Wort macht dem zweiten die Tür auf.

Das Schlechte lässt sich nicht verstecken, das Gute nicht vorführen.

Ein Scherz ist oft die halbe Wahrheit.

Ein Totengräber bleibt ohne Grab.

Ein Unhold hat sechs Beine.

Es gibt keinen Baum ohne große und kleine Äste.

Es lohnt nicht, ein Vögelchen zu rupfen.

Glück und Unglück wandern auf einem Pfad.

Leichter einen Wolkenbruch aufzuhalten als ein heiratswütiges Mädchen.

Liebst du deine Mutter, so demütige auch die Mutter eines anderen nicht.

Pechvögel eilen und säumen zur Unzeit.

Sogar der Jugend wird der Mensch überdrüssig.

Tränen sind keine Schande, wenn sie sich in Mut verwandeln.

Um sich von Verwandten zu trennen, gibt es der Türen acht, um wieder zusammenzufinden - nur einen einzigen Eingang.

Unerforschlich die Wege, auf denen Neuigkeiten unter die Leute kommen.

Verhandelst du mit dem Wolf, lade das Gewehr.

Was du während der Aussaat nicht gesagt, kannst du während der Ernte nicht mehr hinzufügen.

Wer mit wenig nicht zufrieden, den kann man auch mit viel nicht erfreuen.

Wer seinen Freund verliert, trauert sieben Jahre, wer seine Heimat verliert, trauert sein Leben lang.

Sprichworte der Kalmücken
Flagge von Kalmückien
Wappen von Kalmückien
Flagge von Kalmükien
 Wappen von Kalmückin
Die Kalmücken sind ein westmongolisches Volk, das heute vor allem in der autonomen russischen Teilrepublik Kalmückien siedelt. Der Begriff wurde ab dem 14. Jahrhundert von islamischen Historikern für die Oiraten verwendet und später von den Russen übernommen. Die Kalmücken sind das einzige buddhistische mongolischsprachige Volk in den Grenzen Europas. 2010 lebten 183.372 Kalmücken in Russland, davon 162.740 in Kalmückien (57,4 % der Einwohner Kalmückiens).
Bis ins 20. Jahrhundert lebten die Kalmücken als Nomaden und Halbnomaden zwischen der unteren Wolga und dem unteren Don vorwiegend von Viehzucht, Fischfang und vereinzelt von Ackerbau. Sie hielten das nach ihnen benannte Kalmücken-Rind, Kamele, Pferde, Schafe und Ziegen. Trotz teilweise fruchtbare Böden ist Ackerbau in der fast wasserlosen Steppe nur in den wenigen Flusstälern möglich. Obwohl die Kalmücken nicht zum Wehrdienst verpflichtet waren, gehörten kalmückische Einheiten in den Kriegen des 18. und 19. Jahrhunderts zur Armee Russlands.
Die nomadischen Kalmücken lebten im traditionellen Familienbund mit Eltern, verheirateten Kindern, deren Familien und unverheirateten Kindern in Großfamilien. Mehrere Großfamilien bildeten nomadische Dorfverbände, von denen wiederum mehrere entsprechend ihrer Abstammungslinien einen Klan bildeten. Mehrere Klans bildeten einen traditionellen Stamm. Die kalmückisch-oiratische Gesellschaft besteht aus vier großen und mehreren kleinen Stämmen. Viele Kalmücken sind, wie andere mongolische Völker, seit dem 17. Jahrhundert Anhänger des tibetischen Buddhismus, auch Lamaismus genannt. Neben den Buddhisten gibt es einige muslimische Kalmücken und kleine christliche Gemeinden und viele Atheisten.
Seit Anfang des 18. Jahrhunderts war das Kalmückenkhanat faktisch ein Vasall Russlands. Im russischen Bürgerkrieg 1918–20 standen viele westlichere "Don-Kalmücken" auf der Seite der gegen die Bolschewiki kämpfenden Weißen Armee. Ein Teil der Kalmücken emigrierte am Ende des Krieges ins Ausland, wodurch ihre Bevölkerung von 190.648 (1897) auf 127.651 (1926) zurückging. In der Sowjetunion erhielten die Kalmücken ein autonomes Gebiet, das später zur Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik (ASSR) innerhalb der russischen SFSR ausgerufen wurde. Nach der ab 1930 betriebenen Ansiedlung leben die Kalmücken heute vorwiegend in festen Dörfern und Städten. Teilweise unterstützten die Kalmücken im Zweiten Weltkrieg die deutsche Wehrmacht. In Vergeltung für die Kollaboration wurde die Kalmückische ASSR aufgelöst und die restliche kalmückische Bevölkerung nach Sibirien zwangsumgesiedelt. Ein Drittel der Deportierten kam ums Leben. Ab 1958 durften sie in die wiedergegründete Kalmückische ASSR zurückkehren. 1959 lebten nur noch 106.066 Kalmücken, 2010 lag die Bevölkerungszahl der Kalmücken mit über 180.000 noch unter dem Stand von 1890. Durch die sowjetische Wirtschaftspolitik seit 1960 wurden in Kalmückien vorwiegend Merinoschafe gehalten, die die Vegetation so stark abfraßen, dass es in einigen Regionen zur Wüstenbildung kam.                              Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kalmücken

Almosen von einem Khan sind wie Schneeflocken im Frühling.

Auch ohne gefressen zu haben, ist des Wolfes Rachen immer rot.

Bei guter Hoffnung hat auch das Böcklein rote Augen.

Besser berühmt sterben, als berüchtigt sterben.

Besser, des Adligen Abreise zu erleben als seine Ankunft.

Besser Freundschaften bewahren als nach Schätzen graben.

Besser wenig und gut, als viel und schlecht.

Bist du unter Blinden, schließ die Augen, bist du unter Lahmen, dann hinke.

Blindheit der Gedanken ist schlimmer als Blindheit des Auges.

Buddha lehrt man nicht das Beten.
(Die Kalmüken sind das einzige im europäischen Russland lebende Volk mit buddhistischer Religion.)

Das beste Essen gib anderen, die beste Kleidung ziehe selbst an.

Das beste Kleid ist das neue Kleid, der beste Freund ist der alte Freund.

Das Kamel ahnt nicht, das es bucklig ist.

Das Leid hat es eilig, das Glück kommt gemächlich.

Das Schwein sieht nicht den Himmel.

Das Wasser geht von der Quelle bis zur Mündung, das Verbrechen kommt zurück zum Täter.

Dem Verständigen erkläre die Sache, dem Jäger zeige das Tier.

Der Dumme erzählt, was er gegessen, der Kluge, was er gesehen.

Der Mensch ist schön durch seine Sprache, die Sprache durch das Sprichwort.

Die Arba der Wahrheit überholt den Hasen der Lüge.
(Ein Arba ist ein dreirädriger traditioneller Holzkarren, der ohne Nägel zusammengefügt ist.)

Die Dankesschuld an die Mutter kannst du selbst dann nicht abtragen, wenn du Fleisch auf dem Handteller für sie brätst.

Die dem Tode nahe Maus beißt dreist auch der Katze dem Schwanz ab.

Die heutige Leber ist besser als die morgige Lunge.

Die Kerze beleuchtet nicht ihre Basis.

Die Lampe flackert, bevor sie ausgeht.

Die Schlange, die sich ins Haus schleicht, vertreibt den Herrn.

Die Seil reißt an der Stelle, wo es dünn ist.

Die Worte des Brautwerbers sind gewundener als das Gehörn des Hammels.

Die Zypresse ist leichter zu brechen als zu biegen; ein rechtlicher Mann stirbt lieber, als dass er sich erniedrigt.

Durch die Wunder des Glücks kann auch der Hecht die Blätter von den Bäumen pflücken, die auf dem Berge wachsen.

Durch einmaliges Straucheln strauchelt der Hund hundertmal.

Egal wie böse der Schwan - er schlägt seine Eier nicht.

Egal, wie weit der Weg ist; egal wie alt sie ist, nimm ein Mädchen.

Ein alter, an einen jungen gelehnter Baum, wächst hundert Jahre.

Ein Aransal stirbt für seinen Herrn, der Bogatyr für die Heimat.
(Ein Aransal ist ein kalmykischen Streitross im kalmykischen Epos „Dshangar“, das sprechen kann und Weisheit besitzt. Ein Aransal ist das Reittier eines Bogatyr und sein treuer Freund in Freud und Leid.
Bogatyr ist die Bezeichnung für Recken aus mittelalterlichen russischen Sagen und Heldenliedern. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes war „Held“ oder „tapferer Krieger“. Im wirklichen Leben waren die Bogatyri meistens freie Söldner, die dank ihrer Tapferkeit die Anerkennung als Bogatyr erfuhren. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bogatyr)

Ein böses Wort sprich erst aus, nachdem du dreimal um die Kibitka gelaufen bist.
(Kibitka = eine Filzjurte, für die die Wolle von zweihundert Schafen benötig wird.)

Eine Schlange mit einem Schweif und drei Köpfen kriecht nicht in eine Höhle, aber die, so mit drei Schweifen und einem Kopfe, kriecht hinein.

Ein großes Unglück setzt sich aus kleinen Missgeschicken zusammen.

Ein kühner Mann erlangt sogar den Tschindamani.
(Ein Tschindamani ist ein Zauberstein, der alle Wünsche erfüllt.)

Ein langer Saum schlingt sich um die Füße, eine lange Zunge um den Hals.

Ein Mandshi, der lesen und schreiben kann, ist wie ein Mädchen, das sich auf Handarbeiten versteht; beide gehen nicht unter.
(Ein Mandshi ist ein Schüler im Kalmükischen Kloster.)

Erfahren die Alten von einer Hochzeit, geraten ihre Köpfe in Bewegung.

Ergreife nicht den Schwanz eines Panthers, wenn doch - nicht loslassen.

Es wird eine Zeit kommen, wo auch auf dem Schnee das Feuer anbrennt.

Frage keinen Bösen: Er wird es selbst sagen.

Für einen Dummkopf ist schwer, einen Richter zu finden.

Gedanken auf dem Thron, sitzen im Schlamm.

Gib erst zu trinken, dann erfrage den Grund des Kommens.

Glaube schafft Götter, Aberglaube – böse Geister.

Gold kann sich nicht im Staub verbergen.

Im nahrhaften Wasser sammeln sich Fische und zum glücklichen Menschen Leute.

In der dunklen Nacht ist die Straße weit.

In der Sonne wird der Mensch nicht frieren, und bei einem guten Herrn nicht ohne Nahrung sein.

Ist der Fluss auch schmal, muss er doch nicht seicht sein, ist der Mann auch jung, muss er doch nicht dumm sein.

Jeder Tropfen fügt dem Ozean etwas hinzu.

Kindermund und Welpenschnäuzchen kriegen nie genug.

Manchmal darf auch ein Lebender aus einer goldenen Tasse trinken.

Miss eine große Sache an einer kleinen.

Mit dem Hund zu spielen, kostet den Mantelsaum, mit dem Noion zu spielen, kostet den Kragen.
(Ein Noion ist ein ein Fürst oder ein Reicher.)

Nach der Überfahrt über den Fluss braucht man kein Boot, nach der Genesung keinen Arzt.

Obwohl die Hörner später wachsen, werden sie mitunter länger als die Ohren.

Ohne Anlass spricht sich kein Sprichwort.

Reichtum, bis zum ersten Schneesturm; Held, bis zur ersten Kugel.

Sagst du „Ich weiß“, musst du noch viele Worte machen, sagst du „Ich weiß nicht“, hat es damit sein Bewenden.

Selbst in einem Bettelsack kann liegen, was sich in keiner Khans-Truhe verbirgt.

Siehst du nicht, so fällst du in die Grube; bist du nicht vorsichtig, so trinkst du Gift.

Sprichwörter sind Wahrheit, Verleumdung ist Lüge.

Spuck nicht in den Brunnen, aus dem du trinken willst.

Unrechtmäßig erworbene Speise bleibt zwischen den Zähnen stecken.

Unsichtbares Feuer liegt unter der Asche.

Üppig Salz schadet dem Tee, üppig Scherz der Freundschaft.
(Der echte kalmükische Tee Zja wird mit Salz, Pfefferkörnern und Butter gereicht.)

Vergiss in satten Zeiten nicht das Leder, dass du in Hungerzeiten kautest.

Vom Streite Blut, vom Frieden Butter.

Vor Entscheidung der Sache sei der Diener von jedermann.

Was mit den Händen verborgt wurde, muss man meist mit den Füßen zurückholen.

Wem die Butter bis an die Ellenbogen reicht, der hat auch den Speck bis ans Knie.

Wenn die Hände arbeiten, dann funktioniert auch der Mund.

Wenn du dein Wort gegeben hast, sei sein Herr.

Wenn du gibst, gib ohne Vorhaltungen, kannst du ohne nicht geben, dann gib nicht.

Wenn sie die Wahrheit hört, zuckt sogar eine tote Schlange zusammen.

Wer Gewinne will, wird Kosten haben.

Wer seine Eltern ehrt, wird später auch von seinen Kindern geehrt.

Wer seine Heimat verrät, soll keine zwei Tage mehr leben.

Willst du einen Hammel, so bitte um ein Kamel.

Wissbegierde kennt kein Alter.

Wisse viel, sprich wenig.

Zum rechten Reisen gehört rechte Vorbereitung.

Zwei, die sich freund sind, haben auf einem Hammelfell Platz, für zwei, die sich feind sind, reichen sieben Felle nicht aus.


Sprichworte der Kosaken

Kosaken waren flüchtige russische und ukrainische Leibeigene oder Abenteurer und Abtrünnige, die sich in südlichen Steppengebieten zu freien Reiterverbänden zusammenschlossen. Der Name Kosak stammt aus den Turksprachen und bedeutet so viel wie „freier Krieger“. Sie gehörten aber keinem bestimmten Volk an. Sie gründeten ab dem 16. Jahrhundert eigene Siedlungen und Gemeinschaften als Wehrbauern, die sich gegen Überfälle asiatischstämmiger Reiternomaden (Krimtataren) verteidigen mussten. Bis zum 18. Jahrhundert waren russische und ukrainische Kosaken vom Zarenreich teilweise unabhängig, dann wurden sie nach und nach als freie Kavallerieverbände in die russische Armee integriert. Die Zugehörigkeit zum orthodoxen Glauben war für die Aufnahme als Kosak Voraussetzung. Hauptsiedlungsgebiete der Kosaken waren das Don-, das Dnjepr- und das Uralgebiet. Sie sind meist mit Atamanen oder Hetmanen als Befehlshaber organisiert.
Im russischen Bürgerkrieg standen große Teile der Kosaken auf der Seite der zaristischen „Weißen“, einige auch auf der „Roten“. Oft kamen sie zwischen die Bürgerkriegsfronten. Unter Lenin und Stalin wurde die Mehrheit der Kosaken kollektiv als „Anti-Bolschewiki“ verfolgt. Bis Mitte 1919 fielen mindestens 10.000 Kosaken Verfolgungen zum Opfer. Viele flohen vor dem Terror der Bolschewiki nach Frankreich, dessen Sprache sie bereits beherrschten und integriert sich dort.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kosaken

Don Kosaken, Karpfen im See: Rogen scharf und salzig.

Ein Band des Blutes, nicht der Arbeit.

(Das bedeutet, das die Verwandtschaft der näheren Familie eine größere Bindung als alles andere bedeutet.)

Ein Kosak leidet Hunger, aber sein Pferd ist immer satt.

Ein Kosak ohne Pferd ist wie ein Soldat ohne Gewehr.

Für einen Kosaken ist sein Pferd mehr wert, als er selbst.

Hallo, mein Zar im Kreml in Moskau und wir Kosaken am Don.


Kosak amüsiert sich selbst.


Kosaken, die Augen und Ohren der Armee.


Kosaken Familie nicht nehmen Übersetzung.

(Die Don-Kosaken lebten familienweise in befestigten Siedlungen außerhalb des russischen Einflussbereichs und halfen sich gegenseitig, weil fremde Hilfe nicht zu erwarten war.)

Kosaken leben ist nicht von dem, was Sie haben, sondern was sein wird.


Kosaken leiden, wenn Ataman*1 es will.


Kosaken sind wie Tauben: wo sie nicht fliegen, dort bleiben sie.


Kosaken und die Ernährung: alle essen viel, nur wenige werden satt.


Kosak ist gut und es gibt kein Geld.


Kosak mit Familie ist wie Kosak mit Don.


Kosak schweigt und weiß alles.


Kosak und Not schreien.

Vom Don gibt es kein Ausliefern.

(Das Sprichwort bedeutet, dass alle, die aus Russland flohen, am Don vor der Verfolgung sicher waren. Der staatliche Einfluss Russlands reichte im Zarenreich am Anfang noch nicht so weit.)

Wähle den Hengst, wähle ihn abermals, denn die Fohlen gleichen stets mehr den Vätern, als den Müttern. Vergiss nicht, dass die Stute das Gefäß ist, woraus du Gold nimmst, wenn du Gold, Kopeken aber, wenn du Kupfer hineintatest.


Wenn der Kosak am Boden, trinkt er Wein nach Belieben.


Wenn der Kosak sich auf ein Pferd setzt, wird seine Braut geboren.


Wo der Kosak, dort ist Ruhm.


Sprichworte der Krimtataren
Flagge der Krimtataren
Die Krimtataren sind eine Ethnie, die eine nordwestliche Turksprache sprechen. Sie unterscheiden sich deutlich von den Wolga-Ural-Tataren, und werden besonders von den Türkeitürken, als Krimtürken bezeichnet. Ihre Schriftsprache leitet sich von einer regionalen Variante des Osmanischen ab und steht dem Türkischen sehr nahe.
Der Theorie nach sind die Krimtataren Nachkommen vieler Bevölkerungen, die auf der Krim lebten oder sie eroberten (Mongolen, Griechen, Iraner, Hunnen, Bulgaren, Kumanen, Krimgoten) und später Venezianer und Genueser. Die Krimtataren könnten aber auch Nachkommen der Kiptschaken sein, die im Zuge der mongolischen Eroberungen auf der Krim ansässig wurden und später nach dem Zerfall der Goldenen Horde ein eigenständiges Khanat gründeten.
Die Krim betrieb regen Handel mit dem Osmanischen Reich, dessen Schutzherrschaft es unter Beibehaltung hoher Autonomie von 1478 bis 1774 genoss. Durch Einfluss der Osmanen gehörten die Krimtataren seit dem 13. Jahrhundert dem sunnitischen Islam an. Im Friede von Küçük Kaynarca mussten die Osmanen 1774 die Unabhängigkeit der Krim anerkennen. Ab 1783 war das Khanat unter zunächst mittelbarer und ab 1792 unter unmittelbarer russische Herrschaft. Nach Verdrängung des Tatarischen Adels aus Verwaltung und Städten folgten größere Auswanderungswellen.
Die Einfälle der Krimtataren waren ein häufiger Grund für Kriege und trugen auch zur Bildung der Kosaken als wehrhafter Bauern bei. Als Folge der Einfälle konnten die südlichen Steppengebiete erst im 18. Jahrhundert, nach Ende der Tatarengefahr, vollwertig besiedelt werden. Das unter Zar Peter dem Großen erstarkte Russland betrieb gegen die Krimtataren eine aktive Zurückdrängungspolitik.
1921 entstand die Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Krim innerhalb der RSFSR. Während der Hungersnot von 1921 bis 1922, die ein staatlich erzwungener Getreideexport auslöste, starben etwa 15 % der Krimtataren. Mit dem stalinistischen Terror wurden kulturelle Einrichtungen der Krimtataren verboten und die traditionelle arabische Schreibweise des Krimtatarischen wurde kurz nacheinander durch die lateinische und dann durch die kyrillische Schreibweise ersetzt. Das bedeutete den Verlust des Zugangs zur geschriebenen Tradition für die nachfolgenden Generationen. Nach Schätzungen kamen durch den stalinistischen Terror nahezu die Hälfte der Krimtataren ums Leben, etwa 150.000 Menschen. Nach Rückeroberung der Krim von der deutschen Besatzung am 12. Mai 1944 war die Kollaboration etlicher Tataren für Stalin Anlass, die Autonome Sowjetrepublik Krim aufzulösen und alle Krimtataren (und andere Bevölkerungsgruppen) nach Zentralasien deportieren zu lassen, wobei zwischen 22 % und 46 % der Tataren zu Tode kamen. Am 26. April 1954 wurde die Krim vom Obersten Sowjet an die Ukrainische USSR übertragen. Nach zerfall der Sowjetunion erklärte die Ukraine am 25. September 1991 ihre Unabhängigkeit und das Krimgebiet gehört zur Autonomen Republik Krim. Nach der Krimkrise 2014 wurde die Krim von Russland annektiert.
Zwischen 1980 und 2008 kehrten etwa 266.000 Krimtataren aus der Deportation zurück, sie sind aber nur noch eine Minderheit auf der Krim. Heute sind sind ca. 280.000 (fast 12%) der 2,5 Millionen Bewohner der Krim Krimtataren; 150.000 Krimtataren leben noch in Usbekistan, eine große Zahl auch im südrussischen Bezirk Krasnodar. Der Großteil der Krimtataren (bis zu 5 Mio.) lebt in der Diaspora in der Türkei, darunter auch die Nachfahren der schon im 19 Jh. in das Osmanische Reich ausgewanderten Krimtataren.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Krimtataren

Allah lässt dem das Saatteil missraten, der den Vögeln nicht das Ernteteil lässt.

Das Haus des Sultans lebt im Munde dessen, der einen Blick nach Stambul geworfen hat.

Dem Dieb ist selbst das Schilfrohr verhasst.
(Das Sprichwort bedeutet, dass ein Dieb vor seiner Verurteilung Angst hat und das Strafurteil könnte mit einer Schilfrohrfeder geschrieben werden.)

Dem ersten Wunsche genügt das Kamel, dem zweiten nicht die Kamelherde.


Der Marmorblock nennt den Bildhauer Bruder.

Der Schalma*5 verrät wohl das Wallfahrertum, aber nicht die Frömmigkeit.


Der schönen Jungfrau hebt nicht einmal der Orkan den Schleier hinweg, der hässlichen Alten nimmt schon das Lüftchen den Turban vom Haupt.


Der Schreckhafte sieht jeden Erdfloh für eine Tarantel an.

Die Junge mit den schwarzen Locken verlor den Kamm, die Alte mit dem kahlen Haupte fand ihn.


Die Nachbarschaft der Palme, in welcher der Pilz wächst, wird in den Augen desselben zur Blutsverwandtschaft.

Die Trappe wollte der Narr fangen: Die Schlinge ließ er zu Haus.

Die Trommel klingt nur angenehm für der Tänzer Ohr.


Duft entsteigt auch dem Kelch der zertretenen Rose.


Einmal aß der Narr von der Leber des Schnäpels: heute noch rühmt er den Geschmack des Fischfleisches.


Einmal nannte der Blinde den Sklaven Effendi*3: heute noch wirft er den Kopf in die Höhe.


Erbrich nicht die Tore eines fremden Harems, wenn du willst, dass die deinigen unerbrochen bleiben.


Erst fällt man die Platane, danach rühmt man ihren Schatten.


Es ist nicht immer ein schönes Frauengesicht, welches durch den Schleier verdeckt wird.

Gestern aßest du noch Arbusen; heute, wo du die Melone speisest, hast du den Geschmack der Arbuse vergessen.
(Sprichwort in Deutschland mit gleicher Bedeutung: Was man gestern gegessen, das schmeckt man heute nicht mehr.)

Größer als der Zeltberg hält sich das Sandkorn am Fuße des Maulwurfhügels.

Heulen gehört zur Stimme des Windes.


Höher steht die Welle nicht im Golf als im Meer.


Im Hause des Gepfählten darfst du selbst nicht der Gartenstäbe erwähnen.


Kahl ist der Falke und doch bläht er sich.

Lamm, begib dich nicht zur Wohnung des Wolfes; Hahn, geh nicht zum Hause des Falken.

Lass den Gebrannten an die Straße gehen, wenn du willst, dass die Sonne scheine.

Lass nicht die Bewohnerin deines Harems unbesucht, denn sie wird deine Enthaltsamkeit zu keiner ihrer Gefährtinnen rühmen.

Lege dein Geheimnis nicht in den Mund des Bosporus, sonst verrät er es den Ohren des Schwarzen Meeres.


Mit dem letzten Schritt ist erst der Chatyr-Dag*2 erstiegen.

Mit seiner Mannheit prahlt am meisten der Beschnittene.


Nach dem Ramadan*4 folgt der Bayram*1.
(Der Ramadan ist die Zeit des Fastens, der Bayram das Fest des Fastenbrechens, welches auf das fasten folgt. Gleiche Bedeutung wie das deutsche Sprichwort: Auf Regen folgt Sonnenschein.)


Nenne deinen Nachbar nicht Sefi (Narr), damit er dich nicht Schaitan (Satan) heiße.


Nicht aus jeder Quelle rinnt Naphtha.


Nicht jede Tanne ist eine Zeder, jede aber hält sich dafür.


Not lehrt den Hasen springen.

Schafe würgt auch der satte Tiger.


Sich beugen ist keine Unehre, aber sich beugen lassen.

Sprich nicht sammetne Worte, wofern du steinerne Taten vollführen willst.

Veilchen wachsen nicht so hoch als Nesseln.


Von der Schönheit des Meeres spricht nie mehr, wer einmal nahe daran war, Schiffbruch zu leiden.

Von des Reichen Shepta (Schilfmatte) wird mehr Geschrei gemacht als von des Armen Kis (Wollteppich).


Was fragt der Kranke nach dem Kumis (Stutenmilch), was der Verschmachtende nach der Bosa (Hirsebier), wenn er von der Quelle trinkt.


Weich wird dir das Fleisch des alten Pelikans schmecken, wenn du zwei Tage hast hungern müssen.

Weiß ist auch die Lilie im Garten des Gottesverächters.


Weiß wird das Gefieder der Taube bleiben, die mit den Raben fliegt, aber schwarz wird ihr Herz werden.

Wenn der Arme Dorfrichter wird, dann ist es für den Reichen Zeit, aus der Gemeinde zu wandern.


Wenn der Arme zum Kis (Wollteppich) gelangt, so weiß er sich nicht darauf zu strecken.

Wenn der Fisch nicht nach dem Wurm schnappte, ließe Allah ihn nicht in den Hamen beißen.


Wenn der Sklave Sultan wird, geht das Serail*6 zugrunde.

Wenn die Hummel auch am Jasmin saugt, sie bereitet doch keinen Honig.


Wenn dir der Stock fehlt, um die Pfirsiche herabzuwerfen, sagst du: Ihr Geschmack ist herbe.

Wer durch die Furt will, darf das Waten nicht scheuen.

Willst du, dass der Orkan blase, dann lobe die Windstille.

Wirf nicht den Stock, sondern den Knochen unter die Hunde, dann kannst du ruhig des Weges ziehen.

Wir loben den Rasen und wissen nicht, wie bald er uns bedecken wird.

*1  Bayram - ist die türkische Bezeichnung für Feiertage. Es bezeichnet sowohl die religiösen Feiertage als auch die staatlichen Feiertage. Die beiden kanonischen Hauptfeste des Islam tragen in der Türkei beide den Namen Bayram. Wegen des islamischen Mondkalenders wandern sie durch alle Jahreszeiten. Der Ramadan Bayramı beendet als Fest des Fastenbrechens den Ramadan. Das Fest dauert drei Tage. Für die muslimische Bevölkerung ist es eines der bedeutendsten und volkstümlichste Fest. An diesem Tag küssen Jüngere als Zeichen des Respekts den Älteren die Hände und werden ihrerseits mit Bonbons, Geld oder anderen Geschenken belohnt.       Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bayram

*2 Chatyr-Dag - ist ein bis 1.527 Meter hohes Gebirgsmassiv auf der Krim zwischen Simferopol und Jalta. In der Krim-Tataren Sprache çatır bedeutet Zelt und dağ bedeutet Berg = Zelt-Berg.

*3  Effendi - (Efendi) stammt vom türkischen efendi = unumschränkter Herr und war früher Titel und Anrede für höhere Beamte im Osmanischen Reich. Es war ähnlich dem englischen Sir. Er wurde 1934 in der Türkei und 1953 in Ägypten abgeschafft. Die nächsthöheren Titel waren Ağa, Bey, Pascha und Wesir.

*4 Ramadan - (der heiße Monat) ist der Fastenmonat der Muslime und neunter Monat des islamischen Mondkalenders. In ihm wurde nach islamischer Auffassung der Koran herabgesandt.

*5 Schalma - oder Dulbende ist ein weißleinener Turban, der als Auszeichnung für eine Pilgerreise nach Mekka getragen werden darf.

*6 Serail - (türkisch Saray, persisch sarāy) ist ein orientalisches Fürstenschloss, der Palast / Residenz eines Sultans oder Herrschers.